Solarthermie Checkliste

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Checkliste Solarthermie-Anlage

Solarthermie Ckeckliste
Solarthermie Checkliste © Shockfactor, fotolia.com

Sie sind sich nicht sicher, ob Sie in eine Solarthermie-Anlage investieren sollen? Oder Sie haben Ihre Entscheidung schon getroffen, sind sich aber unschlüssig über die Art und Dimensionierung der Anlage? Unsere Checkliste zur Solarthermie hilft Ihnen auf den richtigen Weg.

Ist eine Solarthermie-Anlage für uns überhaupt sinnvoll?

Die folgenden Punkte können Ihnen diese Frage beantworten:

  • Sind wir ausreichend über die Technik und den Nutzen einer Solarthermieanlage informiert?
    Im Gegensatz zur Stromerzeugung aus Sonnenkraft, der Photovoltaik, sind die Entscheidungskriterien beim Heizen mithilfe der Sonne vielfältiger. Umso wichtiger ist es, sich im Vorfeld zunächst Gedanken um den Sinn und Zweck einer solchen Investition zu machen. Soll die Anlage lediglich zur Warmwasseraufbereitung, oder auch zur Heizungsunterstützung verwendet werden? Besitzen Sie einen Swimmingpool, der mitgeheizt werden soll? Lässt sich das Solarthermie-System ohne größere Zusatzinvestitionen an Ihr Heizungssystem anbinden? Im Zweifelsfall können alternative Heizungssysteme, insbesondere bei kleineren Immobilien, wirtschaftlicher sein.
  • Ist unsere Immobilie geeignet für die Solarthermie?
    Für die Beurteilung der Immobilie ist unter anderem entscheidend, ob das Dach für die zusätzliche Last von rund 10 bis zu 70 Kilogramm pro Quadratmeter, abhängig von der Anlage und der Bauform des Daches, ausgelegt ist. Dies sollten Sie sich von einem Statiker bestätigen lassen. Steht ohnehin eine Dachsanierung an, sollte diese in einem Zug mit dem Einbau in Angriff genommen werden. Im Keller muss darüber hinaus ausreichend Platz für den Wärmespeicher sein, der sich nach dem jeweiligen Verwendungszweck bemisst.
  • Ist unser geplanter Standort geeignet für die Solarthermie?
    Eine Solaranlage allein kann in Deutschland über das gesamte Jahr gesehen keinesfalls den kompletten Wärmebedarf des Haushalts decken. Insbesondere im Winter, wenn im Haus besonders viel Wärme benötigt wird, scheint die Sonne seltener. Dem Speicher kommt daher eine Schlüsselrolle zu. Trotzdem schmälert beispielsweise eine Verschattung die Effizienz und sollte vermieden werden. Eine Dachausrichtung nach Süden und ein Neigungswinkel von 45 Grad sind ideal.
  • Wie groß sollte unsere Solarthermie-Anlage sein?
    Das ist unter anderem davon abhängig, wie viel Platz Ihnen zur Verfügung steht. Pro Person genügen rund 1,5 Quadratmeter an Kollektorfläche, wenn die Anlage nur zur Warmwasseraufbereitung genutzt werden soll. Bei einer zusätzlichen Heizungsunterstützung ist mit 2,5 Quadratmetern zu rechnen. Hinzu kommt der Speicher, bei dem Sie pro Person mit rund 80 Litern Volumen kalkulieren sollten. Im Falle der Solarthermie sind Normwerte alleine jedoch nicht aussagekräftig genug. Das Ergebnis der Wirtschaftlichkeitsrechnung hängt auch davon ab, wie viel Wärme Sie benötigen und zu welchem Preis Sie sie derzeit beziehen. Lassen Sie sich an Ort und Stelle beraten und berechnen, bei welcher Kollektorfläche das Verhältnis zwischen eingesparten Kosten beim Energieversorger und zusätzlichen Investitionen in die Solarthermie-Anlage am besten ist.
  • Welche Unterlagen benötigen wir?
    Ein Grundriss oder Bauplan der Immobilie sollte griffbereit sein. Außerdem helfen Dokumente des Energieversorgers sowie Datenblätter über die im Haus installierte Heizungsanlage und die dazugehörigen Leitungen.
  • Können wir uns eine Solarthermie-Anlage leisten?
    Der Solar-Markt ist in Bewegung, so dass mit weiter sinkenden Preisen zu rechnen ist. Für einen Vier-Personen-Haushalt ist Stand 2016 mit Kosten von etwa 4500 bis 7000 Euro zu rechnen, sofern lediglich das Warmwasser aufbereitet werden soll. Für eine Anlage mit zusätzlicher Heizungsunterstützung ist mit 9000 bis 12.000 Euro zu rechnen. Ein weiterer Kostenfaktor ist der Wärmespeicher. Die Ausgaben bemessen sich hauptsächlich nach der Bauart und der Größe. Lesen Sie das Kapitel Förderung, um zu erfahren, wie Sie sich bei der Finanzierung unter die Arme greifen lassen können. Kümmern Sie sich frühzeitig um Förderanträge, da die Bewilligung in der Regel vor Baubeginn vorliegen muss.
  • Muss ich die Solarthermie-Anlage genehmigen lassen?
    Eine Baugenehmigung ist in der Regel nicht notwendig. Spezifische Auflagen, beispielsweise bei Gebäuden unter Denkmalschutz, müssen jedoch selbstverständlich beachtet werden. Fragen Sie bei Unklarheiten in Ihrem lokalen Bauamt nach, ob Besonderheiten bezüglich des Erscheinungsbildes der Immobilie zu berücksichtigen sind.
Tipp: Günstigste Solar-Fachbetriebe finden, Angebote vergleichen und sparen.

