Bauherren und Architekten steht es bei der Planung in der Regel frei, alle erdenklichen Fenstergrößen umzusetzen. Fensterbauer sind in der Lage, Fenster nach Maß anzufertigen und die gewünschten Fenster nach Absprache ganz individuell auszuführen. Das hat natürlich seinen Preis und die Anfertigung von Sondermaßen dauert eine gewisse Zeit. Wer stattdessen bei der Planung auf Standardmaße zurückgreift, findet in der Regel eine sehr große Auswahl an gängigen Fenstergrößen und kann so Zeit und Geld sparen.

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Die gängigsten Standardmaße für Fenster, die ohne Sonderanfertigung im Baumarkt oder Fensterfachhandel erhältlich sind, umfassen folgende Abmessungen (Breite × Höhe in cm):
Die gängigsten Standardmaße für Fenster
| Breite (cm) | Höhe (cm) |
|---|---|
| 50 | 50 |
| 50 | 80 |
| 60 | 60 |
| 60 | 80 |
| 75 | 75 |
| 80 | 60 |
| 80 | 100 |
| 100 | 100 |
| 100 | 120 |
| 120 | 120 |
Richtmaße für Fenster nach Mauerwerks-DIN
Streng genommen gibt es keine festen „Fenster-DIN-Größen“. Stattdessen orientieren sich typisierte Fenster an den Rastermaßen des Mauerwerks, die in der DIN-Baugrundlehre verwendet werden. Ein Modul setzt sich aus 11,5 cm Steinbreite plus 1 cm Mörtelfuge zusammen, also ein Rastermaß von 12,5 cm.

Fensterrahmenmaße werden so gewählt, dass sie in die Mauerwerksöffnung passen, abzüglich etwa 1,5 cm Montagefuge pro Seite. Beispiel: Ein Mauerwerks-Öffnungsmaß von 101 cm ergibt ein Fensterbreitenmaß von 98 cm.
Neben den aufgeführten Standard- und Richtmaßen gibt es allerdings eine Vielzahl von Sonderformen und -größen, wie etwa Dachfenster (zum Beispiel 55 × 78 cm oder 78 × 98 cm) und bodentiefe Elemente.

Die wichtigsten DIN-Normen für Fenster
Übersichtstabelle
| Norm | Thema | Kurzbeschreibung |
|---|---|---|
| DIN 18202 | Toleranzen im Hochbau | Definiert zulässige Abweichungen von Bau- und Öffnungsmaßen |
| DIN 5034-1 | Tageslicht in Innenräumen | Legt Mindestfensterflächen im Verhältnis zur Raumgröße fest |
| DIN EN 14351-1 | Produktnorm Fenster und Außentüren | Regelt Leistungsanforderungen (Dichtheit, U-Wert, Schallschutz) |
| DIN 4108-2 | Wärmeschutz im Hochbau | Anforderungen an Wärmedämmung und U-Werte |
| DIN 18055 | Schalldämmung | Nachweisverfahren für Schallschutz von Fenstern |
| DIN 18355 | Verglasungsarbeiten | Richtlinien für Fachunternehmer bei der Verglasung |
| DIN 18516 / DIN 18533 | Abdichtungsarbeiten | Normen für die Abdichtung zwischen Mauerwerk und Rahmen |
| EN 1026 / EN 12207 / EN 12208 | Luft-, Wasser- und Winddichtheit | Prüfnormen für Permeabilität, Wasserdichtheit und Windlast |
DIN 18202: Toleranzen im Hochbau
Die Norm ist Grundlage für die „Toleranzen im Hochbau“ und legt die Grenzabweichungen für Maße im Rohbau fest. Insbesondere sind beim Fenstereinbau hier die Öffnungsmaße für Fenster zu beachten. Wesentliche Inhalte:
- Tabellen mit Soll- und Ist-Maßen für unterschiedliche Rohbauzustände
- Klassifizierung der Toleranzklassen (A bis D) je nach Anforderungslage. Beispieltoleranzen für Öffnungsbreiten: Klasse A: ±10 mm bei Maß bis 1 m; Klasse C: ±15 mm bei Maß bis 1 m.
Die Norm ist die Basis für die Planung der Fensteranschlussprofile. Zudem wird anhand dieser Norm nach Fertigstellung des Rohbaus die Laibung kontrolliert.

DIN 5034-1: Tageslicht in Innenräumen
Diese Norm sichert eine ausreichende Belichtung von Aufenthaltsräumen durch Fenster. Ziel der Norm ist es, Mindestanforderungen für Fensterflächen festzulegen, um Gesundheit und Sehkomfort der Bewohner sicherzustellen. Kernaussage der Norm:
- Fensterfläche ≥ 1/8 der nutzbaren Raumgrundfläche; gemessen wird dies mit dem Tageslichtquotienten (TQ) und dem Raumindex. Die Messung legt das Verhältnis der Fensterlichte zur Raumtiefe fest.

