Holz richtig ölen

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Holz richtig ölen – so wird’s gemacht

Holz mit einem Öl zu behandeln, hat gegenüber einer Lackierung einige Vorteile. Im Vergleich mit anderen Holzschutzmitteln lässt sich ein Öl außerdem besonders leicht auftragen. Viele Heimwerker und Bastler greifen deshalb mittlerweile zu einem Holzöl. Wenn auch Sie Ihre selbst gebauten Möbel mit einem Holzschutz versehen oder Ihre Gartenmöbel auffrischen möchten, finden Sie hier eine Anleitung sowie einen Überblick über die verschiedenen Holzöle.

Die Vorteile von Holzölen

Holz ölen © Lars Zahner, stock.adobe.com
Holz ölen – mit einem Tuch ganz leicht © Lars Zahner, stock.adobe.com

Ein Öl dringt tief in die Poren des Holzes ein. Dadurch schützt es das Holz von innen vor Feuchtigkeit. Dennoch bleibt das Holz weiterhin atmungsaktiv und diffusionsoffen, das heißt, es kann Feuchtigkeit aufnehmen und zu einem späteren Zeitpunkt wieder abgeben. Dies ist vor allem bei Badmöbeln von Vorteil, die nach dem Duschen oft von Wasserdampf umhüllt sind. Viele andere Holzprodukte wie zum Beispiel Küchenarbeitsplatten aus Massivholz und Gartenmöbel aus Holz kommen jedoch ebenfalls mit Wasser oder einer hohen Luftfeuchtigkeit in Kontakt. Auch bei ihnen bietet es sich daher an, ein Öl anstelle eines anderen Holzschutzmittels zu verwenden.

Gartenstuhl aus Holz wird gepflegt © Ingo Bartussek, stock.adobe.com
Die Alternative: Holzöl mit dem Pinsel auftragen © Ingo Bartussek, stock.adobe.com

Auch eine Rissbildung lässt sich durch die Behandlung mit einem Öl verhindern. Durch das Öl trocknet das Holz nicht aus. Viele Heimwerker und Bastler schätzen außerdem die samtige Oberfläche, die ein Öl Holz verleiht. Den Unterschied zu einem Lack spüren Sie am deutlichsten auf Holzoberflächen, die Sie mit der Haut berühren wie zum Beispiel die Armlehnen von Gartenmöbeln. Eine ebenso angenehme Haptik besitzen geölte Kinderspielzeuge aus Holz. Nicht zuletzt bringt ein Öl die natürliche Maserung von Holz noch besser zum Vorschein. Dadurch macht es Holzprodukte optisch noch interessanter.

Das bewirkt Holzöl
Das bewirkt Holzöl

Sollten sich auf einer geölten Holzoberfläche im Laufe der Zeit Gebrauchsspuren zeigen, ist dies nicht weiter schlimm. Schleifen Sie einfach das Holz, bis alle Kratzer und Beschädigungen beseitigt sind, und tragen Sie eine neue Schicht Öl auf.

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Die Nachteile von Holzölen

Nachteilig ist bei einem Holzöl, dass keine geschlossene Oberfläche entsteht. Im Unterschied zu lackiertem Holz kann daher Schmutz in die Holzporen eindringen. Ein Schutz aus Öl muss darüber hinaus laufend erneuert werden. So empfiehlt es sich zum Beispiel bei Holz im Außenbereich wie zum Beispiel Gartenmöbeln und Holzfußböden auf der Terrasse, sie einmal jährlich zu ölen. Bei allen anderen Holzprodukten sind die Zeitintervalle von der Beanspruchung abhängig. Im Allgemeinen können Sie jedoch davon ausgehen, dass Holz wieder geölt werden sollte, wenn es sich rau anfühlt oder nicht mehr so gut aussieht. Vor allem im Freien verblasst es leicht, wenn es ständig der Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist. Dann bekommt es durch ein Öl wieder eine schöne braune Farbe. Im Außenbereich verhindert die Behandlung mit einem Holzöl außerdem die Entstehung einer Patina, die meist gräulich ist.

Holzöle – vom klassischen Leinöl bis hin zu den Hartwachsölen

Holz mit Öl behandeln © Ingo Bartussek, stock.adobe.com
Mit einem Holzöl die Farbe auffrischen © Ingo Bartussek, stock.adobe.com

Ein Holzöl kann farblos sein. Viele Öle enthalten jedoch Farbpigmente. Zu dieser Rubrik gehört auch das Teaköl, das Sie mittlerweile in vielen Geschäften bekommen. Es eignet sich nicht nur für die Behandlung von Teakholz, sondern auch für andere Holzarten, die eine mittelbraune Farbe bekommen sollen. Im Handel finden Sie jedoch auch Öle für bestimmte Holzarten wie das Lärchen-Öl oder das Douglasien-Öl. Sie unterstreichen den natürlichen Farbton des Holzes. Wenn Sie möchten, können Sie Holz aber auch eine ganz andere Farbe geben und es beispielsweise mit einem weißen, grauen oder blauen Öl streichen. Falls Sie unsicher sind, ob Ihnen die Farbe gefällt, probieren Sie das Öl am besten auf einem Reststück aus.

