Holzfenster streichen

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Holzfenster streichen – mit einer Lasur oder einem Lack

Alte Holzfenster mit abgeblätterter Farbe © retbool, stock.adobe.com
Abgeblätterte Farbe bietet dem Holz keinen Schutz mehr © retbool, stock.adobe.com

Bei Fenstern aus Holz ist es wichtig, den Schutz vor Witterungseinflüssen regelmäßig zu erneuern. Holz im Außenbereich leidet unter Feuchtigkeit und starker Sonneneinstrahlung. Zudem kann es von Schädlingen und Pilzen befallen werden. Diese Gefahr ist besonders groß, wenn der alte Lack oder eine Lasur rissig geworden ist oder vielleicht sogar schon abblättert.

Sind an Ihren Fenstern Risse oder andere Unregelmäßigkeiten in der Oberfläche zu sehen, ist es daher an der Zeit, sie mit einem frischen Anstrich zu versehen. Dies ist gleichzeitig eine gute Gelegenheit, sie neu zu gestalten, sofern Sie Ihrem Haus ein frisches Aussehen geben möchten. Mit Fenstern in einer neuen Farbe wirkt es ganz anders.

Lasur oder Lack? – Die Unterschiede und die Vor- und Nachteile dieser beiden Mittel

Holzfenster lackieren © Stockphoto-Graf, stock.adobe.com
Ein Lack überdeckt die Maserung © Stockphoto-Graf, stock.adobe.com

Eine Lasur unterscheidet sich von einem Lack vor allem dadurch, dass die natürliche Maserung des Holzes sichtbar bleibt. Dies gilt selbst für die farbigen Lasuren in beispielsweise Grün oder Rot. Nach einem Anstrich mit einer Lasur ist daher weiterhin schon auf den ersten Blick erkennbar, dass es sich um Holzfenster handelt. Bei einem Lack entsteht dagegen eine geschlossene weiße oder farbige Oberfläche. Einzige Ausnahme sind die Klarlacke, mit denen Sie Ihre Holzfenster ebenfalls streichen können.

Holzfenster streichen, lackieren © Jürgen Fälchle, stock.adobe.com
Holzfenster lasieren: Die natürliche Maserung des Holzes bleibt sichtbar © Jürgen Fälchle, stock.adobe.com

Eine weitere Besonderheit einer Lasur ist die Tatsache, dass sie tiefer in das Holz eindringt als ein Lack. Dadurch schützt sie das Holz von innen vor Witterungseinflüssen, Schädlingen und Pilzen. Ein Lack verbleibt dagegen auf der Oberfläche und bildet dort einen schützenden Film. Letztendlich ist die Entscheidung zwischen einer Lasur und einem Lack aber vor allem davon abhängig, wie Ihre Fenster aussehen sollen und wie viel Zeit Sie für deren Wartung erübrigen können. Eine Lasur sollten Sie etwa alle zwei Jahre erneuern, während ein Lack meist eine längere Haltbarkeit hat. Sie liegt bei circa fünf Jahren. Die beiden Werte sind allerdings nur eine grobe Richtschnur, denn auch andere Faktoren wie zum Beispiel die Lage eines Gebäudes spielen eine Rolle. Prasselt ständig Regen an die Fenster, sind die Intervalle kürzer als an einem geschützten Standort.

Unterschiede: Lack und Lasur
Unterschiede: Lack und Lasur
Tipp: Mit einem Pflegemittel speziell für Holzfenster verlängern Sie den Zeitraum zwischen zwei Anstrichen.

Für Holzfenster geeignete Lacke

Möchten Sie einen Lack verwenden, sollten Sie darauf achten, dass Sie ein Produkt wählen, das durchlässig für Wasserdampf ist. Auf den Innen- und Außenseiten der Fenster bestehen ständig große Unterschiede im Hinblick auf die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit. Es muss deshalb ein gewisser Austausch stattfinden, damit sich im Bereich der Fenster keine Feuchtigkeit staut. Dies könnte zu einem Faulen des Holzes oder zu einem Aufplatzen der Lackschicht führen. Zum Streichen von Holzfenstern eignen sich vor allem atmungsaktive Acryl- und Alkydharzfarben für den Außenbereich.

