Stromleitungen verlegen

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Leitungen unter Putz verlegen – Weg mit dem Kabelsalat

Kabelsalat unter dem Schreibtisch, im Wohnzimmer oder in der Küche sind nicht nur sehr unordentlich, sondern auch gefährlich. Lose herumliegende Leitungen und Kabel sind potentielle Stolperfallen und überlastete Steckerleisten können zu einem Brand führen. Wer also Gefahrenquellen und Kabelsalat beseitigen möchte, sollte Leitungen in der Wand verschwinden lassen oder sie zumindest an der Wand befestigen.

Verlegen von Leerrohren © VRD, fotolia.com
Verlegen von Leerrohren © VRD, fotolia.com

Ob Neubau oder Sanierung eines Hauses empfiehlt sich die Verwendung von Leerrohr. Der Vorteil dieser Rohre ist, dass sie auch nachträglich die Möglichkeit bieten, weitere Stromleitungen zu verlegen. Dabei handelt es sich um feste PVC-Rohre mit einem Durchmesser von 13,5 mm bis 16 mm.

Ideal für Freiverlegungen (auf Putz), sind feste PVC-Rohre mit entsprechenden Befestigungsschellen, in die das Rohr einfach hineingedrückt wird. Natürlich kann man auch eine Leitung mit den herkömmlichen Kabelschellen, die in der Wand mit Stahlnägeln befestigt werden, verwenden. Auch spezielle Fußleisten mit Kabelschlitzen werden angeboten. Eleganter ist es jedoch, Rohre oder Leitungen unter dem Putz verschwinden zu lassen.

Kabelsalat und überlastete Leitungen sind Gefahrenquellen
Kabelsalat und überlastete Leitungen sind Gefahrenquellen

Die richtigen Leitungen

Kabel oder Leitungen werden wahlweise als Rohr-, Kabel- oder Stegleitungen (Flachleitungen) angeboten. Grundsätzlich gilt es bei der Verlegung, die richtigen Installationskabel zu verwenden.

Flachleitungen (NYIF-J-Stegleitungen)

Stegleitungen sind Flachleitungen und als Meterware erhältlich. In den Stegleitungen sind die stromführenden Leitungen bereits installiert. Es gibt sie als drei- oder fünfadrige Leitungen mit einem Leiterquerschnitt von je 1,5 mm².

Flachleitungen dürfen nur in Trockenräumen ohne weiteren Schutz unterputz verlegt werden. In Kellern sind sie nur für Innenmauern erlaubt. Flachleitungen sind etwa 3,8 mm dick und können sehr leicht unterputz verlegt werden. Denn Sie brauchen nur sehr wenig Platz, es muss nicht in das harte Mauerwerk geschlitzt werden. Die Flachleitungen werden dann mit speziellen Nägeln im Mauerwerk befestigt.

Installationskabel (NYM-J-Kabel)

Installationskabel sind PVC-ummantelte Kupferleitungen (3 bis 5-adrig) die auf Putz oder unter Putz verlegt werden können. Solche schmalen Installationskabel haben den Vorteil, dass sie unter Putz nur einen schmalen Stemmschlitz zur Verlegung benötigen. Das spart viel Stemmarbeit.

Je nach Belastung der Leiter braucht man einen bestimmten Querschnitt. Je höher die Belastung, desto größer muss der Leitungsquerschnitt gewählt werden. Für das normale Hausnetz genügen Leiter mit einem Querschnitt zwischen 1,5 mm² und 2,5 mm². Für Großverbraucher wie E-Herd muss der Querschnitt 4 mm² betragen.

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Kabelarten und ihre Verwendung

Elektrokabel © mirkograul, fotolia.com
Elektrokabel © mirkograul, fotolia.com
  • 1,5 mm² für Beleuchtung und weniger belastete Steckdosen
  • 2,5 mm² für schwer belastete Steckdosen (Wäschetrockner, Geschirrspüler, Heizkessel, etc.)
  • 4 mm² für Elektroherde und stärkere Maschinen in der Hobbywerkstatt oder Garage
Sicherheitsregeln bei der Elektroinstallation © bilderzwerg, fotolia.com
Sicherheitsregeln bei der Elektroinstallation © bilderzwerg, fotolia.com
Tipp: Bei Unterputzleitungen empfiehlt es sich, diese erst nach einem Funktionstest verputzt werden!

Das Verlegen von Stromkabeln kann von jedem Heimwerker durchgeführt werden. Die elektrischen Anschlüsse sollten jedoch von einem Fachmann vorgenommen werden. Es ist empfehlenswert sich auch vor der Verlegung von Leitungen mit einem Elektroinstallateur abzusprechen, der genau vorgibt, wo und welche Kabel verlegt werden müssen.

Leitungen, die Unterputz verlegt werden, sowie für Schalter und Steckdosen gelten bestimmte Installationszonen. Waagerecht verlegte Leitungen müssen 30 cm oder 15 cm über dem fertigen Fußboden oder 30 cm unter der fertigen Deckenfläche verlaufen. Senkrecht verlegte Leitungen sollen 15 cm neben Rohbaukanten oder Rohbauecken verlaufen.

In Küchen und Hausarbeitsräumen gelten zudem gesonderte Regelungen. Im Bad gelten ebenfalls gesonderte Festlegungen.

