Mörtelarten

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Mörtelarten – ihre Zusammensetzung und die Verwendung

Mörtel, der in bestimmten Regionen auch Speis genannt wird, kommt in vielen Bereichen zum Einsatz. Mit ihm werden unter anderem Mauern gebaut, Fliesen verlegt und Fugen gefüllt. Mörtel erfüllt oft die Funktion eines Klebstoffs. Er sorgt beim Bau von Mauern für eine feste Verbindung zwischen den Steinen und beim Fliesenlegen für einen sicheren Halt der Fliesen auf dem Untergrund. Dennoch kann Mörtel auch einem anderen Zweck dienen und zum Beispiel zum Verputzen von Decken und Wänden genutzt werden. Dementsprechend gibt es zahlreiche Mörtelarten, die gezielt für bestimmte Arbeiten entwickelt wurden. Mörtel unterteilt man außerdem anhand ihrer Zusammensetzung in Mörtelgruppen sowie in die Werkmörtel und Baustellenmörtel.

Richtschnur and Mauer mit Ziegelsteinen - Maurerarbeiten © benjaminnolte, stock.adobe.com
Ohne Mörtel würde eine Mauer nicht lange stehen bleiben © benjaminnolte, stock.adobe.com

Die Bestandteile von Mörtel

Trotz der vielen Unterscheidungskriterien sind die Hauptbestandteile eines Mörtels immer Gesteinskörnungen, ein Bindemittel und Wasser. Bei den Gesteinskörnungen kann es sich um Sand, feinen Kies oder kleine Körner aus Natursteinen wie Kalkstein oder Marmor handeln. Im Allgemeinen gilt, dass die Körner bei einem Mörtel einen Durchmesser von maximal vier Millimetern haben. Ausnahmen bestätigen jedoch die Regel.

Als Bindemittel eignen sich unter anderem Zement, Gips, Kalk, Lehm, Kunstharz und Andryhit. Das verwendete Bindemittel kann namensgebend sein. So entstehen Bezeichnungen wie Kalkmörtel, Zementmörtel und Kalkzementmörtel.

Soll ein Mörtel bestimmte Eigenschaften haben, lässt sich dies durch eine Beimischung von Zusatzstoffen erzielen. Durch sie wird ein Mörtel zum Beispiel wasserabweisend oder weniger frostempfindlich.

Mörtel anmischen © Ingo Bartussek, stock.adobe.com
Aus Sand, Zement und Wasser entsteht Mörtel © Ingo Bartussek, stock.adobe.com

Werkmörtel und Baustellenmörtel

Die Einteilung in Werkmörtel und Baustellenmörtel ist recht einfach, denn der Baustellenmörtel wird erst auf der Baustelle hergestellt. Der Werkmörtel, Werktrockenmörtel oder Trockenmörtel hat dagegen schon die gewünschte Zusammensetzung und muss vor Ort nur noch mit Wasser gemischt werden.

Hinweis: In unserem Ratgeber „Mörtel selbst mischen – in kleineren oder größeren Mengen“ erfahren Sie, wie Sie den Mörtel für Ihr Vorhaben selbst herstellen.

Die Mörtelarten

Der Name eines Mörtels gibt oft bereits Aufschluss darüber, wofür Sie ihn verwenden können. Möchten Sie eine Gartenmauer bauen, benutzen Sie am besten einen Mauermörtel, müssen Fugen gefüllt werden, einen Fugenmörtel, zum Verlegen von Fliesen einen Fliesenmörtel und so fort. Den Mauermörtel bekommen Sie allerdings in verschiedenen Ausführungen.

