Kellerwände verputzen

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Manchmal bleiben im Neubau die Kellerwände aus Kostengründen unverputzt. Und manchmal ist der Putz bei einem älteren Haus so kaputt, dass ganze Wände neu verputzt werden müssen. Außerdem gibt es sehr alte Häuser mit nicht verputzen Wänden – es kann also viele Gründe geben, Kellerwände selbst zu verputzen. Zudem ist dies eine Arbeit, die man auch als Heimwerker selbst erledigen kann. Wie das geht und auf was zu achten ist – das alles steht hier im Folgenden.

Sanierung und Renovierung von Mauerwerk im Keller © Robert Kneschke, stock.adobe.com
Eine Kellerwand zu verputzen, kann den Raum erheblich aufwerten © Robert Kneschke, stock.adobe.com

Welcher Putz ist der Richtige?

Zunächst einmal ist davon auszugehen, dass aus dem Keller kein Wohnraum entstehen soll. Man muss also nicht unbedingt aufwändig einen Oberputz und einen Unterputz auftragen – ein etwas gröber zusammengesetzter Unterputz reicht aus. Verwenden kann man im Keller den gleichen Putz wie in den Wohnräumen, also einen gewöhnlichen Zementputz.

Gut in den Keller wie auch in die Wohnung passt aber auch ein Lehmputz. Der ist auch nicht wirklich teurer als ein Zementputz, hat aber zwei Vorteile: Erstens nimmt er Feuchtigkeit auf und gibt Feuchtigkeit ab. Er reguliert also den Feuchtigkeitsgehalt der Luft und verbessert somit das Raumklima. Zweitens ist er für Anfänger geeignet: Wenn man mit dem Resultat nicht zufrieden ist, schlägt man den Lehmputz wieder ab, weicht ihn ein und versucht es mit dem gleichen Material noch einmal. Das geht nur mit Lehm.

Von Gipsputz ist im Keller eher abzuraten, dieser neigt zum Schimmeln schon bei vergleichsweise wenig Feuchtigkeit. Zement- und Lehmputz sollte man nur verwenden, wenn die Wände sehr trocken sind. Ansonsten empfiehlt sich Kalkputz. Der verhindert Schimmel und lässt Feuchtigkeit in den Wänden auch nach außen wegtrocknen.

Eine Alternative bei größerer Feuchtigkeit, die etwa durch das Fundament oder von außen in die Wände zieht, ist der sogenannte Sanierputz. Das ist ein Putz, der nicht nur diffusionsoffen ist, sondern auch Salpeter und andere Salze aufnimmt, die sich andernfalls an der Oberfläche kristallisieren und unschöne Flecken bilden.

Vorbereitung nicht vergessen

Bevor es mit dem Verputzen losgehen kann, wird es staubig. Denn in einem ersten Schritt wird alles lose Material von der Wand entfernt, von losen Steinen bis zu Resten des alten Putzes. Manchmal muss man alte Steine wieder einmörteln, denn riesige Löcher füllt man nicht mit Putz. Vielmehr empfiehlt es sich mittelgroße Löcher mit Mörtel zu verschließen.

Der Mörtel muss aushärten bevor es weitergeht. Dafür gibt man ihm mindestens einen Tag Zeit, besser sind zwei. Wichtig ist das vor allem, wenn man später Zementputz verbauen möchte, der Wasserdampf nicht hindurch lässt. Lehmputz dagegen ist diffusionsoffen. Der Mörtel bindet also auch unter dem Putz noch fertig ab.

Anschließend empfiehlt es sich Tiefengrund oder Haftgrund auf die Wand aufzutragen. Tiefengrund nimmt man bei sandigen Mauern, die viel Wasser aufnehmen können, ansonsten reicht Haftgrund. Man sollte generell die Verarbeitungshinweise des Herstellers beachten und insbesondere die Trockenzeiten einhalten.

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Profile an die Wand

Es folgt die Montage der Eck-und Schnellputzprofile. Diese ermöglichen es später den an die Wand geworfenen Putz einfach abzuziehen. Er wird dann automatisch gerade. Die Profile kommen im Abstand von 1 bis 1,50 Metern an die Wand. Man macht mehrere Klumpen Putz an die Wand, drückt die Profile hinein und richtet sie dann aus. Die Kante nach vorne sollte einen Abstand von bis zu zwei Zentimetern zur Wand haben.

