Fenster müssen nicht nur optisch etwas hergeben, sondern sie müssen auch den gestiegenen Anforderungen an Dichtigkeit, Wärmedämmung, Schallschutz, Feuchteschutz und Energieeffizienz entsprechen. Zudem sollten sie auch Einbruchsschutz gewährleisten. Um alle die geforderten Eigenschaften und Vorteile nutzen zu können, müssen die Fenster allerdings fachgerecht montiert werden. Bei unsachgemäßem Fenstereinbau können sehr schnell unerwünschte Wärmebrücken und Schallschutzlücken entstehen. Um diese hohen Anforderungen zu erfüllen, sollten Fenster nach RAL fachgerecht montiert werden.

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RAL steht für das „Deutsche Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V.“, eine Organisation, die verbindliche Qualitätsstandards für Produkte und Dienstleistungen, darunter auch Fenster und Türen, festlegt und überwacht. Die Fenstermontage nach RAL ist ein anerkannter Qualitätsstandard, der sicherstellt, dass Fenster fachgerecht eingebaut werden. Sowohl in Neubauten als auch bei der Sanierung von Altbauten. Eine fachgerechte Montage nach RAL erfüllt alle technischen Anforderungen wie Luftdichtheit, Schlagregendichtheit, Wärmeschutz und Vermeidung von Tauwasserbildung.

Das 3-Ebenen-Prinzip der RAL-Montage
Der Kern der RAL-Montage ist das dreistufige Abdichtungskonzept, das den Anschluss zwischen Fensterrahmen und Mauerwerk zuverlässig schützt. Es besteht aus einer:
- Inneren Abdichtung
- Mittleren Abdichtung
- Äußeren Abdichtung

Innere Abdichtungsebene (raumseitig): Diese Ebene verhindert, dass warme und feuchte Raumluft in die Fuge eindringt. Sie muss luftdicht und dampfdicht ausgeführt werden, um Wärmeverluste und Schimmelbildung zu vermeiden. Typische Materialien sind imprägnierte Multifunktionsfugendichtungsbänder aus Schaumstoff nach DIN 18452 in der Ausführung BGR oder Dichtstoffe mit Hinterfüllschnur, einer Rundschnur aus Polyethylen als universelles Fugenhinterfüllmaterial für horizontale und vertikale Dehnungsfugen nach DIN 18540.
Mittlere Abdichtungsebene (Dämmungsebene): Hier sorgt meist ein flexibler Montageschaum (PU-Schaum) für Wärmedämmung und Schalldämmung. Er füllt die Fuge aus und ist flexibel genug, um Bewegung durch temperatur- oder bauwerksabhängige Veränderungen auszugleichen.

Äußere Abdichtungsebene (witterungsseitig): Diese schützt vor Schlagregen, Wind und weiteren Wettereinflüssen. Sie muss allerdings diffusionsoffen sein, um Feuchtigkeit nach außen entweichen zu lassen. Hier kommen Multifunktionsfugendichtungsbänder aus Schaumstoff nach DIN 18452 der Beanspruchungsgruppe BG1, Dichtfolien oder konstruktive Regensperren zum Einsatz.
Die Grundregel lautet: Die innere Abdichtung muss dichter sein als die äußere, damit Feuchtigkeit zuverlässig nach außen abgeführt wird und sich kein Kondenswasser bildet.
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Die Befestigung der Fenster
Nicht nur die Montage der Fenster an sich muss fachgerecht erfolgen. Auch die fachgerechte Befestigung des Fensterrahmens gehört zur Fenstermontage nach RAL. Je nach Rahmenmaterial (Kunststoff, Holz, Aluminium) und Einbausituation werden Rahmendübel, Maueranker, Fensterwinkel oder selbstschneidende Fensterbauschrauben genutzt. Wichtig ist dabei, den Rahmen ohne Zug oder zu hohen Druck (beispielsweise durch Keile) einzubauen, um Risse an den Ecken und Deformationen zu vermeiden.

Typische Montagearten sind:
- Montage mit Multifunktionsdichtbändern
- Montage mit PU-Schaum und Dichtbändern
- Montage mit Kompribändern
- Abdichtung mit RAL-geeignetem Acryl

Montage mit Multifunktionsdichtbändern: Diese werden vor dem Einbau rund um den Rahmen geklebt und quellen nach dem Einbau auf, um die drei Abdichtungsebenen sicherzustellen. Die Montage mit Multifunktionsdichtbändern eignet sich insbesondere bei ebenem Mauerwerk, wie es beispielsweise bei Neubauten vorkommt.

