Möbel selbst restaurieren

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Möbel selbst restaurieren – Tipps und Tricks

Alte Möbel © Ralf Broskvar, stock.adobe.com
Zum Wegwerfen zu schade: alte Möbelstücke © Ralf Broskvar, stock.adobe.com

Ein schönes altes Möbelstück von einem Fachmann restaurieren zu lassen, ist aufgrund des großen Arbeitsaufwands oft mit hohen Kosten verbunden. Steht Ihnen genügend Zeit zur Verfügung, können Sie die Gesamtkosten daher deutlich reduzieren, wenn Sie die Arbeiten selbst ausführen. Beschränken Sie sich bei der Restaurierung jedoch auf Möbelstücke, bei denen ein Misslingen nicht all zu tragisch ist. Ein interessanter Tisch oder eine alte Kommode von einem Trödelmarkt lässt sich auf vielerlei Weise gestalten und muss nicht unbedingt perfekt sein. Wertvolle Antiquitäten überlassen Sie jedoch besser einem Experten, denn falsche Behandlungen können zu irreparablen Schäden und damit zu einem kompletten Wertverlust führen.

Gute Anlaufstellen: Antiquitätenhändler und Restauratoren

Bei alten Möbeln ist es oft nicht leicht, den Wert einzuschätzen. Ein wichtiges Kriterium ist jedoch die Holzart. Tannen- und Fichtenholz gehört heutzutage zu den günstigen Holzarten. Dies war früher nicht anders, deshalb haben alte Möbel aus Tanne oder Fichte in der Regel keinen hohen Wert. Möbel aus Harthölzern oder mit einem schönen Furnier belegte Exemplare sowie Möbelstücke mit einem hohen Alter können dagegen durchaus wertvoll sein. Sollten Sie unsicher sein, fragen Sie am besten einen Antiquitätenhändler. Er kann Ihnen bei Bedarf auch einen Restaurator empfehlen oder bietet vielleicht sogar selbst Restaurierungen an. Alternativ suchen Sie direkt einen Möbelrestaurator auf.

Die Funktionalität überprüfen

Altes Möbelstück inspizieren © JackF, stock.adobe.com
Beim Restaurieren zunächst Funktionen und Verbindungen prüfen © JackF, stock.adobe.com

Der erste Schritt beim Restaurieren von Möbeln besteht in der Überprüfung der Stabilität und sämtlicher Funktionen. Möglicherweise müssen Sie auch für Ersatz sorgen, falls einzelne Teile fehlen oder stark beschädigt sind. Erst danach widmen Sie sich den Oberflächen und einer eventuellen Neugestaltung Ihres Möbelstücks.

Lose Verbindungen wieder verleimen

Holzverbindung kleben © donatas1205, stock.adobe.com
Mit etwas Holzleim lose Verbindungen reparieren © donatas1205, stock.adobe.com

Sind bei Ihrem Möbelstück Verbindungen lose, trennen Sie die beiden Teile am besten komplett voneinander. Sollte dies von Hand nicht zu bewerkstelligen sein, nehmen Sie einen Holzhammer zu Hilfe. Schlagen Sie jedoch nicht direkt auf das Holz, sondern auf eine Zulage, also beispielsweise ein Stück Holz. Danach entfernen Sie den alten Leim vorsichtig mit einem Stecheisen oder etwas Schleifpapier. Im Anschluss tragen Sie frischen Holzleim auf und fügen die beiden Teile mit Hilfe von Schraubzwingen wieder aneinander. Verwenden Sie auch hierbei stets Zulagen, die Sie zwischen die Zwingen und das Möbelstück legen. Sie verhindern, dass die Schraubzwingen Abdrücke hinterlassen.