Die Norm gehört zur Grundlagendimensionierung von Neubauten und Sanierungen. Sie muss im Rahmen von Bauherrenberatungen und Genehmigungsverfahren nachgewiesen werden.

DIN EN 14351-1: Produktnorm Fenster und Außentüren
Die Norm regelt im Rahmen der „Europäische Harmonisierung“ für Fenster die notwendigen Eigenschaften von Fenstern und legt dabei Klassifizierungen fest. Die Norm ist verbindlich und wird der Bauprodukteverordnung (BauPVO) zugrunde gelegt. Wesentliche Prüfgrößen und Klassifizierungen:
- Luftdichtheit (Klassen 1–4)
- Wasserdichtheit (Klassen A1–E750)
- Windlastbeständigkeit (Klassen 1–C5/B5)
- Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert)
- Schallschutz (Rw in dB)

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DIN 4108-2: Wärmeschutz und Energieeinsparung im Hochbau
Die Norm definiert die Mindestanforderungen an U-Werte (Wärmedurchgangskoeffizient) und gibt Vorgaben zur Vermeidung von Wärmebrücken, um Wärmeverluste zu reduzieren. Sie gilt im Rahmen des „Allgemeinen Wärmeschutz für die Gebäudehülle“. Vorgaben sind:
- der maximal zulässige U‑Wert je Klimazone. Der U-Wert wird wiederum nach DIN EN ISO 10077-1 berechnet.
- die Vermeidung von Wärmebrücken im Anschlussbereich. Diese Vorgabe wird durch eine thermografische Kontrolle auf der Baustelle gewährleistet.
Diese Norm ist die Grundlage für die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Gebäudeenergiegesetz (GEG).

DIN 18055: Schalldämmung im Hochbau
Die Norm beschreibt die Messverfahren und Grenzwerte für die Luft- und Trittschalldämmung von Fenstern und Fensterelementen. Ziel der Norm ist es, Außenlärm zu reduzieren und den Wohnkomfort zu verbessern. Die Kernparameter sind:
- das Schalldämmmaß R; wobei die Schalldämmung von Fenstern und Fensterelementen in sogenannten „schalltoten Kammern“ gemessen wird. Die Mindestanforderung an die Schalldämmung ist in Wohngebieten: R ≥ 32 dB, in stark belasteten Lagen: R ≥ 42 dB.
- die spezifischen Einflüsse von Rahmen, Beschlägen, Dichtungssystemen.

DIN 18355: Verglasungsarbeiten
Die Norm ist die Richtlinie für Fachunternehmen zur fachgerechten Ausführung von Verglasungen. Themenfelder:
- Materialanforderungen (Glasarten, Dichtstoffe, Abstandhalter)
- Ausführung: Lagerung, Handhabung, Einsetzen, Verfugung
- Sicherheit: Bruchschutz, Absturzsicherung, Zweckausstattung (z. B. Verbundsicherheitsglas)
Die Norm dient zur Qualitätssicherung und ist Grundlage für Prüfprotokolle und Dokumentationen.
DIN 18516 und DIN 18533: Abdichtungsarbeiten
Die beiden Normen sind ein zweiteiliges Regelwerk für die Dichtheits- und Feuchteschutzebene zwischen Fensterrahmen und Bauwerk.
Die DIN 18516 regelt die innere Abdichtung (Luftdichtigkeit). Insbesondere im Systemaufbau von Anschlussfugen innen sowie der Einsatz diffusionsoffener Dichtprofile.
Die DIN 18533 regelt die äußere Abdichtung (Wasser- und Regendichtigkeit). Sie enthält eine Klassifizierung nach Beanspruchungsklassen W0–W3 und stellt den Einbau von Anschluss-, Klebe- und Kompribändern dar.
Die wesentliche Forderung dieser Normen ist der mehrschichtige Aufbau der Abdichtung von Fenstern („innerer Dichtheitsverbund“ versus „äußerer Abwehrverbund“).

EN 1026 / EN 12207 / EN 12208: Prüf- und Klassifizierungsnormen
Die Normen legen die europäischen Standards zur Ermittlung und Einstufung von Dichtungseigenschaften fest. Im Einzelnen:
- EN 1026: Prüfverfahren zur Bestimmung der Luftdurchlässigkeit
- EN 12207: Klassifizierung der Luftdurchlässigkeit (Klassen 1–4)
- EN 12208: Prüfverfahren und Klassifizierung der Wasserdichtheit (A1–E750)
Die Normen werden bei Laborprüfungen mit definierten Druckdifferenzen und Regengeschwindigkeiten angewendet.
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