Holz und Platten furnieren

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Holz und Platten furnieren – auch in der Hobbywerkstatt möglich

In Tischlereien werden Holzwerkstoffe wie die Spanplatten und Massivholzplatten in großen Pressen furniert. Solch eine Presse ist für die meisten Heimwerker unerschwinglich. Dennoch lassen sich auch in der heimischen Werkstatt Platten furnieren. Hier erfahren Sie, wie es Ihnen gelingt.

Furnier kaufen – darauf sollten Sie achten

Furniere – oft nicht einmal einen Millimeter dick © Constantine Zhytsky, stock.adobe.com
Furniere – oft nicht einmal einen Millimeter dick © Constantine Zhytsky, stock.adobe.com

Furniere sind sehr dünne Holzplatten, die häufig eine Dicke von weniger als einen Millimeter haben. Sie werden aus dem Holz geschält, gemessert oder gesägt und aus fast allen Holzarten hergestellt. Auch bereits behandelte wie zum Beispiel geölte Furniere sowie Furniere, die auf ihren Rückseiten mit einem Schmelzkleber versehen sind, können Sie in den Fachmärkten sowie in Internetshops kaufen. Haben Sie Ihre Entscheidung für ein bestimmtes Furnier noch nicht getroffen, lohnt es sich daher, sich die verschiedenen Angebote anzusehen. Neben den Echtholzfurnieren bekommen Sie im Handel übrigens auch viele dem Furnier ähnliche Produkte wie die Dekofolien, die eine Holzart imitieren. Sie sehen wie Holz aus, bestehen jedoch aus Kunststoff und werden meist mit dem Begriff Nachbildung oder Holznachbildung gekennzeichnet.

Durch Furniere bekommen einfache Spanplatten eine edle Optik © sergey0506, stock.adobe.com
Durch Furniere bekommen einfache Spanplatten eine edle Optik © sergey0506, stock.adobe.com

Ein selbstklebendes Furnier wird sozusagen aufgebügelt, denn der Klebstoff auf der Rückseite des Furniers muss durch Hitze flüssiger gemacht werden. Dies geschieht wie bei den Umleimern für die Kanten in der Regel mithilfe eines Bügeleisens. Die Reste eines selbstklebenden Furniers oder ein zusätzliches Furnier, das Sie in schmale Streifen schneiden, eignen sich daher auch bestens für die Gestaltung der Kanten. Bei allen anderen Furnieren tragen Sie einen zähflüssigen Klebstoff auf, der an der Luft aushärtet. Für diese Furniere benötigen Sie zusätzlich zwei Platten und Schraubzwingen, mit denen Sie wie bei einer Presse das Furnier auf die Trägerplatte drücken.

Denken Sie beim Kauf von Furnier an den nötigen Gegenzug. Wenn Sie eine Trägerplatte nur von einer Seite furnieren, wird sie sich wölben und rund werden. Sie müssen die Platte daher entweder von beiden Seiten furnieren oder Sie verwenden für die Rückseite ein Gegenzugpapier. Es ist günstiger als ein Furnier und kommt vor allem dort zum Einsatz, wo die Optik der Rückseite keine Rolle spielt.

Als Klebstoff eignen sich herkömmliche Holzleime und Furnierkleber zum Kaltpressen. Furnierleime für den professionellen Gebrauch benötigen dagegen Hitze.

Möchten Sie eine Trägerplatte furnieren, haben Sie zwei Möglichkeiten:

  • Sie schneiden die Platte auf das endgültige Maß, das Furnier etwas größer, furnieren die Platte und schneiden die Überstände des Furniers ab.
  • Sie lassen die Platte etwas größer, furnieren sie und schneiden sie erst in furniertem Zustand auf das richtige Maß. Diese Vorgehensweise wird von den Profis bevorzugt.
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Anleitung zum Furnieren von Holz und Holzwerkstoffen

