Wie laut ist eine Wärmepumpe?

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Wärmepumpen wird eine zentrale Rolle in der Energiewende zugesprochen. Allerdings zögern viele Verbraucher bei der Anschaffung des Heizsystems, weil sie ein sehr lautes Betriebsgeräusch vermuten. Wir zeigen Ihnen, wie laut Wärmepumpen sein können und welche gesetzlichen Grenzwerte es gibt, die die Wärmeerzeuger einhalten müssen.

Luftwärmepumpen an der Gartenfront eines modernen Hauses installiert © Sevda Ercan, stock.adobe.com
Hecken oder Sträucher in der Nähe der Wärmepumpe können die Betriebsgeräusche reduzieren © Sevda Ercan, stock.adobe.com
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Die Lautstärke von Wärmepumpen

Wenn eine Wärmepumpe arbeitet, greifen viele verschiedene Komponenten und Prozesse ineinander. Hier arbeiten Pumpen, es kommen Kompressoren, Kondensatoren oder Ventilatoren zum Einsatz. All diese Bauteile verursachen Geräusche. Wie laut eine Wärmepumpe werden kann, wird von den Herstellern in den technischen Daten angegeben. Die durchschnittliche Geräuschentwicklung einer Wärmepumpe im Normalbetrieb liegt bei 30 bis 65 Dezibel A. Diese Angabe gilt vor allem für die Komponenten, die außerhalb des Hauses liegen. Wichtig zu wissen: Die ermittelten Arbeitsgeräusche werden direkt neben der Wärmepumpe gemessen. Je mehr Sie sich von der Pumpe entfernen, desto leiser wird sie. Schon nach wenigen Metern Abstand sinken die Dezibel deutlich.

Welche Grenzwerte muss eine Wärmepumpe im Betrieb einhalten?

In Deutschland gibt das Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) nicht nur Grenzwerte für Abgase von Heizungsanlage vor, sondern bestimmt auch Grenzwerte für die Geräuschbelastung durch Anlagen oder Geräte. Entsprechend lassen sich folgende Grenzwerte ableiten, die eine Wärmepumpe im Betrieb einhalten muss:

Aufstellort maximale Betriebslautstärke tagsüber maximale Betriebslautstärke nachts
Reines Wohngebiet 50 dB(A) 35 dB(A)
Allgemeines Wohngebiet / Kleinsiedlungsgebiet 55 dB(A) 40 dB(A)
Mischgebiet (Gewerbe/Wohnen) 60 dB(A) 45 dB(A)
städtisches Gebiet 63 dB(A) 45 dB(A)
Gewerbegebiet 65 dB(A) 50 dB(A)
Industriegebiet 70 dB(A) 70 dB(A)
Kurort 45 dB(A) 35 dB(A)

Wenn Sie eine Wärmepumpe kaufen, muss sie diese Grenzwerte erfüllen. Sie darf und wird somit nicht lauter sein.

Ab dem Jahr 2024 werden die Grenzwerte für die Geräuschemissionen von Außengeräten von Wärmepumpen noch strenger. Um eine staatliche Förderung zu erhalten, müssen die Betriebsgeräusche mindestens fünf Dezibel unter den Vorgaben der EU-Ökodesign-Verordnung liegen. Im Jahr 2026 wird dieser Wert auf zehn Dezibel erhöht.

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Wie laut ist eine Wärmepumpe im Vergleich zu anderen Geräuschquellen?

Geräusche werden von Menschen unterschiedlich wahrgenommen. Aus diesem Grund ist es oft schwer, anhand von Dezibel-Angaben die Laustärke einer Geräuschquelle zu bestimmen.

Wir vergleichen deshalb die Lautstärke einer Wärmepumpe mit gängigen Geräuschen aus Ihrem Alltag.

Zur Erinnerung: Eine Wärmepumpe erzeugt durchschnittlich ein Arbeitsgeräusch zwischen 30 und 65 Dezibel, wenn man direkt neben dem Außengerät steht.

Wärmepumpen-Geräusche im Vergleich
Wärmepumpen-Geräusche im Vergleich
  • Ein vorbeifahrendes Motorrad erzeugt 70 Dezibel und mehr.
  • Leichter Regen verursacht Geräusche mit einem Pegel von 40 Dezibel.
  • Ein Presslufthammer in zehn Metern Entfernung erzeugt ein Schalldruck von 90 Dezibel.
  • Ein normales Gespräch mit einer anderen Person erzeugt 50 Dezibel.
  • Ein brummender Kühlschrank erzeugt einen Schalldruck von 45 Dezibel.
  • Flüstern entspricht etwa 30 Dezibel.
  • Normaler Straßenverkehr liegt bei rund 70 Dezibel.

Was dabei zu berücksichtigen ist: Wir nehmen Schalldruck unterschiedlich war. Deshalb steigt die Lautstärke nicht linear mit der Zahl der Dezibel. Allgemein lässt sich sagen, dass sich die Lautstärke pro zehn Dezibel etwa verdoppelt.

Demnach wäre eine Wärmepumpe, wenn man direkt neben dem Außengerät steht, gefühlt etwa halb so laut wie Straßenlärm.

