Fußbodenheizung im Fachwerkhaus

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Moderner Wohnkomfort in historischen Gebäuden

Fußbodenheizungen werden immer beliebter. Auch im Fachwerkhaus können diese Systeme installiert werden. Im Folgenden lesen Sie alles, was man darüber wissen sollte.

Fußbodenheizung und Denkmalschutz in Fachwerkhäusern
Fußbodenheizung und Denkmalschutz in Fachwerkhäusern

Bei den Decken in Fachwerkhäusern handelt es sich generell um Holzbalkendecken. Betondecken setzten sich erst in den 1960er Jahren durch. Alte Holzbalkendecken können meist weniger Last tragen als beispielsweise eine Betondecke im Neubau.

Einen massiven Heizestrich in ein Fachwerkhaus zu gießen, das ist oft nicht die richtige Variante. Alleine schon das große Gewicht kann ein Problem sein. Auch die Höhe des Aufbaus ist angesichts der niedrigen Räume in vielen Fachwerkhäusern ebenfalls ungünstig. Außerdem kann die große Menge Wasser, die ins Haus gebracht wird, der Holzkonstruktion schaden.

Und schließlich passen solche massiven, starken Decken, einfach nicht gut in das System Fachwerkhaus. Es spricht also vieles dafür, eine Fußbodenheizung in Form eines Trockenbausystems zu realisieren. Es werden eine Reihe verschiedener Systeme angeboten.

Vorbereitung für eine Fußbodenheizung im Fachwerkhaus
Vorbereitung für eine Fußbodenheizung im Fachwerkhaus

Heizestrich nass verlegen: Zementestrich und Anhydritestrich

Unmöglich ist eine Fußbodenheizung in Zementestrich oder Anhydritestrich dennoch keineswegs. Wer sich für diese Variante entscheidet, sollte allerdings einen Statiker zu Rate ziehen und dies zu einem Zeitpunkt, zu dem man die Dimensionen der Holzbalken gut erkennen kann. Bedenken sollte man, dass das Gewicht eines geeigneten Heizestrichs bis annähernd 100 Kilogramm pro Quadratmeter betragen kann. Für den Nassestrich spricht allerdings, dass er mehr Schalldämmung bringt. Das ist gerade in Fachwerkhäusern oft ein Nebeneffekt, den man gerne mitnimmt.

Fließestrich wird über einer Fußbodenheizung verlegt © schulzfoto, stock.adobe.com
Fußbodenheizung im Heizestrich – das geht auch im Fachwerkhaus, muss aber wegen der Statik genau geprüft werden © schulzfoto, stock.adobe.com

Überhaupt ist beim Wunsch nach einer Fußbodenheizung schon eine Überprüfung des Gesamtsystems notwendig. Manche Fußböden, wie zum Beispiel Parkett, vertragen keine hohe Vorlauftemperatur. Diese kann aber notwendig sein, wenn das Haus nicht gut gedämmt ist. Auch Fenster, durch die zu viel Wärme nach draußen abgegeben wird, können ein Problem sein. Es ist demnach zwingend, dass ein Heizungsbauer dafür sorgt, dass alle Komponenten gut aufeinander abgestimmt sind.

Hinweis: Eine Fußbodenheizung ist nicht für jeden das Richtige. Bekannt ist, dass alle Flächenheizungen recht träge sind. Wer oft lange nicht zu Hause ist, möchte in der Zeit natürlich nicht heizen, möchte es dann aber auch schnell warm haben. Gibt es regelmäßige Zeiten, lässt sich das gut steuern – ein unregelmäßiger und spontaner Lebenswandel dagegen ist keine gute Voraussetzung für Flächenheizungen.

Trockenverlegung: Schritt für Schritt

Beim Einbau mit Tockenestrich muss man wiederum zwischen zwei Varianten unterscheiden. Entweder baut man die Fußbodenheizung auf die Balkenlage oder zwischen die Balken. Oberhalb der Balkenlage zu bleiben, das ist die bessere Lösung, weil eher eine gleichmäßige Wärmeverteilung erreicht wird. Außerdem hat diese Deckenkonstruktion den besseren Schallschutz. Gerade bei niedrigen Decken sollte ein Einbau zwischen die Balken ernsthaft in Betracht gezogen werden, denn diese Konstruktion ermöglicht recht dünne Schichten und damit eine geringe Aufbauhöhe.

Ausgleichsschüttung
Ausgleichsschüttung

Beim Einbau auf der Holzbalkendecke muss zunächst eine ebene und gerade Oberfläche hergestellt werden. Dies lässt sich entweder mit einer Ausgleichsschüttung oder mit Fließspachtel herstellen. Dabei bleibt die vorhandene Schüttung zwischen den Deckenbalken erhalten. Oft handelt es sich um Schlacke, Sand oder Lehm. Der oberste Punkt der Deckenbalken gibt die Höhe des Ausgleichsmaterials vor.

