Flachdach sanieren

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Flachdachsanierung: Abdichten, Dämmen und Pflegen

Gerade in den 1960iger bis 1980iger Jahren lagen Bungalows mit Flachdächern voll im Trend. Diese Dächer sind inzwischen reif für eine umfangreiche Sanierung. Und spätestens, wenn ein Haus mit einem Flachdach verkauft oder vererbt wird, stellt sich die Frage, ob eine Sanierung mit einer zusätzlichen Dämmung einhergehen sollte. Dies erhöht zwar die Kosten, spart jedoch Energie und sorgt für ein Plus an Wohnkomfort. Wie Flachdächern saniert werden können, wie eine Sanierung möglichst weit hinauszuschieben ist und welche Kosten bei einer Sanierung zu erwarten sind – diese Fragen beantwortet dieser Artikel.

Flachdach mit Kiesbelag © U. J. Alexander, stock.adobe.com
Flachdächer mussen regelmäßig gewartet werden © U. J. Alexander, stock.adobe.com

Flachdächer – eine anspruchsvolle Dachkonstruktion

Auch wenn Flachdächer auf den ersten Blick wie eine schlichte Konstruktion anmuten, so handelt es sich bei dieser Dachform doch um eine sehr anspruchsvolle Konstruktion: Flachdächer haben eine sehr geringe Neigung von maximal siebe Grad. Diese geringe Neigung über eine große Dachfläche zu halten, ist eine konstruktive Herausforderung. Wird eine Minimalneigung – auch nur an wenigen Stellen – unterschritten, so kann Regen- und Tauwasser nicht mehr richtig ablaufen.

Modernes Gebäude mit Flachdach © kb3, fotolia.com
Modernes Gebäude mit Flachdach © kb3, fotolia.com

Doch auch ein handwerklich optimal konstruiertes Flachdach wird konstruktionsbedingt durch Regen, Hitze und mechanische Einflüsse massiv belastet: Durch Blätter und andere kleinere Verschmutzungen kann es dazu kommen, dass Wasser sich staut. Gefriert das Wasser im Winter an solchen Stellen, so führt dies fast zwangsläufig über kurz oder lang zu Schäden am Dach.

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Prävention statt Sanierung: Regelmäßige Wartung und Ausbesserung

Die Lebensdauer von Flachdächern lässt sich enorm erhöhen, wenn diese regelmäßig gewartet werden. Die Kontrolle des eigenen Daches können Heimwerker gut selbst durchführen, da Flachdächer – anders als andere Dachformen – gut zu erreichen und auch ohne Sicherungsmaßnehmen gut zu begehen sind. Diese Kontrollen sollten zweimal im Jahr sowie bei Bedarf durchgeführt werden. Hierbei werden Verschmutzungen erkannt und beseitigt. Sollten Schwachstellen vorhanden sein, können diese frühzeitig ausgebessert werden. So können größere Folgeschäden abgewendet werden.

Schäden am Flachdach ausbessern

Für die Ausbesserung von kleineren Schäden kann eignen sich Bitumen-Spachtelmasse oder Flüssigkunststoff. Größere Schäden lassen sich mit so genannten Sanierungsbahnen ausbessern, die im Fachhandel erhältlich sind.
Abdichtung Garage © jgolby, fotolia.com
Abdichtung eines Flachdachs © jgolby, fotolia.com

Sanierung – wenn das Flachdach eine Komplettüberarbeitung braucht

Trotz regelmäßiger Kontrolle und frühzeitiger Reparatur kleinerer Schwachstellen ist irgendwann der Zeitpunkt gekommen, zu dem ein Flachdach komplett erneuert werden muss. Man unterscheitet im Wesentlichen zwischen zwei traditionellen Vorgehensweisen bei der Flachdachsanierung mit Bitumenbahnen sowie neueren Methoden wie der Sanierung mit EPDM-Folie und der Sanierung durch Aufbringen von flüssigem Kunststoff.

Eine Flachdachsanierung ist äußerst anspruchsvoll und sollte daher besser von einem Fachbetrieb übernommen werden. Sollte ein Heimwerker die Sanierung selbst übernehmen wollen, so eignet sich hierfür die Sanierung mit Flüssigkunststoff am ehesten.

