Der Einbau neuer Fenster in einen Altbau birgt ganz besondere Herausforderungen. So sind Unregelmäßigkeiten in Mauerwerk und Putz sowie die Neigung alter Mauerwerke zu Feuchteeintrag und Wärmebrücken typisch für Altbauten. Deshalb ist hier besonders sorgfältiges und präzises Arbeiten Pflicht.

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Vorbereitung
Einfach die alten Fenster herausreißen und neue einsetzen – so einfach geht es bei Altbauten nicht! Altbauten unterliegen häufig denkmalpflegerischen oder gemeinschaftsrechtlichen Auflagen. Bevor man Hand an die alten Fenster legt, ist also unbedingt zu prüfen, ob das Gebäude unter Denkmalschutz steht und welche Fensterformate, Materialien oder Farbgestaltungen erlaubt sind. Gibt es eine Eigentümergemeinschaft, sind mit den Eigentümern eventuelle Auflagen abzuklären.
Zur Sicherheit sollte man sich die Genehmigung von der unteren Denkmalschutzbehörde oder der Eigentümergemeinschaft einholen. Für denkmalgeschützte Altbauten stehen Förderprogramme zur Verfügung. Es lohnt sich, Fördermöglichkeiten für den Austausch von Fenstern zu vergleichen, wie zum Beispiel über KfW-Programme oder regionale Denkmalschutzfonds.

Zur Vorbereitung gehört auch ein genaues Aufmaß und die Fensterauswahl, die möglicherweise durch die Auflagen des Denkmalschutzes oder der Eigentümerversammlung eingeschränkt wird. Beim Aufmaß ist Präzision gefragt. Ein millimetergenaues Aufmaß sichert Dichtigkeit und Funktion. Insbesondere schiefe oder verzogene Öffnungen sind zu beachten. Die Öffnungsbreite und Öffnungshöhe sind exakt zu messen. Dabei sollten unbedingt mehrere Messpunkte genutzt werden. Unterschiedliche Nischen-, Putz- und Steintiefen erfordern oft eine Messung mit Laser und Lot. Versteckte Stahl- oder Holzträger sind eine besondere Herausforderung. Hier sollte ein Statiker zurate gezogen werden. Eventuell müssen tragende Zargen behutsam freigelegt werden.
Zum Schutz von Fassade und Innenräumen sollte an entsprechende Abdeckfolien, Bauplanen oder Abdeckvlies gedacht werden.
Bei den Fenstertypen kommen in der Regel Dreifachverglasung, bei den Fenstermaterialien Holz, Kunststoff und Aluminium und bei der Öffnungsart Dreh-Kipp oder Festverglasung infrage.

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Ausbau der alten Fenster
Beim Entfernen der Altbauelemente gilt grundsätzlich: Material schonen und sauber arbeiten. Dabei sind die Wandanschlussleisten und Abdeckleisten vorsichtig zu lösen. Die Fensterflügel werden ausgehangen und beiseitegestellt. Diese Arbeiten sollten idealerweise zu zweit durchgeführt werden. Fenster öffnen und festhalten. Am oberen Teil des Fensters befindet sich in der Regel ein Flügelbeschlag. Dort ist ein Steckbolzen zu ziehen. Dazu ist der Fensterflügel leicht anzuheben, um ihn aus dem unteren Flügellager zu entfernen. Die alten Flügel sollten am besten im Außenbereich gelagert werden, damit er nicht bei weiteren Arbeiten stört.
Fenster können auf verschiedene Arten befestigt sein. Mit Schrauben, die durch den Rahmen in die Wand geschraubt sind, mit Fensterankern, die an die Fensterlaibung geschraubt wurden, oder mit Stahllaschen.
Bei Verschraubungen sind manchmal die Schraubenköpfe verspachtelt und nicht sofort sichtbar und müssen freigelegt werden. Die Schraubenköpfe werden mit einem Schraubendreher oder Akkuschrauber entfernt. Typischerweise wurden pro Fenster 4 bis 8 Schrauben verwendet.

Falls keine Schrauben sichtbar sind, wurde das Fenster möglicherweise mit Fensterankern befestigt. Hier empfiehlt es sich, mit einem Messer die Anschlussfugen aus Silikon oder Acryl entlang des Fensterrahmens wegzuschneiden. Dann werden die Leisten entfernt, falls vorhanden. Danach wird die Anschlussfuge vorsichtig aufgekratzt, bis die Anker freigelegt sind. Jetzt werden die Schrauben des Ankers mit einem Schraubendreher oder Akkuschrauber gelöst.

