Holzfeuchte

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Die Holzfeuchte – welche Rolle sie spielt und wie sie bestimmt wird

Holzfeuchte messen © maho, stock.adobe.com
Die Holzfeuchte messen – mit einem Gerät ganz einfach © maho, stock.adobe.com

Holz, also jedes Brett und jede Bohle, enthält stets eine gewisse Menge Wasser. Der Wasseranteil ist bei frisch geschlagenem Holz noch recht hoch, reduziert sich jedoch mit der Zeit, wenn Sie die Bretter beispielsweise in Ihrer Werkstatt zum Trocknen stapeln oder Ihr Brennholz für den Kamin unter einem Abdach lagern. Dann passt sich das Holz seiner Umgebung an und es verdunstet so lange Wasser, bis ein Gleichgewicht zwischen dem Holz und der Umgebung erreicht ist.

Es ist neben der relativen Luftfeuchtigkeit am Lagerort auch von der Umgebungstemperatur abhängig und wird als Ausgleichsfeuchte bezeichnet. Sie ist in Räumen und im Freien unterschiedlich hoch, denn im Freien ist die Luftfeuchtigkeit in der Regel höher. In der Werkstatt oder einem Lagerraum, wo die Luft für gewöhnlich einigermaßen trocken ist, verdunstet deshalb mehr Wasser aus dem Holz als im Freien.

Das Arbeiten von Holz – ein natürlicher Prozess

Kaminofen ©  lilli, stock.adobe.com
Die Holzfeuchte – auch bei Kaminholz wichtig © lilli, stock.adobe.com

Die Holzfeuchte, also der Wassergehalt, spielt bei der Verarbeitung von Holz eine wichtige Rolle, denn je mehr Wasser verdunstet, desto stärker zieht sich das Holz zusammen. Dieser Prozess wird als Schwinden bezeichnet. Wird Holz einer hohen Luftfeuchtigkeit ausgesetzt, nimmt es dagegen Wasser auf. Dadurch quillt es auf und gewinnt an Volumen. Diese Fähigkeit, sich im Hinblick auf die Luftfeuchtigkeit seiner Umgebung anzupassen, ist gemeint, wenn man sagt, dass Holz arbeitet. Es bindet zunächst Wasser in seinen Zellen und füllt danach die Räume zwischen den Zellen.

Letzteres verdunstet beim Schwinden zuerst wieder. Erst wenn dort keine Feuchtigkeit mehr vorhanden ist, verdunstet auch das Wasser aus den Zellen. Der Zeitpunkt, an dem sich nur in den Zellen Wasser befindet, wird Fasersättigungspunkt genannt und in Masse-Prozent (M-%) angegeben. Dieser Wert bezeichnet das Verhältnis der Wassermenge zur Holzmasse in komplett trockenem Zustand, dem Darrgewicht. Wie viel Wasser die Zellen aufnehmen können, hängt allerdings von der Holzart ab. Der Fasersättigungspunkt ist daher unterschiedlich hoch. Bei den meisten Holzarten liegt er zwischen 23 und 35 M-%, bei besonders leichten Hölzern auch oft darüber.

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Bei der Verarbeitung von Holz die Holzfeuchte berücksichtigen

Risse im Holz © Amphawan, stock.adobe.com
Beim Verdunsten von Wasser können Risse entstehen © Amphawan, stock.adobe.com

Das Arbeiten von Holz hat einen positiven Effekt auf das Raumklima, denn in einem Zimmer mit vielen Massivholzmöbeln, einem Fußboden oder Verkleidungen aus Holz ist die Luftfeuchtigkeit stets in einem angenehmen Bereich. Entsteht beispielsweise beim Kochen viel Wasserdampf, nimmt das Holz die überschüssige Feuchtigkeit auf und gibt sie später wieder an die Raumluft ab. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist Holz ein besonders gesunder Baustoff. Nur von Vorteil ist das Arbeiten allerdings nicht, denn Sie sollten den Feuchtigkeitsgehalt des Holzes bei seiner Verarbeitung berücksichtigen.

Er sollte der Umgebung entsprechen, in der Sie das Holz verbauen möchten. Lassen Sie diesen Punkt außer Acht, kann es leicht passieren, dass das Holz nach dem Einbau aufquillt oder schwindet und Verwerfungen oder Risse entstehen. Selbst Hersteller von Holzdielen, die ihre Produkte auf einen optimalen Wert trocknen, empfehlen deshalb, die Dielen zunächst im Raum zu lagern, in dem sie verlegt werden sollen. Durch diese Lagerung geben Sie den Dielen Zeit, sich an die Umgebung anzupassen.

Die Holzfeuchte – idealerweise im mittleren Bereich

Die Holzfeuchte wird ebenfalls in Masse-Prozent (M-%) angegeben. Bis zu einem Wert von 6 M-% gilt Holz als trocken und ab einem Wert von mehr als 35 M-% als nass. Sowohl eine sehr niedrige als auch eine sehr hohe Holzfeuchte macht eine Verarbeitung in den meisten Fällen unmöglich. Eine Ausnahme bilden lediglich besondere Verfahren wie das Biegen, das bei einer hohen Holzfeuchte einfacher ist. Für alle anderen Arbeiten ist in der Regel jedoch nur Holz mit einem Feuchtigkeitsgehalt zwischen 6 und 35 M-% interessant.

Mit dem Holzfeuchtemessgerät den Feuchtigkeitsgehalt bestimmen

Holzfeuchtigkeit messen © sasel77, stock.adobe.com
Die schlichtere Variante: das Holzfeuchtemessgerät mit Skala © sasel77, stock.adobe.com

Wasser leitet bekanntlich Strom. Zum Messen der Holzfeuchte verwendet man deshalb Geräte, die Strom durch das Holz fließen lassen und den elektrischen Widerstand messen. Hierzu legt man zwei Metallstifte an das Holz oder steckt sie bei weichem Holz hinein. Der elektrische Widerstand wird umso geringer, je höher der Wassergehalt ist. Aus diesem in Ohm gemessenen Wert errechnet das Gerät den Feuchtigkeitsgehalt und gibt ihn über eine Skala oder eine digitale Anzeige aus. Diese Berechnung ist bei einer Holzfeuchte von 6 bis 30 M-% sehr exakt, führt bei sehr trockenem und sehr nassem Holz jedoch zu ungenauen Ergebnissen.

Verwenden Sie ein Holzfeuchtemessgerät deshalb nur für Holz mit einem moderaten Feuchtigkeitsgehalt und messen Sie am besten immer an mehreren Stellen, denn die Feuchtigkeit kann unter Umständen nicht gleichmäßig verteilt sein. Wenn Sie ein Messgerät kaufen möchten, sollten Sie außerdem darauf achten, dass es speziell für Holz entwickelt wurde. Geräte für andere Zwecke sind häufig zu ungenau. Viel Geld müssen Sie jedoch nicht investieren, denn ein Holzfeuchtemessgerät bekommen Sie schon für 10 oder 20 Euro. Die Stromversorgung erfolgt in der Regel durch herkömmliche Batterien.

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