Holz verleimen und verkleben

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Holz verleimen und verkleben – so sorgen Sie für dauerhafte und belastbare Verbindungen

Holz verleimen © sergey0506, stock.adobe.com
Leime und Kleber für Holz – mit dem richtigen Mittel entsteht eine feste Verbindung © sergey0506, stock.adobe.com

Leime und Klebstoffe, mit denen sich mehrere Holzelemente fest miteinander verbinden lassen, gibt es mittlerweile viele. Die wichtigsten und meist verwendeten sind jedoch die Polyvinylacetat-Leime, die auch Tischler- oder Weißleime genannt werden und sich in der Ausführung als Lackleim selbst zum Verleimen von beschichteten Spanplatten und ähnlichen Holzwerkstoffen eignen. Für wasserfeste Verbindungen können Sie einen Polyurethanleim verwenden und mit einem Montagekleber lässt sich Holz sogar auf andere Materialien wie Stein oder Metall kleben.

Eine gute Orientierungsmöglichkeit: die Einteilung in die Klassen D1 bis D4

Bevor Sie sich auf die Suche nach dem richtigen Holzleim machen, sollten Sie wissen, dass Leime gemäß der DIN EN 204 in die Klassen D1 bis D4 eingeteilt werden. Diese Einteilung hilft Ihnen dabei, den für Ihr Vorhaben richtigen Leim zu finden.

  • D1: Diesen Leim können Sie im Innenbereich verwenden, wo das Holz keinerlei Feuchtigkeit ausgesetzt ist und eine Holzfeuchte von weniger als 15 Prozent hat.
  • D2: Dieser Leim eignet sich ebenfalls für den Innenbereich, das Holz darf jedoch ab und zu etwas feucht werden. Die Holzfeuchte darf den Wert von 18 Prozent jedoch nicht überschreiten.
  • D3: Dieser Leim kann im Innenbereich genutzt werden und eignet sich für Verleimungen, die oft einer hohen Luftfeuchtigkeit oder einer kurzzeitigen Wassereinwirkung ausgesetzt sind. Einen Holzleim der Klasse D3 können Sie außerdem im Außenbereich verwenden, sofern das Holz den Witterungseinflüssen nicht direkt ausgesetzt ist.
  • D4: Dieser Leim der höchsten Klasse hält selbst einer direkten Bewitterung und länger andauernder Einwirkung von Wasser oder Kondenswasser stand.
Tipp: Holz passt sich seiner Umgebung an und kann ein wenig aufquellen oder schwinden. Für ein perfektes Ergebnis legen Sie das Holz daher einen Tag vor dem Verleimen an seinen endgültigen Bestimmungsort und nehmen auch die Verleimung dort vor. Alternativ schaffen Sie in Ihrer Werkstatt ähnliche Bedingungen.

Der Klassiker: Tischlerleim, Weißleim oder Polyvinylacetat-Leim

Holzleim © donatas1205, stock.adobe.com
Für die meisten Verleimungen bestens geeignet: der Holzleim © donatas1205, stock.adobe.com

Der am häufigsten genutzte und deshalb auch als Tischlerleim bezeichnete Holzleim ist der Polyvinylacetat-Leim (PVA). Er hat in flüssigem Zustand eine weiße Farbe und ist deshalb auch unter der Bezeichnung Weißleim bekannt. Sie brauchen sich jedoch keine Gedanken über die Farbe zu machen, denn nach dem Aushärten ist der Leim durchsichtig. Polyvinylacetat-Leim bekommen Sie in den Klassen D1 bis D3. Ihn können Sie daher selbst für Verleimungen verwenden, bei denen das Holz Feuchtigkeit ausgesetzt ist. Richtig wasserfest ist der Leim jedoch nicht.

Bei der Verwendung von Weißleim gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Befreien Sie die zu verleimenden Oberflächen von Staub und Schmutz und achten Sie darauf, dass sie trocken und fettfrei sind.
  2. Streichen Sie den Tischlerleim mit einem Pinsel auf eines der beiden Holzelemente, die Sie verbinden möchten. Auf diese Weise versehen Sie die gesamte Oberfläche mit Leim und der Holzleim kann seine volle Klebekraft entfalten. Allein bei stark saugenden Oberflächen und Holzarten wie Fichte tragen Sie auf beide Holzelemente Leim auf. Sollte etwas Leim auf die angrenzenden Flächen gelangen, entfernen Sie ihn mit einem Tuch.
  3. Fügen Sie die beiden Holzelemente aneinander und fixieren Sie die Verbindung mithilfe von Schraubzwingen. Damit hierbei keine Druckstellen im Holz entstehen, verwenden Sie Zulagen. Dies können zum Beispiel kleine Stücke Massivholz sein, die Sie zwischen das Holz und die Zwinge legen. (136322570 Schraubzwingen pressen die zu verleimenden Holzteile aneinander)
  4. Nun muss der Leim abbinden. Wie lange dies dauert, sollte auf der Leimflasche stehen. Weißleim benötigt in der Regel jedoch nicht länger als 20 bis 30 Minuten, um auszuhärten.
  5. Zum Schluss entfernen Sie die Zwingen und beseitigen die Leimreste, die durch den Druck der Zwingen herausgequollen sind. Dies gelingt Ihnen am besten mit einem Stecheisen oder einer anderen scharfen Klinge. Das Abschleifen der Leimreste ist jedoch ebenfalls möglich.