Maßnahmen für geringe Geräuschbelästigung
Maßnahmen für geringe Geräuschbelästigung

Wovon hängt die Lautstärke einer Wärmepumpe ab?

Geräusche sind Schwingungen, die wir mit dem Ohr wahrnehmen. Um die Lautstärke einer Wärmepumpe zusätzlich zu reduzieren, spielen verschiedene weitere Faktoren eine Rolle:

  • Aufstellort: Mit steigender Entfernung sinkt der Schalldruck und somit die Geräuschentwicklung. Wenn die Wärmepumpe z.B. nicht neben Schlaf- oder Wohnräumen aufgestellt wird, sinkt die Geräuschbelastung für die Hausbewohner. Ebenso sollte vermieden werden, die Wärmepumpe unter Vordächern oder zwischen zwei Wänden aufzustellen. Dort kann sich der Schalldruck nicht ausbreiten, sondern er trifft direkt auf eine Oberfläche, die die Schwingungen aufnimmt und verstärkt.
  • Leistung: Entscheidend für die Lautstärke ist u.a. auch, ob das Gerät unter hoher Last betrieben wird oder nicht. Entsprechend ist es wichtig, das Gerät passend zum Wärmebedarf zu dimensionieren.
  • Art der Wärmepumpe: Split-Geräte mit einer Außen- und Inneneinheit sind leiser als sogenannte „Monoblock“-Wärmepumpen, die als ganze Betriebseinheit außen installiert werden.

Wenn es um die Lautstärke von Wärmepumpen geht, werden vor allem Luft-Wasser-Wärmepumpen berücksichtigt. Sole-Wasser- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpen erzeugen aufgrund ihrer Bauweise nur geringe Geräuschemissionen.

Schalldruck und Schallleistung
Schalldruck und Schallleistung

Wie lässt sich das Betriebsgeräusch einer Wärmepumpe verringern?

Die Geräuschentwicklung einer Wärmepumpe lässt sich bereits durch eine sinnvolle Planung berücksichtigen. So helfen Fachbetriebe dabei, den besten Aufstellort für die Wärmepumpe aus akustischer Perspektive zu finden.

Wichtig ist dabei auch:

  • Der Aufstellort der Wärmepumpe hat einen Mindestabstand von drei Metern zum Nachbargrundstück.
  • Die Außeneinheit grenzt nicht an Schlaf- oder Kinderzimmer an.
  • Abluftgebläse führen die Abluft nicht zu Nachbarhäusern.
  • Die Wärmepumpe steht nicht unter Vordächern oder zwischen Wänden, um kein Schallecho zu produzieren.
  • Inneneinheiten lassen sich auf Sockeln montieren, die schallisolierend wirken. Ähnliche Konstruktionen kennen Sie sicherlich auch von Waschmaschinen oder Wäschetrocknern.
  • Die Wärmepumpe sollte nicht in komplett leeren Räumen aufgestellt werden, weil sonst ein Schallecho entstehen könnte, was wie ein Verstärker für das Betriebsgeräusch wirkt.
Dinge, die beachtet werden müssen, wenn die Wärmepumpe außen steht
Dinge, die beachtet werden müssen, wenn die Wärmepumpe außen steht

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Indirekte Maßnahmen zur Geräuschreduktion von Wärmepumpen

Läuft die Wärmepumpe nachts, müssen geringere Grenzwerte für die Geräuschentwicklung eingehalten werden.

Diese Geräuschreduktion lässt sich vor allem durch die Drosselung der Leistung erzielen. Um das zu ermöglichen. Im Nachtbetrieb können u.a. Flächenheizungen und ein Pufferspeicher sinnvoll sein. Diese Komponenten speichern tagsüber viel Wärme, sodass die Wärmepumpe nachts nicht mit voller Last arbeiten muss.

Weitere mögliche Maßnahmen für geringere Geräuschemissionswerte der Wärmepumpe sind:

  • Sie pflanzen Hecken oder Sträucher um die Wärmepumpe. Selbstverständlich darf das Grün die Abluft- und Zuluftöffnungen dabei nicht überdecken.
  • Es wird eine Schallschutzhaube über die Wärmepumpe gebaut.
  • Verdichter und andere Komponenten der Wärmepumpe werden zusätzlich isoliert.

Fazit: Wärmepumpen lassen sich auch in Wohngegenden einsetzen

Wird eine Wärmepumpe fachgerecht installiert, wobei der Aufstellort sinnvoll und unter Berücksichtigung von Nachbarhäusern sowie eigenen Wohn- und Schlafräumen sorgfältig ausgewählt wird, ist die Geräuschentwicklung direkt neben der Wärmepumpe meist leiser als ein Gespräch zwischen zwei Personen.

In der Debatte um die Lautstärke von Wärmepumpen wird häufig vergessen, dass auch Öl- und Gasheizungen sowie Pelletheizungen ebenfalls Geräusche emittieren. So liegen die Betriebsgeräusche gängiger Ölheizungen zwischen 48 und rund 51 Dezibel.

Moderne Wärmepumpe in einem Vorgarten als umweltfreundliche Variante einer Heizung © Ralf Geithe, stock.adobe.com
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