Fassade mit Holz verkleiden

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Eine Holzfassade ist eine prima Sache. Sie sieht gut aus und besteht aus einem natürlichen, nachhaltigen Rohstoff. Richtig gemacht, kann sie Jahrzehnte halten, und das bei minimalem Pflegeaufwand. Optisch altert sie nicht so schnell wie Putz – und wenn, dann sieht das noch nicht einmal schlecht aus. Das Montieren einer Holzfassade ist auch ein gutes Projekt für Selbermacher. Worauf man achten muss und wie es geht, das erfährt man hier.

Holzfassade © dima-pics © fotolia.com
Eine Holzfassade macht einfach etwas her – und ist, mit Bedacht gemacht, auch ein Projekt für Selbermacher © dima-pics © fotolia.com

Am besten gleich mit Dämmung

Dabei wird hier davon ausgegangen, dass die Holzfassade gleichzeitig mit einer Dämmung angebracht wird. Denn die Dämmung von Fassaden ist heute wegen des Klimaschutzes generell angesagt. Wer eine Fassade ohne Dämmung mit Holz verkleiden will, denkt sich die Dämmung einfach weg. Eine bereits gedämmte Fassade nachträglich mit Holz zu verkleiden, ist eine schwierige Sache – man muss einen Weg finden, die Holzkonstruktion in der Wand zu befestigen, ohne die Dämmung einschließlich einer eventuell eingebauten Fassadenbahn – das ist eine Folie – zu beschädigen. Auf diesen Spezialfall soll hier nicht weiter eingegangen werden.

Planung ist alles

Beginnen muss alles mit einer vernünftigen Planung. Klären muss man, ob es sich bei der Fassade um eine Brandwand handelt oder ob sie näher als drei Meter an der Grundstücksgrenze steht – dann wäre mit dem örtlichen Bauamt zu klären, ob eine Holzfassade überhaupt erlaubt ist. Geklärt werden muss, ob die Dachüberstände groß genug sind – gegebenenfalls muss man diese von einem Dachdecker vergrößern lassen. Den Dachdecker braucht man zumeist ohnehin, denn oft bietet es sich an, die Regenrinnen zu erneuern, bei den Fallrohren ist das sogar unumgänglich. Für den Dachdecker, aber auch für die Montage der Holzverkleidung, braucht man zumeist ein Gerüst – dies muss rechtzeitig bestellt werden. Die Kosten für ein Gerüst gehen übrigens schnell in den vierstelligen Bereich.

Zu den Vorbereitungen gehört auch die Entscheidung, welches Holz man wählt, und wie es montiert werden soll. Fichte, Tanne und Kiefer kann man nehmen. Dieses Holz ist vergleichsweise preiswert, aber nicht besonders widerstandsfähig gegen Witterung, Schädlinge und Pilzbefall. Solche Fassaden sollten auf jeden Fall mit Lasur oder Farbe gestrichen werden, was den Preisvorteil zum Teil wieder aufhebt. Douglasie schneidet in beiden Punkten besser ab. Lärche, Robinie und Akazie sind so haltbar, dass sie keine Behandlung brauchen – wenn man natürliche Verfärbungen akzeptiert; Lärche zum Beispiel vergraut. Robinie und Akazie werden selten verwendet, da es sich um hartes, schwer zu bearbeitendes Holz handelt. Eiche wiederum ist schlichtweg zu teuer. Viel spricht also für die Lärche.

Holz vergraut © Daniel, stock.adobe.com
Lärchenholz vergraut nach einigen Jahren. In den meisten Fällen sieht das gut aus. © Daniel, stock.adobe.com

Und dann stellt sich die Frage, ob man die Holzbretter waagerecht, senkrecht oder diagonal montiert. Letztlich ist dies Geschmacksache – senkrechte Bretter lassen ein Gebäude höher, waagerechte Bretter lassen es kompakter erscheinen, diagonal montiertes Holz wirkt lebhaft und setzt besondere Akzente. An senkrechten Brettern läuft das Wasser besser ab als an waagerechten, aber das schließt eine waagrechte Montage nicht aus. Sollte es Nuten geben, sollten diese allerdings nach unten weisen, damit sich dort nicht das Wasser sammeln kann.