Tipp: Bei einem Möbelstück, das aus zahlreichen Einzelteilen besteht, verlieren Sie beim kompletten Zerlegen schnell den Überblick. Kleben Sie auf jedes Teil deshalb ein Stück Kreppband und kennzeichnen Sie die Teile, die zusammengehören, mit der gleichen Zahl oder einem Buchstaben.
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Risse und Löcher beseitigen

Risse und selbst kleine Löcher im Holz lassen sich gut mit Holzkitt auffüllen. Erwärmen Sie ihn mit einem Feuerzeug, damit er weicher wird. So lässt er sich leichter in das Holz drücken. In erwärmtem Zustand können Sie außerdem Holzkitt in verschiedenen Farben mischen. Auf diese Weise passen Sie den Kitt perfekt an die Farbe des Holzes an.

Gelöstes Furnier wieder befestigen

Schraubzwingen im Einsatz mit Zulagen © Andrey Gonchar, stock.adobe.com
Beim Gebrauch von Schraubzwingen Zulagen verwenden © Andrey Gonchar, stock.adobe.com

Hat sich das Furnier gelöst, kleben Sie es mit Leim wieder fest. Bei Blasen hilft eine Spritze, durch die sich ein Aufschneiden des Furniers erübrigt. Damit das Furnier nicht an der Zulage kleben bleibt, legen Sie etwas Papier unter die Zulage.

Fehlendes Furnier und Teile aus Massivholz ersetzen

Stuhl neu lackiert © Friedberg, stock.adobe.com
Mit einer frischen Lackierung sind Massivholzstühle wieder schön © Friedberg, stock.adobe.com

Fehlt bei Ihrem Möbelstück Furnier, werden Sie nur schwerlich Ersatz in genau der gleichen Farbe und Maserung finden. Die Farbe lässt sich jedoch durch etwas Beize anpassen. Damit das Ersatzfurnier möglichst wenig auffällt, schneiden Sie es in einer unregelmäßigen Form zu. Danach legen Sie es auf die Fehlstelle und übertragen die Kontur mit einem Bleistift. Kleinere Höhenunterschiede zwischen dem alten und dem neuen Furnier beseitigen Sie durch Schleifen, wenn der Leim abgebunden hat. Verloren gegangene oder beschädigte Teile aus Massivholz lassen sich ebenfalls ersetzen. Achten Sie auch hierbei auf eine größtmögliche Ähnlichkeit.

Schubkästen wieder instandsetzen

Bei alten Möbeln lassen sich die Schubkästen oft nur schwer öffnen. Dieses Problem können Sie eventuell durch den Austausch der an den Seiten angebrachten Schienen beheben. Hat sich das Holz der Schubkästen verzogen oder ist aufgequollen, bauen Sie jedoch am besten eine neue Schublade. Wenn Sie diese mit der alten Blende bestücken, fällt die Reparatur kaum auf. Auch der Nachbau ist recht einfach, denn die alte Schublade liefert Ihnen die nötigen Maße.

Polsterungen von Sitzmöbeln erneuern

Sofa neu gepolstert © tournee, stock.adobe.com
Schicke alte Sitzmöbel – mit einer neuen Polsterung wieder luxuriös © tournee, stock.adobe.com

Handelt es sich bei Ihrem Möbelstück um einen gepolsterten Stuhl oder Sessel, ist eventuell eine neue Polsterung erforderlich. Damit sie bequem ist, sollten Sie beim Kauf von Schaumstoff auf die Stauchhärte achten. Sie gibt an, wie viel Kraft erforderlich ist, um einen Schaumstoff zusammenzudrücken und sollte bei einem Sitzpolster nicht unter 35 liegen. Einen weiteren Einfluss auf die Qualität hat das Raumgewicht pro Kubikmeter. Diese beiden Werte finden Sie in der Regel als Kürzel wie zum Beispiel RG 40/60 in den Artikelbeschreibungen. Die erste Zahl steht für das Raumgewicht, die zweite für die Stauchhärte. Gut geeignet für Sitzpolster sind zum Beispiel Schaumstoffe der Klassen RG 35/50 und RG 50/70.

