Fassade: WDVS

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Fassade: Wärmedämmverbundsysteme (WDVS)

WDVS Dämmung © IVPU
Wärmedämmverbundsysteme wird angebracht © IVPU

Wärmedämmverbundsysteme, kurz WDVS, sind seit Mitte der 60er Jahre auf dem Markt und wurden mit dem Ziel der Heizkostenreduktion entwickelt. Da es sich um eine Außendämmung handelt, eignen sich WDVS-Konstruktionen nicht nur für Neubauten, sondern – mit wenigen Ausnahmen – auch zur nachträglichen energetischen Sanierung.

Fassadendämmung: Dämmung ohne Wärmebrücken notwendig
Fassadendämmung: Dämmung ohne Wärmebrücken notwendig

Wie sind WDVS aufgebaut?

Bei einem WDVS handelt es sich um eine mehrschichtige Gebäudeaußenwand – stark vereinfacht um eine verputzte Dämmung mit folgenden Komponenten:

  • Außendämmung
    Als Wärmedämmstoffe kommen nicht brennbare Materialien wie z.B. Steinwolle und Mineralwolle (synthetisch anorganisch), Polystyrol-Hartschaum (synthetisch organisch) oder Kork und Holzfaser (natürlich) zum Einsatz. Die Dämmung muss flächig homogen montiert werden, Fugen sind mit Schaum oder Dämmstoffstreifen zu schließen, Versprünge plan abzuschleifen.
  • Befestigung
    Die kostengünstigste Befestigungsart ist die Verklebung mit einem auf den Untergrund abgestimmten Klebemörtel. Je nach verwendetem Dämm-Material ist eine zusätzliche Verdübelung mit speziellen Systemdübeln erforderlich. Ist eine Verklebung nicht gewünscht oder durch die Beschaffenheit des Untergrunds nicht möglich, können die Dämmplatten durch Metallschienen mechanisch befestigt werden, ähnlich einem Nut- und Federsystem.
  • Unterputz mit Armierungsgewebe
    In einen Unterputz (mineralisch gebunden oder organisch kunstharzvergütet) wird eine Armierung eingebettet. Das Glasfaser-Gewebe sorgt für eine flächige Verteilung der Spannungen aus dem Verputz. Grund: Der Unterputz kühlt schneller ab als die darunterliegende verklebte Wärmedämmung – Zugspannungen mit Rissgefahr wären die Folge.
  • Oberputz
    Der Oberputz als Abschluss kann auch beim WDVS in allen gängigen Oberflächen und Korngrößen ausgeführt werden – wichtig ist, dass er zum Gesamtsystem passt.
Kleber wird angebracht  © Fachverband Wärmedämm-Verbundsysteme e.V.
Kleber wird aufgetragen © Fachverband Wärmedämm-Verbundsysteme e.V.
Dämmung wird angebracht © Fachverband Wärmedämm-Verbundsysteme e.V.
Dämmung wird angebracht © Fachverband Wärmedämm-Verbundsysteme e.V.
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Worauf muss bei Auswahl und Montage eines WDVS geachtet werden?

In Deutschland unterliegen WDVS der bauaufsichtlichen Zulassungspflicht. Sowohl die Auswahl eines geeigneten Systems als auch die fachgerechte Montage erfordert viel Wissen und Erfahrung und sollte deshalb nur von qualifizierten Handwerkern durchgeführt werden.

Wichtige Faktoren für ein funktionierendes WDVS sind u.a.

  • Welches WDVS passt zum vorhandenen Untergrund?
  • Welcher Dämmstoff soll zum Einsatz kommen (natürlich oder synthetisch)?
  • Wie schwer ist die gewählte Dämmung, wie eben ist der Untergrund und welche Wetterbelastungen z.B. durch Wind sind zu erwarten?
  • Reicht eine Verklebung aus oder nicht?
Warmfassade einschalig mit WDVS
Warmfassade einschalig mit WDVS
Wichtig: Da alle Bestandteile eines WDVS exakt aufeinander abgestimmt sind, sollten Sie immer ein komplettes System eines Herstellers bzw. einer Marke verwenden!
Aufbau Dämmmstoffe Resolharz © Fachverband Wärmedämm-Verbundsysteme e.V.
Aufbau Dämmmstoffe Resolharz © Fachverband Wärmedämm-Verbundsysteme e.V.

Vorteile von WDVS

  • WDVS sparen Geld
    Bis zu 40 Prozent der Heizenergie gehen über die Außenwände verloren. Ein Wärmedämmverbundsystem hält die Wärme besser im Haus und reduziert die jährlichen Heizkosten um bis zu 30 Prozent (bei Altbauten bis zu 50 Prozent.).
  • WDVS wirken wertsteigernd
    Wärmedämmverbundsysteme erhöhen den Wert Ihrer Immobilie. Denn seit 2014 muss bei Neuvermietung und Verkauf ein Energieausweis vorgezeigt werden – energetisch sanierte Häuser sind hier klar im Vorteil und erzielen höhere Miet- bzw. Verkaufspreise.
  • WDVS senken den Energieverbrauch
    WDVS schonen die Ressourcen fossiler Brennstoffe, senken die CO2-Emissionen und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. Übrigens: Häufig wird entgegen gehalten, dass für die Herstellung von Styroporplatten Rohöl verwendet wird. Das ist zwar richtig, trotzdem ergibt sich durch die hohe Lebensdauer der WDVS unter dem Strich eine positive Öko-Bilanz.
  • WDVS maximieren den Wohnraum
    Durch den Einsatz eines WDVS werden die Außenwände von Neubauten dünner (24 cm statt klassisch 36,5 cm). So kann das Maximum an Wohnfläche aus der vorhandenen Grundfläche herausgeholt werden. Als Außendämmungssystem verringert auch eine Altbau-Sanierung die Wohnfläche nicht – für viele Hausbesitzer ein wichtiges Kriterium.
Tipp: Bei Altbausanierungen durch WDVS wird häufig der sogenannte „Schießscharten-Effekt“ kritisiert, d.h. nach Anbringen der Außendämmung sitzen die Fenster tiefer in der Fassade und wirken dadurch kleiner und dunkler. Empfehlenswert ist es deshalb, die Fenster im Rahmen der Sanierung gleich mit zu erneuern und in die Dämmebene zu versetzen. So schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe: Eine optische Beeinträchtigung wird vermieden UND sie optimieren die Energieeinsparung durch moderne Fenster.
Wärmedämmung und Verputzen © mitifoto, fotolia.com
Wärmedämmung wird verputzt © mitifoto, fotolia.com
Fertig gedämmtes Haus © Fachverband Wärmedämm-Verbundsysteme e.V.
Fertig gedämmtes Haus © Fachverband Wärmedämm-Verbundsysteme e.V.

