Standardmaße für Fenster – Richtgrößen und DIN-Normen

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Bauherren und Architekten steht es bei der Planung in der Regel frei, alle erdenklichen Fenstergrößen umzusetzen. Fensterbauer sind in der Lage, Fenster nach Maß anzufertigen und die gewünschten Fenster nach Absprache ganz individuell auszuführen. Das hat natürlich seinen Preis und die Anfertigung von Sondermaßen dauert eine gewisse Zeit. Wer stattdessen bei der Planung auf Standardmaße zurückgreift, findet in der Regel eine sehr große Auswahl an gängigen Fenstergrößen und kann so Zeit und Geld sparen.

Wer bei der Planung auf Standardmaße zurückgreift, findet eine große Auswahl an gängigen Fenstergrößen. Das spart Zeit und Geld © Robert Kneschke, stock.adobe.com
Wer bei der Planung auf Standardmaße zurückgreift, findet eine große Auswahl an gängigen Fenstergrößen. Das spart Zeit und Geld © Robert Kneschke, stock.adobe.com
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Die gängigsten Standardmaße für Fenster, die ohne Sonderanfertigung im Baumarkt oder Fensterfachhandel erhältlich sind, umfassen folgende Abmessungen (Breite × Höhe in cm):

Die gängigsten Standardmaße für Fenster

Breite (cm)Höhe (cm)
5050
5080
6060
6080
7575
8060
80100
100100
100120
120120

Richtmaße für Fenster nach Mauerwerks-DIN

Streng genommen gibt es keine festen „Fenster-DIN-Größen“. Stattdessen orientieren sich typisierte Fenster an den Rastermaßen des Mauerwerks, die in der DIN-Baugrundlehre verwendet werden. Ein Modul setzt sich aus 11,5 cm Steinbreite plus 1 cm Mörtelfuge zusammen, also ein Rastermaß von 12,5 cm.

Fenstermaße errechnen
Fenstermaße errechnen

Fensterrahmenmaße werden so gewählt, dass sie in die Mauerwerksöffnung passen, abzüglich etwa 1,5 cm Montagefuge pro Seite. Beispiel: Ein Mauerwerks-Öffnungsmaß von 101 cm ergibt ein Fensterbreitenmaß von 98 cm.

Neben den aufgeführten Standard- und Richtmaßen gibt es allerdings eine Vielzahl von Sonderformen und -größen, wie etwa Dachfenster (zum Beispiel 55 × 78 cm oder 78 × 98 cm) und bodentiefe Elemente.

Verschiedene Formen und Arten von Fenstern © Vladislav Kochelaevs, stock.adobe.com
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Die wichtigsten DIN-Normen für Fenster

Übersichtstabelle

NormThemaKurzbeschreibung
DIN 18202Toleranzen im HochbauDefiniert zulässige Abweichungen von Bau- und Öffnungsmaßen
DIN 5034-1Tageslicht in InnenräumenLegt Mindestfensterflächen im Verhältnis zur Raumgröße fest
DIN EN 14351-1Produktnorm Fenster und AußentürenRegelt Leistungsanforderungen (Dichtheit, U-Wert, Schallschutz)
DIN 4108-2Wärmeschutz im HochbauAnforderungen an Wärmedämmung und U-Werte
DIN 18055SchalldämmungNachweisverfahren für Schallschutz von Fenstern
DIN 18355VerglasungsarbeitenRichtlinien für Fachunternehmer bei der Verglasung
DIN 18516 / DIN 18533AbdichtungsarbeitenNormen für die Abdichtung zwischen Mauerwerk und Rahmen
EN 1026 / EN 12207 / EN 12208Luft-, Wasser- und WinddichtheitPrüfnormen für Permeabilität, Wasserdichtheit und Windlast

DIN 18202: Toleranzen im Hochbau

Die Norm ist Grundlage für die „Toleranzen im Hochbau“ und legt die Grenzabweichungen für Maße im Rohbau fest. Insbesondere sind beim Fenstereinbau hier die Öffnungsmaße für Fenster zu beachten. Wesentliche Inhalte:

  • Tabellen mit Soll- und Ist-Maßen für unterschiedliche Rohbauzustände
  • Klassifizierung der Toleranzklassen (A bis D) je nach Anforderungslage. Beispieltoleranzen für Öffnungsbreiten: Klasse A: ±10 mm bei Maß bis 1 m; Klasse C: ±15 mm bei Maß bis 1 m.

Die Norm ist die Basis für die Planung der Fensteranschlussprofile. Zudem wird anhand dieser Norm nach Fertigstellung des Rohbaus die Laibung kontrolliert.

Bauleiter überprüft die Rohbaumaße für Fenster © schulzfoto, stock.adobe.com
Bauleiter überprüft die Rohbaumaße für Fenster © schulzfoto, stock.adobe.com

DIN 5034-1: Tageslicht in Innenräumen

Diese Norm sichert eine ausreichende Belichtung von Aufenthaltsräumen durch Fenster. Ziel der Norm ist es, Mindestanforderungen für Fensterflächen festzulegen, um Gesundheit und Sehkomfort der Bewohner sicherzustellen. Kernaussage der Norm:

  • Fensterfläche ≥ 1/8 der nutzbaren Raumgrundfläche; gemessen wird dies mit dem Tageslichtquotienten (TQ) und dem Raumindex. Die Messung legt das Verhältnis der Fensterlichte zur Raumtiefe fest.
Wichtig: Das richtige Verhältnis von Wohnraum zu Fensterfläche
Wichtig: Das richtige Verhältnis von Wohnraum zu Fensterfläche

Die Norm gehört zur Grundlagendimensionierung von Neubauten und Sanierungen. Sie muss im Rahmen von Bauherrenberatungen und Genehmigungsverfahren nachgewiesen werden.