Der absolut ebene Einbau einer Schüttung ist natürlich nicht jedermanns Sache, denn das verlangt etwas Übung. Einfacher ist es, längs der Deckenbalken Bretter anzuschrauben, deren Oberkanten alle in einer absolut waagerechten Flucht liegen. Die Position der Oberkante der Bretter wird wieder durch den höchsten Punkt der Balkenlage bestimmt. Sind alle Bretter verschraubt, kann man ganz einfach Schüttung einfüllen und über den Brettern abziehen. Bei dieser Variante stört oft die alte Schüttung zwischen den Balkendecken. Zumeist reicht es aber aus, sie ein wenig auf die Seite zuschieben. Leider ist das oft eine staubige Angelegenheit.

Die nächste Schicht hat nun die Aufgabe, die Last zu verteilen. Es bietet sich an, eine Gipsfaserplatte in einer Stärke von zehn Millimetern zu verwenden. Stärkere Platten sind schwerer und nehmen unnötig Raumhöhe weg. Dabei sind diese Platten nicht mit Gipskartonplatten zu verwechseln, die in dieser Form gar nicht belastet werden dürfen. Diese Platten werden, je nach Variante, auf die Ausgleichsschüttung oder auf die an die Balken angeschraubten Bretter verlegt. Die Platten werden miteinander verklebt und von den Wänden durch einen zuvor angebrachten Randdämmstreifen getrennt.

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Fußboden im Altbau dämmen

Es folgt die Wärmedämmung: Diese ist vor allem im Erdgeschoss wichtig, denn man möchte weder den gewachsenen Boden darunter oder, wenn vorhanden, den Keller heizen. Vorgefertigte Systemplatten aus Polystyrol – besser bekannt als Styropor – eingebaut. In diesen befinden sich auch die Bahnen für die Heizrohre. In die Polystyrolplatten kommen die Wärmeleitbleche, dann Heizrohre aus Kunststoff, dann eine Abdeckplatte aus verzinktem Stahlblech. Diese sorgt dafür, die Wärme gleichmäßig zu verteilen.

Trockenestrich-Fussbodenheizung Querschnitt
Trockenestrich-Fussbodenheizung Querschnitt

Generell empfiehlt es sich, in jedem Schritt genau die Einbauhinweise des Herstellers des Heizungssystems zu befolgen. Auf die Abdeckplatten kommen handelsübliche Trockenestrichplatten, die am Estrichfalz miteinander verklebt sind. 24 Stunden nach dem Verkleben der Trockenestrich-Elemente kann der gewünschte Fußboden verlegt werden – vom Teppich über Dielen bis zum Parkett ist alles möglich.

Aufbau Fußbodenheizung © SKatzenberger, stock.adobe.com
Statt einer vollflächigen Abdeckplatte werden oft auch lediglich solche Wärmeleitbleche eingebaut. Gut zu erkennen sind darunter die Elemente mit den vorgefertigten Bahnen für die Heizrohre © SKatzenberger, stock.adobe.com

Angeboten werden übrigens auch Elemente, in denen nach Montage der Wasserleitungen kein Trockenestrich mehr notwendig ist. Fehlstellen werden einfach mit Spachtelmasse gefüllt. Fliesen zum Beispiel, kann man unmittelbar auf diese Elemente kleben, wenn die Heizungsrohre eingebaut sind. Der Vorteil dieses Verfahrens ist, dass zwischen den Heizungssystemen und dem Fußbodenbelag nicht noch eine weitere Schicht eingebaut wird, die weniger Wärme durchlässt. Es kommt also auf die Auswahl des Verfahrens an, genau darauf zu achten, welche Empfehlungen der Hersteller zum Einbau gibt.

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Fußbodenheizung bei niedriger Deckenhöhe

Möchte man die Fußbodenheizung zwischen der Holzbalkendecke verlegen, muss zunächst die alte Schüttung komplett herausgenommen werden. Dann legt man auf den sogenannten Blindboden, das sind die Bretter zwischen den Balken, einen Rieselschutz. Dann muss man eine Dachlattenkonstruktion einbauen, auf denen die Heizrohre zu liegen kommen – also so, dass die Rohre am Ende knapp unter der Oberkante der Balkenlage liegen. Es folgen die Rohre und dann eine Schüttung für alle Zwischenräume. Darauf folgen Verlegeplatten – OSB-, Span- oder MDF-Platten – und schließlich der Fußbodenbelag.

Bauplan mit einem Schalter, Steckdosen, Kabel und Stromprüfer © moho, stock.adobe.com
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