Leuchtstoffröhren durch LED-Röhren ersetzen

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Umrüsten und Energie sparen: Leuchtstoffröhren durch LED-Röhren ersetzen

Leuchtstoffröhren und LED-Röhren unterscheiden sich optisch eigentlich gar nicht. Der grundlegende Unterschied liegt in der Art, wie Licht erzeugt wird. Bei Leuchtstoffröhren wird in der Regel ein Edelgas (beispielsweise Neon, daher auch Neonröhre) zum Leuchten gebracht. Dazu wird das Leuchtgas beim Einschalten durch einen sehr hohen Initialstrom „gezündet“.

Leuchtstoffröhre © BRN-Pixel, stock.adobe.com
Leuchtstoffröhre © BRN-Pixel, stock.adobe.com

LED-Röhren enthalten kein Leuchtgas, sondern erzeugen das Licht durch viele LEDs, die sich in der Röhre auf einer Leiterplatte befinden. Wenn die LED-Röhre eingeschaltet wird, wandelt sie den Strom sofort und ohne Zündung in Licht um. Aus diesem Grund ist weder ein Starter noch ein Vorschaltgerät notwendig. Da LEDs mit Gleichstrom arbeiten, ist in den Röhren selbst ein kleiner Transformator enthalten, der die 220 Volt Wechselspannung auf 12 Volt Gleichspannung transformiert.

Funktionsweise von Leuchtstoffröhren und LED-Röhren
Funktionsweise von Leuchtstoffröhren und LED-Röhren

Energieeinsparung

Eine Energieeinsparung durch LED-Röhren ist schon dadurch gegeben, dass kein hoher Initialstrom erzeugt werden muss und kein Vorschaltgerät notwendig ist. Der Energieverbrauch einer LED-Röhre ist abhängig von der Länge und dem Verbrauch des Transformators. Sie liegt zwischen 50 und 70%, so dass sich die Anschaffungskosten durchaus rechnet.

Vergleich des Stromverbrauchs einer Leuchtstoffröhre zu einer LED-Röhre

Länge

Verbrauch Leuchtstoffröhre

Verbrauch LED-Röhre

Stromersparnis

60cm

18W

9W

9W / 50%

90cm

30W

13W

17W / 57,67%

120cm

36W

18W

18W / 50%

150cm

58W

20W

38W / 65,51%

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Austausch Leuchtstoffröhre gegen LED-Röhre

Man muss nicht unbedingt eine komplette Leuchtstofflampe austauschen, um auf LED-Röhren umzurüsten. Denn LED-Röhren könne durchaus in die bisherigen Halterungen der Leuchtstoff-Röhren eingesetzt werden. Notwendig ist lediglich der Tausch des Starters gegen einen Überbrücker. Dieser „Dumy“-Starter ist in der Regel im Lieferumfang einer LED-Röhre enthalten. Sollte die Leuchtstofflampe ein elektronisches Vorschaltgerät haben, dürfen nur dafür geeignete LED-Röhren eingesetzt werden.

Austausche einer Leuchtstoffröhre © Naparat, stock.adobe.com
Austausche einer Leuchtstoffröhre © Naparat, stock.adobe.com

Alternativ kann man das Vorschaltgerät auch ausbauen oder „überbrücken“ und die Röhre direkt an 230V anschließen. Dies hat den Vorteil, dass das Vorschaltgerät vom Netz ist und so keinen Strom mehr verbraucht. Wichtig hierbei ist, dass dies ausschließlich mit LED- Röhren für den Betrieb an konventionellen Vorschaltgeräten möglich ist! LED-Röhren für elektronische Vorschaltgeräte sind nicht für den Betrieb an 230V geeignet.

So tauscht man Leuchtstoffröhren gegen LED-Röhren
So tauscht man Leuchtstoffröhren gegen LED-Röhren

Doch aufgepasst: Das ist ein Eingriff in die Leuchte und darf nur von einem Fachmann (Elektrofachbetrieb) durchgeführt werden!

Tandem- und Reihenschaltung

Bei Deckenrasterleuchten sind oft zwei Leuchtstoffröhren in einer sogenannten Tandemschaltung angeschlossen. Bei dieser Schaltung werden die beiden Leuchtstoffröhren hintereinander an einem Vorschaltgerät betrieben. Zu erkennen ist dies daran, dass man zwei Starter aber nur ein Vorschaltgerät hat.

Tandemschaltung für Leuchtstofflampen

Tandemschaltung für Leuchtstofflampen
Tandemschaltung für Leuchtstofflampen

Um LED-Röhren als Tandemschaltung betreiben zu können, muss die Leuchte neu verkabelt werden, um jede LED-Röhre an 230V anschließen zu können.