Polsterung von Sitzmöbel: Schaumstoff Kriterien
Polsterung von Sitzmöbel: Schaumstoff Kriterien

Beim Zuschneiden der neuen Bezugsstoffe können Sie sich nach den alten Bezügen richten. Die neuen Schaumstoffpolsterungen sollten dagegen etwas größer als die alten sein. Sie werden mit Sprühkleber auf den Sitzflächen fixiert und erst im Anschluss passend zugeschnitten. Danach decken Sie den Schaumstoff mit Vlies ab und befestigen die neuen Bezüge mit einem Tacker.

Die Oberflächen von alten Möbeln neu gestalten

Ist Ihr Möbelstück wieder komplett instandgesetzt, dürfen Sie die Gestaltung der Oberflächen in Angriff nehmen. Für diese Arbeit stehen Ihnen unzählige Mittel wie Öle, Wachse, Lacke und Lasuren zur Verfügung. Überlegen Sie deshalb zunächst, wie Ihr Möbelstück aussehen soll und welchen Anforderungen die Oberflächen genügen müssen. Die Behandlung mit einem Schellack, der in früheren Zeiten häufig genutzt wurde, sollten Sie allerdings einem Profi überlassen. Er besitzt die nötige Erfahrung, die für die Verarbeitung dieses Lacks erforderlich ist.

Alle Oberflächen sorgfältig schleifen

Türe abschleifen © sima, fotolia.com
Ist der alte Lack ab, lässt sich die Oberfläche neu gestalten © sima, fotolia.com

Unabhängig von Ihrer Entscheidung für ein bestimmtes Mittel ist es wichtig, die Holzoberflächen zunächst zu schleifen. Sind sie sehr rau, beginnen Sie mit grobem Schleifpapier in einer Körnung von 80 bis 120, sind sie relativ glatt, verwenden Sie gleich feineres Schleifpapier. Der letzte Schliff sollte mit Schleifpapier in der Körnung 180 oder höher erfolgen. Beachten Sie beim Schleifen von furnierten Möbeln jedoch, dass Furniere oft weniger als einen Millimeter dick sind. Bei diesen Möbeln müssen Sie deshalb vorsichtig sein, damit Sie nicht aus Versehen das komplette Furnier abschleifen. Schleifen Sie außerdem sowohl bei Massivholz als auch bei Furnier immer in Richtung der Maserung. Durch einen Schliff quer zur Maserung entstehen Kratzer.

Schleifen nur in Richtung der Maserung
Schleifen nur in Richtung der Maserung
Hinweis: Eine alte Lackierung lässt sich mit einem Abbeizer entfernen. Lesen Sie hierzu unseren Ratgeber Bereits lackiertes Holz mit einer neuen Lackschicht versehen.
Schleifen mit einem Schleifklotz © Birgit Reitz-Hofmann, stock.adobe.com
Schleifen mit einem Schleifklotz © Birgit Reitz-Hofmann, stock.adobe.com

Einen neuen Lack, eine Lasur, Wachs oder Öl auftragen

Unbehandeltes Holz benötigt zwei und zum Teil sogar drei Schichten Lack, Lasur, Wachs oder Öl. Ist die erste Schicht trocken geworden, schleifen Sie die Oberflächen deshalb mit einem Schleifschwamm glatt, entfernen den Schleifstaub und tragen die zweite Schicht auf. Sollten Sie danach mit dem Ergebnis noch nicht zufrieden sein, wiederholen Sie diesen Vorgang noch einmal.

Holz lackieren © Ingo Bartussek, fotolia.com
Holz lackieren © Ingo Bartussek, fotolia.com
Tipp: Eine mögliche Alternative zum Abschleifen ist das Bekleben mit selbstklebenden Folien. Sie sind in vielen Dekoren erhältlich und eignen sich vor allem zur Gestaltung von größeren Flächen wie zum Beispiel einer Tischplatte.
Statt lackieren gestalten mit selbstklebender Folie
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