Umzug und Arbeit

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Umzug und Arbeit: So regeln Sie Wohnortwechsel und Job am besten

Als ob ein Umzug nicht schon genug Stress und Planung bedeutet, funkt natürlich auch noch das Berufsleben dazwischen. Doch keine Panik! Es gibt einige Möglichkeiten, wie Sie Ihren Umzug mit der Arbeit stressfreier durchführen können. Denn wer berufsbedingt umzieht, kann von günstigen Regelungen profitieren.

Umzug planen © prostock-studio, stock.adobe.com
Umzug stressfrei und rechtzeitig planen © prostock-studio, stock.adobe.com

Wir erklären Ihnen, wie Sie einen Privatumzug mit dem Job vereinbaren können und welche Vereinbarungen Sie bei berufsbedingten Umzügen mit Ihrem Arbeitgeber treffen können.

Zudem klären wir die Frage, ob Pendler nicht doch lieber umziehen sollten.

Umzug aus privaten Gründen – Das steht Ihnen zu!

Einige wird es überraschen, doch laut Bundesurlaubsgesetz und dem Bürgerlichen Gesetzbuch ist ein Umzug kein zulässiger Grund für bezahlten Sonderurlaub. Ein gesetzlicher Anspruch besteht daher nicht.

Sonderurlaub beim Arbeitgeber einreichen ist prinzipiell zulässig. Dieser wird aber zumeist nur aus triftigen Gründen gewährt. Ein Privatumzug zählt nicht dazu. Selbst eine Anfrage für eine unbezahlte Freistellung muss der Arbeitgeber nicht stattgeben.

Bleibt Ihnen überhaupt eine Möglichkeit, um für den bevorstehenden Urlaub einen Tag frei zu nehmen?

Sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber

Auch wenn kein gesetzlicher Anspruch besteht, bedeutet dies, dass Sie dennoch bei Ihrem Arbeitgeber eine bezahlte und unbezahlte Freistellung anfragen können. Gerade wer bereits länger im Unternehmen tätig ist oder wichtige Gründe für den Privatumzug darlegt, stößt vielleicht auf offene Ohren.

Unternehmen Personalgespräch © fizkes, stock.adobe.com
Sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber frühzeitig über den bevorstehenden Umzug. Vielleicht räumt dieser eine bezahlte Freistellung ein © fizkes, stock.adobe.com

Unterhalten Sie sich mit Ihren Arbeitskollegen und fragen Sie nach, ob jemand Ihre Schicht übernehmen oder Sie vertreten kann.

Sollte sich Ihr Arbeitgeber nicht auf eine bezahlte Freistellung einlassen, bieten Sie an, unbezahlt frei zu nehmen oder ggfls. Überstunden abzufeiern.

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Wenn alles nichts hilft: Urlaub nehmen

Wer sich nicht mit seinem Arbeitgeber verständigen konnte, kann immer noch einen Urlaubstag einreichen, um den Umzug mit der Arbeit abzustimmen. Denken Sie daran, frühzeitig mit der Planung zu beginnen. Häufig können Sie sich nur so wirklich darauf verlassen, am Wunsch- und Umzugstag den Urlaub genehmigt zu bekommen.

Tipp: Terminieren Sie den Umzug so, dass Sie Brückentage ausnutzen können. So ziehen Sie noch entspannter um und verbinden den Umzug mit mehreren freien Tagen. Davon profitieren Sie, Ihre Familie und der Geldbeutel!

Umzug für die Arbeit – alles eine Frage der Zeit

Die rechtliche Grundlage unterscheidet sich bei einem berufsbedingten Umzug im Vergleich zu einem Privatumzug nur wenig, wenn überhaupt. Doch viele Arbeitgeber zeigen eine wesentlich größere Bereitschaft, Kulanz einzuräumen, findet ein berufsbedingter Umzug statt.

Wechseln Sie die Firma, und liegt nur ein Wochenende zwischen altem und neuem Job, zeigen sich neue Arbeitgeber oftmals bereit, Sie bezahlt frei zu stellen. Zumindest ein freier Tag ist eine realistische Forderung, die Sie stellen können, um den Wohnungswechsel und Umzug durchzuführen.

Bessere Verhandlungsbasis bei Umzug mit gleichem Arbeitgeber

Sofern Sie sogar bei der gleichen Firma angestellt bleiben, aber z. B. die Zweigstelle wechseln und daher umziehen müssen, räumen Arbeitgeber gerne eine bezahlte Freistellung ein. Im juristischen Sprachgebrauch ist dann von einer „vorübergehenden Verhinderung“ die Rede.

Diese „Verhinderung“ beschreibt eine kurze Spanne, häufig ein Tag, die in absehbarer Zeit endet. Die Freistellung erfolgt dann bei Zahlung des vollen Gehalts.

