Was der U-Wert bedeutet, wie er berechnet wird und warum er für Wärmeschutz und Energieeffizienz entscheidend ist
Vorab Grundsätzliches: Ein energieeffizientes Gebäude zeichnet sich neben Aspekten, wie der Energieversorgung oder des Dämmmaterials, auch durch die energetischen Eigenschaften seiner Fenster aus. Als entscheidender Maßstab gilt hierbei der U-Wert. Der U-Wert ist nichts anderes als ein Maß für den Wärmedurchgang durch Materie und wird deshalb Wärmedurchgangskoeffizient genannt. Er beschreibt die Wärmemenge, die durch ein Bauteil wie Wand, Dach, Boden oder Fenster hindurchgeht, wenn ein Temperaturunterschied zwischen innen und außen besteht. Der U-Wert eines Fensters beschreibt, wie viel Wärme durch das Fenster verloren geht. Je niedriger der U-Wert, desto besser die Dämmwirkung.

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Sowohl bei Sanierungsarbeiten von Bestandsgebäuden als auch bei der Errichtung von Neubauten muss der U-Wert der Fenster beachtet werden. Die Einheit des Wärmekoeffizienten ist Watt pro Quadratmeter Kelvin (W/m²K). Der Gesetzgeber schreibt vor, wie hoch der maximale U-Wert sein darf. Bei Sanierungen sieht das Gebäudeenergiegesetz (GEG) gemäß Paragraf 48 Anlage 7 für Fenster einen maximalen U-Wert von 1,4 W/m²K vor. Für den Austausch der Verglasung 1,1 W/m²K.

Das GEG impliziert, dass der Gesetzgeber durchaus die einzelnen Komponenten von Fenstern betrachtet:
- U‑Wert des gesamten Fensters [Uw]
- U‑Wert der Verglasung [Ug]
- U‑Wert des Rahmens [Uf]
- Rahmenverbund [Ψ]
Alle drei Wärmedurchgangskoeffizienten und der Ψ-Wert beeinflussen gemeinsam den U-Wert des gesamten Fensters und somit die Energieeffizienz sowie den Komfort.
Richtwerte Fenster-Komponenten
Typische Richtwerte für den U-Wert der einzelnen Fenster-Komponenten sind:
- Uw – etwa 0,7 W/m²K bis 1,3 W/m²K bei modernen Fenstern
- Ug – etwa 0,5 W/m²K bis 0,7 W/m²K bei einer 3-fach Verglasung
- Uf – etwa 0,9 W/m²K bis 1,3 W/m²K
U-Wert bei unterschiedlichen Verglasungen
Je nach Verglasung unterscheiden sich die Wärmedurchgangskoeffizienten. In jedem Fall reduziert eine Mehrfachverglasung mit Zwei- oder Dreifachverglasung Wärmeverluste. Der Grund dafür lässt sich schnell erklären: Mehrere Scheiben weisen eine bessere Dämmung auf, als nur eine Scheibe. Als zusätzliche Isolierung wirkt zudem die Füllung mit Edelgas in den Zwischenräumen.

Häufig besteht der Randverbund eines Fensters aus einem Aluminium-Abstandshalter. Wer Abstandshalter aus Kunststoff oder Edelstahl nutzt, verringert die Wärmebrücke am Glasrand. Dies hat direkt drei wesentliche Vorteile. Es geht nur wenig Heizwärme verloren, die Gefahr von Tauwasser- und Schimmelbildung verringert sich.
Mehrfachverglasungen erreichen U-Werte zwischen 1,1 und 0,8 W/m²K, während das Einscheibenglas einen durchschnittlichen U-Wert von über 5 W/m²K aufweist. Daher sind Fenster mit einer einfachen Verglasung in Neubauten nicht mehr zulässig. Mit einer Zweifachverglasung lassen sich U-Werte von bis zu 1,2 W/m²K erreichen. Fenster mit speziellen Dreifachverglasungen können hingegen U-Werte von bis zu 0,6 W/m²K erreichen.
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Berechnung des U-Werts für das gesamte Fenster
Um den gesamten Wärmewert von Fenstern zu berechnen, spielen deutlich mehr Parameter eine Rolle, als die genannten U-Werte und der Wert des Rahmenverbunds. Die einzelnen Parameter werden gemäß DIN 18599 in einer Formel miteinander verrechnet, um den Uw-Wert des Fensters zu erhalten:
wobei
- Uw U-Wert des Gesamtfensters in W/m²K
- Ag der Anteil der Glasfläche in m²
- Ug der U‑Wert der Verglasung in W/m²K
- Af der Anteil der Rahmenfläche in m²
- Uf der U‑Wert des Fensterrahmens in m²/K
- Lg die Gesamtumfangslänge der Verglasung in m
- Ψg die Wärmebrückenverlauste des Randverbunds in W/mK ist.
Angenommen, ein Fenster ist 1,2 m breit und 1,5 m hoch, hat eine Glasfläche von 1,5 m², die Rahmenfläche beträgt 0,3 m², eine Glasrandlänge von 4,8 m, einen Ug-Wert von 0,6 W/m²K, einen Uf-Wert von 1,1 W/m²K sowie einen Wärmebrückenverlust von 0,04 W/mK ergibt sich daraus folgende Berechnung:
Ag x Ug = 1,5 m² x 0,6 W/m²K = 0,9 W/K
Af x Uf = 0,3 m² x 1,1 W/m²K = 0,33 W/K
Lg x Ψg = 4,8 m x 0,04 W/mK = 0,192 W/K
=> 0,9 W/K + 0,33 W/K + 0,192 W/K = 1,422 W/K
Ag + AF = 1,5 m² + 0,3 m² = 1,8 m²
=> 1,422 W/K / 1,8 m² = 0,79 W/m²K
Ergebnis: Der U-Wert des gesamten Fensters beträgt 0,79 W/m²K.
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Welchen U-Wert hat mein Fenster?
Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Eine exakte Bestimmung kann lediglich durch einen Fensterbauer oder einen Sachverständigen mittels U-Wert-Messgerät erfolgen. Manchmal hilft aber auch ein Blick in das technische Datenblatt der verbauten Fenster oder ein Blick auf die Rechnung. Wer den Hersteller der Fenster kennt, kann sich auch an dessen Kundenservice wenden.