Hinweis: Man kann diese Profile auch weglassen. Viele Profis beschränken sich auf die Eckprofile, manche verzichten auch auf diese. Es verlangt aber einiges an Übung, ohne die Profile eine gerade und ebene Wand hinzubekommen. Der ungeübte Handwerker vereinfacht sich sein Projekt mit den Putzschienen erheblich.

Eine Besonderheit gilt es noch zu beachten. In Kellern sehr alter Häuser, deren Böden nur aus gestampftem Lehm oder ähnlichem bestehen, sollte man sicherheitshalber den Putz nicht bis zum Boden reichen lassen, da er von dort aus ungehindert Feuchtigkeit aufnehmen kann. Einen Abstand von zwei Zentimetern kann man gut erzeugen indem man ein Brett auf den Boden legt, dass etwa dieselbe Stärke hat und nach Abschluss der Arbeiten weggenommen wird. Auch die Schnellputzprofile sollten nur bis zu diesem Brett reichen.

Vor dem Verputzen feuchtet man die Wand an. Zum Anfeuchten kann man einen Tapezierpinsel nehmen oder einen Quast, man kann auch eine Blumenspritze zum Einsatz bringen. Mit dem Anfeuchten erreicht man, dass die Wand dem Putz nicht zu viel Wasser entzieht. Sonst hält der Putz nicht ordentlich an der Wand.

Feuchte Wand © zeralein, fotolia.com
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Putz richtig und gut anrühren

Man sollte unbedingt das vom Hersteller des Putzes angegebene Mischverhältnis von Putz und Wasser einhalten. Dann stimmt auch die Konsistenz – Gerade wenn man kein Profi ist sollte man das beachten. Selbstverständlich ist ein sauberer Eimer, eine saubere Kelle, sowie gründliches Mixen von Wasser und Putz. Klumpen und irgendwelche Reste aus dem Eimer von vorhergehenden Arbeiten können beim Verputzen erheblich stören.

Nach dem Anmischen wirft man den Putz mit der Kelle mit ein wenig Schwung aus dem Handgelenk an die Wand. Dabei muss man fest genug werfen, damit der Putz haftet, aber auch nicht so fest, dass das Material durch den Raum spritzt. Das klingt schwieriger als es ist, nach wenigen Versuchen hat man den Bogen raus. Dabei sollte der Putz nicht über die Schnellputzprofile hinaus reichen.

Maurer beim Wand verputzen © dieter76, stock.adobe.com
Mit der Richtlatte wird der Putz abgezogen © dieter76, stock.adobe.com

Dann folgt die zweite Putzschicht, die man Abschnitt für Abschnitt von unten mit der Kelle auf die Wand zieht. Dann zieht man den Putz mit der Richtlatte bündig von unten nach oben zu den Schnellputzprofilen ab, damit eine glatte Oberfläche entsteht. Wenn ein Oberputz eingesetzt werden soll, muss der ebenfalls mit einer Kelle aufgetragen werden. Dann mit einem Spachtel grob glätten und, nachdem er etwas abgebunden hat, mit einem Filz- oder Schwammbrett in kreisenden Bewegungen in den endgültigen, ganz glatten Zustand bringen.

Wand verputzen © Olaf Wandruschka, stock.adobe.com
Mit dem Schwammbrett erfolgt das „Finish“ © Olaf Wandruschka, stock.adobe.com

Austrocknen kann der Wandputz dann ganz alleine. Damit die Feuchtigkeit aus dem Raum kann, sollte ein Fenster, sofern vorhanden, offen sein. Auf den Einsatz eines Bautrockners oder ähnlicher Geräte sollte man verzichten – wenn der Putz zu schnell trocknet, können sich Rissen bilden.

Tipp: Wer noch nie verputzt hat, der ist sich womöglich nicht ganz sicher, ob er eine Wand wirklich schön glatt und gerade verputzt bekommt. In diesem Fall empfiehlt es sich, mit einer Wand zu beginnen, die später niemand zu Gesicht bekommt, etwa weil sie sehr versteckt liegt oder weil ein Schrank davor aufgestellt wird. Oder man verputzt eine solche Wand zusätzlich – zu Übungszwecken.
Wand verputzen © kasto, fotolia.com
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