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Optimal für Holzfenster: Dickschichtlasuren

Lasuren lassen sich in die beiden Gruppen der Dünn- und Dickschichtlasuren unterteilen. Diese beiden Varianten unterscheiden sich durch ihren Gehalt an Bindemitteln, Pigmenten und anderen Festkörpern, die einen Einfluss auf die Konsistenz haben. Zum Streichen von Holzfenstern sind Dickschichtlasuren ideal, denn sie schützen das Holz besser vor Feuchtigkeit als Dünnschichtlasuren. Dadurch verhindern sie, dass sich die Fenster verziehen und nicht mehr richtig schließen. Dickschichtlasuren können Sie deshalb auch für andere Bauteile aus Holz verwenden, bei denen die Maßhaltigkeit eine wichtige Rolle spielt. Für alle anderen Projekte sind die etwas leichter zu verarbeitenden Dünnschichtlasuren jedoch ebenso gut geeignet.

Haben Ihre Fenster noch keinerlei Behandlung bekommen, sollten Sie außerdem eine Grundierung auftragen. Sie bietet dem Holz einen guten Schutz und sorgt gleichzeitig dafür, dass der Anstrich gleichmäßig wird.

Die richtigen Werkzeuge auswählen

Eine Lasur tragen Sie am besten mit einem Flachpinsel auf, einen Lack mit einem Flachpinsel oder einem Rundpinsel. Im Handel finden Sie außerdem spezielle Fensterpinsel. Sie sind auf einer Seite abgeschrägt und erleichtern Ihnen dadurch das Streichen der Kanten, die an die Glasscheiben grenzen. Zum Streichen der größeren Flächen verwenden Sie am besten einen Roller, für den Sie zusätzlich eine kleine Wanne benötigen. Darüber hinaus brauchen Sie für den Zwischenschliff Schleifschwämme oder einen Schleifklotz und feines Schleifpapier etwa in der Körnung 240.

Lacke und Lasuren: Die richtigen Pinsel und Walzen
Lacke und Lasuren: Die richtigen Pinsel und Walzen

Auf den richtigen Zeitpunkt warten

Lacke und Lasuren vertragen in flüssigem Zustand keine niedrigen und hohen Temperaturen. Wählen Sie für den Anstrich deshalb einen Tag mit moderaten Temperaturen. Auch Sonneneinstrahlung kann das Ergebnis beeinträchtigen, denn es lässt die Mittel zu schnell trocknen. Idealerweise streichen Sie Ihre Holzfenster deshalb bei bedecktem Himmel.

Die Fenster vorbereiten

Alte Fenster zum streichen auf einem Holzbock ©  EKH-Pictures, stock.adobe.com
Auf zwei Holzböcken arbeitet es sich leichter: Alte Fenster zum streichen © EKH-Pictures, stock.adobe.com

Fensterflügel lassen sich in eingebautem Zustand nur schwerlich lasieren oder lackieren. Nehmen Sie die Flügel deshalb aus den Rahmen und bearbeiten Sie diese auf zwei Holzböcken oder einer anderen Unterlage. Schrauben Sie möglichst auch die Griffe ab. Auf diese Weise ersparen Sie sich das Abkleben und können gleichzeitig bequemer arbeiten. Damit Sie die Fensterscheiben nicht mit großem Aufwand wieder reinigen müssen, decken Sie diese mit Papier ab und fixieren das Papier mit Kreppband. Dieses Kreppband entfernen Sie gleich nach dem Anstrich wieder, damit eine saubere Kante entsteht. Denken Sie außerdem an die Beschläge und Scharniere, die Sie ebenfalls am besten abnehmen oder alternativ abkleben.

Wie umfangreich die weiteren vorbereitenden Maßnahmen sind, hängt davon ab, ob die Fenster noch weitestgehend in Ordnung sind oder starke Beschädigungen aufweisen. In ersterem Fall reicht es aus, die Oberflächen mit Schleifpapier in der Körnung 180 zu glätten und im Anschluss neuen Lack oder eine Lasur aufzutragen. Sind sie stark beschädigt oder sollen Ihre Fenster eine neue Farbe bekommen, entfernen Sie jedoch besser die gesamte alte Schutzschicht.

Die Fensterrahmen abschleifen oder abbeizen

Fenster: Alte Farbschicht entfernen © sima, stock.adobe.com
Alte Farbschichten sorgfältig entfernen © sima, stock.adobe.com

Einen alten Lack können Sie abschleifen oder Sie verwenden einen Abbeizer, der die Lackschicht auf chemische Weise anlöst. Solch ein Mittel tragen Sie mit einem Pinsel auf die Fenster auf und lassen es gemäß der Herstellerangaben einwirken. Im Anschluss entfernen Sie mit einem Spachtel den alten Lack. Sollten Reste übrig bleiben, helfen etwas Wasser und ein Schwamm oder Sie tragen noch einmal Abbeizer auf.

