Eis im Kühlgerät? Gerne. Aber bitte nur als erfrischendes Speiseeis oder als gefrorene Wasserwürfel, eingepackt in den passenden Behältern, und keinesfalls als dicke Eisschicht an der Geräterückwand. Warum sich die unerwünschten Eisberge immer wieder in Kühl-/Gefriergeräten breitmachen und mit welchen (Reparatur-)Maßnahmen Sie die Innenräume erfolgreich trockenlegen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Wasser und Eis im Innenraum des Kühlschranks oder des Gefriergeräts erschweren es dem Kühlaggregat, die eingestellte Temperatur zu halten. Stromverbrauch und Energiekosten erhöhen sich dadurch. Und auch die Lebensdauer des Kompressors und anderer Bauteile kann sich verkürzen, wenn die Geräte über einen längeren Zeitraum unnötigerweise Schwerstarbeit verrichten müssen. Wer an seinen Kühl-/Gefriergeräten länger Freude haben und diese kosteneffizient betreiben möchte, muss regelmäßig abtauen und dafür sorgen, dass sich erst gar kein Eis mehr im Innenraum bildet.
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Fünf Alltagstipps gegen Eisschichten in Kühlgeräten
Gelangt warme Luft in den Innenraum des Kühl-/Gefriergeräts, schlägt sich der in der Luft enthaltene Wasserdampf an kalten Stellen als Tropfen nieder. Dieser Vorgang wird als Kondensation bezeichnet. Dabei gilt: Je höher die Temperatur, desto mehr Feuchtigkeit kann die Luft aufnehmen. Deshalb ist in den Sommermonaten die Gefahr der Eisbildung im Kühlraum höher. Im Wesentlichen geht es bei einer sachgerechten Nutzung immer darum, so gut es geht, Wärme vom Inneren des Kühl-/Gefriergeräts fernzuhalten.
Daraus leiten sich die folgenden Handlungsempfehlungen ab:
- Die Tür des Kühlgeräts immer gut geschlossen halten und nur möglichst selten und dann nur so kurz wie nötig öffnen.
- Warme Speisen erst nach dem vollständigen Abkühlen in das Kühlgerät stellen.
- Achten Sie auf eine ausreichende Luftzirkulation. Deshalb Kühlgeräte nicht überladen, sodass keine größeren Temperaturunterschiede im Innenraum auftreten.
- Temperatur nicht niedriger einstellen als nötig (Richtwert 6 bis 7 Grad Celsius)
Zu geringe Temperaturen erhöhen den Stromverbrauch und fördern die Eisbildung. - Stellen Sie sicher, dass „Super-Frost“-Funktionen, die temporär mit extrem niedrigen Temperaturen arbeiten, nur kurzzeitig aktiviert sind.
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Tipp: Weitere Hinweise zur optimalen Einstellung und Nutzung Ihres Kühlgeräts finden Sie in der Gebrauchsanweisung Ihres Modells. Die Bedienungsanleitungen können Sie kostenlos von den Service-Seiten des Herstellers aus dem Internet herunterladen.
Gefrierschrank abtauen
Eisschichten beeinträchtigen die Kühlleistung und führen zu einem höheren Energieverbrauch. Regelmäßiges Abtauen beseitigt störendes Eis und sorgt dafür, dass der Gefrierschrank wieder effizienter arbeitet.

Vereisen Kühlschrank oder Gefriergerät trotz sachgerechter Nutzung und optimaler Temperatureinstellung immer wieder, liegt es häufig daran, dass die Tür nicht mehr satt schließt oder der Wasserabfluss blockiert ist. Mit etwas handwerklichem Know-how lassen sich solche Störungen und Fehler kostengünstig selbst beheben.
Ablaufsystem verstopft
Der in wärmerer Luft enthaltene Wasserdampf kondensiert in der kältesten Zone des Kühlschranks. Das ist oft die innenseitige Rückwand, hinter der sich der Verdampfer befindet. Ablaufrinnen leiten hier das Tauwasser über eine kleine Abflussöffnung und einen Schlauch nach außen. Dort verdunstet das in einem Auffangbehälter aufgefangene Wasser. Ist der Abfluss verstopft, kann sich Wasser im Innenraum des Kühlschranks sammeln und gefrieren.
Eine verstopfte Ablauföffnung legen Sie am besten vorsichtig mit einem Trinkhalm, einem stabilen Wattestäbchen oder Pfeifenreiniger (Chenilledraht) frei.

Tipp: Achten Sie beim Einräumen des Kühlschranks auch darauf, dass die Abflussöffnung nicht zugestellt wird.
Verschlissene Türscharniere tauschen
Warme Umgebungsluft kann auch über eine undichte Tür in den Innenraum des Kühl-/Gefriergeräts gelangen. In den meisten Fällen sind dann die Türscharniere ausgeleiert oder gar gebrochen. Öffnet sich die Tür nach dem Schließen selbsttätig oder knackt die Tür bei jedem Öffnen und Schließen hörbar, können Sie davon ausgehen, dass Sie die Scharniere ersetzen sollten.