Waagrecht oder senkrecht, das ist nicht einzige Gestaltungsfrage. Es gibt nämlich noch unterschiedliche Arten, die Bretter zu anzubringen. Von einer offenen Schalung spricht man, wenn die Bretter nebeneinander mit einer Fuge von etwa einem Zentimeter montiert werden. Bei einer Boden-Deckel-Schalung ist die Fuge breiter, wird aber von einem weiteren Brett abgedeckt. Nut- und Feder-Schalungen werden vor allem senkrecht angebracht; sie decken die Fläche ebenso vollständig ab wie die sogenannte Stülpschalung, bei der die Bretter waagerecht angebracht werden und das obere Brett das untere schuppenartig überlappt.

Zu den Vorbereitungen gehört schließlich noch zu klären, ob die Wand das Gewicht einer Holzfassade überhaupt tragen kann. Das kommt auf die Stärke der Konstruktion und auf die Tragfähigkeit der Wände an. Entscheidet man sich für Dämmstärken von bis zu zehn Zentimetern und eine offene Verschalung, mit Zwischenräumen also, dann ist das unproblematisch. Andernfalls hält man besser Rücksprache mit einem Statiker.

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  1. 1. Schritt: Wand vorbereiten

    Wenn das Material beschafft ist und das Gerüst steht, kann es los gehen. Zunächst wird die Wand vorbereitet – die Fallrohre werden abmontiert, außerdem Kabel, Markisen, Vordächer – alles, was im Weg ist eben. Eventuelle Risse im Putz sollten mit Mörtel verschlossen werden. Ist der Putz in einem schlechten Zustand, sollte er auf jeden Fall komplett abgeschlagen werden. Das macht Dreck und Arbeit, vereinfacht aber die manche weiteren Arbeitsschritte.

  2. 2. Schritt Kanthölzer montieren

    Der Aufbau beginnt, indem Kanthölzer senkrecht und mit der Schmalseite an der Fassade befestigt werden. Am besten verwendet man Hölzer, die so breit sind wie die Dämmung dick, 8 Zentimeter beispielsweise. Befestigt werden die Hölzer mit Rahmendübeln. Bei 8 Zentimeter breiten Kanthölzern sollte man Dübel für 20 Zentimeter lange Schrauben verwenden. Am besten wählt man den Abstand der Kanthölzer so, dass in den Zwischenraum immer genau eine Dämmplatte geklemmt werden kann. Die gesamte Konstruktion sollte etwa 30 Zentimeter über dem Erdboden beginnen – für den Spritzwasserbereich sind Holzverkleidungen ungeeignet.

  3. 3. Schritt: Dämmplatten einbauen

    Jetzt werden die Dämmplatten zwischen die Kanthölzer geklemmt. Damit dies funktioniert, verwendet man ein flexibles Dämmmaterial, also Platten zum Beispiel aus Steinwolle oder Holzfasern. Starres Material muss man gesondert befestigen – das ist ein Arbeitsgang, den man einsparen kann.

    Nicht erforderlich ist es übrigens, genau an den Fassadenrändern oder entlang der Fensterlaibungen Kanthölzer zu montieren. Diese Flächen spart man beim Dämmstoff zunächst aus und füllt sie von der Seite, wenn sie entweder von einer zweiten Lage Kanthölzer oder von der Dampfbremsfolie nebst Lattung gehalten werden.

    Eine acht Zentimeter starke Dämmung reicht zumeist nicht aus, um vorgegebene Dämmwerte zu erreichen. Deshalb bringt man, wenn die erste Dämmebene mit Dämmmaterial gefüllt ist, eine zweite Lage Kanthölzer an, diesmal waagerecht. Auf diese Weise entsteht eine 16 Zentimeter starke Dämmung.

  4. 4. Schritt: Ecken und Kanten, Fenster und Türen

    Mit etwas Überlegung sind Kanten, Leibungen und Fensterbänke kein Problem. Rund um alle Maueröffnungen bringt man die Kanthölzer so an, dass sie geeignet sind, Leibungsbretter zu halten. An den Fassadenkanten lässt man die waagerechten Kanthölzer so weit herausstehen, dass sie die Dämmung der quer verlaufenden Fassade mit abschließt. An Fenster und Türen werden waagerechte Kanthölzer so abgesägt, dass die geeignet sind, senkrechte Laibungsbretter zu halten. Unter die Fensterbänke werden waagerechte Kanthölzer so montiert, dass darauf die Fensterbänke ruhen können.

