So schützen Sie Ihr Haus vor Überschwemmung

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Gefahr durch Starkregen: So schützen Sie Ihr Haus vor Überschwemmung

Starkregen ist inzwischen ein Problem für alle Hausbesitzer geworden. Selbst Gebäude, die nicht an Bächen, Flüssen oder an Hängen liegen, können überflutet werden. Ein heftiges Gewitter reicht aus. Für Sofortmaßnahmen ist es dann oft zu spät. Aber man kann vorsorgen. Es gibt kleine bauliche Vorsorgetricks ohne allzu hohe Kosten, um sich vor unerwarteten Wassermassen zumindest besser zu schützen.

Wasser steht im Keller © Michael Eichler, stock.adobe.com
Wasser steht im Keller © Michael Eichler, stock.adobe.com

Verbesserung der Abflusssituation auf dem Grundstück

Entscheidend ist die Grundstücksbeschaffenheit und Topografie Ihres Grundstücks. Das Oberflächengefälle sollte nicht direkt auf Gebäude und Anlagen zulaufen. Hat Ihr Haus oder Wohnung eine Hanglage, kann man mit der Schaffung von gezielten Flutmulden oder Ausgleichsflächen Abhilfe schaffen. Mit Bodensenken, die das Wasser auf dem Grundstück verteilen, so dass es großflächig versickern oder von Ihrem Haus weggeleitet wird, ist die Gefahrensituation zumindest zu entschärfen.

Aber auch Grundstückseinfassungen wie Mauern, Verwallungen, Schwellen oder Zufluss-Sperren können helfen. Die Abflussführung sollte immer in risikoarme Grundstücksbereiche gelegt werden und nicht auf das Grundstück des Nachbarn! Grundsätzlich ist darauf zu achten, dass Abflusshindernisse beseitigt werden.

Es hilft, wenn auf Flächenbefestigungen und Versiegelung von Bodenflächen verzichtet wird. Wasserdurchlässige Befestigungen von Freiflächen, eine Gartengestaltung oder Bepflanzung kann das Wegschwemmen des Bodens verhindern.

Ebenerdige Hauseingänge, Kellerfenster und Lichtschächte

Der größte Schwachpunkt eines Hauses ist grundsätzlich der Keller. Anfällig ist der Gebäudeteil nicht nur gegen Hochwasser, denn auch Grundwasser kann bei großen Regenmengen steigen und nach oben gedrückt werden. Genauso wie Abwasser, das dann durch nicht gesicherte Rohre im Keller austritt. Hier helfen Rückstauklappen, -ventile, -verschlüsse oder Abwasserhebeanlagen.

Kellerabdichtung notwendig © Bauherren-Schutzbund e.V.
Kellerabdichtung fehlerhaft: Wasser kann eindringen © Bauherren-Schutzbund e.V.

Undichte Wände, durch die von außen Kapillarwasser in das Haus eindringt kann durch den Bau von Entwässerungsleitungen rund um Haus verhindert werden. Das Einbringen einer sogenannten Dränung ist allerdings zum Teil ein sehr aufwändiges Bauvorhaben. Wer jedoch sein Gebäude saniert, sollte über eine wirkungsvolle Abdichtung der Kellerwände und eine Dränung unbedingt nachdenken.

Wasser kann über Kellerfenster und Kellertüren eindringen. Insbesondere dann, wenn sie unterhalb des Grundstücksniveaus liegen. Hier hilft nur eine Abdeckplatte mit Dichtung. Dabei sollte unbedingt auf einen druckwasserdichten Wandanschluss geachtet werden. Natürlich können Sie auch druckwasserdichte Fenster und Türen einbauen lassen.

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Auch Lichtschächte sind ein Gefahrenherd. Eine einfache und kostengünstige Maßnahme ist die Erhöhung der Lichtschachtoberkante. Um jegliche Gefahren auszuschließen, sind auch hier wasserdichte Abdeckungen für Kellerlichtschächte eine Alternative.

Feuchtigkeit: Problem Lichtschacht
Feuchtigkeit: Problem Lichtschacht

Ebenerdige Fenster und Haustüren stellen bei Überschwemmungen ebenfalls ein beachtliches Gefahrenpotential dar. Eine kostenlose aber wirkungsvolle Maßnahme ist, Fenster und Türen nicht wie üblicherweise mit der Öffnungsrichtung nach innen zu installieren, sondern so, dass sie sich nach außen gerichtet öffnen. So bleiben sie bei Hochwasser länger dicht. Der Druck des Wassers wirkt von außen und sorgt dann dafür, dass der Fensterflügel oder Haustür in die Dichtung drückt.

Ebenertige Fenster gegen Hochwasser absichern
Ebenertige Fenster gegen Hochwasser absichern

Ebenerdige Hauseingänge sollten durch Treppen oder Rampen, Errichten von Bodensenken, Bodenschwellen und Aufkantungen oder Barriere-Systeme vor Überschwemmungen geschützt werden.

Tipp: Gehen Sie einfach einmal um Ihr Gebäude herum und schauen Sie sich mit gesundem Menschenverstand: „Wo könnte das Wasser eindringen?“

Wer sein Haus oder die Wohnung eh saniert oder renoviert, kann bereits im Vorfeld bei Überschwemmungs- oder Hochwassergefahr auf wasserfestere Materialien setzen. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) empfiehlt, gefährdete Räume zu fliesen. Und unter den Natursteinen sind zum Beispiel Basalt und Granit empfehlenswert.

Tipp: Reinigen Sie regelmäßig Regenrinnen und -rohre! Lassen Sie Abwasserhebeanlagen und Rückstauklappen oder -ventile regelmäßig überprüfen!
Dachrinne reinigen © indyedge, fotolia.com
Dachrinne regelmäßig reinigen © indyedge, fotolia.com

Wer sich beim Überschwemmungs- oder Hochwasserschutz unsicher ist, zieht am besten einen Experten hinzu. Eine umfassende Information zur Sicherheit des eigenen Hauses liefert die „Hochwasserschutzfibel“ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB).

Der Verein „HochwasserKompetenzCentrum e.V. hat die Initiative „Hochwasser-Pass“ ins Leben gerufen und liefert mit einem Fragebogen eine erste Einschätzung, wie es um den Hochwasserschutz Ihres Hauses bestellt ist.

Wenn das Hochwasser kommt

Starkregenwarnungen dürfen nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Auch wenn sie oft nur lokal auftreten. Deshalb: Informieren Sie sich über Radio, Fernsehen oder das Internet über den Stand von Hochwasserwarnungen und Wettermeldungen. Was Sie auf jeden Fall bei Überschwemmungsgefahr tun können: Computer und andere technische Geräte sowie persönliche Dokumente und Fotos hochstellen – entweder auf Regale oder gleich auf den Dachboden.

Bei Hochwassergefahr: Wichtige Unterlagen und Gegenstände in Sicherheit bringen
Bei Hochwassergefahr: Wichtige Unterlagen und Gegenstände in Sicherheit bringen

Keller oder Souterrain nicht mehr betreten, wenn die Bereiche bereits vollgelaufen sind. Noch mal eben etwas aus dem Keller zu holen, kann lebensgefährlich sein, wenn das Wasser durch beschädigte Elektrik unter Strom gesetzt wird.

Überschwemmmte Keller: Vorsicht, Lebensgefahr!
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