Wenn keine direkten Informationen verfügbar sind, kann durch die Art des Fensterglases (Einfachverglasung, Zweifach- oder Dreifachverglasung), das verwendete Rahmenmaterial (Holz, Aluminium oder Kunststoff) und das Alter des Fensters ein ungefährer U-Wert ermittelt werden. Eine genaue Bestimmung ist, wie bereits erwähnt, jedoch nur durch eine Messung möglich!
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Maximal erlaubte U-Werte für Fenster gemäß Gebäudeenergiegesetz (GEG)
Welche Voraussetzungen ein neues Fenster beziehungsweise eine erneuerte Fensterverglasung erfüllen muss, schreibt das Gebäudeenergiegesetz (GEG) vor. Zu beachten sind die Unterschiede in Bezug auf den Ort des Einbaus. Zudem wird danach unterschieden, ob das ganze Fenster oder nur die Verglasung getauscht wird.
| Fenstertyp | Maximaler U-Wert |
|---|---|
| Fenster und Fenstertüren | Umax = 1,3 W/(m²K) |
| Dachflächenfenster | Umax = 1,4 W/(m²K) |
| Neue Verglasungen | Umax = 1,1 W/(m²K) |
| Vorhangfassaden | Umax = 1,5 W/(m²K) |
| Glasdächer | Umax = 2,0 W/(m²K) |
| Fenster mit Klapp- und Faltmechanismus | Umax = 1,6 W/(m²K) |
| Fenster mit Schiebe- und Hebemechanismus | Umax = 1,6 W/(m²K) |
| Fenster und Fenstertüren mit Sonderverglasungen | Umax = 2,0 W/(m²K) |
| Dachflächenfenster mit Sonderverglasungen | Umax = 2,0 W/(m²K) |
| Sonderverglasungen | Umax = 1,6 W/(m²K) |
| Vorhangfassaden mit Sonderverglasungen | Umax = 2,3 W/(m²K) |
| Passivhaus-Fenster | Umax 0,8 W/(m²K) |
Wer den Austausch der Fenster oder der Verglasung nach der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) oder durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördern lassen möchte, muss im Gegensatz zum GEG deutlich strengere U-Werte für die Fenster erfüllen.
| Fenster | Uw-Wert |
|---|---|
| Fenster, Balkon- und Terrassentüren | 0,95 W/m2K |
| Ertüchtigung von Fenstern, Balkon- und Terrassentüren sowie von Kastenfenstern und von Fenstern mit Sonderverglasung | 1,3 W/m2K |
| Barrierearme oder einbruchhemmende Fenster, Balkon- und Terrassentüren | 1,1 W/m2K |
| Fenster, Balkon- und Terrassentüren mit Sonderverglasung (Verglasung zum Schall- und Brandschutz sowie Durchschuss-, Durchbruch- und Sprengwirkungshemmung) | 1,1 W/m2K |
| Fenster, Balkon- und Terrassentüren bei Baudenkmalen für alle Gebäude und bei sonstiger besonders erhaltenswerter Bausubstanz nur für Wohngebäude | 1,4 W/m2K |
| Fenster, Balkon- und Terrassentüren mit echten glasteilenden Sprossen bei Baudenkmalen für alle Gebäude und bei sonstiger besonders erhaltenswerter Bausubstanz nur für Wohngebäude | 1,6 W/m2K |
| Ertüchtigung von Fenstern, Balkon- und Terrassentüren bei Baudenkmalen für alle Gebäude und bei sonstiger besonders erhaltenswerter Bausubstanz nur für Wohngebäude | 1,6 W/m2K |
| Dachflächenfenster | 1,0 W/m2K |
| Glasdächer | 1,6 W/m2K |
| Lichtbänder und Lichtkuppeln | 1,5 W/m2K |
Warum ist der U-Wert so wichtig?
Einem niedrigen U-Wert bei Fenstern wird eine hohe Bedeutung zugemessen, weil er für niedrige Wärmeverluste steht. Weniger Wärmeverluste bedeuten niedrigere Heizkosten, weniger Zugluft und höhere Wohnqualität. Zudem ist ein niedriger U-Wert wichtig für die staatliche Förderung von Sanierungen.

Doch: Der beste U-Wert bringt nichts, wenn die Montage der Fenster nicht ordentlich ist! Der Einbau neuer Fenster sollte deshalb nach den Qualitätsstandards des Gütezeichens RAL erfolgen oder nachweisbar eine fachgerechte Abdichtung bei der Fenstermontage haben.
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