Eine mögliche Alternative zu einem Abbeizer ist die Behandlung mit einem Heißluftfön. Er löst die alte Lackschicht durch Hitze, sodass Sie diese ebenfalls mit einem Spachtel lösen können. Seien Sie jedoch vorsichtig, damit Sie das Holz nicht verbrennen.

Hinweis: Treffen Sie die nötigen Schutzvorkehrungen bei der Verwendung von Abbeizern. Diese Mittel enthalten aggressive und entsprechend gesundheitsgefährdende Stoffe. Gleiches gilt bei der Arbeit mit dem Heißluftfön, denn ein Lack kann beim Erhitzen schädliche Dämpfe abgeben.
Fenster mit farbigen Rahmen © maramicado, stock.adobe.com
Fenster mit farbigen Rahmen: Es muss nicht immer Braun oder Weiß sein © maramicado, stock.adobe.com

Möchten Sie eine alte Lackschicht abschleifen, ist es zu empfehlen, ein elektrisches Schleifgerät wie zum Beispiel einen Schwingschleifer oder einen Exzenterschleifer zu verwenden. Sämtliche Fenster von Hand abzuschleifen, wäre äußerst mühsam und würde viel Zeit in Anspruch nehmen. Beginnen Sie außerdem mit grobem Schleifpapier, um sich die Arbeit zu erleichtern, und schleifen Sie die Holzoberflächen im Anschluss mit feinem Schleifpapier wieder glatt. Die schmalen Kanten direkt am Glas und die Innenecken sind mit einem Schleifgerät nicht erreichbar. Diese schleifen Sie daher von Hand. Damit das Glas nicht beschädigt wird, decken Sie es vorher ab. Sollten Sie beim Schleifen tiefe Kratzer, Löcher oder andere Beschädigungen entdecken, schließen Sie diese mit etwas Holzkitt. Achten Sie auf die richtige Farbe, falls Sie Ihre Fenster mit einer Lasur streichen möchten.

Tipp: Erwärmen Sie Holzkitt mit einem Feuerzeug. Durch die Hitze wird der Kitt geschmeidig, lässt sich leichter an die gewünschte Stelle bringen und bei Bedarf auch mit Kitt in einem anderen Farbton mischen.

Soll auch die Kittschicht entlang der Glasflächen erneuert werden, entfernen Sie den alten Fensterkitt mit einem Spachtel oder einem Stecheisen. Der richtige Zeitpunkt, um Fenster neu zu verkitten, ist nach der Grundierung beziehungsweise vor dem Anstrich mit einem Lack oder einer Lasur. Sind Ihre Fenster mit Gummidichtungen versehen, nehmen Sie diese heraus.

Die Fenster streichen

Soweit erforderlich tragen Sie als erstes die Grundierung auf. Sie benötigt nach der Trockenzeit einen Zwischenschliff, durch den Sie die Holzoberfläche wieder glätten. Hierfür verwenden Sie feines Schleifpapier oder einen Schleifschwamm. Entfernen Sie im Anschluss sorgfältig den Schleifstaub und achten Sie bei Malerarbeiten stets auf eine saubere Arbeitsumgebung.

Fensterrahmen Kanten streichen © Africa-Studio, stock.adobe.com
Fensterrahmen: Mit einem kleinen Pinsel die Kanten streichen © Africa-Studio, stock.adobe.com

Beim Auftragen der Lasur beziehungsweise des Lacks beginnen Sie stets bei den schmalen und weniger sichtbaren Elementen wie dem Falz und den Kanten. Die größeren Flächen des Rahmens streichen Sie zum Schluss. Sie sind am deutlichsten sichtbar und sollten deshalb möglichst perfekt gestrichen sein. Sollte eine weitere Schicht Lack oder Lasur erforderlich sein, nehmen Sie nach dem Aushärten der ersten Lackschicht einen Zwischenschliff vor. Zum Glätten einer Lackschicht eignen sich ebenfalls Schleifschwämme oder Schleifpapier in der Körnung 220 oder 240.

Sind Ihre Fenster schließlich perfekt gestrichen, sollten Sie mit dem Einsetzen der Fensterflügel einen Tag warten, sofern dies möglich ist. Dann sind die Oberflächen trocken und vollständig ausgehärtet, sodass es beim Einbau nicht zu Beschädigungen kommt.

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