Trennwand: Massivbau oder Trockenbau?

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Trennwand im Haus bauen: Massivbau (z. B. Porenbeton) oder Trockenbau?

Wenn Sie im Haus eine Trennwand errichten wollen, haben Sie zwei Möglichkeiten: Sie können den Raumteiler als Massivwand ausführen, oder Sie entscheiden sich für eine Trockenbaukonstruktion. Im Folgenden werden die Unterschiede der beiden Bauweisen, aus denen sich je nach Situation Vor- und Nachteile ergeben können, näher beleuchtet.

Grundlegende Argumente für den Trockenbau

Trockenbau im Badezimmer © photo 5000, stock.adobe.com
Trockenbau-Trennwände sind leicht, vielseitig und schnell gebaut © photo 5000, stock.adobe.com

Es gibt etliche gute Gründe dafür, dass Trockenbau heute von den Profis fast immer bevorzugt wird. Ein Hauptargument ist, dass es mittlerweile für fast jeden Zweck und jedes Projekt die passende Trockenbaulösung gibt und die Hersteller komplette Systeme anbieten, bei denen alles perfekt aufeinander abgestimmt ist – von den Profilen für das Ständerwerk über die Platten bis hin zu Montagezubehör, Spachtelmasse und Dichtungsmaterial. So gibt es unter anderem Trockenbausysteme für Schallschutzwände, Installationsvorwände, Innendämmungen und Trockenbauprojekte in Feuchträumen. Auch flexibel versetzbare Raumteiler und Raum- in-Raum-Systeme werden angeboten, mit denen sich z. B. große Hallen schnell und wirtschaftlich in Büros, WCs, Produktionsbereiche etc. unterteilen lassen.

Vorteile von Gipskartonplatten
Vorteile von Gipskartonplatten

Trennwand in Massivbauweise mauern

Der wichtigste Vorteil der Massivbauweise ist, dass sich damit auch tragende Wände errichten lassen. Allerdings muss der Standort der Wand gut geplant werden, am besten mit Hilfe eines Statikers. Die Wand muss auf einem tragfähigen Untergrund bzw. an der richtigen Stelle stehen (z. B. bei Balkenkonstruktionen). Ihr Gewicht muss sich gut verteilen können, so dass sie die Statik des Gebäudes nicht stört. Egal, ob tragend oder nicht tragend: Massive Trennwände dürfen nie allein nach dem Bodenbelag, z. B. dem Estrich oder den Dielen, sondern müssen immer nach der darunterliegenden Decke und dem gesamten massiven Baukörper geplant werden.

Das ist keine Aufgabe für Heimwerker, sondern Sache des Profis. Holen Sie also unbedingt den Rat eines Bauingenieurs oder Baustatikers ein, bevor Sie losmauern. Um einen Experten in Ihrer Nähe zu finden, können Sie auch den kostenlosen Angebotsservice von sanier.de nutzen.

Massivwände werden aus Mauersteinen gebaut. Die gibt es in verschiedenen Varianten, von denen sich diese vier auch für Trennwände im Haus eignen:

  1. Porenbeton

    Gas- oder Porenbeton hat ein vergleichsweise geringes Gewicht und lässt sich sehr gut ritzen, sägen, raspeln, schleifen und so in nahezu jede gewünschte Form bringen. Porenbeton gibt es in Form von Blöcken und Platten, die im Dünnbettverfahren zügig vermauert oder verlegt werden können. Zu den bekanntesten Markennamen bei Porenbeton gehört Ytong; so nennt die Duisburger Firma Xella ihre leichten Wandbausteine. Porenbeton ist nicht nur zum nachträglichen Einziehen von Trennwänden beliebt, sondern wird auch häufig für Badezimmergestaltungen verwendet, etwa zum Untermauern oder kreativen Ummauern von Badewannen, Duschen oder Whirlpools.

    Innenwand mauern © Brilliant Eye, fotolia.com
    Innenwand mauern mit Porenbeton © Brilliant Eye, fotolia.com
  2. Mauerziegel/Backsteine

    Diese Mauersteine bzw. Ziegel werden aus gebranntem Ton hergestellt. Es gibt sie als Lochziegel und als massive Vollsteine. Ziegel mit Lochung haben eine niedrigere Wärmeleitfähigkeit und ein geringeres Gewicht bei nahezu gleicher Stabilität und Belastbarkeit. Für bessere Wärmedämmwerte sind zudem Ziegel erhältlich, bei denen die Hohlräume mit Mineralgestein verfüllt sind.

    In Innenräumen punktet das natürliche, offenporige Material mit seiner Fähigkeit, das Raumklima zu regeln: Ton kann viel Wasser aus der Luft aufnehmen und die Feuchtigkeit bei Bedarf wieder abgeben. Dazu muss die fertige Mauer jedoch offenporig bleiben, was z. B. der Fall ist, wenn sie mit mineralischem Putz und Mineralfarbe weiterbeschichtet wird. Durch Fliesen oder Kunststoffbeläge (z. B. Kunststoffputze, Kunststoff-Dispersionsfarben oder Kunststofftapeten) gehen diese Eigenschaften verloren.

  3. Leichtbeton/Hohlblöcke

    Leichtbetonsteine bestehen aus Wasser, Zement und einem sogenannten Leichtzuschlag. Das kann z. B. Blähglas, Blähton, Bims oder Schiefer sein. Für Trennwände im Innenbereich kommen vor allem die leichteren Hohlblocksteine in Frage, mit denen sich auch tragende Wände errichten lassen. Für bessere Schallschutz- und Wärmedämmwerte werden auch Varianten angeboten, deren Hohlräume mit Dämmmaterial verfüllt sind. Leichtbetonsteine mit natürlichem Bims sind auch für das ökologische Bauen und Sanieren geeignet.

