Feuchtigkeitsschäden: Folgen

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Feuchtigkeitsschäden: Die Folgen

Schon geringe Mengen von Feuchtigkeit im Mauerwerk können erhebliche Folgen haben. Feuchtigkeitsschäden verschlechtern das Wohnklima im gesamten Haus, können zu gesundheitlichen Problemen führen. Ständige Feuchtigkeit führt zu Schäden am Mauerwerk. Wird die Ursache nicht beseitigt, führt der Feuchtigkeitsschaden letztendlich zum Verlust der Bausubstanz.

Wasserschaden Mauerputz bröckelt © fotoschlick, fotolia.com
Wasserschaden Mauerputz bröckelt © fotoschlick, fotolia.com

Ausblühungen

Dringt Wasser ins Mauerwerk, löst es in mineralischen Baustoffen Salze heraus. Diese Salze kristallisieren, führen zum „Ausblühen“. Folge: unschöne, meist weiße oder gelbliche Flecken auf Tapete oder Putz. Oft führen diese Ausblühungen zum Lösen der Tapete oder des Putzes. Es bilden sich Beulen. Es kann zum Absprengen des Putzes von der Wand kommen.

Dringt Wasser in Holzbauteile, bildet sich Hausschwamm. Ein holzzerstörender Pilz. Sein oft verstecktes Wachstum führt dazu, dass seine Anwesenheit lange verborgen bleibt. Folge: tragende Konstruktionshölzer können vom Hausschwamm zersetzt werden, ohne dass es zu erkennen ist. Der Pilz ist sogar in der Lage Beton, Mörtel, Ziegel oder Klinker zu überwachsen oder zu durchdringen.

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Schimmelbildung

Je mehr Feuchtigkeit im Haus vorhanden ist, desto schneller vermehren sich Schimmelpilze. Ein deutlicher Hinweis auf einen Schimmelbefall in Gebäuden ist das Auftreten typischer dunkler Flecken sowie ein muffiger (erdiger) Geruch.

Schimmel Messung © Verband Privater Bauherren e.V.
Schimmel tritt auf bei zu viel Feuchtigkeit © Verband Privater Bauherren e.V.

Folge: Schimmelsporen verbreiten sich in der Luft und es kann zu Gesundheitsschäden kommen

Im Leitfaden zur Vorbeugung, Untersuchung, Bewertung und Sanierung von Schimmelpilzwachstum in Innenräumen. Hrsg.: Umweltbundesamt, Berlin 2002 werden folgende Kategorien zur Einstufung einer Belastung von Materialien mit Schimmelpilzen vorgeschlagen:

Kategorie 0

  • Merkmal: Spuren von oberflächlichem Schimmelbewuchs mit folgender Ausdehnung: bis 100 cm², an einer Stelle, nur in einem Raum.
    Stockflecken (Verfärbungen), eine Vorgeschichte von Wasserschäden oder weitere Anzeichen/Hinweise, die auf ein Problem hindeuten könnten, sind nicht vorhanden
  • Beurteilung: Normalzustand oder geringfügiger Schaden
    Gesundheitlich und bauphysikalisch unproblematisch

Kategorie 1

  • Merkmal: Oberflächlicher Schimmelbewuchs oder Stockflecken an einer Stelle, nur in einem Raum mit folgender Ausdehnung:
    • bis 0.5 m² bei vereinzeltem Bewuchs
    • bis 100 cm² bei dichtem Bewuchs

    Eine Vorgeschichte von Wasserschäden oder weitere Anzeichen/Hinweise, die auf ein Problem hindeuten könnten, sind nicht vorhanden

  • Beurteilung: Geringer bis mittlerer SchadenDie Situation ist im Sinne der Gesundheitsvorsorge kritisch zu betrachten und zu verbessern. Bauphysikalisch ist die Situation wenig problematisch, der Zustand kann sich aber verschlechtern (manchmal innerhalb kurzer Zeit).

Kategorie 2

  • Merkmal:
    • Vereinzelter Schimmelbefall oder Stockflecken auf einer Fläche von über 0.5 m² oder:
    • dichter flächiger Schimmelbewuchs auf einer Fläche von über 100 cm² oder:
    • Schimmelbewuchs in tieferen Schichten oder:
    • Schimmelbewuchs oder Stockflecken an mehreren Stellen im selben Raum oder in verschiedenen Räumen, bis total 10 m² oder:
    • deutlicher Schimmelgeruch ohne sichtbaren Schimmelbewuchs
  • Beurteilung: Großer Schaden
    Die Situation ist im Sinne der Gesundheitsvorsorge inakzeptabel und es besteht rascher Handlungsbedarf. Bauphysikalisch ist die Situation häufig problematisch, der Zustand kann sich weiter verschlechtern.