    Sind alle Kanthölzer und Dämmplatten eingebaut, werden Fensterbänke und Leibungsbretter angeschraubt, auch über den Fenstern. Weitere waagerechte Bretter werden als unterer Abschluss der Dämmung unter die Konstruktion geschraubt, also etwa 30 Zentimeter über dem Erdboden. Für die Befestigung verwendet man Stahlwinkel. Dann kommt es noch darauf an, alle Lücken, Ritzen und Hohlräume, die sich irgendwo ergeben haben, mit Dämmung auszustopfen. Auch aus diesem Grund ist ein flexibles Material zu empfehlen.

  5. 5. Schritt: Die Fassadenbahn

    Jetzt wird auf die Kanthölzer eine sogenannte Fassadenbahn getackert. Sie muss rundum am Holz und an den Wänden luftdicht verklebt werden. Dafür gibt es spezielle Klebebänder und Kartuschenkleber. Diese Bahn lässt Feuchtigkeit von innen nach außen, aber nicht umgekehrt. Sie verhindert, dass Luftfeuchtigkeit im Dämmstoff kondensiert und diesen unbrauchbar macht. Das ist der Arbeitsschritt, der die größte Sorgfalt erfordert.

  6. 6. Schritt: Die Lattung

    Die Lattung die jetzt durch die Fassadenbahn hindurch geschraubt wird, schafft einen Abstand zwischen Fassadenbahn und Holzverkleidung, durch die Feuchtigkeit nach unten ablaufen kann. Manchmal sind zwei Latteneben notwendig, manchmal eine. Direkt an der Fassadenbahn muss es eine senkrechte Lattenebene geben, damit die Feuchtigkeit nicht aufgehalten wird. Sollen Bretter der Holzverkleidung senkrecht verlaufen, wird dann noch eine waagerechte Lattenlage gebraucht.

    Die Latten sollten im Abstand von 40 Zentimeter montiert werden. Soll es in der Holzverkleidung später Fugen geben, streicht man die Dachlatten schwarz an – am besten erledigt man das vor der Montage. Wo die Befestigungsschrauben durch die Fassadenbahn gehen, muss diese press auf den Kanthölzern aufliegen, damit kein Loch entsteht, durch das Luftfeuchtigkeit eindringen kann.

  7. Einfamilienhaus mit Holzfassade © Ralf Gosch, stock.adobe.com
    Einfamilienhaus mit Holzfassade © Ralf Gosch, stock.adobe.com
  8. 7. Schritt: Die Holzverkleidung

    Abschließend wird die Holzverkleidung auf die Latten geschraubt. Bei senkrechten Brettern muss man darauf achten, diese an möglichen Stößen und am unteren Rand schräg zu sägen, damit Regenwasser abtropfen kann. Bei Stößen sollte der Zwischenraum mindestens einen Zentimeter betragen, damit das Wasser abläuft. Man beginnt mit den großen Flächen und arbeitet dann Leibungen und ähnliches aus.

    Bei allen Verschraubungen vor der Fassadenbahn sollen unbedingt Edelstahlschrauben verwendet werden, weil diese nicht rosten. Schnell zeigt sich, an welchen Stellen es notwendig ist, Löcher vorzubohren, um zu verhindern, dass das Material splittert. Die Schrauben, mit denen die Holzbretter befestigt werden, sollten genau bündig eingeschraubt werden. Ragen sie heraus, mindert das die Stabilität. Werden die Schraubenköpfe im Holz versenkt, entstehen an den Brettern Angriffspunkte für Feuchtigkeit. Der Optik wegen sollte man auf ein regelmäßiges Schraubenbild achten.

  9. 8. Schritt: Nagerschutz

    Nicht vergessen darf man, den durch die Lattung gebildeten Zwischenraum durch Gitterprofile so zu verschließen, dass Mäuse und andere Nager keine Chance haben, in der Lüftungsebene nach oben zu klettern. Sonst nagen sie die Fassadenbahn an und gefährden die Funktionsfähigkeit der Dämmung. Den Sockel zwischen Erdoberfläche und Holzverkleidung dämmt man mit wasserfestem Material, zum Beispiel Styrodur oder Dämmputz.

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