Feuchte Luft im Keller

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Feuchte und muffige Luft im Keller – wie wird man sie los?

Wenn der Keller muffig riecht oder sich sogar Schimmel an den Wänden bildet, sind feuchte Wände eine mögliche Ursache für hohe Luftfeuchtigkeit im Keller. Das Lagern oder Aufbewahren von Dingen, geschweige den Keller als Wohnraum zu nutzen, wird nahezu unmöglich. Für Hausbesitzer sollte das ein Alarmsignal sein, dem man auf den Grund gehen sollte. Denn der Schimmel kann gefährlich für die Gesundheit sein und das Mauerwerk stark beschädigen.

Um die treffenden Maßnahmen zu ergreifen und den Prozess zu stoppen, sollten die möglichen Ursachen von hoher Feuchtigkeit im Keller vorab erkannt werden.

Schimmel an der Wand © RioPatuca Images, stock.adobe.com
Bei so viel Schimmel an der Wand ist, besteht allergrößter Handlungsbedarf. Denn die Situation ist gesundheitsschädlich © RioPatuca Images, stock.adobe.com

Bei Altbaukellern ist Feuchtigkeit nichts Ungewöhnliches. Grund dafür ist die damals fehlende Abdichtung oder schlecht isolierten Kellerwände. Feuchte Keller hatten damals aber auch Vorteile, zum Beispiel um Lebensmittel zu lagern. Eine gewisse Feuchte ist also ganz normal. Dennoch sollte darauf geachtet werden, dass die Luftfeuchtigkeit im Keller reduziert wird. Als optimale Luftfeuchtigkeit werden Werte von 50 bis 65 Prozent empfohlen. Zum Vergleich: Im Schlafzimmer sollten es 40 bis 60 Prozent sein, im Badezimmer 50 bis 70 Prozent, im Keller bis zu 60 %. Alles darüber hinaus begünstigt Schimmel. Einen genaueren Wert liefert das Hygrometer.

Hinweis: Die Raumtemperatur beim Nutzkeller sollte mindestens 14 Grad betragen.

Einige typische Merkmale für einen feuchten Keller sind:

  • Muffiger oder modriger Geruch
  • Hohe Luftfeuchtigkeit
  • Feuchte Flecken oder Tropfen an den Kellerwänden
  • Bröckelndes Mauerwerk
  • Schimmelbildung, schwarze Flecken
  • Abblätternde Farben oder Putze
  • Ablösende Tapeten
  • Risse im Mauerwerk
Mögliche Feuchtigkeitsszenarien für den Keller
Mögliche Feuchtigkeitsszenarien für den Keller

Woher kommt die Kellerfeuchtigkeit?

Feuchtigkeit im Keller kann sich aus verschiedenen Quellen ergeben. Im Allgemeinen tritt Feuchtigkeit durch Regen- oder Grundwasser, innere Feuchtigkeitsquellen (zB. Duschen, Luftbefeuchter), Feuchtigkeit im Beton oder durch das Eindringen feuchter Außenluft auf.

Die typischen Ursachen für feuchte Keller:

  • Feuchte Luft

    Schlechte Belüftung und Kondensationsfeuchtigkeit ist die, mit Abstand, häufigste Ursache für eine zu hohe Luftfeuchtigkeit im Keller. Waschen oder Trocknen von Wäsche beschleunigt Schimmelbildung und Schäden am Mauerwerk.

  • Defekte oder fehlende Abdichtungen

    Extreme Regenmengen oder steigender Grundwasserpegel kann zu feuchten Kellerwänden führen. Eine defekte oder fehlende Abdichtung kann die Bodenplatte oder Wände nicht vor Nässe schützen.

  • Beschädigte oder fehlende Rohre

    Da die meisten Rohre hinter Wandputz oder unter Estrich verlaufen, kann sich die Suche, im Fall eines Rohrbruchs, nach undichten Stellen oftmals als komplex und kostenaufwendig erweisen.

  • Defekte Drainagen

    Eine funktionierende Drainage soll Wasser bei starken Regenfällen vom Haus wegführen. Fehlende oder kaputte Drainagen führen dazu, dass Regenwasser zum Fundamentrand geleitet wird. Das aufgestaute Sickerwasser im Erdreich kann feuchte Kellerwände verursachen.

Elektrischer Heizlüfter © Kramografie, stock.adobe.com
Feuchte Keller und Luftfeuchtigkeit im Keller

Ein feuchter Keller kann viele Ursachen haben. Wobei hier nicht die Rede von Wasser ist, das durch die Wände dringt, sondern… weiterlesen

Maßnahmen: Keller vor Feuchtigkeit schützen

Abdichtung der Kellerwände

Die Kellerabdichtung kann von innen und von außen stattfinden. Zum Teil kann sie selbst übernommen werden, was allerdings viel Zeit und Mühe kostet. Die Analyse und Ausführung sollte man daher am besten den Fachleuten überlassen. Allerdings sollte eine Abdichtung der Kellerwände von innen nur dann erfolgen, wenn sie von außen nicht möglich ist, zum Beispiel bei denkmalgeschützten Häusern oder wenig Platz für Ausgrabungen. Denn bei einer Abdichtung von innen wird das Problem meist nur kaschiert, die Räume bleiben von innen trocken, aber die Kellerwände bleiben immer noch feucht und schaden weiter der Bausubstanz. Bei der Abdichtung von außen wird versickerndes, aufsteigendes und drückendes Wasser im Boden vom Bauwerk ferngehalten. Besser ist es deshalb, die Kellerabdichtung von außen vorzunehmen. Nachträgliche Sanierungsversuche sind leider in der Regel teurer. Durch viel Eigenleistung lässt sich aber viel Geld sparen.

