Mauersteine mit Dämmstoff

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Vollsteine, Lochziegel oder gedämmte Mauerziegel – welche sind die besten?

In früheren Zeiten waren Mauerziegel, die auch als Backsteine bezeichnet wurden, massiv. Sie bestanden aus Ton oder Lehm, der mit Wasser, Sand und eventuell Zuschlagsstoffen gemischt, in die gewünschte Form und bei hohen Temperaturen im Ofen gebrannt wurden. Auf diese Weise entstanden relativ schwere Mauersteine, die sich durch eine hohe Tragfähigkeit, Robustheit und Langlebigkeit auszeichneten. Vollsteine haben jedoch einen entscheidenden Nachteil. Ihre Wärmeleitfähigkeit ist hoch, sodass über das Mauerwerk beispielsweise eines Wohnhauses viel Wärme verloren geht. Schon vor der Energiekrise in den 1970er Jahren suchten die Hersteller daher nach Lösungen.

Alte Ziegelmauer © mahey, stock.adobe.com
Bei alten Gebäuden bestehen die Fassaden aus Vollsteinen © mahey, stock.adobe.com

Hohlkammern für einen besseren Wärmeschutz

Ziegelsteine mit zahlreichen Löchern zu versehen, mag zunächst seltsam erscheinen, hat auf die Wärmedämmung jedoch einen großen Effekt. Die Luft in den Hohlkammern lässt weniger Wärme entweichen als der gebrannte Ton, sodass ein sogenannter Lochziegel grundsätzlich einen besseren Wärmeschutz bietet als ein Vollziegel ohne Löcher. Um Ziegel mit zahlreichen Hohlräumen zu produzieren, fügten die Hersteller den Grundstoffen Ton oder Lehm, Sand und Wasser Substanzen wie Sägespäne, Sägemehl, Papierfasern oder Styroporkügelchen hinzu. Sie verbrannten beim Brennen der Ziegel und hinterließen dadurch die gewünschten Hohlräume. Auf diese Weise entstanden Mauersteine wie der Poroton, der auch heute noch erhältlich ist. Mittlerweile gibt es jedoch viele weitere Lochziegel.

Mauersteine © Gina Sanders, stock.adobe.com
Bei Lochziegeln verbessert Luft den Wärmeschutz © Gina Sanders, stock.adobe.com

Neben einem verbesserten Wärmeschutz konnte man durch die Herstellung von Lochziegeln den Bedarf an Ton oder Lehm reduzieren. Der Lochanteil beträgt bis zu mehr als 50 Prozent, sodass für jeden Stein nur noch die halbe Menge Ton oder Lehm erforderlich war. Dies hatte natürlich einen Einfluss auf den Preis. Darüber hinaus wurde der Transport und die Verarbeitung der Steine durch das geringere Gewicht einfacher. Lochziegel, die zur Hälfte aus Luft bestehen, lassen sich selbst in größeren Formaten noch gut handhaben.

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Mit Dämmstoffen gefüllte Ziegel – nicht zwangsläufig besser als Lochziegel

Der nächste Schritt bei der Entwicklung von Baustoffen mit guten wärmedämmenden Eigenschaften erfolgte etwa ab dem Jahr 2000. Zu dieser Zeit begannen die Hersteller, die Hohlräume von Lochziegeln mit einem Dämmstoff zu füllen, um den Wärmeschutz nochmals zu verbessern. Als Dämmstoff eignen sich viele Materialien wie zum Beispiel Perlit, Holzfasern, Mineralwolle, Mineralwolle-Granulate, Kunststoffe wie Polyurethan und Kunstharze. Sie werden nach dem Brennvorgang in die Hohlkammern eingebracht und reduzieren die Wärmeleitfähigkeit der Mauersteine. Dennoch sind gedämmte Ziegel nicht zwangsläufig besser als ungefüllte Lochziegel. Auch diese erreichen häufig sehr gute Werte. Im Hinblick auf die wärmedämmenden Eigenschaften von Mauersteinen hilft daher nur ein Vergleich der Wärmeleitfähigkeit, die in Watt pro Meter und Kelvin W/(m·K) angegeben wird. Desto niedriger die Wärmeleitfähigkeit eines Baustoffs ist, desto besser dämmt er.

Gedämmte Lochziegel © PabloStock, stock.adobe.com
Gedämmte Lochziegel können zum Beispiel mit Mineralwolle gefüllt sein © PabloStock, stock.adobe.com
Rote Ziegelsteine © Stefanie Lindorf, stock.adobe.com
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Ein positiver Nebeneffekt: der verbesserte Schallschutz

Der Dämmstoff in gefüllten Ziegeln hat jedoch noch einen weiteren Effekt. Er verbessert gleichzeitig den Schallschutz. Gedämmte Ziegel werden heutzutage deshalb auch gern beim Bau von mehrgeschossigen Häusern mit zahlreichen Wohnungen und entsprechend vielen Bewohnern sowie bei anderen Gebäuden mit erhöhten Anforderungen an den Schallschutz genutzt. Letztendlich kommt Ihnen ein guter Schallschutz aber auch bei einem Einfamilienhaus zugute. Dies gilt im Besonderen, wenn Ihr Haus an einer stark befahrenen Straße oder in der Nähe anderer Lärmquellen steht.

Ebenfalls vorteilhaft: die breiteren Stege

Ein weiterer Vorteil gedämmter Ziegel liegt darin, dass die Stege zwischen den, mit einem Dämmstoff gefüllten Hohlräumen breiter sind als bei ungedämmten Lochziegeln. Deren oft extrem dünne Stege machen die Steine weniger druckfest und belastbar. Auch die Befestigung von schweren Gegenständen wie einer Markise, einer Überdachung der Haustür oder einem Terrassendach ist bei Lochziegeln mit dünnen Stegen häufig schwierig. Sehr dünne Außenstege haben darüber hinaus den Nachteil, dass es beim anschließenden Verputzen der Fassade leicht zu einer Rissbildung in der Putzschicht kommt. Dies lässt sich durch die Aufbringung eines gewebearmierten Putzes verhindern, der allerdings höhere Kosten als ein herkömmlicher Putz verursacht.

Ein Nachteil der gedämmten Mauersteine ist der im Vergleich mit ungefüllten Lochziegeln höhere Preis. Er hat natürlich einen großen Einfluss auf die Gesamtkosten, wenn Sie ein Eigenheim bauen möchten. Letztendlich spielen bei der Entscheidung zwischen gedämmten und ungedämmten Mauersteinen deshalb viele Faktoren eine Rolle.

Fassadendämmung © Jürgen Fälchle, stock.adobe.com
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