Bodenplatte abdichten

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Bodenplatte abdichten – auch nachträglich machbar

Manche Fehler beim Bau eines Hauses lassen sich nachträglich kaum noch oder nur mit größerem Aufwand wieder beheben. Dazu gehört die Abdichtung einer Bodenplatte. Dieser Teil des Gebäudes sollte eigentlich wasserdicht ausgeführt werden, was früher aber nicht immer der Fall war. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, etwas zu tun. Hier kommt ein Überblick.

Eine neue Bodenplatte ist wasserdicht. Im Altbau muss gelegentlich abgedichtet werden © Peter Heckmeier, stock.adobe.com
Eine neue Bodenplatte ist wasserdicht. Im Altbau muss gelegentlich abgedichtet werden © Peter Heckmeier, stock.adobe.com

Muss die Abdichtung wirklich sein?

Zunächst einmal: Die Abdichtung einer Bodenplatte ist eine aufwändige Angelegenheit. Diese Arbeiten sollten daher nur vorgenommen werden, wenn es notwendig ist. Tatsächlich kann es eine sinnvolle Alternative sein, den Keller durch Heizen und Lüften Trocken zu halten. Betreibt man Heizung und Lüftung etwa mit einer kleinen Solaranlage an der Hauswand, ist das auch eine klimaneutrale Lösung.

Dringender Handlungsbedarf besteht allerdings, wenn die Feuchtigkeit zu Schimmelbildung führt. Schimmel ist oft gesundheitsschädlich und darf in Wohnräumen nicht bleiben. Sollen also im Keller Wohnräume eingerichtet werden, ist es unumgänglich, für eine ausreichende Trockenheit zu sorgen. Und: Ein Luftentfeuchter kann eine sinnvolle, kurzfristig wirksame Sofortmaßnahme sein, aber keine Dauerlösung für Wohnräume.

Spritzen, schlämmen, kleben

Eine erste Möglichkeit der dauerhaften Kellerabdichtung besteht in der sogenannten Schleierinjektion. Dabei wird die Unterseite der Bodenplatte von oben abgedichtet. Zunächst werden Löcher in die Bodenplatte gebohrt, durch die dann eine Dichtmasse ins Erdreich unter der Platte gepresst wird. Je nach Notwendigkeit kann auf diese Weise die gesamte Platte oder nur schadhafte Bereiche abgedichtet werden. Bei dem verwendeten Material handelt es sich um eine Zementsuspension oder um ein Acrylat – auf jeden Fall ist es wasserundurchlässig und dichtet die Platte von unten ab.

Einzelne Firmen bieten ein dreistufiges Verfahren an: Zuerst kommen abwechselnd zwei Injektionsschäume, ein wasserstoppender und ein expandierender Schaum. Dem folgt noch ein spezielles Injektionsharz. Dabei werden auch Poren und Hohlräume in der Platte selbst verschlossen. An dieser Schilderung kann man schon gut erkennen, dass dies ein Projekt für Fachleute ist – nichts aber für den Heimwerker. Auf jeden Fall handelt es sich dabei um das teuerste Verfahren.

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Dicht bekommen kann man den Kellerfußboden nachträglich auch mit einer sogenannten Dichtschlämme. Es handelt sich dabei um ein Gemisch aus Mineralien, Zement und verschiedenen Zusätzen. Es sieht aus wie Mörtel, wird aber deutlich dünnflüssiger angerührt und kann mit dem Pinsel aufgetragen werden. Am besten baut man mehrere Lagen hintereinander ein, die unbedingt jede für sich langsam trocknen müssen.

Wichtig ist auch, dass die Oberfläche der Bodenplatte zuvor mit Haftgrund behandelt wird, damit die erste Lage Dichtschlämme richtig gut haftet. Zu achten ist außerdem auf dichte und saubere Anschlüsse an die Wände. Werden diese Vorgaben beachtet, kann man diese Arbeiten als Hausbesitzer auch selbst erledigen.

Dichtungsbahnen werden mit dem Untergrund verklebt. Es gibt auch selbstklebende Varianten © dima_pics, stock.adobe.com
Dichtungsbahnen werden mit dem Untergrund verklebt. Es gibt auch selbstklebende Varianten © dima_pics, stock.adobe.com

Die dritte Variante einer Abdichtung der Bodenplatte besteht darin, Dichtungsbahnen zu verlegen. Solche gibt es auf Bitumenbasis, aus Kunstoffen oder Elastomer. Unbedingt sollte man auf selbstklebende Dichtungsbahnen zurückgreifen. Trotzdem müssen Bahnen gut miteinander verbunden werden, entweder durch Verkleben oder Verschweißen. Bei der Verwendung von Bitumenbahnen bietet sich die Nutzung eines Heißluftföhns an, auch wenn die Bahnen selbstklebend sind. Wer als Heimwerker sorgfältig arbeiten kann, darf sich diese Arbeit durchaus zutrauen. Ein positiver Nebeneffekt ist bei dieser Methode, dass das Haus dabei auch von der mancherorts zu hohen Belastung durch Radon aus dem Untergrund abgeschirmt wird.

Vorsicht im Fachwerkhaus

Ein Spezialfall auch beim Kellerboden ist das Fachwerkhaus. Oft handelt es sich um gestampfte Lehmböden oder mit Steinen gepflasterte Böden. Immer wieder bekommt man es auch mit Böden aus Estrich oder Beton zu tun, die nachträglich eingebaut wurden. Ganz dicht ist der Boden dann oft nicht geworden.

Die Empfehlung kann dabei allerdings nur lauten, mit größter Vorsicht vorzugehen. Ein Fachwerkhaus ist eine Konstruktion, die technisch funktioniert, so lange nicht Veränderungen vorgenommen werden, die bestimmte Probleme aufwerfen. Macht man den Kellerboden wasserundurchlässig, kann dies dazu führen, dass das Wasser sich einen anderen Weg sucht und in den Wänden aufsteigt. Das kann der Substanz der Kellerwände erheblich schaden, gewonnen ist dabei kaum etwas.

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Keine Lösung ist es zumeist auch, die Wände ebenfalls abzudichten. Das Risiko besteht, dass das Wasser weiter aufsteigt und die Holzkonstruktion erreicht. Die unten quer liegenden Hölzer können dann binnen weniger Jahre verrotten, und dies zu reparieren ist teuer. Zu bedenken ist, dass es im Fachwerkhaus traditionell in den Wänden, auch in den Kellerwänden, keinen Schutz gegen aufsteigende Feuchtigkeit gibt.

In den meisten Fällen ist das Schlauste, dem Wasser die Möglichkeit zu lassen, an den Wänden oder schon durch den Fußboden zu verdunsten, und die Keller nur für Zwecke zu nutzen, die Feuchtigkeit vertragen.

Wasser steht im Keller © Michael Eichler, stock.adobe.com
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