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Wichtige Hinweise zum Verlegen von Elektroleitungen
Wichtige Hinweise zum Verlegen von Elektroleitungen

Schritt für Schritt Leitungen unter Putz legen

Werden Rohre, Leitungen oder Kabel in Mauerschlitze verlegt, dürfen diese Schlitze je nach Mauerdicke nicht zu tief ausgeführt werden. An Schornsteinen dürfen grundsätzlich keine Mauerschlitze für elektrische Leitungen gestemmt werden. Und: Mauerschlitze dürfen die Standfestigkeit der Mauer nicht beeinträchtigen!

Wanddicke größer als 115mm

  • Schlitztiefe maximal 10 mm
  • Einschlitzbreite maximal 100 mm
  • Abstand der Schlitze minimal 115 mm

Wanddicke größer als 175 mm

  • Schlitztiefe maximal 10 mm
  • Einschlitzbreite maximal 100 mm
  • Abstand der Schlitze minimal 115 mm

Wanddicke größer als 240 mm

  • Schlitztiefe maximal 30 mm
  • Einschlitzbreite maximal 150 mm
  • Abstand der Schlitze minimal 115 mm

Wanddicke größer als 300 mm

  • Schlitztiefe maximal 30 mm
  • Einschlitzbreite maximal 200 mm
  • Abstand der Schlitze minimal 115 mm

Wanddicke größer als 365 mm

  • Schlitztiefe maximal 30 mm
  • Einschlitzbreite maximal 200 mm
  • Abstand der Schlitze minimal 115 mm

Bei der Verlegung von Rohren, Leitungen oder Kabeln sollte man wie folgt vorgehen:

Steckdosenloecher bohren © Jürgen Fälchle, fotolia.com
Steckdosenloecher bohren © Jürgen Fälchle, fotolia.com
  1. Den Verlauf der Leitungen anzeichnen und mit einem Leitungssucher die Wand sorgfältig auf Strom- und Wasserleitungen prüfen.
  2. Mit einer Bohrkrone und der Bohrmaschine werden die Löcher für die Unterputz-Dosen gebohrt. Sei es für Schalter-, Steck- oder Abzweigdosen. Den Bohrkern mit einem kleinen Meißel und einem Hammer herausklopfen, ohne dass die umliegende Wand dabei beschädigt wird.

    Bei der Verlegung von Elektroleitungen gibt es drei Standards:
    1. Arbeiten mit Hammer und Meißel oder
    2. Man fräst mit einem Winkelschleifer und entsprechender Stein- oder Diamantscheibe zwei Schlitze in die Wand und entfernt den mittleren Steg mit Hammer und Meißel.
    3. Empfehlenswert ist eine Mauernutfräse. Ein solches Gerät kann man ab 40 Euro pro Tag ausleihen. Die Mauernutfräse ist mit einer Absaugvorrichtung für einen Industriesauger ausgerüstet, so dass ein weitestgehend staubfreies Arbeiten gewährleistet ist.

  3. Die Mauernutfräse wird am Einstellhebel auf die Frästiefe eingestellt. Die beiden Frässcheiben laufen dabei ohne Abdeckung. Schließen Sie einen Industriesauger an das Gerät, denn der Frässtaub ist sehr fein und setzt sich in jede noch so kleine Fuge und Pore. Der Mauernutfräser muss vorsichtig angesetzt werden. Besonders bei harten Betonwänden besteht die Gefahr des Rückschlags.
  4. Die Dicke der Wand bestimmt die maximale Schlitztiefe (siehe Tabelle weiter oben).
  5. Der Mittelsteg zwischen den Schlitzen wird nun mit einem und einem Hammer herausgearbeitet.
  6. Mit Gips beziehungsweise Elektrikergips wird die Dose dann in die Wand eingegipst. Nach dem Trocknen werden die Rohre oder Kabel eingezogen. Zum Befestigen sind spezielle Befestigungsklemmen erhältlich. Für Flachkabel gibt es spezielle Stegleitungsnägel mit einer Kunststoffisolierung am Kopf. Zuletzt werden die Schlitze samt Kabel und dessen Befestigungen mit Gips oder Spachtelmasse verschlossen.
  7. Anleitung: Elektroleitungen unter Putz verlegen
    Anleitung: Elektroleitungen unter Putz verlegen
    WICHTIG: Strom- und Datenkabel trennen!

    Beim Verlegen von Stromleitungen sollte man darauf achten, dass Leitungen nicht direkt neben Datenleitungen liegen. Die Stromspannung kann die Datenübertragung zum Computer oder Telefon beeinträchtigen. Alternativen: zwei verschiedene Leerrohre nutzen, Trennstege verwenden oder abgeschirmte Datenkabel verwenden. Ansonsten sollte der Mindestabstand zwischen Elektrokabel und nicht abgeschirmtem Datenkabel zwischen 100 und 200 Millimetern betragen.

    WICHTIG: Nicht ohne Grund zählt die Installation von elektrischen Anlagen zu den meisterpflichtigen Gewerken in Deutschland. Das heißt, dass die Elektroinstallation von einem Meisterbetrieb durchgeführt werden muss und für Laien tabu ist! Dieses Verbot gilt für die gesamte Hauselektrik.
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