Parkett und Holzboden ölen © stokkete, stock.adobe.com
Sehr natürlich: ein geölter Holzfußboden © stokkete, stock.adobe.com

Über besondere Eigenschaften verfügen die Hartöle. Sie lassen eine relativ harte Oberfläche entstehen, die sehr widerstandsfähig ist. Hartöle sind daher ideal für die Behandlung von Holzfußböden und anderen Holzelementen, die hohen Beanspruchungen ausgesetzt sind. Zu den Hartölen gehören deshalb unter anderem die vielen Bodenöle. Für eine Küchenarbeitsplatte aus Massivholz verwenden Sie jedoch besser ein Öl speziell für Arbeitsplatten. Es enthält keinerlei Substanzen, die bei einem direkten Kontakt mit Lebensmitteln einen negativen Einfluss haben könnten. Ebenso sorgfältig sollten Sie ein Öl für Kinderspielzeug auswählen. Für diesen Zweck bekommen Sie geprüfte Öle, die für Spielzeuge ausdrücklich zugelassen sind. Holzöle können außerdem mit einem UV-Schutz versehen sein. Er verhindert eine vorzeitige Vergrauung, weil er das Holz vor den aggressiven UV-Strahlen der Sonne schützt.

Im weiteren Sinne zählen auch die Hartwachsöle zu den Holzölen. Sie bestehen aus Öl und Wachs und machen Holzoberflächen durch den enthaltenen Wachs wasserabweisender. Auf Holz, das Sie mit Hartwachsöl behandeln, entstehen außerdem weniger schnell Flecken durch verschüttete Flüssigkeiten wie Kaffee, Tee oder Cola.

Hinweis: In früheren Zeiten nutzte man zum Ölen von Holz oft reines Leinöl. Es trocknet allerdings sehr langsam und ist erst nach Tagen oder sogar Wochen richtig durchgetrocknet. Etwas schneller geht es mit Leinölfirnis, die neben Leinöl sogenannte Sikkative, also Trockenstoffe, enthält.

Holz ölen – so gehen Sie vor

Holz schleifen mit Schleifklotz © zdshooter, stock.adobe.com
Vor dem Ölen das Holz schleifen © zdshooter, stock.adobe.com

Möchten Sie eine Holzoberfläche ölen, sollten Sie diese zunächst sorgfältig schleifen. Beenden Sie den Schleifprozess mit einem möglichst feinen Schleifpapier in einer Körnung von 180 oder 200 und entfernen Sie sämtlichen Schleifstaub. Ein Öl tragen Sie am besten mit einem sauberen Tuch auf. Es sollte nicht fusseln, damit keine Fasern im Öl hängen bleiben. Ein Tuch aus Baumwolle oder Leinen ist daher eine gute Wahl. Sie können aber auch einen Pinsel oder eine Rolle verwenden.

Holz ölen: So gehen Sie vor
Holz ölen: So gehen Sie vor

Geben Sie etwas Öl auf das Tuch und verteilen Sie es auf dem Holz. Sind Stirnkanten vorhanden, tragen Sie dort mehr Öl auf, denn Stirnkanten saugen stärker als beispielsweise die Oberfläche einer Tischplatte. Ob Sie genug Öl aufgetragen haben, erkennen Sie daran, dass die Holzoberfläche nach der Behandlung feucht aussieht. Weil es eine gewisse Zeit dauert, bis das Holz das Öl aufgenommen hat, machen Sie im Anschluss eine Pause, die ruhig eine Stunde oder länger dauern darf. Danach nehmen Sie einen weiteren sauberen Lappen und wischen mit ihm über die Oberfläche. Er nimmt das überschüssige Öl auf.

Betrachten und befühlen Sie das Holz am folgenden Tag. Fühlt es sich noch rau an, ölen Sie es noch ein zweites Mal und nötigenfalls noch öfter. Verwenden Sie bei diesen Behandlungen jedoch weniger Öl. Auch ein Zwischenschliff kann helfen, wenn die Oberfläche noch rau ist. Für diesen Zweck eignen sich am besten Schleifschwämmchen in feinen Körnungen.

Hinweis: Bei ölgetränkten Lappen, Pinseln und Rollen besteht die Gefahr, dass es zu einer Selbstentzündung kommt. Wenn Sie diese aufbewahren möchten, legen Sie die Gegenstände am besten in Wasser oder in ein Gefäß, das sich luftdicht verschließen lässt.

Wie Sie sehen, ist das Ölen von Holz kinderleicht. Der größte Vorteil von Holzölen liegt jedoch sicherlich darin, dass sie die Natürlichkeit des Materials unterstreichen.

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