  1. Vor allem auf dünnen Furnieren werden sich Unebenheiten des Untergrunds später abzeichnen. Bereiten Sie die Trägerplatte deshalb sorgfältig vor und schleifen Sie die Oberfläche, bis sie vollkommen glatt ist. Risse, Löcher und andere Fehlstellen füllen Sie mit Holzkitt oder Spachtelmasse, die Sie nach dem Aushärten glatt schleifen. Damit der Klebstoff gut haftet, entfernen Sie sämtlichen Staub.
  2. Das Furnier schneiden Sie möglichst genau zu, damit es nur wenig übersteht. Passend zuschneiden lässt es sich zum Beispiel mit einem scharfen Cuttermesser, das Sie an einer Metallschiene oder einem anderen harten Gegenstand entlangführen. Möchten Sie häufiger furnieren, können Sie über die Anschaffung eines Furnierschneiders nachdenken. Ein Zuschnitt an einer Tischkreissäge ist ebenfalls möglich. Das Furnier allein würde durch die Drehbewegung des Sägeblatts allerdings flattern. Aus diesem Grund legen Sie es zwischen zwei dichte Platten wie zum Beispiel MDF-Platten und drücken die obere Platte beim Sägen fest auf die untere.
  3. Ein praktisches Werkzeug für große Flächen: der Leimroller © Roman_23203, stock.adobe.com
    Ein praktisches Werkzeug für große Flächen: der Leimroller © Roman_23203, stock.adobe.com
  4. Ist die Platte, die Sie furnieren möchten, klein, können Sie den Leim mit dem Pinsel auftragen. Bei einer größeren Platte verteilen Sie ihn jedoch besser mit einem Zahnspachtel, denn mit ihm lässt er sich schneller gleichmäßig verteilen. Noch schneller geht es mit dem Leimroller. Ein zügiger Auftrag ist vor allem bei der Verwendung von Holzleim wichtig, denn er härtet schnell aus.
  5. Nun legen Sie das erste Furnier auf die Oberseite der Platte, drehen die Platte um und legen das zweite Furnier auf die Rückseite.
  6. Die furnierte Platte legen Sie zwischen die beiden Druckplatten und setzen Schraubzwingen. Dadurch drücken Sie die Furniere fest auf die Trägerplatte. Bei einer großen Platte lässt sich der Druck in der Mitte erhöhen, indem Sie Kanthölzer oder Ähnliches unter die Schraubzwingen legen.
  7. Zwischen die Druckplatten gelangt nur wenig Luft. Entfernen Sie die Zwingen deshalb am besten erst am nächsten Tag, damit der Leim vollständig aushärten kann.
  8. Die Überstände des Furniers schneiden Sie mit einem Cuttermesser, einem scharfen Stecheisen oder einer feinen Säge ab. Hierbei müssen Sie sehr vorsichtig sein, denn das Furnier reißt leicht ein. Nicht zuletzt aus diesem Grund schneiden Tischler die Platten in der Regel erst nach dem Furnieren zu.

Die Alternative: Furniere mit Klebstoffrückseite

Umleimer lassen sich meist aufbügeln © LianeM, stock.adobe.com
Umleimer lassen sich meist aufbügeln © LianeM, stock.adobe.com

Haben Sie sich für ein Furnier mit Schmelzkleber auf der Rückseite entschieden, benötigen Sie zum Furnieren ein einfaches Bügeleisen sowie ein Baumwolltuch. Das Tuch legen Sie auf das Furnier, um das Holz vor Hitze zu schützen. Das Bügeleisen stellen Sie auf eine geringe bis mittlere Temperatur ein und bewegen es langsam und gleichmäßig über das Tuch. Durch ein wenig Druck verbessern Sie die Haftung des Furniers auf der Trägerplatte.
Ist die Platte fertig furniert, können Sie die Kanten bei Bedarf mit Umleimern versehen.

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So furnieren Sie breite Platten

Ein Leimband hält zwei Furniere beim Pressen zusammen © timltv, stock.adobe.com
Ein Leimband hält zwei Furniere beim Pressen zusammen © timltv, stock.adobe.com

Zum Furnieren von breiten Platten benötigen Sie mehrere Furniere. Diese lassen sich mithilfe einer Maschine aneinanderfügen, die ein wenig an eine Nähmaschine erinnert. Sie setzt im Zickzack einen Leimfaden auf zwei Furniere und hält sie dadurch zusammen. Die Anschaffung solch einer Maschine in einer kleinen Ausführung kann sich eventuell lohnen, wenn Sie oft große Platten furnieren. Fast ebenso gute Dienste leistet aber auch ein Furnierklebeband aus Papier, das Sie auf der Rückseite anfeuchten und auf den Stoß der beiden Furnierstreifen kleben. Sowohl die Furnierklebebänder als auch die Leimfäden können Sie einfach abschleifen, wenn sie ihren Zweck erfüllt haben.

Holzleim © donatas1205, stock.adobe.com
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