Der Polyurethan-Weichschaumstoff stellt sich in der Fuge zurück und dichtet so die Fensterfuge dauerhaft ab. Aufgrund der Trennung der Funktionsebenen durch mindestens zwei Membranschichten in den Multifunktionsdichtbändern werden die Funktionsebenen getrennt. Durch die Funktionsmembrane kommt es aufgrund der Sperrwirkung zu einer Abnahme der Wasserdampfdiffusionsmenge von innen nach außen.
Montage mit PU-Schaum und Dichtbändern: Die mittlere Abdichtung erfolgt mit PU-Schaum, außen und innen werden Dichtbänder verklebt. Diese Methode eignet sich sehr gut bei unebenem Mauerwerk, wie etwa bei Altbausanierungen.
Nach dem Aufschäumen werden Dichtbänder mit dem Mauerwerk verklebt, wobei auch Kompribänder infrage kommen können. Wichtig ist es dabei, die innere und die äußere Ebene zu unterscheiden. Das äußere Dichtungsband muss dampfdiffusionsoffen sein, damit Feuchtigkeit nach außen abgeführt wird. Die Abdichtung der inneren Ebene sollte dagegen nicht diffusionsoffen sein. Dadurch wird verhindert, dass warme oder feuchte Raumluft in die Fuge dringt und sich hier Kondenswasser bildet.

Montage mit vorkomprimierten Dichtbändern: Vorkomprimierte Dichtbänder (kurz Kompribänder) dehnen sich im eingebauten Zustand aus und dichten so Fugen ab. Sie sind witterungsbeständig, UV-resistent und werden meist außen und innen verwendet, wobei innen eine dichtere Variante verwendet wird.

Kompribänder sind in der Regel auf unter 20 % der Originaldicke vorkomprimiert. Damit das Fugenband optimal aufgeht, sollte es Gebrauch mindestens 24 Stunden bei rund 15–25 °C lagern. Je nach Verlegeart wird beim Zurechtschneiden des Kompribands stets eine Dehnungsreserve von etwa einem Zentimeter pro laufendem Meter eingeplant. Um undichte Stellen zu vermeiden, werden Kompribänder nicht um Ecken verlegt. Ecken und Stöße werden mit leichtem Druck gegeneinander ausgeführt. Die gegenüberliegenden Bandenden dürfen sich dabei nicht überlappen.
Um ein Kompriband optimal montieren zu können, müssen die Fensterrahmen nahezu parallel und lückenfrei zum Baukörper anliegen. Erst wenn Kompriband vollständig expandiert ist, wird der Fensterrahmen umschäumt. Je nach Temperaturen dauert dies zwischen 20 Minuten und 36 Stunden, bis es seine volle Höhe beziehungsweise Breite erreicht hat.
Abdichtung mit RAL-geeignetem Acryl: Alternativ zur Verwendung von Dichtbändern kann nach RAL zertifiziertes Acryl eingesetzt werden, insbesondere bei kleineren Fugen und nach Sanierungen.
Die Acrylmasse wird mithilfe einer Kartuschenpistole gleichmäßig in der Fuge aufgetragen. Die Fuge wird anschließend mit speziellem Glättmittel geglättet. Damit sich das Acryl dem Fenster anpassen kann, bedarf es, je nach Produkt, bei geschlossenem Fenster einer Wartezeit von etwa zwei Stunden.
TIPP
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Gütezeichen verpflichtet
Die Fenstermontage nach RAL ist heute der Standard für eine fachgerechte, langlebige und energieeffiziente Fenstermontage. Der fachgerechte Einbau ist dabei stets nach den baulichen Gegebenheiten, wie beispielsweise der Beschaffenheit der Laibung, des Putzes, der Fugenbreite sowie der Einbausituation, ob es sich um einen Neubau oder die Sanierung eines Altbaus handelt, ausgerichtet.

Wer also sicherstellen möchte, dass Fenster fachgerecht eingebaut werden, sollte auf eine RAL-Montage achten und möglichst einen qualifizierten Fachbetrieb beauftragen, der das RAL-Gütezeichen trägt.
Fachbetriebe mit RAL-Gütezeichen sind verpflichtet, die Montage nach den RAL-Richtlinien durchzuführen.
Der Fenstereinbau nach RAL ist darüber hinaus oft Voraussetzung für staatliche Förderprogramme im Bereich der Energieeffizienz.
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