Hinweise für einen erfolgreichen Scharniertausch:
- Achten Sie darauf, die zu Ihrem Modell passenden Ersatzteile zu bestellen.
Auch Scharniere unterscheiden sich je nach Modell und Hersteller. Wählen Sie die benötigten Bauteile am besten anhand der modellspezifischen Kennungen der Hersteller (E-Nummer, PNC‑Nummer …) aus oder kontaktieren Sie einen fachkundigen Service-Mitarbeiter Ihres Ersatzteile-Shops. - Tauschen Sie die Scharniere immer paarweise.
- Eine zweite Person, die beim Aus- und Einbau die Tür halten kann, erleichtert den Tausch.

Tipp: Achten Sie beim Einräumen – wenn möglich – darauf, beispielsweise schwere Flaschen in ein Fach zu legen, anstatt diese in die Tür zu stellen. Je mehr Gewicht die Tür auf Dauer tragen muss, desto stärker werden die Scharniere beansprucht.
Türdichtung fehlt die Haftkraft
Sind die Scharniere in Ordnung, sollten Sie im nächsten Schritt die exakte Nivellierung des Kühl-/Gefriergeräts mit einer Wasserwaage prüfen. Eine Schieflage kann ebenfalls die Ursache dafür sein, dass die Tür nicht mehr satt schließt. Steht das Kühlgerät gerade, sollten Sie sich die magnetische Türdichtung einmal genauer anschauen. Im Lauf der Zeit verlieren typische Materialien wie weiches PVC ihre Elastizität. Zudem können Risse oder Unebenheiten dazu führen, dass die Tür zumindest stellenweise nicht mehr satt am Rahmen anliegt.

Tipps für den Austausch der Türdichtung
- Maße, Aufbau und Befestigungsmethode (in eine Nut gesteckt, geklebt oder verschraubt) der Türdichtung variieren, abhängig von Modell und Hersteller.
Um Fehlbestellungen zu vermeiden, sollten Sie auch hier die Ersatzteile anhand der modellspezifischen Kennungen der Hersteller (E-Nummer, PNC-Nummer …) auswählen. - Bringen Sie die neue Dichtung vor dem Austausch zuerst in Form
Um Verpackungsmaterial und Transportkosten zu sparen, werden die Dichtungen häufig in kleine Kartons gestopft. Ist dies der Fall, können Sie die verdrehte und verzogene Dichtung einige Minuten in eine mit heißem Wasser befüllten Badewanne legen und sie dann vor dem Einbau zurechtbiegen.
Tipp: Für die Feinanpassung und den perfekten Sitz können Sie die Dichtungen beim Einbau stellenweise auch mit einem Föhn behutsam erwärmen und damit leichter formbar machen.

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Temperaturregelung defekt
Läuft der Kompressor des Kühlgeräts häufiger als gewohnt, kann eine mögliche Ursache sein, dass die Temperaturregelung nicht mehr richtig arbeitet. Dadurch kann es im Innenraum zu kalt werden, was die Eisbildung fördert. Wie Sie dieses Problem beheben, hängt davon ab, ob die Temperatur über ein Thermostat (einfachere, ältere Modelle) oder bereits über eine elektronische Regelung eingestellt wird.
Bei vielen älteren Kühlschränken erfolgt die Temperatureinstellung über einen seitlich angebrachten (Dreh-)Regler. Stellen Sie den Regler kurzzeitig auf die höchste Kühlstufe. Das Relais müsste dann (hörbar) schalten und der Kompressor anlaufen. Ist das nicht der Fall, können Kühlschranknutzer mit etwas Heimwerker-Talent herkömmliche Thermostate relativ leicht tauschen.

Tipp: Das ausgebaute Thermostat können Sie mit einem Multimeter (Widerstandsmessung, Durchgangsprüfung) überprüfen. Messen Sie hier bei Raumtemperatur 0 Ohm (Durchgangsprüfer ertönt), ist das Thermostat in Ordnung.
Abtau-Heizung ist ausgefallen
Moderne Kühlgeräte müssen oft nicht mehr abgetaut werden. Diese Aufgabe übernimmt eine beim Verdampfer zusätzlich installierte Abtau-Heizung automatisch. Sie erwärmt gefrierende Tropfen. Bevor sich Eis bilden kann, läuft das Kondenswasser über das Ablaufsystem in die Auffangschale beim Kompressor nach außen ab.

War Ihr Kühlgerät zuvor immer eisfrei, kann der seltene Fall eingetreten sein, dass die Abtau-Heizung nicht mehr richtig funktioniert. Bei der weiteren Fehlersuche sollten Sie vor allem das Heizelement, das häufig beim Verdampfer hinter einer Abdeckung im Innenraum zu finden ist, als Ursache in Betracht ziehen. Klarheit bringt hier eine Widerstandsmessung. Bei intakten Heizstäben messen Hausgeräte-Experten hier niedrige Ohm-Werte (Richtwert 20 bis 200 Ohm).
Zudem können auch die Abtausensoren oder die Steuerung defekt sein.
Probleme mit dem Kühl- oder Gefrierschrank
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