Tandemschaltung für LED-Röhren

Tandemschaltung für LED-Röhren
Tandemschaltung für LED-Röhren

Mittlerweile sind auch LED-Röhren erhältlich, die mit Tandemschaltungen kompatibel sind. Sie besitzen in der Regel die Aufschrift „für Tandemschaltung geeignet“.

Helligkeit bestimmen

Will man die Helligkeit von verschiedenen Lampen- und Beleuchtungssystemen vergleichen, wird dies in der photometrischen Größe des Lichtstroms gemacht, der physikalisch die Strahlungsleistung einer Lampe angibt. Der Lichtstrom wird in der Einheit Lumen (lm) gemessen.

Waschbecklen Beleuchtung im Badezimmer © Naeblys, stock.adobe.com
Waschbecklen Beleuchtung im Badezimmer © Naeblys, stock.adobe.com

Leuchtstoffröhren mit 18 Watt haben durchschnittlich eine Lichtleistung von etwa 1.150 Lumen. Die Lichtleistung variiert, je nach gewählter Lichtfarbe aber auch nach Hersteller. Leuchten mit einer Lichtleistung von 1.150 Lumen können somit durch eine LED-Röhre von 9 Watt bei gleichbleibender Ausleuchtung ausgetauscht werden.

Leistung Helligkeit
18W, 60cm 1.150lm
36W, 120cm 2.850lm
58W, 150cm 4.550lm

Zu beachten ist auch, dass Leuchtstoffröhren immer in einem Winkel von 360 Grad, also rundherum, abstrahlen. Damit beleuchten sie auch die Abdeckung der Leuchte zur Zimmerdecke hin. Dadurch einiges an Lichtleistung verloren. LED-Röhren gibt es hingegen mit verschiedenen Abstrahlwinkeln. Nutzt man LED-Röhren mit einem Abstrahlwinkel von 200 Grad statt mit 360 Grad der Leuchtstoffröhren, werden über 40% mehr Licht in die gewünschte Richtung abgestrahlt.

Ein weiterer Faktor bei der Beleuchtung ist die Lichtfarbe – auch als Farbtemperatur bezeichnet. Die Lichtfarbe wird in der Einheit Kelvin (K) gemessen. Bei Leuchtstoffröhren wird die Lichtfarbe über die Innenbeschichtung des Glases gesteuert. Bei LED-Röhren wird die Farbtemperatur über die LEDs selbst gesteuert.

Bezeichnung

Farbtemperatur

Beschreibung

Wirkung auf den Menschen

warmweiß

(ww)

unter 3.300 K

gelbweißes Licht

als gemütlich und behaglich empfunden

neutralweiß (nw)

3.300 bis 5.300 K

weißes Licht

sachliche Atmosphäre, Kunstlichtcharakter

tageslichtweiß (tw)

über 5.300 K

tageslichtähnliches Licht

wirkt technisch, anregend,

passt zu einfallendem Tageslicht

Man unterscheidet die Lichtfarbe in drei Kategorien. Warmweißes Licht hat eine Farbtemperatur von 3.300 Kelvin oder weniger. Neutralweißes Licht liegt zwischen 3.300 und 5.300 Kelvin. Von kaltweißem Licht spricht man, wenn die Farbtemperatur größer als 5.300 Kelvin ist.

Für den Wohnbereich wird in der Regel ein gemütliches, behagliches Licht gewählt, das man vom Licht einer normalen Glühlampe gewohnt ist. Hier sind LED-Röhren mit einer Farbtemperatur von 2.000 bis 3.000 Kelvin durchaus geeignet. Für das Büro wählt man eher eine etwas neutralere Leuchte mit einer Lichtfarbe im Bereich von 3.000 bis 4.000 Kelvin. Möchte man einen höheren Blauanteil in der Beleuchtung, dann sind LED-Röhren ab 5.400 Kelvin notwendig.

Welche Farbtemperatur passt zu welchem Wohnbereich
Welche Farbtemperatur passt zu welchem Wohnbereich?

Preise für LED-Röhren

Die Preise für LED-Röhren richten sich nach ihrer Leistung und Lichtfarbe. Je höher die Leistung und je geringer die Farbtemperatur, desto teurer werden die LED-Röhren. Nichtdimmbare LED-Röhren, tageslichtweiß mit 9W Leistung gibt es bereits ab 10 Euro. Hochwertige, dimmbare LED-Röhren haben inzwischen einen Preis von 20 bis 40 Euro. Ein Austausch von 58 Watt Leuchtstoffröhren durch 22 Watt LED-Röhren amortisiert sich bei einer jährlichen Brenndauer von etwa 4.400 Stunden nach 2 Jahren.

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