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Nachteile von WDVS

  • WDVS sind für denkmalgeschützte Fassaden ungeeignet
    Als Außendämmung bietet das System keine Möglichkeit, Verzierungen wie Stuck oder Simse zu erhalten oder nachzuahmen. Auch bei Fachwerkhäusern ist eine Sanierung durch WDVS nicht möglich.
  • WDVS verzeihen keine Fehler
    Neben einer guten Vorplanung bei der Auswahl eines individuell geeigneten Systems erfordern WDVS grundsätzlich höchste Sorgfalt bei der Montage, um Folgeschäden zu vermeiden. Insbesondere Verarbeitungsfehler an Anschluss-Stellen sind häufige Fehlerquellen, die zum Eindringen von Wasser in die Dämmebene führen können. Dies hat zur Folge, dass sich nicht nur die Dämmwirkung rapide verschlechtert, sondern dass mittelfristig auch Schimmelschäden drohen. Das Einbringen von Eigenleistungen ist bei WDVS deshalb nicht zu empfehlen.
  • WDVS sind mit hohen Investitionskosten verbunden
    Die Preise für das Komplettsystem variieren je nach Hersteller, Material und Befestigungsart erheblich, hinzu kommen die Kosten für Gerüst und Montage. Bei der Sanierung von Altbauten entsteht zusätzlicher Aufwand durch zeitintensive Vorbereitungsarbeiten wie z.B. das Abschlagen des alten Putzes. Ein Preis-Leistungsvergleich verschiedener Hersteller und Handwerker lohnt sich also. Als kleiner Anhaltspunkt: Laut einer Studie der Deutschen Energie-Agentur liegt der Durchschnittspreis für ein WDVS mit 15 cm Polystyrol bei ca. 120 Euro pro Quadratmeter.
  • Tipp: Der Aufwand für WDVS-Sanierungsmaßnahmen lässt sich spürbar senken, wenn Sie die Sanierung mit anstehenden Fassaden- oder Dacharbeiten kombinieren (wenn also z.B. sowieso ein Gerüst aufgestellt werden muss oder der Putz unabhängig von der Entscheidung für oder gegen ein WDVS ausgebessert werden müsste). Die Mehrkosten für ein WDVS betragen in diesen Fällen teilweise nur rund 50 Euro pro Quadratmeter, das WDVS wird also deutlich wirtschaftlicher.
    Tipp: Lesen Sie auch unseren Beitrag Alternativen zum Wärmeverbundsystem
  • WDVS sind anfällig für Algenbildung
    Die hervorragende Isolierung des Gebäudes durch das WDVS hat auch Nachteile: Bleibt die Wärme im Hausinneren, ist die Fassade kalt. Bei kalten Außentemperaturen kommt es deshalb bei zu Kondenswasserbildung – und in Folge zu Algenbildung. Obwohl es sich nicht um einen Schaden, sondern lediglich um eine optische Beeinträchtigung handelt, ist Algenbildung unschön und unerwünscht. Konstruktive Gegenmaßnahmen sind größere Dachüberstände und korrekte Fensterbank-Anschlüsse. Auch hydrophile Putze wirken vorbeugend, da sie Feuchtigkeit aufnehmen, die später verdunstet. Problematisch sind hingegen mit Herbiziden behandelte Putze, da die Mittel im Lauf der Jahre ausgewaschen werden, versickern und ins Grundwasser gelangen.
  • WDVS sind bei Spechten beliebt
    Immer wieder berichten die Medien über Schäden durch Spechtlöcher in WDVS. Das Problem: Die Löcher führen zu Wärmebrücken, d.h. Wärme entweicht und die Funktion des WDVS wird beeinträchtigt. Es gibt mittlerweile Fachbetriebe, die auf Ausbesserungsarbeiten von Spechtschäden an WDVS spezialisiert sind.
Tipp: Eine kompetente Energieberatung durch den Fachmann ist sowohl bei Neubauten als auch bei der Sanierung ratsam. Energieberatungszentren helfen bei der Berechnung der voraussichtlichen Kosten und des Einsparungspotenzials von WDVS und unterstützen Bauherren so bei einer neutralen Beurteilung des individuellen Kosten-Nutzenverhältnisses.
Linktipp: Mehr über Aufbau und Funktionsweise von WDVS finden Sie auf der Website des Fachverbands Wärmedämm-Verbundsysteme e.V. http://www.wdv-systeme.de/bauherren
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