Holz schleifen

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Holz schleifen – so erzielen Sie ein perfektes Ergebnis

Das Schleifen ist eine der wichtigsten Arbeiten bei der Herstellung von Möbeln und anderen Produkten aus Holz. In diesem Ratgeber möchten wir uns deshalb ganz dem Thema Schleifen widmen, Sie über Schleifmittel und Schleifmaschinen informieren und Ihnen einige Tipps geben, wie Sie Holzoberflächen optimal für die weitere Behandlung mit einer Beize, einem Lack oder einem anderen Mittel vorbereiten.

Schleifmittel: Schleifpapiere, Schleifschwämme und Schleifvliese

Schleifpapiere © Sergey Chayko, fotolia.com
Schleifpapiere © Sergey Chayko, fotolia.com

Schleifpapier wird auch Sandpapier oder Schmirgelpapier genannt. Es besitzt eine Unterlage, auf die ein Schleifmittel wie Siliciumcarbid oder Korund aufgebracht und mit einem sogenannten Binder fixiert wird. Die Unterlage kann aus Papier oder einem anderen Material wie zum Beispiel einem Gewebe bestehen, das reißfester ist und sich deshalb sehr gut für das maschinelle Schleifen eignet. Für den Handschliff sind jedoch Papierunterlagen, die sich leicht falten und auf das benötigte Maß reißen lassen, ideal. Sie kommen auch bei vielen elektrischen Handschleifmaschinen zum Einsatz.

Weitere Schleifmittel sind die Schleifschwämmchen und Schleifvliese. Sie passen sich jeder beliebigen Form an und erleichtern Ihnen dadurch das Schleifen von Rundungen, Profilen und anderen Holzoberflächen, die nicht vollkommen glatt sind. Feine Schleifschwämmchen können Sie außerdem für den Zwischenschliff von lackierten Flächen verwenden.

Holz wird vor dem Lackieren abgeschliegen © goodmanphoto, fotolia.com
Holz abschlöeifen mit einem Schleifschwamm © goodmanphoto, fotolia.com
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Die Körnung und die Streudichte

Auf der Rückseite eines Schleifpapiers ist in der Regel die Körnung aufgedruckt. Sie ergibt sich durch ein Verfahren, auf das sich der Verband der europäischen Schleifmittelhersteller geeinigt hat. Hierbei nutzt man Siebe, die beispielsweise bei der Herstellung von Schleifpapier in einer 120er-Körnung pro Zoll 120 Maschen haben. Durch dieses Sieb muss das Schleifkorn gerade noch hindurchfallen. Soll das Schleifpapier feiner werden, muss das Sieb mehr Maschen pro Zoll haben. Desto höher die Körnung ist, desto feiner ist also das Schleifpapier.

Zum Schleifen von Holz eignen sich Schleifmittel ab der Körnung 80. Noch gröberes Schleifpapier würde Schleifspuren hinterlassen, die sich kaum wieder entfernen lassen. Nach oben gibt es dagegen kein Limit. Wenn eine Holzoberfläche extrem glatt werden soll, dürfen Sie daher ruhig Schleifpapier mit einer sehr hohen Körnung verwenden. Welche Körnung die richtige ist, hängt von der Holzart und der vorangegangen Behandlung ab. Hier jedoch eine grobe Richtschnur, welche Schleifpapiere Sie für welche Arbeiten verwenden können.

  • Körnung 80: für den groben Vorschliff von Massivholz
  • Körnung 80 bis 150: zum Schleifen von gehobelten Holzflächen und Furnier sowie für den Zwischenschliff
  • Körnung von 150 und höher: für den Feinschliff von Holz
Welche Schleifpapier-Körnung eignet sich für welchen Vorgang
Welche Schleifpapier-Körnung eignet sich für welchen Vorgang?

Bei Schleifpapier unterscheidet man außerdem zwischen einer dichten, einer halboffenen und einer offenen Streuung. Bei der offenen und halboffenen Streuung verbleiben Zwischenräume, durch die Schleifstaub und feine Späne abtransportiert werden. Sie verhindern, dass sich das Schleifpapier zusetzt. Dies geschieht besonders leicht beim Schleifen von Nadelholz, das relativ weich ist und oft Harz enthält. Wenn Sie Nadelholz schleifen möchten, ist deshalb eine offene Streuung ideal. Bei ihr ist nur 50 bis 70 Prozent der Oberfläche eines Schleifmittels mit Schleifkorn bedeckt. Für die Bearbeitung von Hartholz können Sie dagegen Schleifpapier in einer halboffenen oder dichten Streuung verwenden. Bei der halboffenen Streuung sind 70 bis 80 Prozent, bei der dichten Streuung ist fast die gesamte Oberfläche mit Schleifkorn belegt.

Holz schleifen – von Hand oder ganz bequem mit der Schleifmaschine

Holz lässt sich von Hand oder mit der Maschine schleifen. Für den Handschliff bekommen Sie in den Baumärkten Schleifklötze, die Sie mit Schleifpapier bestücken. Schleifklötze aus Kork liegen gut in der Hand und eignen sich daher auch bestens für Feinarbeiten. Wenn Sie größere Flächen bearbeiten möchten, können Sie sich jedoch auch für einen langen Schleifklotz aus Kunststoff entscheiden. An ihm lässt sich das Schleifpapier mit Klemmen fixieren. In den Baumärkten finden Sie außerdem Schleifmaschinen in einer großen Auswahl und dazu passende Schleifpapiere in den unterschiedlichsten Größen und Formaten. Einige werden durch praktische Klettverschlüsse befestigt, andere in eine Vorrichtung geklemmt.

