Fachwerkfenster einbauen

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Oberstes Gebot: Alles gut abdichten

Auch ein altes Haus braucht manchmal neue Fenster. Wer sorgfältig arbeitet, kann Fenster auch selbst einbauen. Im Folgenden erhalten Sie einige Informationen, was dabei unbedingt beachtet werden sollte.

Fensterfassade eines Fachwerkhaus © Monika, stock.adobe.com
Fenster bestimmen die Optik der Fachwerkfassade wesentlich mit. Sorgfalt beim Einbau ist aber auch aus technischen Gründen geboten © Monika, stock.adobe.com

Generell muss man zwei Fälle unterscheiden: Es kommt vor, dass die Leibungen durchgängig bereits vorhanden sind und an Ort und Stelle bleiben können. Das ist der einfachere Fall, von dem wir hier zunächst ausgehen. Wichtig ist natürlich, dass die alten Leibungen wirklich luftdicht eingebaut wurden, und dass sie beim Ausbau der alten Fenster nicht beschädigt wurden.

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Dicht soll es sein

Das richtige Dichtungsmaterial zum Fachwerkfenster einbauen
Das richtige Dichtungsmaterial zum Fachwerkfenster einbauen

Beim Einbau von Fenstern ist die Abdichtung das oberste Gebot. Alles muss rundum dicht sein. Tabu sind im Fachwerkhaus alle Arten von Bauschaum oder Silikon. Baumschaum wird nämlich so steif, dass sich bei der kleinsten Bewegung des Holzes Risse bilden. Silikon bleibt auch über viele Jahre nicht elastisch, sondern wird rissig.

Baufachleute, die sehr konsequent auf natürliche Baustoffe setzen, stopfen die entstehenden Ritzen zwischen Fensterrahmen und Leibung mit Hanf oder Rohwolle aus. Andere bezweifeln allerdings, dass die Fenster auf diese Weise wirklich dicht eingebaut werden können. Wer auf der sicheren Seite sein möchte, der benutzt daher sogenanntes Kompriband, auch Quelldichtband, Fugendichtband oder Anschlagband genannt.

Einbau der Fenster

Damit ist der Einbau von Fenstern in eine vorhandene Holzleibung keine sehr anspruchsvolle Aufgabe. Sicherheitshalber probiert man zu Anfang aus, ob die Fenster wirklich gut in die Leibung passen und wie breit die entstehenden Spalten sind. Dann markiert man auf den senkechten Leibungen senkrechte Linien, an der man das Fenster aufstellen kann. Dies vereinfacht das Ausrichten der Fenster. Platziert werden die Fenster möglichst nahe an der Dämmebene, damit in den Leibungen keine Wärmebrücken entstehen.

Bei Fenstern normaler Größe (auf jeder Seite, rechts und links) beginnt der Einbau damit, drei Befestigungslöcher in den Rahmen zu bohren. Dabei sollten die mittleren Löcher genau auf halber Höhe des Rahmens platziert werden. Oft werden die passenden Schrauben mitgeliefert – wenn nicht, fragt man am besten den Fensterbauer, welche Schrauben die jeweils richtigen sind.

Montage Fensterrahmen mit Akkuschrauber © benjaminnolte, stock.adobe.com
Zumeist ist auf den Fensterahmen markiert, wo die Löcher für die Schrauben gebohrt werden müssen © benjaminnolte, stock.adobe.com

Mit dem Kompriband auf dem neusten Stand der Technik

Kompriband richtig benutzen
Kompriband richtig benutzen

Als nächstes legt man das Fenster waagerecht auf eine Unterlage und befestigt das selbstklebende Kompriband rundum am Rahmen, damit es sich nach dem Einbau zwischen Fenster und Leibung befindet. Das Kompriband dehnt sich dann aus. Deshalb sollte man also eines wählen, das den Spalt vollständig schließt. Platziert wird das Kompriband, das nicht so breit wie der Rahmen sein sollte, in Richtung der Außenwände.

