Starkstromanschluss

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Starkstromanschluss – So bekommen Sie die richtige Power

Nicht immer reicht eine „normale“ Steckdose aus. Insbesondere dann, wenn Sie leistungsstarke Geräte nutzen wollen, wie beispielsweise einen Durchlauferhitzer, einen Holzspalter oder eine Kreissäge. Dafür benötigen Sie eine Kraftsteckdose, die Ihnen den entsprechenden Starkstrom zur Verfügung stellt.

Aber: Starkstromanschluss ist nicht gleich Starkstromanschluss! Für eine 400 Volt Leitung gibt es verschiedene Leitungsquerschnitte, die auf die Leistungsfähigkeit des Geräts abgestimmt sein müssen. Außerdem muss an die korrekte Absicherung im Sicherungskasten gedacht werden.

In einem Haushalt kommen viele elektrischen Geräte zum Einsatz, die in der Regel einen sogenannten Wechselstromanschluss benötigen. Der wird in der Regel über eine normale 230 Volt Steckdose zur Verfügung gestellt. Eine übliche 230 Volt Steckdose besitzt drei Anschlüsse: L1 für die stromführende Ader (Phase oder Außenleiter), N für den Neutralleiter und PE für den Schutzleiter.

Dabei werden für die Phase Adern mit der Farbe Schwarz oder Braun, für den Neutralleiten die Farbe Blau und den Schutzleiter die Farbe Grün-Gelb verwendet. Als Zuleitung dient dabei in der Regel Mantelleitungen mit der Bezeichnung NYM-J 3×1,5, die einen Leitungsquerschnitt von 1,5mm und eine Kupferader haben. Steckdosen mit dieser Zuleitung werden im Sicherungskasten mit einem 10 Ampere-Leitungsschutzschalter abgesichert und erlaubt Ihnen ein Gerät bis maximal 2.300 Watt zu nutzen.

Vergleich zwischen Wechselstrom und Starkstrom-Anschluss
Vergleich zwischen Wechselstrom und Starkstrom-Anschluss

Doch manchmal reicht diese Leistung nicht aus. Bekanntestes Beispiel: der Elektroherd mit Backofen. Beim Herdanschluss kommt Starkstrom (auch Drehstrom genannt) zum Einsatz. Der Unterschied zur 230 Volt-Steckdose liegt in der Verwendung von drei stromführenden Adern, die gegeneinander eine Spannung von 400 Volt aufweisen. Eine übliche Starkstromsteckdose besitzt fünf Anschlüsse: L1, L2, L3 für die stromführenden Adern, N für den Neutralleiter und PE für den Schutzleiter. Dabei werden für die drei Phasen Adern mit der Farbe Schwarz, Braun und Grau, für den Neutralleiten die Farbe Blau und den Schutzleiter die Farbe Grün-Gelb verwendet.

Elektroinstallation ist für Laien tabu
Die Elektroinstallation gehört zu den sogenannten „gefahrengeneigten Handwerken“ die laut Handwerksordnung (HwO) nur von Unternehmen ausgeübt werden dürfen, die gemäß §1 Abs. 1 der HwO in die Handwerksrolle eingetragen sind, also Elektrofachfirmen. Für Laien sind Arbeiten an der Elektroinstallation tabu! Grundlage dafür ist §13 Abs. 2 Satz 4 der „Niederspannungsverordnung“ (NAV). Dieses Verbot gilt für die gesamte Hauselektrik. Auch für das Wechseln von Steckdosen oder Lichtschaltern, obwohl diese Ersatzteile dafür frei im Handel erhältlich sind. Die Händler sichern sich durch entsprechende Warnhinweise ab.

Starkstromanschluss ist nicht gleich Starkstromanschluss

Doch ein Starkstromanschluss ist nicht gleich Starkstromanschluss. Bevor Sie einen solchen Anschluss planen, sollten Sie wissen, wieviel Leistung Ihr neues elektrisch betriebenes Gerät benötigt. Das steht auf dem Leistungsschild. Denn danach richtet sich der zu verwendende Leistungsquerschnitt der Zuleitung für den Starkstromanschluss.

Die Leitungsquerschnitte in der Elektroinstallation bemessen sich vor allem nach der Belastung, der die Leitung ausgesetzt ist und danach, wie und wo die Leitung verlegt wird. Geregelt wird der Leitungsquerschnitt in den Normen DIN VDE 01000 Teil 430 / Oktober 2010, DIN VDE 0298-4 / 2003, DIN EN 60269-1, VDE 0636-1, DIN EN 60898-1, VDE 0641-11.

Mit der folgenden Tabelle können Sie schnell und einfach den passenden Leitungsquerschnitt zur gegebenen Leistung finden, damit der Stromanschluss korrekt durchgeführt wird. Die genauen Werte, die auch von der Verlegeart der Zuleitung abhängt, werden letztendlich vom Elektrofachbetrieb ermittelt.