Hinweis: Nicht in jedem Altbaukeller empfiehlt sich eine Isolierung. Wenn das Wasser nicht mehr aus den Wänden heraus dampfen kann, sondern in den Wänden aufsteigt, kann es dort erhebliche Schäden anrichten. Hier ist der Rat des Fachmanns gefragt.
Hygrometer © Teteline, stock.adobe.com
Wie hoch ist die Luftfeuchtigkeit? Ein Hygrometer gibt die Antwort © Teteline, stock.adobe.com

Reguliertes Lüften

Kalte Kellerluft bindet weniger Wasser als warme Luft, deshalb ist im Sommer besonders Vorsicht angesagt. Leicht holt man sich wärmere Luft in den kühlen Keller, die mehr Feuchtigkeit mitbringt und sich an Kellerwänden oder Gegenständen absetzt. In den warmen Monaten lüftet man deshalb am besten sehr früh am Morgen oder am späten Abend, wenn die Luft draußen wieder kühler ist. Lüften sollte so schnell wie möglich erfolgen, das heißt:

  • Fenster nicht länger als ein paar Minuten öffnen
  • Fenster möglichst weit aufmachen
  • Für Durchzug sorgen
  • Fenster tagsüber geschlossen halten
  • Bei hohen Temperaturen sollte nur 1 mal pro Tag gelüftet werden
  • Fenster richtig schließen
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Keine Wäsche aufhängen

Keller sollten grundsätzlich zum Trocknen von Wäsche vermieden werden, vor allem im Sommer. Denn auf diese Weise steigt der Feuchtigkeitsgehalt der Luft stark an und sollte deshalb rasch abgeführt werden. Die gleiche Regel gilt bei Wäschetrocknern.

Bodenbelag Keller: Luftfeuchtigkeit ist entscheidend
Bodenbelag Keller: Luftfeuchtigkeit ist entscheidend

Gegenstände im Keller lagern

Damit Gegenstände keinen Schaden erleiden sollte sie immer mit einem gewissen Abstand von etwa fünf Zentimetern zu den Kellerwänden aufgestellt werden. Dies erleichtert die Luftzirkulation beim Lüften. Alternativ können sie auf Paletten gestellt werden, falls doch einmal Wasser eindringt.

Tipp: Um Dinge sicher und trocken zu lagern, bieten sich sogenannte Selfstorage-Abteile an. Das sind Container, die in unterschiedlichen Größen und in der Nähe angemietet werden können.

Keller heizen

Auch in gewissen Abständen den Keller zu heizen empfehlt sich, um der Feuchtigkeit entgegenzuwirken.

Luftentfeuchter oder Lüftungsanlage

Wenn Lüften nicht ausreicht, kann man es zunächst mit einem Luftentfeuchter versuchen, der ohne Strom funktioniert. Man spricht auch von einem chemischen Luftentfeuchter. In diesen Geräten bindet Calciumchlorid das Wasser aus der Luft. Das Calciumchlorid löst sich auf, das Wasser tropft in eine Auffangschale. Der Nachteil dieser Geräte ist ihre begrenzte Leistungsfähigkeit, sie können das Problem nur in kleineren Kellern lösen. Dafür aber brauchen sie keinen Strom, sind günstig und einfach aufzustellen. Das Calciumchlorid kann, wenn es verbraucht wird, für wenig Geld nachgekauft werden.

Mehrere Bautrockner © Lichtfexx, stock.adobe.com
Um Wasser aus dem Gebäude zu bekommen, setzen Fachleute in der Regel Kondensationstrockner oder Bautrockner ein © Lichtfexx, stock.adobe.com

Da stromlose Entfeuchter nicht sehr leistungsstark sind, wird oft auf elektrische Luftentfeuchter mit Zeitschaltung gegriffen. Diese basieren auf dem Prinzip, wärmere Luft auf kältere Oberflächen treffen zu lassen. Dort kondensiert das Wasser und läuft in einen Tank. Das führt zu dem Rat, sich eher für ein Gerät mit größerem Tank zu entschieden. Ansonsten muss man, nur um den Tank zu leeren, häufig in den Keller laufen. Es gibt auch Luftentfeuchter mit einem Ablaufschlauch, den man an ein Abwasserrohr anschließen kann.

Elektrische Luftentfeuchter können helfen
Elektrische Luftentfeuchter können helfen

Ein Luftentfeuchter mit integriertem Heizelement ist eine gute Entscheidung. Denn in kalten Kellerräumen funktionieren diese Geräte ohne ein solches Bauteil nicht immer gut. Das Heizelement erwärmt einen Teil der Luft, sammelt die Feuchtigkeit an und wird zum Kondensieren gebracht. Von Vorteil ist, dass die Luft im Raum häufig bewegt wird, denn das ist in den meisten Kellern nicht der Fall. Deshalb sollte man sich für einen Luftentfeuchter mit integriertem Ventilator entscheiden.

Eine andere Möglichkeit, das Problem zu lösen, ist der Einbau einer elektrischen Lüftungsanlage. Ob das im Einzelfall sinnvoll ist, sollte mit einem Fachmann besprochen werden. Fest steht, dass man mit einer vierstelligen Investitionssumme rechnen muss. Ökologisch sinnvoll ist es, sich für eine Anlage mit Wärmerückgewinnung zu entscheiden, aber dies würde die Kosten noch weiter in die Höhe treiben.

Keller mit Fenster © Angela Rohde, fotolia.com
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