Oft ist es jedoch nicht möglich, Fensterschrauben zu lösen. In diesem Fall sollte der Fensterrahmen vorsichtig eingesägt werden. Anschließend wird mit einem Brecheisen und Hebelwirkung Teile des Rahmenholzes herausgebrochen. Dabei ist in kleinen, kontrollierten Schritten zu arbeiten, bis der Fensterrahmen vollständig entfernt ist. Größere Schäden an der Fensterlaibung sollten nämlich unbedingt vermieden werden.
Sollten die Putzflächen eines Altbaus lose sein und keine stabile Verbindung zum Mauerwerk haben, können größere Putzteile von der Fensterlaibung abfallen. Dann muss die Laibung anschließend entsprechend ausgebessert und nachgeputzt werden. Restliche Putz- und Mörtelreste in der Laibung sind unbedingt zu entfernen.
Falls keine Schraubenköpfe gefunden wurden, wurde das Fenster wahrscheinlich mit Stahllaschen montiert. In diesem Fall gibt es zwei Möglichkeiten, das Fenster zu entfernen: Die Laschen werden direkt am Fensterrahmen mit einer Flex abgeschnitten oder die Laschen werden durch Abstemmen der Putzflächen freigelegt.

Oft müssen die Stahllaschen erst einmal gesucht werden, wobei der Putz beschädigt wird, der nachher beigeputzt werden muss. Beim Flexen der Stahllaschen sollte man daran denken, dass eine erhebliche Menge Staub entsteht. Das Freilegen der Laschen ist etwas aufwendiger, aber es erzeugt weniger Staub. Sobald die Laschen freigelegt sind, kann man die Schrauben entfernen. Falls sich die Schrauben nicht lösen lassen, was sehr oft der Fall ist, werden die Laschen mit einem Kuhfuß oder Brecheisen ausgehebelt.

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Einbau der neuen Fenster
Vor dem Einbau der Fenster sollten die neuen Fensterrahmen in die Maueröffnung gestellt werden, um die Maße zu prüfen. Kleine Abweichungen können durch Anpassungen an der Laibung korrigiert werden. Wichtig: Beim Einbau der Fenster sind unbedingt die DIN-Vorschriften für eine RAL-Montage einzuhalten.

Bei der Montage der Fensterrahmen sind die Löcher mittig durch den Rahmen von innen nach außen zu bohren. Bei der Verwendung von Maurerschrauben wird der Rahmen mit einem entsprechenden Bohrer vorgebohrt. Anschließend wird dann in das Mauerwerk gebohrt. Maurerschrauben haben den Vorteil, dass sie direkt ohne Dübel ins Mauerwerk geschraubt werden können.
Bei der Verwendung von Rahmendübeln wird ebenfalls der Rahmen vorgebohrt und anschließend durch das Bohrloch in die Wand. Der Durchmesser des Bohrlochs hängt von der gewählten Größe des Dübels ab.
Bei der Abdichtung gibt es zwei zulässige Versionen. Einmal die Abdichtung mit Quellband (Trioplexband) und zum anderen die Abdichtung mit Fugendichtband und Montageschaum.

Quell- oder Kompribänder gibt es passend zur Bautiefe der Fensterrahmen. Diese Bänder enthalten in der Regel bereits eine Diffusionssperre, die eine vollwertige RAL-Abdichtung mit dem Grundsatz „innen dichter als außen“ erfüllt. Quellbänder können mit nur einem Arbeitsschritt montiert werden.
Es wird einfach auf den Fensterrahmen geklebt und samt Fenster in die Fensteröffnung gestellt. Beim Abwickeln von der Rolle beginnt es langsam mit einem Ausdehnungsprozess. Die noch offenen Fugen werden durch das Aufquellen des Dichtbandes allmählich geschlossen. Hat das Quellband die maximale Ausdehnung innerhalb der Fuge erreicht, dann schließt es diese dicht ab und schmiegt sich auch an Unebenheiten im Mauerwerk schlüssig an. Dadurch kann es seine Grundfunktion der Schlagregendichtheit und Wärmedämmung erfüllen.
Fugendichtband wird hingegen außen auf die Stirnseite des Rahmens geklebt. Das Fugendichtband verfügt über zwei Klebeflächen, wobei die andere Klebefläche später an der Laibung angebracht wird. Zusätzlich kann Kompriband verwendet werden, um Schlagregenschutz zu gewährleisten, insbesondere bei Putzfassaden.