Elektroinstallation ist meisterpflichtig

Nicht ohne Grund, zählt die Installation von elektrischen Anlagen, zu den meisterpflichtigen Gewerken in Deutschland. Das heißt, dass die Elektroinstallation von einem Meisterbetrieb durchgeführt werden muss. Wer als geübter Heimwerker dennoch einige der Arbeiten aus dem Elektriker-Handwerk durchführen möchte, sollte dies unbedingt im Vorfeld mit einem Fachbetrieb abstimmen.

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Leitungsquerschnitte für Starkstromanschlüsse

Leistung
in kW
Spannung
in Volt
Mindestleitungsquerschnitt
in Quadratmillimeter (mm²)*
Absicherung
in Ampere (A)
6,5 400 2,5 3 x 16
11 400 2,5 3 x 16
12 400 2,5 3 x 20
13,5 400 2,5 3 x 20
15 400 2,5 3 x 20
18 400 4 3 x 35
21 400 4 3 x 35
24 400 6 3 x 40
27 400 6 3 x 40
*Angabe der maximalen Strombelastung von Kupferkabeln bei 25 Grad Celsius Umgebungstemperatur mit Absicherung (Klammerwert = empfohlene Absicherung in Ampere).
Stromkabel bei einer Elektroinstallation © Doin Oakenhelm, stock.adobe.com
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Starkstromsteckdose anschließen

Wenn Sie über keinen entsprechenden Anschluss verfügen, muss zunächst eine Zuleitung vom Verteilerkasten zur gewünschten Stelle gezogen werden. Bevor dies in Angriff genommen wird, ist zu prüfen, ob die Hauptleitung im Verteilerkasten überhaupt einen Anschluss für einen Starkstromanschluss erlaubt. Für einen 400 Volt-Anschluss muss die Hauptleitung drei Phasen aufweisen, die in der Regel auf drei Stromschienen aufgeteilt wurden.

CEE-Wandsteckdose für einen 400 Volt-Anschluss © oehm2007, stock.adobe.com
CEE-Wandsteckdose für einen 400 Volt-Anschluss © oehm2007, stock.adobe.com

Die Verlegung der Starkstromleitung kann sowohl Unter- wie Aufputz erfolgen. Letztendlich wird die Leitung bis zu der Stelle geführt, an der Sie die Steckdose für den Starkstromanschluss setzen möchten. In der Regel verwendet man bei beiden Ausführungen eine entsprechende Mantelleitung mit der Bezeichnung NYM mit 5 Adern des benötigten Leiterquerschnitts (Bsp.: NYM 5×2,5 oder NYM 5×4 oder NYM 5×6).

Kraft- oder Starkstromsteckdosen werden auch als CEE-Steckdosen bezeichnet. Dabei handelt es sich um die internationale Bezeichnung, die auch für die entsprechenden Stecker und Kupplungen verwendet wird. Die CEE-Steckdosen sind in den Größen 16A, 32A, 63A und 125A erhältlich. Sie müssen alle die Schutzart von mindestens IP44 erfüllen. Die Kraftsteckdosen sind fünfpolig und passen nur auf die entsprechenden CEE-Stecker und CEE-Kupplungen.

Auf den roten Gehäusen finden Sie folgende Bezeichnung: 3L(P)+N+PE 6h. 3L steht für die drei Phasen, N für den Neutralleiter und PE für den Schutzleiter. Die Bezeichnung 6h steht für die Anordnung des Schutzleiterstifts im Stecker. 6h bedeutet, dass sich der Schutzleiter dort befindet, wo auf dem Ziffernblatt einer Uhr sechs Uhr angezeigt wird.

Sicherheitsregeln für die Elektroinstallation
Elektrischer Strom ist extrem gefährlich und kann tödlich sein. Deshalb:

  1. Vor Arbeiten an Elektrogeräten erst den Netzstecker ziehen.
  2. Bei Installationsarbeiten immer erst den Strom abstellen. Die dem betreffenden Stromkreis zugehörige Sicherung ausschalten.
  3. Hinweisschild am Sicherungskasten anbringen, um zu verhindern, dass die Sicherung aus Versehen wieder einschaltet wird.
  4. Überprüfen, ob die betreffende Anlage spannungsfrei ist.
  5. Hände weg von Hausanschluss sowie verplombten Zählern und Hauptsicherungen!
  6. Nur Elektroarbeiten ausführen für die Fachkenntnisse vorhanden sind!
  7. Schutzleiter nicht für andere Funktionen verwenden, abklemmen oder entfernen.
  8. Nach beendeter Arbeit Schutzleiterfunktion überprüfen!
Unterputz-Montage von Elektroleitungen
Unterputz-Montage von Elektroleitungen

Für die Installation eines Unterputz-Starkstromanschlusses zeichnen Sie die Leitungsführung mit Bleistift an. Beachten Sie dabei stets die Installationszonen und überprüfen Sie, ob in der Wand keine Leitungen verlegt sind. Danach werden bei massivem Mauerwerk mit einem Bohrhammer, einer Schlitzmaschine oder einem Hammer und Meißel Schlitze gezogen. Bei Trockenbauwänden ist die Installation deutlich aufwendiger, weil die Leitung oft durch Isolationsmaterial geführt werden muss. Die Dose für den Starkstromanschluss wird mit einem entsprechenden Dosenbohrer durchgeführt. Die Befestigung in massivem Mauerwerk erfolgt in der Regel mit Gips oder Schnellbinder, bei Hohlwänden mit entsprechenden Hohlwanddosen. In die Dosen wird die entsprechende Zuleitung gezogen.