Hinweis: Das Kompriband dehnt sich nach dem Aufkleben recht schnell aus, das ist eine Frage von wenigen Minuten. Es muss also zügig gearbeitet werden, sonst lässt sich das Fenster nicht mehr einbauen. Der Ausdehnungsvorgang geht umso schneller, je wärmer es ist. Vor allem wenn man wenig Routine hat, empfiehlt es sich, das Band bis unmittelbar vor dem Aufkleben möglichst kühl aufzubewahren. Notfalls nimmt man eine Kühltasche mit auf die Baustelle.

Nach dem Aufkleben des Kompribandes werden die Fenster zügig in die Leibungen gestellt. Meistens sorgt das sich ausdehnende Kompriband dafür, dass sich die Fenster bald schon gar nicht mehr bewegen lassen. Das Risiko, sie einfach los zu lassen, geht man trotzdem nicht ein. Vielmehr hat man sich vorher den Akkuschrauber und die Schrauben griffbereit zurecht gelegt und fixiert den Rahmen gleich.

Am besten beginnt man mit den mittleren der drei Schauben rechts und links, die genau auf halber Höhe angebracht werden. Dann folgen die andern Schrauben. Dabei prüft man immer wieder, ob das Fenster waagerecht steht und sich weder nach außen noch nach innen neigt. Man zieht nicht eine Schraube nach der anderen fest an, sondern immer reihum, jede immer ein Stück weiter. So vermeidet man, dass Spannungen im Fenster entstehen oder sich die Position des Fensters ändert.

Sind alle Schrauben fest angezogen, prüft man durch Öffnen und Schließen, ob das Fenster einwandfrei funktioniert. Es darf sich auch nicht von selbst öffnen oder schließen. Wenn das doch passiert, muss das Fenster wieder ausgebaut werden, einschließlich des Kompribandes. Für den zweiten Versuch muss dann natürlich neues Band verwendet werden.

Kompriband Nacharbeit
Kompriband Nacharbeit

Natürlich möchte man nicht, dass das Kompriband sichtbar bleibt. Der erste Schritt nach der Befestigung der Fenster ist das Verstopfen der restlichen Lücke zwischen Rahmen und Leibung. Diese ist entstanden, weil das Kompriband nicht so breit ist wie der Fensterrahmen. Dafür kann man Hanf, Rohwolle oder ein ähnliches natürliches Material verwenden. Es empfiehlt sich durchaus, so viel Material in dem Spalt unterzubringen, wie hineinpasst. Andernfalls entsteht an dieser Stelle eine Wärmebrücke.

Dann befestigt man innen und außen vor dem Kompriband eine Dichtfolie, die genau zu diesem Zweck im Handel angeboten wird. Am besten klebt man sie so auf, dass nur fünf Millimeter auf den Rahmen und auf der Leibung sind. Andernfalls müssen die Abdeckleisten zu stark und zu breit ausfallen, mit denen die Lücke verschlossen wird.

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Abdeckleisten für die Optik

Installation von Abdeckleisten für Fachwerkfenster
Installation von Abdeckleisten für Fachwerkfenster

Die Montage dieser Abdeckleisten ist der letzte Schritt. Man möchte natürlich, dass sie so schmal wie möglich ausfallen. Ist die Lücke für das Kompriband an keiner Stelle breiter als ein Zentimeter, reicht eine 1,5 Zentimeter breite Leiste. Es ist einfacher, wenn man die Leisten vor der Montage in der gewünschten Farbe streicht. Oft wird das die Farbe der Fensterrahmen sein. Dabei lackiertman sie auf der Vorder- und auf der Rückseite. Ein Farbauftrag auf nur einer Seite kann dazu führen, dass das Holz sich verzieht.

Das ist die elegantere Variante: Wer sich zutraut, genau arbeiten zu können, der kann die Leisten auf Gehrung sägen. Sie stoßen dann in einer schrägen Linie aufeinander, die mit den Rahmen einen Winkel von 45 Grad bilden.