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Berufsbedingte Umzüge können einen weiteren Vorteil mit sich bringen. Nicht nur, dass Sie sowieso einige Umzugskosten über die Umzugskostenpauschale bei der nächsten Einkommenssteuererklärung geltend machen können. Manche Arbeitgeber bieten an, Umzugskosten zu übernehmen, die aufgrund des Arbeitsplatzwechsels zustande kommen. Das gilt vor allem bei Fernumzügen.

Tipp: Kommt Ihr Arbeitgeber damit nicht auf Sie zu, fragen Sie unbedingt nach. Insbesondere wenn Sie einen Umzug am Wochenende erledigen oder sogar während des Urlaubs durchführen, sollten Sie Ihren Arbeitgeber bitten, sich an den Umzugskosten zu beteiligen. Immerhin bleibt ihm Ihre volle Arbeitskraft erhalten.
Kosten eines Umzugs © Wellnhofer Designs, stock.adobe.com
Manche Arbeitgeber bieten an, Umzugskosten zu übernehmen: Fragen kostet nichts © Wellnhofer Designs, stock.adobe.com

Umziehen oder pendeln?

Eine Frage, die fast jeden Berufspendler umtreibt: Soll ich weiter jeden Tag das Auto oder die öffentliche Verkehrsmittel nehmen, um zum Job zu kommen oder lohnt es sich nicht doch, zum Arbeitsort zu ziehen?

Eine Umfrage von ZEIT ONLINE brachte hervor, dass überraschend viele Berufspendler nicht bereit sind, für ihren Job umzuziehen.

Zwei der wichtigsten Gründe sind die geringeren Lebenskosten am Wohnort sowie der familiäre Lebensmittelpunkt. Zu pendeln sei zwar stressig und nervig, doch die Alternative „Umzug“ an den Arbeitsort ziehen nur die Wenigsten in Erwägung.

Umziehen oder pendeln? Vor- und Nachteile
Umziehen oder pendeln? Vor- und Nachteile

Warum sich ein Umzug doch lohnen kann

Als Pendler zählen all die Menschen, die zehn oder mehr Kilometer zum Arbeitsort zurücklegen. Pendelzeiten von einer Stunde pro Strecke sind keine Seltenheit. Frisst das Pendeln ohnehin bereits viel Zeit kommen auch noch unvorhersehbare Ereignisse wie Zugausfälle oder Stau hinzu, die zu zusätzlichen Stressfaktoren werden können.

Darunter kann nicht nur die eigene Freizeit und das Familienleben leiden, sondern auch die Gesundheit. Der Pendelstress wirkt sich unter Umständen sogar auf die Leistungsfähigkeit aus. Viele Arbeitgeber bestehen sogar darauf, vor allem in höheren Verantwortungspositionen, dass Arbeitnehmer*innen umziehen, um leistungsfähiger zu sein.

Auch ein Umzug bedeutet zunächst Stress – kann sich aber lohnen

Sie lassen Freunde und Angehörige zurück, Ihr Umfeld ändert sich und geliebte Routinen müssen aufgegeben und neu aufgebaut werden. Ein Wohnortwechsel kann Stress für Körper und Geist sein. Aber meist ist dieser Stress nur von kurzer Dauer. Bereits nach einigen Monaten gewöhnen Sie sich an die neue Situation.

Täglich zu pendeln ist dauerhafter Stress, der Sie womöglich Ihr gesamtes Arbeitsleben lang begleiten wird. Aus diesem Grund ist ein Umzug an den Arbeitsort die häufig bessere Alternative. Sie kommen stressfrei zu Ihrem Job und haben wesentlich mehr Zeit für Familie, Freunde und sich selbst. Zudem kann es passieren, dass die eingesparten Kosten für das Pendeln die etwas höheren Lebenshaltungskosten ausgleichen.

Familie zieht um © moodboard, stock.adobe.com
Für mehr Zeit mit der Familie! Vom Umzug an den Arbeitsort profitiert vor allem das Privatleben © moodboard, stock.adobe.com

Umzug für die Arbeit: Belege sammeln für die Einkommenssteuererklärung

Gute Nachrichten für Sie! Wer berufsbedingt umzieht, kann die meisten Umzugskosten steuerlich bei der nächsten Steuererklärung geltend machen.

Steuern und Finanzamt © Stockfotos MG, fotolia.com
Umzugskosten von der Steuer absetzen © Stockfotos MG, fotolia.com

Beachten sollten Sie dabei zwei Dinge: Einige Umzugskosten können Sie als Werbungskosten abrechnen. Diese müssen Sie mit Quittungen, Rechnungen und Kaufbelegen nachweisen. Weitere Positionen werden über die Umzugskostenpauschale angerechnet. Diese Umzugskosten müssen Sie nicht einzeln nachweisen. Wie viel Ihnen zusteht, regeln die entsprechenden Sätze.

Umzug für die Arbeit: Umzugskostenabrechnung nicht vergessen
Umzug für die Arbeit: Umzugskostenabrechnung nicht vergessen

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