Bodenkacheln legen, Verlegen von Fliesen mit Mörtel © dieter76, stock.adobe.com
Auch beim Verlegen von Fliesen kommt häufig Mörtel zum Einsatz © dieter76, stock.adobe.com

Mauermörtel

Die wichtigsten Mörtel innerhalb der Gruppe der Mauermörtel sind die:

  • Leichtmörtel
  • Dünnbettmörtel
  • Normalmauermörtel oder Normalmörtel
  • Vormauermörtel

Der Normalmauermörtel eignet sich für viele Vorhaben und sowohl für Innen- und Außenwände. Mit ihm entsteht klassisches Mauerwerk, bei dem die Fugen eine Dicke von etwa zwölf Millimetern haben. Den Normalmörtel unterteilt man nochmals in drei Gruppen. Diesen widmen wir uns weiter unten.

Bei der Verwendung eines Dünnbettmörtels werden die Fugen nur ein bis drei Millimeter dick. Solch ein Mörtel eignet sich beim Mauern daher nur für Steine, die sehr maßhaltig sind. Bei weniger maßhaltigen Steinen gleicht der Mörtel die Unterschiede aus. Um den Mörtel in einer dünnen Schicht auftragen zu können, darf die Gesteinskörnung bei einem Dünnbettmörtel höchstens einen Millimeter groß sein.

Leichtmörtel oder Leichtmauermörtel hat neben seiner klebenden Funktion einen wärmedämmenden Effekt. Er unterstützt die dämmenden Eigenschaften des Mauerwerks und wird unter anderem für Hochlochziegel und Leichtbetonsteine genutzt. Auch bei diesem Mörtel sollten die Fugen eine Dicke von etwa zwölf Millimetern haben.

Der Vormauermörtel dient zum Verfugen von Verblendmauerwerk, also beispielsweise der Fassaden von Gebäuden. Für diesen Zweck eignet sich aber auch ein Fugenmörtel.

Ziegelsteine an Richtschnur setzen mit Mörtel © StudioLaMagica, stock.adobe.com
Bei sehr maßhaltigen Steinen reicht eine dünne Mörtelschicht © StudioLaMagica, stock.adobe.com
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Die Mörtelgruppen beim Normalmauermörtel

Das Hauptbindemittel in einem Normalmauermörtel kann Kalk, Zement oder Kalk und Zement sein. Dementsprechend unterscheidet man zwischen Kalkmörtel (Mörtelgruppe 1), Kalkzementmörtel (Mörtelgruppe 2) und Zementmörtel (Mörtelgruppe 3).

Ein Kalkmörtel eignet sich gut zum Verputzen von Wänden und Decken im Innenbereich. Auch zum Mauern können Sie ihn verwenden. Er ist jedoch weniger druckfest als der Zement- und der Kalkzementmörtel. Beide enthalten – wie die Bezeichnungen schon erkennen lassen – Zement, der den Mörtel fest, hart und widerstandsfähig macht. Von Vorteil ist beim Kalkmörtel die leichte Verarbeitbarkeit.

Der Kalkzementmörtel vereint die Vorteile von Kalk und Zement. Er eignet sich für fast alle Maurertätigkeiten. Allein für bewehrtes Mauerwerk und für den Bau von Gewölben ist er nicht zugelassen.

Der Zementmörtel erreicht innerhalb dieser Dreiergruppe die höchste Druckfestigkeit. Ihn können Sie auch bei bewehrtem Mauerwerk benutzen.

Putzmörtel

Benötigen Sie einen Mörtel zum Verputzen, finden Sie im Handel zahlreiche Putzmörtel. Diese kommen beim Verputzen von Fassaden sowie von Wänden und Decken im Innenbereich zum Einsatz. Für den Außenbereich eignen sich die Zementmörtel, für den Innenbereich die Kalk- und Gipsmörtel. Profis verarbeiten Putzmörtel meist mit Putzmaschinen. Ein Auftrag mit einer speziellen Glättkelle ist jedoch ebenfalls möglich.

Hauswand erputzen, Putzmörtel © StudioLaMagica, stock.adobe.com
Der Putzmörtel wird großflächig aufgetragen © StudioLaMagica, stock.adobe.com
Wand verputzen © Clara Dinand, stock.adobe.com
Putz, Zement, Beton und Mörtel – Unterschiede und Einsatzgebiete

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