Schleifen mit einem Schleifklotz © Birgit Reitz-Hofmann, stock.adobe.com
Ideal zum Schleifen von größeren Flächen: Schleifklötze aus Kunststoff © Birgit Reitz-Hofmann, stock.adobe.com

Möchten Sie eine Schleifmaschine kaufen, haben Sie die Wahl zwischen

  • Bandschleifern
  • Schwingschleifern
  • Exzenterschleifern und
  • Deltaschleifern.
Welche Schleifmaschine für welches Vorhaben
Welche Schleifmaschine für welches Vorhaben?

Mit einem Bandschleifer lassen sich größere Flächen zügig schleifen und mit dem Schwingschleifer glätten Sie schnell grob strukturierte Oberflächen wie zum Beispiel unbehandeltes Massivholz. Suchen Sie eine Schleifmaschine für feinere Arbeiten, ist dagegen der Exzenterschleifer eine gute Wahl. Er ist komfortabel in der Handhabung und eignet sich auch zum Schleifen von Rundungen. Ein noch kompakteres Gerät ist der Deltaschleifer. Er hat eine dreieckige Form, deshalb erreichen Sie mit ihm selbst Zwischenräume und Ecken. (254708095 Mit dem Exzenterschleifer auch Rundungen perfekt schleifen)

Holz schleifen mit dem Schwingschleifer © deagreez, stock.adobe.com
Bei Heimwerkern sehr beliebt: der Schwingschleifer © deagreez, stock.adobe.com

Unabhängig von der Frage, ob Sie sich für den Handschliff oder das Schleifen mit der Maschine entscheiden, sind meist mehrere Schleifvorgänge mit Schleifpapieren in verschiedenen Körnungen erforderlich. Beginnen Sie mit einer niedrigen Körnung, um eine Holzoberfläche zunächst grob zu glätten. Danach schleifen Sie das Holz mit mittlerem und zum Schluss mit feinem Papier. Durch diese Reihenfolge erleichtern Sie sich die Arbeit, denn würden Sie gleich mit feinem Schleifpapier beginnen, müssten Sie sehr lange schleifen, bis die Oberfläche wirklich glatt ist. Mit grobem Schleifpapier lassen sich Unregelmäßigkeiten dagegen leicht beseitigen. Es zahlt sich daher aus, etwas mehr Geld zu investieren und Schleifpapier in verschiedenen Körnungen zu kaufen.

Darauf sollten Sie beim Schleifen von Holz achten

Holz schleifen mit Schleifklotz © zdshooter, stock.adobe.com
Holz immer in Richtung der Maserung schleifen © zdshooter, stock.adobe.com

Beim Schleifen von Holz ist es wichtig, immer in Richtung der Maserung zu arbeiten. Sonst entstehen Kratzer, die Sie mit viel Aufwand wieder entfernen müssen. Diese Kratzer wären nach der folgenden Behandlung mit einer Lasur, einem Öl oder einem Klarlack weiterhin sichtbar und entsprechend störend. Beachten Sie beim Schleifen mit der Maschine, dass in der Regel kein zusätzlicher Druck erforderlich ist. Das Eigengewicht einer Schleifmaschine reicht in den meisten Fällen vollkommen aus. Bei der Arbeit mit einer Maschine kann es außerdem schnell passieren, dass Sie an einzelnen Stellen zu viel Material abtragen. Halten Sie die Schleifmaschine deshalb immer in Bewegung.

Hinweis: Schleifstaub ist oft gesundheitsgefährdend. Tragen Sie bei der Arbeit deshalb eine Staubmaske.

Entfernen Sie zwischendurch immer wieder den Schleifstaub mit einem Handfeger oder einem Tuch. Zum Schluss brechen Sie die Kanten. Sie sollten keinen rechten Winkel von genau 90 ° haben, sondern etwas abgeschrägt sein. Auf einer kleinen Fase finden Lacke und andere Mittel zur Oberflächenbehandlung besseren Halt. Das Brechen der Kanten hat darüber hinaus den Zweck, die Kanten vor Beschädigungen zu schützen. Aus einer Fase bricht weniger schnell ein Stück Holz als aus einer spitz zulaufenden Kante.

Für eine besonders glatte Oberfläche das Holz zwischendurch wässern

Möchten Sie ein perfektes Schleifergebnis erzielen, befeuchten Sie das Holz vor dem letzten Schliff mit einem Tuch oder einem Schwamm. Arbeiten Sie hierbei stets in Richtung der Maserung. Durch die Feuchtigkeit richten sich die Fasern wieder auf, die Sie beim Schleifen heruntergedrückt haben. Danach lassen Sie das Holz trocken werden und schleifen die Fasern weg. Das Wässern ist für Holzoberflächen zu empfehlen, die beim späteren Gebrauch ebenfalls Feuchtigkeit ausgesetzt sind wie zum Beispiel Gartenmöbel. Es verhindert, dass sich ihre Oberflächen schon bald rau anfühlen. Ebenfalls sinnvoll ist das Wässern, wenn Sie das Holz beizen möchten. Es sorgt für ein besonders gleichmäßiges Beizbild, das die natürliche Struktur des Holzes noch besser zur Geltung kommen lässt.

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