Eine Verbindung durch Holzleim ist zwar direkt nach dem Abnehmen der Zwingen fest, aber erst nach einigen Tagen voll belastbar. Grund hierfür ist das im Holzleim enthaltene Wasser, das vom Holz aufgenommen wird und zunächst wieder verdunsten muss.

Hinweis: Polyvinylacetat-Leim enthält keine sonderlich gesundheitsschädigenden Substanzen. Dennoch sollten Sie zum Verleimen von Holz, das später mit Lebensmitteln in Berührung kommt, einen lebensmittelechten Holzleim verwenden.
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Zum Verleimen von Spanplatten: der Lackleim

Möbel aufbauen © Gorodenkoff, stock.adobe.com
Mit einem Lackleim lassen sich beschichtete Spanplatten verleimen © Gorodenkoff, stock.adobe.com

Eine besondere Variante des Weißleims ist der Lackleim. Er kommt vor allem beim Verleimen von beschichteten Spanplatten und lackiertem Holz zum Einsatz. Wenn Sie einen Lackleim verwenden möchten, schleifen Sie die Stellen, auf die Sie den Leim auftragen, am besten vorher an. Dadurch rauen Sie die Oberflächen auf und der Leim kann besser haften. Ansonsten gebrauchen Sie einen Lackleim wie einen herkömmlichen Weißleim.

Für wasserfeste Verbindungen: Polyurethanleime

Soll die Verbindung wasserfest sein, sind die Polyurethanleime (PU oder PUR) eine gute Wahl. Beachten Sie bei deren Verarbeitung jedoch, dass die Leime gesundheitsschädlich und allergieauslösend sind. Treffen Sie deshalb entsprechende Schutzvorkehrungen und tragen Sie Handschuhe sowie eine Atemschutzmaske, sofern Sie nicht für eine ausreichende Belüftung sorgen oder im Freien arbeiten können.

Mit einem Polyurethanleim lassen sich nicht nur zwei Holzelemente wasserfest aneinanderfügen. Dieser Leim eignet sich ebenso gut zum Verkleben von Holz mit anderen Materialien. Er schäumt beim Auftragen oft ein wenig, deshalb müssen Sie auch bei diesem Leim die beiden zu verbindenden Elemente durch Zwingen aneinanderpressen. Ein Polyurethanleim macht allerdings nur die Verbindung wasserfest. Das Holz reagiert nach wie vor empfindlich auf Feuchtigkeit und benötigt deshalb einen guten Schutz.

Mit einem Montagekleber Holz auf andere Werkstoffe kleben

Montagekleber wird aufgebracht © Nikcoa, stock.adobe.com
Ein Montagekleber sorgt selbst bei zwei verschiedenen Werkstoffen für eine feste Verbindung © Nikcoa, stock.adobe.com

Möchten Sie Holz auf ein anderes Material kleben, können Sie einen Montagekleber verwenden. Diese Klebstoffe sind in Ausführungen für den Innen- und Außenbereich verfügbar und können unter Umständen Dübel und Schrauben ersetzen. Mit ihnen kleben Sie Holz selbst auf Beton, Steine, Metall, Fliesen und viele andere Werkstoffe. Montagekleber werden häufig in Kartuschen angeboten. Sie benötigen daher eine Kartuschen-Pistole, um den Klebstoff auf die zu verklebenden Elemente aufzutragen. Als Alternative bietet sich eine sogenannte Einwegkartusche oder ein Montagekleber in der Tube an.

Beim Gebrauch von Montageklebern ist zu beachten, dass die Kleber eine hohe Anfangshaftung aufweisen und sehr schnell für eine feste Verbindung sorgen. Ein nachträgliches Verschieben ist kaum noch möglich, deshalb müssen Sie das Holz sofort an die richtige Stelle setzen. Hierbei können Markierungen äußerst hilfreich sein. Bevor Sie einen Montagekleber verwenden, sollten Sie außerdem bedenken, dass sich die beiden verklebten Teile meist nur mit Gewalt wieder voneinander lösen lassen. Nach solch einer Trennung ist das Holz in der Regel nicht mehr zu gebrauchen. Ein selbst gebautes Holzregal befestigen Sie deshalb besser weiterhin mit Dübeln und Schrauben an der Wand.

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