Andernfalls befestigt man passende Leisten oben und unten und sägt dann Leisten zu, die genau in die senkrechten Zwischenräume passen. Das sieht zwar nicht so elegant aber auch ordentlich aus.

Zum Schluss werden die Zierleisten angebracht und wenn vorhanden die Laibung verkleidet © ungvar, stock.adobe.com
Zum Schluss werden die Zierleisten angebracht und wenn vorhanden die Laibung verkleidet © ungvar, stock.adobe.com

Und wenn es keine Leibungen gibt?

Wenn es vor dem Einbau der Fenster keine Leibungen gibt, ist die Vorgehensweise etwas anders: Ausgangspunkt sind dann die Holzbalken, die die Fensteröffnung bilden. Diese sind zumeist ungleichmäßiger als eine eingebaute Leibung. Es kommt dann darauf an, dass das Kompriband sich so weit ausdehnen kann, dass sie Ungleichmäßigkeiten ausgeglichen werden. Kompribänder gibt es in verschiedenen Stärken, deshalb sollte man darauf achten, das richtige auszuwählen.

Nach der Befestigung des Fensters werden die Lücken ausgestopft und mit Dichtfolien verschlossen, so wie es auch gemacht wird, wenn es bereits Leibungen vorher gibt. Die Dichtfolie wird dann auf die Holzbalken geklebt und nicht auf die Leibungen, denn Leibungen sind zu diesem Zeitpunkt noch keine vorhanden. Sie können dafür aber sowohl am Fensterrahmen als auch auf den Balken auf einem breiteren Streifen verklebt werden. Ein Zentimeter ist ein gutes Maß.

Oben und an den Seiten wird die Lücke mit den Dichtfolien am besten komplett von den Holzbrettern verdeckt, die als Leibungen jetzt eingebaut werden. Dabei stößt an jeder Seite je ein Brett von Innen und von außen an den Rahmen. Auf der Außenseite wird rund um die Fenster zumeist noch ein Holzrahmen parallel zur Fassade gebaut – das geht in den meisten Fällen aber nur, wenn ein Gerüst steht. Auf der Innenseite besteht die Fensterbank aus Gründen der Stabilität zumeist aus zwei Brettern übereinander.

Blechdächer gegen den Regen

Vorteile von Blechabdeckungen
Vorteile von Blechabdeckungen

Auf der Außenseite empfiehlt es sich, das obere Brett durch Blechabdeckungen zu ersetzen. Diese kann man beim Dachdecker in Auftrag geben. Die Entscheidung darüber muss aber bereits vor der Bestellung der Fenster fallen – gegebenenfalls wird nämlich eine Rille im Rahmen für diese Bleche vorgesehen. Für diese Bleche spricht, dass eine Fensterbank aus Holz an der Außenseite dem Regen nicht ausgesetzt wäre, sondern das Wasser dort stehen bleibt, während es von den senkrechten Laibungen abläuft.

Ob man nach dem Einbau von Leibungen und Fensterbänken noch Abdeckleisten braucht, hängt natürlich davon ab, ob die Leibungen die Lücke zwischen Rahmen und Fachwerk vollständig überdecken. Schöner sieht es aus, wenn man auf die Leisten verzichten kann.

Auf jeden Fall muss natürlich sichergestellt werden, dass zwischen den Leibungen und den Fachwerkhölzern keine Zwischenräume oder Spalten bleiben. Zwar muss der Innenputz auf jeden Fall bis an die Leibungen geführt werden, aber das ist keine ganz zuverlässige Abdichtung. Zu empfehlen ist, auf diese Seite der Leibungen ebenfalls Dichtfolien zu kleben. Diese können auch auf den Holzbalken befestigt werden – gegebenenfalls auch auf eingebauten Dämmstoffen.

Dachbodenfenster eines Fachwerkhauses © Bertold Werkmann, stock.adobe.com
Fenster im Fachwerk

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