  4. Kalksandstein

    Die schweren, weißen Kalksandsteine punkten durch sehr hohe Belastbarkeit und Druckfestigkeit. Damit können auch tragende Wände vergleichsweise dünn gemauert werden. Zudem ist der Brandschutz bei Kalksandstein besonders gut, weshalb diese Mauersteine häufig für Brandschutzwände oder (Heizungs-)Kellerwände genutzt werden.

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    Vor- und Nachteile von massiven Trennwänden

    Pro und Contra richtig abwägen
    Pro und Contra richtig abwägen

    Der bereits erwähnte Hauptvorteil, dass Massivwände auch tragend sein können, fällt bei vielen Innenausbau-Projekten überhaupt nicht ins Gewicht. Denn nachträglich eingebaute Trennwände, Raumteiler u. Ä. müssen in aller Regel nur sich selber tragen, nicht jedoch die Decke oder gar das darüberliegende Geschoss. Bei Dachstuhlausbauten bzw. in Dachstühlen gibt es meist gar keine Tragwände, höchstens beim sogenannten Treppenauge oder Treppenhaus, falls ein solches vorhanden ist.

    Anhängen von Lasten

    Natürlich können Sie an einer stabil gemauerten Trennwand beliebig große Lasten befestigen, etwa Hängeschränke. Doch das ist bei entsprechender Bauweise (z. B. eine Lage OSB-Platten und eine Lage Gipskarton) und mit den richtigen Dübeln bei Trockenbauwänden ebenfalls möglich. Außerdem können Sie auch bei verputzten Mauern nicht einfach etwas anschrauben, sondern brauchen Bohrer, Dübel und Befestigungselemente, die für Stein, Beton oder Hohlsteine geeignet sind.

    Brandschutz

    Der Brandschutz einer rein mineralischen Wand ist natürlich im Vergleich zu einer Holzkonstruktion besser. Allerdings lassen sich Brandschutzwände mit geeigneten Profilen und Platten auch in Trockenbauweise errichten.

    Schallschutz

    Der Schallschutz von Massivwänden wird oft besser dargestellt, als er ist, weshalb Heimwerker hier oft falsche Vorstellungen und Erwartungen haben. Die Schallschutzwerte von Hohlblöcken ohne Dämmmaterial und Porenbetonsteinen sind tatsächlich nicht besonders gut. Außerdem lässt sich eine Massivwand – anders als eine Trockenbauwand – nicht so einfach vom restlichen Baukörper akustisch entkoppeln. Die Wände lassen also viel Schall durch und leiten Schallwellen gut weiter. Oft geraten massiv gemauerte Trennwände so hellhörig, dass sie später zwar optisch, nicht aber akustisch als Trennung zwischen den Räumen funktionieren. Selbst massive Mauersteine mit hoher Rohdichte isolieren Schall nicht so gut wie eine Trockenbau-Doppelwand mit einer weichen Zwischendämmung.

    Recycling

    Als Vorteil könnte noch die Recyclingfähigkeit der Massivwand durchgehen, sofern diese ausschließlich aus mineralischen Baustoffen besteht. Allerdings werden Trennwände meist verputzt, verfliest, tapeziert oder gestrichen. Außerdem werden Massivwände selten gebaut, um sie später wieder abreißen und recyceln zu können. Vielmehr sollen sie stehenbleiben, bis das gesamte Haus abgerissen wird. Wer sich eine zerstörungsfrei versetzbare oder schnell wieder entfernbare Trennwand wünscht, ist mit einer Trockenbauwand eindeutig besser bedient.

    Aufbau/Verarbeitung

    Weitere Nachteile der Massivwand sind die lange Bauzeit, die Baufeuchtigkeit und die sich daraus ergebenden Trockenzeiten. Es dauert also insgesamt viel länger, bis alles fertig ist und normal genutzt werden kann. Dazu kommen verschiedene Schwierigkeiten, die sich beim Unterbringen von Leitungen, Anschlüssen etc. ergeben. Die Leitungsführung im Mauerwerk oder unter dem Verputz muss frühzeitig geplant werden und ist später starr und nur sehr schwer umzugestalten oder zu erweitern. Um dieses Problem zu umgehen, können Sie natürlich noch eine Vorwand vor der Mauer installieren, aber das nimmt viel zusätzlichen Raum ein und bedeutet noch mehr Arbeitsschritte bzw. Gewerke, die geplant und organisiert werden müssen.

    Wie Sie sehen, schneidet die Massivbauweise bei Trennwänden im Vergleich zur Trockenbauwand ziemlich schlecht ab. Insgesamt sind beim Trockenbau die Bauzeiten deutlich kürzer, die Baustellen sind sauberer, die Leitungsführung lässt sich hervorragend planen und umsetzen, und die Statik ist aufgrund des leichten Gewichts meist unproblematisch. Trockenbauwände sind zudem günstiger zu realisieren als Massivbauwände. Hier können Sie sich einen Überblick darüber verschaffen, welche Kosten für den Trockenbau zu erwarten sind, wenn Sie einen Handwerksbetrieb z. B. mit dem Bau einer Trennwand beauftragen. Verbindliche Preise oder einen detaillierten Kostenvoranschlag für Ihr Projekt erhalten Sie von den Fachbetrieben in Ihrer Region; unseren Angebotsservice können Sie auch für eine unverbindliche Anfrage oder einen Preisvergleich nutzen.

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