Was tun bei Grundwasser im Keller

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Wasser im Keller – das kann ein Horrorszenario für jeden Hausbesitzer sein. Aber was ist zu tun, was gleich und was später? Und wie beugt man vor? Alle wichtigen Informationen dazu im Folgenden.

Wasser kann auf vielfältige Art und Weise in den Keller gelangen: Hochwasser kann von außen durch undichte Türen oder Fenster eindringen. Wasser kann durch den Keller oder die Wände verlaufenden Rohre – Heizung, Wasser, Abwasser – stammen. Wasser kann aus der Kanalisation kommen, wenn diese überlastet ist und es kein Rückstauventil gibt. Und Wasser kann durch Wände oder die Bodenplatte in den Keller dringen. Um den letzten Fall geht es hier.

Wie auch immer das Wasser in den Keller gekommen ist, zunächst einmal muss es wieder hinaus. Steht es hoch, muss eine Pumpe her – entweder hat man diese selbst, oder man ruft die Feuerwehr. Diese Hilfe kann aber schnell teuer werden. Wer sich beispielsweise von Hochwasser bedroht fühlt, tut gut daran sich eine Pumpe anzuschaffen. Ist es weniger behilft man sich mit Lappen und Handtüchern, mit Schippen und Eimern. Wichtig ist, alles gut abtrocknen zu lassen – auch unter den Gegenständen, die im Keller abgestellt wurden.

Woher kommt das Wasser?

Spätestens beim Trocknungsprozess wird auch deutlich, woher das Wasser kommt. Um Grundwasser kann es sich handeln, wenn es direkt durch eine Wand oder die Bodenplatte sickert. Dann wäre noch zu prüfen, ob an der feuchten oder nassen Stelle eine Leitung ein Leck hat. Wenn das nicht der Fall ist, hat man es mit Grundwasser zu tun.

Dann wäre noch zu unterscheiden, ob das Wasser durch die Wand, durch die Bodenplatte oder durch die Fuge zwischen den Wänden und der Bodenplatte kommt. Denn die Maßnahmen, die dann ergriffen werden müssen, sind unterschiedlich.

Bodenplatte betonieren © schulzfoto, stock.adobe.com
Auf der Bodenplatte steht das ganze Haus. Eine nachträgliche Abdichtung von unten kommt daher nicht in Frage © schulzfoto, stock.adobe.com

Beginnen wir mit der Bodenplatte. Austauschen kommt nicht in Frage, denn das ganze Haus steht darauf. Eine Abdichtung von unten kommt auch nicht in Frage, denn die Unterseite der Bodenplatte ist nicht erreichbar. Also muss die Bodenplatte von oben abgedichtet werden. Dazu bieten verschiedene Hersteller unterschiedliche Systeme an. Sie bestehen zum Beispiel aus einem Dichtgrund und einem sogenannten Nivellieranstrich. Wichtig ist, sich genau an die Verarbeitungshinweise des Herstellers zu halten, denn dann ist die Abdichtung auch für den Selbermacher kein Problem. Außerdem sollte man „im System bleiben“, also aufeinander zugeschnittene Produkte des gleichen Herstellers verwenden.

Außenwand: Innen oder außen abdichten?

Bei Undichtigkeiten der Außenwände gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten – Abdichtung von innen und Abdichtung von außen. Die meisten Hausbesitzer werden es zunächst mit einer Abdichtung von innen versuchen, denn dadurch entfällt der enorme Aufwand, die Außenwände des Kellers frei zu legen. Das führt meistens dazu, dass diese Bereiche anschließend komplett neu hergerichtet, also zum Beispiel bepflanzt oder gar neu gepflastert werden müssen.

Teeranstrich ©  tinadefortunata, stock.adobe.com
Außenwände werden mit einem Bitumenanstrich abgedichtet © tinadefortunata, stock.adobe.com

Allerdings: Sind die Kellerwände großflächig undicht, kommt man an einer neuen Außenabdichtung nicht vorbei. Dann müssen die Wände aufgegraben und anschließend sorgfältig gereinigt werden. Zunächst wird dann eine Grundierung und dann eine Abdichtung etwa auf Bitumenbasis oder aus Polyethylen aufgetragen. Auch hier ist es sinnvoll, „im System“ zu bleiben. Es bietet sich an, bei der Gelegenheit eine Außendämmung anzubringen. Wenn man dauerhaft Probleme mit Wasser im Boden befürchtet, sollte man über den Einbau einer Drainage nachdenken, auch wenn dies viel Aufwand bedeutet.

Keller abdichten © plysuikvv, stock.adobe.com
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Wenn das Wasser nur in kleineren Flächen von außen eindringt, kann man auch eine Abdichtung von innen versuchen. Es gibt Möglichkeiten, ein spezielles Gel oder Harz in die Wand zu spritzen, wo sich das Dichtmaterial verteilt und aushärtet. Auf diese Weise ist es auch möglich nachträglich eine Horizontalsperre zu schaffen, die es verhindert, dass Wasser durch den Kapilareffekt in der Wand aufsteigt. Weil Arbeitsstunden immer teuer sind, relativiert dies die Preisunterschiede zwischen Außen- und Innenabdichtung. Denn die Abdichtung nach dieser Methode ist eine Aufgabe für die Fachfirma.

Abdichtung Mauerwerk © PhotographyByMK, stock.adobe.com
So kann es aussehen, wenn eine Kellerwand von innen abgedichtet wird © PhotographyByMK, stock.adobe.com

Gelegentlich wird zwar erklärt, man könne solche Arbeiten als Hausbesitzer auch selbst ausführen. Die Industrie bietet dafür auch sogenannte Injektionssets an. Allerdings muss dabei mit höchster Sorgfalt gearbeitet werden. Es wäre ärgerlich, viele Stunden mit einem solchen Projekt verbracht zu haben, wenn es dann doch nicht richtig funktioniert.

Und dann gibt es noch das Grundwasser, das durch die Fuge zwischen Bodenplatte und Außenwand in den Keller gelangt. In dem Fall ist die Abdichtung dieser Fuge nicht mehr in Ordnung. In manchen Fällen, vor allem wenn der Defekt sich über längere Abschnitte erstreckt, ist ein Aufgraben und Abdichten von außen unumgänglich. Zuvor kann man natürlich versuchen, auch dieses Problem von innen mit dem Injektionsverfahren zu lösen

Nicht auf sich beruhen lassen

Klar geworden ist eines: Kommt das Wasser erst einmal ins Haus, wird es aufwändig oder teuer. Oder beides. Auf sich beruhen lassen kann man das Problem auch nicht. Denn auch wenn das Wasser nicht wirklich im Keller steht, sondern „nur“ die Wände nass sind – auf die Dauer leidet darunter die Bausubstanz erheblich, und dann kann es noch teurer werden. Vorsorge ist daher ratsam, vor allem in Gestalt einer intakten Außenabdichtung der Kellerwände. Besondere Aufmerksamkeit sollte dabei die Naht zur Bodenplatte genießen.

Wenn der Schaden aber nun einmal doch entstanden ist, stellt sich die Frage nach den Kosten bzw. danach, ob sie jemand übernehmen kann. Die Gebäudeversicherung und auch die Elementarschadenversicherung übernehmen Schäden durch eindringendes Grundwasser in der Regel nicht. Bessere Karten hat man, wenn man die Firma, die Bodenplatte und Wände hergestellt haben, wegen Baumängeln haftbar machen kann. Wenn man dies prüfen möchte, setzt man sich am besten mit einem Baugutachter zusammen.

Wasserschaden im Keller © E. Adler, fotolia.com
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