Vliestapete auf Raufaser kleben

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Vliestapete auf Raufaser kleben – Hintergründe und Tipps für ein optimales Ergebnis

Bis in die 1920er Jahre war es üblich, beim Tapezieren von Wänden und Decken eine neue Schicht Tapete einfach auf der alten Tapete zu verkleben. Ab dann allerdings setzte sich bei der Innengestaltung eine Erfindung des Apothekers Hugo Erfurt immer stärker durch und verdrängte die klassische Tapete nach und nach aus immer mehr Wohnhäusern.

Tapezierarbeiten © Marco2811, stock.adobe.com
Raufaser ist günstig, robust und einfach zu verarbeiten – allerdings kein idealer Untergrund für eine dünne Vliestapete © Marco2811, stock.adobe.com
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Die Rede ist natürlich von der Raufaser, die aufgrund ihrer Struktur Unebenheiten der Wand gut kaschiert. Zudem ist Raufaser sehr robust, vergleichsweise günstig und lässt sich einfach verarbeiten. Aus diesen Gründen hat sich die Raufaser in den letzten 100 Jahren in Deutschland zum am weitesten verbreiteten Wandbelag entwickelt und erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit.

Raufaser weist eine ungleichmäßig strukturierte Oberfläche auf, die durch kleine Holzfasern entsteht, die in den mehrlagigen Wandbelag eingearbeitet sind. Damit unterscheidet sich Raufaser erheblich von klassischen Tapeten, die keine oder nur wenig Struktur aufweisen und sich daher problemlos mit einer weiteren Schicht Tapete bekleben lassen. Die unregelmäßig strukturierte Oberfläche von Raufaser ist hingegen ein eher ungünstiger Untergrund, um darauf eine neue Tapetenschicht zu verkleben.

Profis ziehen es daher in der Regel vor, die alte Raufaser möglichst vollständig von Wänden und Decke zu entfernen, bevor sie mit dem Anbringen von neuen Tapetenbahnen beginnen. Das bedeutet zwar einen zusätzlichen, unter Umständen sehr anstrengenden und zeitraubenden Arbeitsschritt. Ohne diese Vorarbeit könnte sich jedoch die Raufaser durch eine dünne Vliestapete durchdrücken und sowohl sicht- als auch spürbar Spuren auf der neuen Wandverkleidung hinterlassen.

Vliestapete auf Raufaser? Nicht fachgerecht, aber möglich

Dennoch ist es natürlich grundsätzlich möglich und zulässig, Vliestapete auf Raufaser zu tapezieren. Der Untergrund muss allerdings in jedem Fall saugfähig und sauber sein, damit der aufgetragene Leim gut darauf haften kann. Auch sollte er eine möglichst gedeckte, einheitliche Farbe aufweisen, damit später keine Farben und Muster durch den Vliesbelag scheinen.

verschiedene Rollen Tapetenmuster im Laden © A. Schebaum, stock.adobe.com
Vliestapeten sind in vielen Variationen erhältlich © A. Schebaum, stock.adobe.com

Prüfen Sie die Haftung der alten Tapete an den Wänden und Decke, insbesondere an den Kanten. Löst sich die Raufaser an einigen Stellen, sollten Sie zumindest dort versuchen, so viel wie möglich vom alten Wandbelag zu entfernen. Andernfalls laufen Sie Gefahr, dass der Kleister die Raufaser anlöst, so dass sie sich zusammen mit der neu aufgebrachten Vliestapetenschicht im Laufe der Zeit von der Wand ablöst.

alte Tapete mit Spachtel von Wand lösen © Stephanie Eichler, stock.adobe.com
Für ein optimales Ergebnis sollten Sie die Raufaser möglichst vollflächig entfern, bevor Sie die Vliestapete verkleben © Stephanie Eichler, stock.adobe.com

Wenn die Raufaser mit einer wasserfesten Farbe (z. B. Latexfarbe) gestrichen wurde, müssen Sie sie ebenfalls komplett entfernen, da die Farbschicht den Untergrund versiegelt. Der Kleister erfordert jedoch einen saugfähigen Untergrund, damit er die Vliestapete nach dem Abbinden sicher an Wand oder Decke fixiert. Wenn Sie nicht sicher sind, ob die Oberfläche der Raufaser ausreichend saugfähig ist, probieren Sie es an einem kleinen Stück einfach aus. Streichen Sie eine kleine Fläche mit Leim ein und verkleben Sie darauf ein Stück der Vliestapete. Wenn diese nach dem Trocknen des Leims stabil mit der Raufaser verbunden ist, können Sie sich das Entfernen des alten Wandbelags sparen.

Um zu vermeiden, dass das Muster der Raufaser auf der neuen Tapetenlage durchscheint, sollten Sie eine Vliestapete mit einer dickeren Rückseite aus Zellstoff wählen. Ist die Raufaser mit kräftigen Farben und starken Kontrasten angestrichen, kann das ebenfalls durch das Vlies scheinen und den erwarteten Gesamteindruck des neuen Wandbelags schmälern. Das können Sie vermeiden, wenn Sie die Raufaser vollflächig mit verdünnter weißer Wandfarbe grundieren und erst nach dem Trocknen der Wandfarbe mit dem Tapezieren fortfahren.

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Was ist beim Tapezieren von Vliestapete auf Raufaser zu beachten?

Haben Sie den Untergrund vorbereitet, können Sie die Vliestapete sehr unkompliziert verarbeiten. Denn anders als bei Wandbelägen wie Raufaser oder Papiertapeten müssen Sie nicht die Rückseite jeder einzelnen Bahn vorab einkleistern, quellen lassen und dann feucht an Wand oder Decke bringen. Vielmehr reicht es aus, den zu tapezierenden Untergrund bahnenweise mit Kleister zu benetzen, um dann die in Bahnen vorgeschnittene Vliestapete daran zu befestigen.

Hinweis: In Innenräumen oft verwendete Dispersionsfarben können beim Kontakt mit Kleister abfärben und dann von der Vliestapete aufgenommen werden. Das kann, besonders bei starken Farbkontrasten zwischen Raufaser und Vliestapete, sichtbare Flecken zur Folge haben, die das Gesamtbild beeinträchtigen. Um das zu vermeiden, sollten Sie die Flächen mit verdünnter weißer Dispersionsfarbe vorstreichen.

Um sich das Einkleistern der zu tapezierenden Flächen zu erleichtern, können Sie farbigen Tapetenkleister verwenden. Dieser weist eine leichte farbige Tönung auf, sodass Sie auf einen Blick erkennen können, welche Flächen bereits eingekleistert sind und wo Sie noch zusätzlichen Kleister aufbringen müssen.

Paar bringt Kleister auf Tapete ©  Robert Kneschke, stock.adobe.com
Bei Vliestapeten muss der Kleister nicht auf die Rückseite der Tapete, sondern auf die Wand aufgetragen werden © Robert Kneschke, stock.adobe.com
Raufasertapete © luther2k, stock.adobe.com
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