Kategorie 3

  • Merkmal:
    • Vereinzelter Schimmelbefall oder Stockflecken auf einer Fläche von über 10 m² oder:
    • dichter flächiger Schimmelbewuchs auf einer Fläche von über 2 m²
  • Beurteilung: Extremer Schaden
    Solange die Schimmelpilzart nicht bekannt ist, muss von einer akuten Gesundheitsgefährdung ausgegangen werden! Ohne Sofortmaßnahmen sollte der Raum nicht mehr ungeschützt betreten werden.
Tipp: Feuchte Keller sind besonders häufig von Schimmel befallen. Feuchtigkeit kann sich hier allerdings im Sommer durch Kondensation direkt im Mauerwerk angesammelt haben. Dies ist in der Regel auf falsches Lüften im fundamentnahen Innenbereich zurückzuführen. So sollte man beispielsweise den Keller besser im Winter lüften statt im Sommer. Denn dann trifft die warme Außenluft auf kalte Kellerwände und kondensiert. Grundsätzlich falsch: ein ständig gekipptes Fenster!

Schäden am Mauerwerk

Feuchtigkeit kann neben geringen optischen Schäden wie Stockflecken oder Verfärbungen zu schweren Mauerwerksschäden führen. Solche Schäden sind oft langsam fortschreitende Prozesse, die sich im Verborgenen abspielen. Ausblühungen, Hausschwamm oder Schimmel sind deshalb ein wichtiges Warnsignal!

Wird das Mauerwerk ständig durchfeuchtet, werden mineralische Baustoffe ausgelaugt. Mörtel zersetzt sich, Ziegel zerbröseln, Beton platzt ab. Es entstehen kleine Risse. Es besteht die Gefahr, dass die Bausubstanz bei Minusgraden ernsthaft beschädigt wird. Denn das darin enthaltene Wasser dehnt sich beim Gefrieren aus und kann das Mauerwerk von innen heraussprengen. Die Bewehrung kann rosten. Letzten Endes ist die Standsicherheit gefährdet! Im schlimmsten Fall besteht Einsturzgefahr.

Hausschwamm bei Holzkonstruktionen geht meist mit einer intensiven, grobwürfeligen Braunfäule einher. Das Holz wird würfelartig gebrochen und lässt sich mit der Hand eindrücken. Charakteristisch sind bräunlichen und weißrandigen fladenförmigen Pilze.

Tragende Konstruktionshölzer werden vom Hausschwamm zersetzt. Der Pilz ist sogar in der Lage Beton, Mörtel, Ziegel oder Klinker zu überwachsen oder zu durchdringen. Folge: die Standsicherheit des Gebäudes ist gefährdet. In vielen Fällen besteht sogar Einsturzgefahr!

Wichtig: Der Befall mit Echtem Hausschwamm ist in einigen Bundesländern meldepflichtig. Er ist ein schwerer Baumangel nach BGB. Nach DIN 68800, Teil 4 (Holzschutz; Bekämpfungsmaßnahmen gegen holzzerstörende Pilze und Insekten) sind der Befall und der Umfang des Befalls durch einen Sachkundigen festzustellen. In der Regel werden durch solche Sachkundigen auch Sanierungsvorschläge erarbeitet.

Verlust der Bausubstanz und Wertminderung der Immobilie

Langfristige Nicht-Sanierung führt auch dazu, dass sich die Feuchtigkeitsschäden ständig weiter ausbreiten. Wartet man mit der Sanierung einer feuchten Mauer über ein Jahr, können weitere Wandabschnitte oder Teile des Fußbodens betroffen sein. In Bezug auf die Sanierungskosten kann man von einer Verdopplung ausgehen. Die Folgen einer Vernachlässigung von Wasser- oder Feuchtigkeitsschäden führen letztendlich zur Zerstörung der Bausubstanz.

Wichtig: Feuchte Wände kosten Tag für Tag Geld! Fassaden die nicht ausreichend vor Feuchtigkeit geschützt sind, verlieren erheblich an Wärmedämmfähigkeit. Bei einer nur 10% Durchfeuchtung von Putz und Mauerwerk sinkt der Wärmedämmwert schon um die Hälfte. Die Folge: unnötig hohe Heizkosten!

Feuchtigkeits- und Schimmelschäden führen zu einem erheblichen, oft völlig unterschätzten Wertverlust bei Immobilien. Denn bei der Bewertung eines Gebäudes spielen neben dem Standort und dem wirtschaftlich-strukturellen Umfeld auch die Qualität der Bauausführung und der bauliche Zustand eine entscheidende Rolle. Nicht zu Unrecht betrachten potenzielle Käufer Schimmel und feuchte Wände als Indiz für bauliche Mängel, als massive Einschränkung der Wohnqualität und als Gefahr für die Gesundheit. Nach der Erfahrung des Rings Deutscher Makler können Feuchtigkeitsschäden den Verkaufswert eines Gebäudes um bis zu 15 Prozent mindern. In extremen Fällen führen sie sogar zur Unverkäuflichkeit.

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