Vier Methoden zur Feuchtigkeitsanalyse

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Wie feucht ist die Wand? Vier Wege zur Antwort

Muffiger Geruch, womöglich gar Schimmel an den Wänden oder irgendwelche Ausblühungen – das deutet auf feuchte Mauern im Keller hin. Wer es genauer wissen will, muss die Feuchtigkeit der Wände messen. Werden besonders exakte und zuverlässige Ergebnisse gebraucht, ist das eine Aufgabe für Fachleute. Hier steht, worauf es ankommt.

Wenn es so aussieht, braucht man kaum noch groß zu messen – hier gibt es ein Feuchtigkeitsproblem © Gundolf Renze, stock.adobe.com
Wenn es so aussieht, braucht man kaum noch groß zu messen – hier gibt es ein Feuchtigkeitsproblem © Gundolf Renze, stock.adobe.com

Es klingt etwas brachial, aber bei Messungen durch den Hauseigentümer oder Mieter selbst ist zumeist die Rede von zerstörungsfreien Messgeräten. Gemeint ist, dass diese Geräte einfach nur an die Wand gehalten und abgelesen werden müssen. Im Unterschied dazu muss bei bestimmten Messmethoden Material aus der Wand entnommen werden. Dazu später mehr.

Messung von Widerstand oder Kapazität

Ein Teil der Geräte, die für jeden einfach einsetzbar sind, ermittelt die Feuchtigkeit in der Wand, indem ihr elektrischer Widerstand gemessen wird. Bekanntlich ist Wasser ein leitfähiges Material. Umgekehrt heißt dies, dass eine Wand umso besser leitet, je feuchter sie ist. Gemessen wird daher mit zwei Elektroden, die an die Wand gedrückt werden. Zum Einsatz können dabei auch Geräte zur Messung des Feuchtigkeitsgehalts von Holz kommen.

Das Verfahren hat allerdings den Nachteil, dass es nicht sehr zuverlässig ist. Wasserleitungen und Kabel, die sich in der Wand verbergen, können das Ergebnis verfälschen. Die Gefahr ist auch groß, dass die Elektroden nur unzureichend Kontakt mit der Wand bekommen. Außerdem kann es geboten sein, ein wenig mit den Elektroden in die Wand einzudringen. Dann ist die Methode doch nicht mehr ganz zerstörungsfrei.

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Andere Geräte arbeiten mit der kapazitiven Methode. Dabei wird eine Elektrode oder eine Sonde an die Wand gehalten. Von der Spitze geht ein elektrisches Feld aus, das vom Baustoff gestört wird. Je feuchter das Material, umso größer die Störung. Auch hier gelangt man durch den Umkehrschluss zum Ergebnis: Je größer die gemessene Störung, umso größer ist die Feuchtigkeit in der Wand.

Solche Kugelkopf-Messgeräte arbeiten mit der kapazitiven Methode © von Lieres, stock.adobe.com
Solche Kugelkopf-Messgeräte arbeiten mit der kapazitiven Methode © von Lieres, stock.adobe.com

Auch beim Einsatz der kapazitiven Methode kommt es darauf an, richtig zu messen. Vor allem darf im Raum nicht zu nah an einer Ecke oder am Boden gemessen werden. Andernfalls wird das elektrische Feld auch von der angrenzenden Wand oder vom Boden gestört – und das Ergebnis wird verfälscht. Außerdem sollte sich die Hand des Nutzers beim Messen nicht zu nahe an der Sonde befinden, denn auch dies verfälscht die Ergebnisse.

Hinweis: Alle Messgeräte, die nach dieser Methode arbeiten, müssen kalibriert werden. Manche Geräte machen dies beim Einschalten automatisch, bei anderen muss der Nutzerdie Kalibrierung per Tastendruck auslösen. Die Bedienungshinweise des Herstellers sind unbedingt genau zu beachten. Neu zu kalibrieren sind die Geräte auf jeden Fall bei einem Raumwechsel.

Prozent oder Digits

Es gibt Messgeräte, die zeigen die Feuchtigkeit der untersuchten Wand in Prozent an. Dabei haben die Messergebnisse folgende Bedeutung:

  • Eine Wand mit weniger als 80 Prozent ist trocken
  • Eine Wand mit 80 bis 100 Prozent ist feucht.
  • Ein Ergebnis von mehr als 100 Prozent deutet auf eine nasse Wand hin.
  • Werden mehr als 150 Prozent gemessen, ist die Wand stark durchnässt.

Andere Messgeräte zeigen sogenannte Digits an. Das ist keine naturwissenschaftliche Maßeinheit, sondern auf diese Weise wird nur ein Unterschied angezeigt. Mit diesen Geräten misst man zunächst an einer trockenen Wand und vergleicht den Messwert mit dem an der womöglich feuchten Wand. Zur Interpretation der Ergebnisse gibt es Hinweise des Herstellers.

Generell ist es nicht ratsam, sich auf die Ergebnisse einer Messung zu verlassen und daraus gleich Konsequenzen zu ziehen. Am besten misst man Wände, die feucht sein könnten, an verschiedenen Stellen und auch mehrfach zu verschiedenen Zeiten. So ergibt sich nach und nach ein verlässlicheres Bild.

Extra-Tipp: Mit einer Feuchtigkeitsmessung kann man auch einem Leck in einer Wasserleitung auf die Spur kommen, denn auch dies sorgt für Feuchtigkeit in der Wand. Mit einfachen Messungen lässt sich die Schadensstelle oft erheblich eingrenzen.

Darre und CM-Messung

Gelegentlich machen feuchte Wände groß angelegte, aufwändige und damit teure Baumaßnahmen notwendig. Dann aber möchte man mehr Sicherheit haben, die einfachen Messmethoden reichen nicht aus. Gelegentlich führen feuchte Wände auch zu Rechtsstreitigkeiten, zum Beispiel im Zusammenhang mit Gewährleistungsansprüchen. Oder zwischen Mietern du Vermietern. Die Gerichte wollen auf jeden Fall zuverlässige Messungen.

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Dann müssen die Profis ran. Sie können zum Beispiel nach der CM-Methode vorgehen. Dabei wird eine Materialprobe gewogen und in einem verschlossenen Behälter mit Calciumcarbid vermischt. Es entsteht Acetylen. Dessen Menge wird gemessen und gibt Aufschluss über die zuvor enthaltene Menge Wasser. Diese wird wiederum in Beziehung gesetzt zur anfänglich gewogenen Materialmenge. Schon wegen der notwenigen Gerätschaften ist das ein Verfahren für die Fachleute.

Mit der CM-Methode wird oft auch die Restfeuchte im Estrich bestimmt © Anselm, stock.adobe.com
Mit der CM-Methode wird oft auch die Restfeuchte im Estrich bestimmt © Anselm, stock.adobe.com

Das gilt auch für die Darr-Methode. Dabei muss ein Stück entnommen, gewogen und getrocknet werden. Der Gewichtsverlust beim Trocknen gibt Aufschluss über die ursprünglich vorhandene  Feuchtigkeit. Es liegt auf der Hand, dass dieses Verfahren ein Höchstmaß an Genauigkeit beim Messen und Wiegen erfordert. Zumeist wird es in Prüflaboren angewendet.

Feuchtemessung © Verband Privater Bauherren e.V.
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