Flachdach sanieren © Nik, fotolia.com
Flachdach sanieren © Nik, fotolia.com

Verschweißen von Bitumenbahnen

  1. Alte, undichte und nicht mehr tragfähige Materialien werden entfernt
  2. Vorbereitung des Untergrunds
  3. Bitumenbahnen werden auf dem Dach ausgerollt und dabei mit dem Gasbrenner erhitzt
  4. Bahnen werden auf Stoß aneinander gelegt und die Schweißnähte gründlich erhitzt
  5. Eine zweite sowie dritte Lage wird in gleicher Weise darüber gelegt
  6. Wandanschlüsse und Dachöffnungen werden mit Manschetten / Blechen an den Randstellen abgedichtet

Verkleben von Bitumenbahnen mit Flüssigbitumen

  1. Dachfläche vorbereiten: Diese muss sauber, trocken und fettfrei sein
  2. Auftragen des Voranstriches mit einem Besen
  3. Trocknungsphase (laut Hersteller) beachten
  4. Bahnen zurecht schneiden
  5. Kaltkleber auftrage
  6. Bahnen aufbringen – diese sollten mindesten 5 cm überlappen
  7. Verspachteln der Nahtstellen mit Kaltkleber

Flachdachsanierung mit Spezialfolie

  1. Herstellung eines tragfähigen Untergrundes
  2. Lose Verlegung der EPDM-Folie wobei sich die Bahnen an den Rändern überlappe
  3. Verkleben der überlappenden Ränder mit Spezialkleber
  4. An Wandanschlüssen und Öffnungen kommen Manschetten und Kelber zum Einsatz
  5. Zusätzlich möglich: Kies aufbringen oder Dachbegründung anlegen

Flachdachsanierung durch Aufbringen von flüssigem Kunststoff (Elastomeren)

  1. Vorarbeiten: Falls vorhanden – Dach von Kies befreien
  2. Reinigung des Daches mit Hochdruckreiniger
  3. Größere Risse in Bitumenbahnen werden mit Polyurethan-Dichtmasse verschlossen
  4. Detailarbeiten: Beschichtung von Dachrändern, Lüftern, Dachkuppeln und Abläufen mit flächiger Beschichtung; hierzu können Gewebevliese verwendet werden
  5. Flächige Abdichtung der Dachfläche: Flüssigkunststoff wird mit weichem Besen oder einer Rolle bahnenweise aufgetragen
  6. Auflegen des Armierungsvlieses
  7. Erneutes Bestreichen der gesamten Fläche mit flüssigem Kunststoff

Upgrade für das Flachdach: Sanierung plus Dämmung

Flachdach Dämmung © puren
Flachdach Dämmung © puren

Zahlreiche Flachdächer, die in den 1960iger bis 1980iger Jahren stammen, verfügen nur über eine unzureichende oder sogar gar keine Dämmung. Dies erklärt sich aus der Tatsache, dass Energiepreise damals noch deutlich niedriger waren und das Umweltbewusstsein weit weniger ausgeprägt war.

Ein schlecht gedämmtes Dach entspricht aber nicht nur nicht den Anforderungen der gültigen Energiesparverordnung, sondern führt auch zu einem geringeren Wohnkomfort für die Bewohner: Im Winter geht Wärme durch das Dach verloren und im Sommer heizt sich das Haus unnötig auf. Daher macht es Sinn, eine umfassende Dachsanierung dazu zu nutzen, das Flachdach mit einer modernen Dämmung zu versehen. Wie eine solche Dämmung erfolgt, hängt davon ab, um welche Form des Flachdaches es sich handelt. Man unterscheidet zwischen einem so genannten Kaltdach sowie einem Warmdach.

Dämmung beim Kaltdach

Beim Kaltdach handelt es sich um eine zweischalige, hinterlüftete Konstruktion. Die Dachkonstruktion besteht hier aus einer Holzbalkenlage, einer Dampfsperre einer Belüftungsschicht sowie einer Brettschale, die die Dachhaut aus Bitumenpappe trägt. Bei einer Dämmung im Rahmen einer Sanierung wird nach der Erneuerung der Dampfbremse der Balkenzwischenraum komplett mit modernen Dämmstoffen verfüllt.

Dämmung vom Warmdach

Das Warmdach besitzt keine Belüftungsebene. Es besteht aus einer Betondecke, der darüber liegenden Dampfsperre mit Dämmung und der Dachhaut aus mehrlagiger Bitumendachpappe. Im Rahmen einer modernen Dämmung wird die Dachhaut lediglich instand gesetzt. Darauf können Spezial-Dämmplatten verlegt, mit einem Vlies abgedeckt und ggf. mit einer Kiesschüttung abgedeckt werden.

Kosten für Dachsanierung

Die Kosten für eine Dachsanierung hängen von zahlreichen Faktoren ab. Hierzu gehören insbesondere:

  • Umfang der Sanierungsarbeiten
  • Auswahl der verwendeten Materialien
  • Lohnkosten der Handwerker, die regional unterschiedlich sein können

Mit folgenden Kosten ist ungefähr für eine Dachsanierung zu rechnen:

  • Ausbesserung von kleine Schadstellen (Materialkosten) mit Sanierungsbahnen: 25 Euro / qm
  • Neubau eines Flachdaches: 25 – 75 Euro / qm
  • Abdichtung eines Flachdaches: 25 – 30 Euro / qm
  • Dämmung eines Flachdaches: 20 – 30 Euro / qm
  • Vollsanierung eines Flachdaches inkl. Abriss & Entsorgung des alten Daches: 120 – 240 Euro / qm
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