Unterputz-Starkstromanschlusses mittel Schlitzmaschine und Kernbohrmaschine  © oksanamedvedeva, stock.adobe.com
Unterputz-Starkstromanschlusses mittel Schlitzmaschine und Kernbohrmaschine © oksanamedvedeva, stock.adobe.com

Die Aufputz-Installation einer Kraftsteckdose erfolgt mit Leerrohr, durch die die Zuleitung gezogen wird, oder mittels Greif-Iso- oder Klick-Schellen, mit denen die Leitung direkt an der Wand zum Bestimmungsort geführt wird. Auch hier gilt: Installationszonen einhalten und überprüfen, ob in der Wand keine Leitungen verlegt sind!

Zur Installation der CEE-Kraftsteckdose öffnen Sie den Deckel mit einem Schraubenzieher. Mit einem Bleistift die Bohrlöcher anzeichnen. Dann die CEE-Kraftsteckdose sehr gut an der Wand befestigen. Überprüfen Sie den Halt der Steckdose, weil deren Stecker nur mit erheblichem Kraftaufwand eingesteckt und herausgezogen werden. Durch die ständige Belastung ist eine sehr gute Befestigung ein Muss!

Ob Auf- oder Unterputz – der Mantel der Zuleitung wird vorsichtig mit einem scharfen Messerentfernt. Schneiden Sehr vorsichtig in den Mantel schneiden und dann den Mantel biegen und abziehen. Auf keinen Fall die Isolation der einzelnen Adern verletzen! Für die einzelnen Leiter sollte genügend Spielraum bei der Länge eingeplant werden.

Anschluss einer Starkstromsteckdose
Anschluss einer Starkstromsteckdose

Die Verdrahtung erfolgt den Funktionen der einzelnen Leiter. Für alle Ausführungen gilt die DIN VDE 0100-510. Sie legt eindeutig fest, dass der Schutzleiter (PE) grün-gelb sein muss. Somit wird der grün-gelbe Draht in die Klemme mit der Bezeichnung PE geführt und festgezogen. Weiter ist festgelegt, dass der Neutralleiter (N) die Farbkennzeichnung hellblau hat. Er kommt in die Klemme N. Bleiben noch die schwarze, braune und graue Ader.

Eine Festlegung in dieser Norm, welche Farbe welcher Leiterkennzeichnung (L1, L2, L3) zuzuordnen ist, gibt es nicht. Die bisher häufigste angewendete Zuordnung ist allerdings: L1 = braun / L2 = schwarz / L3 = grau und wird empfohlen. Grundsätzlich gilt: die Zuordnung von Farben laut DIN VDE 0100-510 sind soweit möglich einzuhalten. Wird mit dem Anschluss der Kraftsteckdose Ihre Elektroinstallation erweitert, was in den meisten Fälle der Fall sein dürfte, ist die neue Norm ab dem Punkt der Erweiterung anzuwenden.

Wenn Sie eine CEE-Kraftsteckdose (3L+N+PE 6h) öffnen, finden Sie fünf Anschlussklemmen und eine Kabelverschraubung als Zugentlastung. Drei Anschlussklemmen haben die Bezeichnung L1, L2, L3 und sind für die stromführenden Leiter. Eine Anschlussklemme hat die Bezeichnung N und ist für den Neutralleiter und eine vorstehende, etwas dickere Klemme mit der Bezeichnung PE ist für den Schutzleiter. Die Verdrahtung erfolgt auch hier wie beschrieben. Kraftsteckdose wieder fest verschließen.

Wichtig ist vor der Inbetriebnahme die Drehfeld- und Funktionsprüfung
Wichtig ist vor der Inbetriebnahme die Drehfeld- und Funktionsprüfung

Vor Inbetriebnahme von Kraftstromanschlüssen sollten Sie diese unbedingt prüfen. Dies geschieht am besten mit einem Duspol. Die Messung der Außenleiter gegeneinander sollte immer 400 Volt ergeben. Null- und Schutzleiter gegeneinander sollten 230 Volt ergeben. Außerdem sollten Sie auch das Drehfeld überprüfen. Es sollte bei einem Neuanschluss immer ein rechtsdrehendes Drehfeld vorhanden sein. Dies können Sie mittels eines Drehfeldmeßgeräts überprüfen. Bei Linksdrehfeld müssen einfach nur zwei Phasen am Anschluss getauscht werden.

Benötigtes Werkzeug:

  • Schraubenzieher (verschiedene Größen)
  • Abisolierzange
  • Seitenschneider
  • Scharfes Messer
  • Duspol
  • Drehfeldmeßgerät
  • ggf. Bohrhammer, Schlitzmaschine, Hammer und Meißel
  • ggf. Dosen- oder Kernbohrer
CEE-Stecker 5-poolig für die Nennspannung 400V © oehm2007, stock.adobe.com
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