Die Fensterrahmen werden in die Maueröffnung gestellt und mit Montagekeilen fixiert. Dabei sollten die Keile im Bereich der Bohrlöcher gesetzt werden, wobei sie oben und unten mit leichten Hammerschlägen festzudrücken sind. Mittig sollten die Keile nur handfest sitzen, um ein Verziehen des Rahmens zu vermeiden.
Die Fensterrahmen werden mit einer Wasserwaage sowohl horizontal als auch vertikal exakt ausgerichtet. Dabei ist zu prüfen, ob der Rahmen in der Höhe passend zur Fensterbank sitzt, bevor er mit den Keilen fixiert wird, damit er beim Bohren nicht verrutscht. Sind die Löcher gebohrt, kann der Rahmen verschraubt werden.
Werden die Löcher durch den Rahmen ins Mauerwerk gebohrt, ist darauf zu achten, dass der Bohrer und die Bohrmaschine den Rahmen nicht verschieben. Dann werden die Maurerschrauben oder Rahmendübel in die vorgebohrten Löcher eingeführt und verschraubt. Dabei sollten die Schrauben nur so fest angezogen werden, dass der Fensterrahmen leicht auf die Montagekeile drückt. Zu festes Anziehen könnte den Rahmen verziehen.
Nach dem Verschrauben sollte nochmals die Ausrichtung des Fensterrahmens in alle Richtungen überprüft werden. Die Montagekeile verbleiben dabei an ihrem Platz, bis die Fugen zwischen Wand und Fensterrahmen mit Bauschaum ausgeschäumt sind.

Dazu werden die Fugen mit einem geeigneten Montageschaum ausgeschäumt. Der Schaum muss vollständig aushärten. Erst dann werden die Keile entfernt und die verbleibenden Keilöffnungen ausgeschäumt. Der überschüssige Bauschaum wird bündig mit dem Rahmen abgeschnitten, sobald auch dieser vollständig ausgehärtet ist.
Dann wird die Schutzfolie des Fugendichtbands entfernt und fest an die Laibung gedrückt. Das Band kann dabei direkt auf das Mauerwerk geklebt werden. Die Fensterlaibung wird verputzt, um die Fugen zu versiegeln und eine saubere Optik zu erzielen.
Danach können die Fensterflügel eingehängt werden. Es ist darauf zu achten, dass die Flügel leichtgängig öffnen und schließen und keine Spannung auftritt.
Worauf man beim Fenstertausch im Altbau besonders achten muss
Alte Mauerwerke neigen zu Feuchteeintrag und Wärmebrücken. Deshalb müssen wind- und wasserdichte Anschlussfugen außen mit geeigneten Bändern oder speziellen Dichtmassen hergestellt werden. Innen sind diffusionsoffene Produkte zu verwenden, um Tauwasser in der Laibung zu vermeiden. Es ist auf die Schallschutzanforderungen zu achten. Dreifachverglasung und schwingungsentkoppelte Rahmenanker verbessern den Wohnkomfort.


Die korrekte Reihenfolge und Materialwahl entscheiden über Funktion und Lebensdauer der neuen Fenster. Die Fensterrahmen trocken einsetzen und mit weichem Dichtband umlegen. Der Rahmeneinbau ist mit Abstandskeilen exakt auszurichten. Erst nach Kontrolle der Ausrichtung sollte der Rahmen fest angezogen werden. Außenseitig sind winddichte und regendichte Dichtbänder anzubringen, innenseitig sind diffusionsoffene Materialien einzusetzen.
Nach der Montage folgt der Feinschliff. Laibungsplatten sind exakt zuzuschneiden, zu verspachteln und glatt zu schleifen. Fensterbänke sind innen und außen anzupassen, zu montieren und zu verkleben. Die Dichtheit der Fenster ist zu prüfen (Wasser- und Luftzugtest) und die Schließ- und Kippfunktionen sind mehrfach zu testen. Die Beschläge sollten leicht geölt und die Bedienungsanleitung nicht weggeworfen werden.

Fenstereinbau nach RAL
Fenster müssen nicht nur optisch etwas hergeben, sondern sie müssen auch den gestiegenen Anforderungen an Dichtigkeit, Wärmedämmung, Schallschutz, Feuchteschutz und… weiterlesen