Haben Sie sich für die Installation einer Solarthermie-Anlage entschieden, sind weitere Punkte zu beachten:

Kauf und Installation der Solarthermie-Anlage

  • Welchen Dienstleister sollen wir wählen?
    Der optimale Dienstleister sollte Erfahrung vorweisen, Sie nicht unter Entscheidungsdruck setzen, ausführlich beraten und Alternativen aufzeigen können. Eine gute Erreichbarkeit sowie zusätzliche Angebote wie die spätere Wartung der Anlage sollte er ebenfalls bieten können. Hören Sie sich im Bekanntenkreis oder im Ort um, denn persönliche Empfehlungen sind oftmals gute Entscheidungsgrundlagen. Fragen Sie ruhig nach einem Kontakt zu früheren Kunden, mit denen Sie sich unter vier Augen oder per Telefon austauschen können. Fragen kostet nichts, daher sollten Sie auf jeden Fall mehrere Angebote einholen, bevor Sie eine Entscheidung bezüglich Ihres Dienstleisters treffen.
  • Welches Angebot ist das beste Angebot?
    Nicht unbedingt das billigste Angebot. Ist die Aufstellung für Sie verständlich? Beantwortet der Dienstleister Ihre Fragen zum Angebot bereitwillig? Sind alle Posten, die Sie bei der Immobilienbegehung besprochen haben, aufgeführt? Ist eine kurze Einführung nach der Installation im Preis inbegriffen? Ein Fachbetrieb, der seinen Sitz in der Nähe des eigenen Hauses hat, ist im Zweifelsfall schneller bei Ihnen, um Probleme zu lösen oder nötige Wartungen durchzuführen.
  • Benötige ich eine Versicherung für die Solarthermie-Anlage?
    Eine separate Police ist im Gegensatz zur Photovoltaik in der Regel nicht nötig. Fragen Sie bei Ihrer Versicherung nach, ob die Anlage in die Wohngebäudeversicherung einbezogen ist. Eventuell müssen Sie die Versicherungssumme anpassen. Spezielle Solarthermie-Versicherungen können nötig werden, wenn die Anlage nicht auf oder an der Immobilie, sondern etwa im Garten aufgestellt wurde.

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