Fenstergrößen für eine ausreichende Belichtung
Fenstergrößen für eine ausreichende Belichtung

DIN EN 14351-1: Produktnorm Fenster und Außentüren

Die Norm regelt im Rahmen der „Europäische Harmonisierung“ für Fenster die notwendigen Eigenschaften von Fenstern und legt dabei Klassifizierungen fest. Die Norm ist verbindlich und wird der Bauprodukteverordnung (BauPVO) zugrunde gelegt. Wesentliche Prüfgrößen und Klassifizierungen:

  • Luftdichtheit (Klassen 1–4)
  • Wasserdichtheit (Klassen A1–E750)
  • Windlastbeständigkeit (Klassen 1–C5/B5)
  • Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert)
  • Schallschutz (Rw in dB)
Die europäische Produktnorm für Fenster und Außentüren – DIN EN 14351-1
Die europäische Produktnorm für Fenster und Außentüren – DIN EN 14351-1
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DIN 4108-2: Wärmeschutz und Energieeinsparung im Hochbau

Die Norm definiert die Mindestanforderungen an U-Werte (Wärmedurchgangskoeffizient) und gibt Vorgaben zur Vermeidung von Wärmebrücken, um Wärmeverluste zu reduzieren. Sie gilt im Rahmen des „Allgemeinen Wärmeschutz für die Gebäudehülle“. Vorgaben sind:

  • der maximal zulässige U‑Wert je Klimazone. Der U-Wert wird wiederum nach DIN EN ISO 10077-1 berechnet.
  • die Vermeidung von Wärmebrücken im Anschlussbereich. Diese Vorgabe wird durch eine thermografische Kontrolle auf der Baustelle gewährleistet.

Diese Norm ist die Grundlage für die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Gebäudeenergiegesetz (GEG).

U-Wert = Wärmedurchgangswert von innen nach außen
U-Wert = Wärmedurchgangswert von innen nach außen

DIN 18055: Schalldämmung im Hochbau

Die Norm beschreibt die Messverfahren und Grenzwerte für die Luft- und Trittschalldämmung von Fenstern und Fensterelementen. Ziel der Norm ist es, Außenlärm zu reduzieren und den Wohnkomfort zu verbessern. Die Kernparameter sind:

  • das Schalldämmmaß R; wobei die Schalldämmung von Fenstern und Fensterelementen in sogenannten „schalltoten Kammern“ gemessen wird. Die Mindestanforderung an die Schalldämmung ist in Wohngebieten: R ≥ 32 dB, in stark belasteten Lagen: R ≥ 42 dB.
  • die spezifischen Einflüsse von Rahmen, Beschlägen, Dichtungssystemen.
Schallschutzklassen für Fenster & Türen
Schallschutzklassen für Fenster & Türen

DIN 18355: Verglasungsarbeiten

Die Norm ist die Richtlinie für Fachunternehmen zur fachgerechten Ausführung von Verglasungen. Themenfelder:

  • Materialanforderungen (Glasarten, Dichtstoffe, Abstandhalter)
  • Ausführung: Lagerung, Handhabung, Einsetzen, Verfugung
  • Sicherheit: Bruchschutz, Absturzsicherung, Zweckausstattung (z. B. Verbundsicherheitsglas)

Die Norm dient zur Qualitätssicherung und ist Grundlage für Prüfprotokolle und Dokumentationen.

DIN 18516 und DIN 18533: Abdichtungsarbeiten

Die beiden Normen sind ein zweiteiliges Regelwerk für die Dichtheits- und Feuchteschutzebene zwischen Fensterrahmen und Bauwerk.

Die DIN 18516 regelt die innere Abdichtung (Luftdichtigkeit). Insbesondere im Systemaufbau von Anschlussfugen innen sowie der Einsatz diffusionsoffener Dichtprofile.

Die DIN 18533 regelt die äußere Abdichtung (Wasser- und Regendichtigkeit). Sie enthält eine Klassifizierung nach Beanspruchungsklassen W0–W3 und stellt den Einbau von Anschluss-, Klebe- und Kompribändern dar.

Die wesentliche Forderung dieser Normen ist der mehrschichtige Aufbau der Abdichtung von Fenstern („innerer Dichtheitsverbund“ versus „äußerer Abwehrverbund“).

Materialien und Abdichtungssysteme für den Fenstereinbau
Materialien und Abdichtungssysteme für den Fenstereinbau

EN 1026 / EN 12207 / EN 12208: Prüf- und Klassifizierungsnormen

Die Normen legen die europäischen Standards zur Ermittlung und Einstufung von Dichtungseigenschaften fest. Im Einzelnen:

  • EN 1026: Prüfverfahren zur Bestimmung der Luftdurchlässigkeit
  • EN 12207: Klassifizierung der Luftdurchlässigkeit (Klassen 1–4)
  • EN 12208: Prüfverfahren und Klassifizierung der Wasserdichtheit (A1–E750)

Die Normen werden bei Laborprüfungen mit definierten Druckdifferenzen und Regengeschwindigkeiten angewendet.

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