Leerrohre in der Elektroinstallation

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Elektroinstallation mit Weitblick: Leerrohr: Eine sinnvolle Investition

Die Verlegung von Elektroinstallationsrohr unter Putz ist nicht nur bei einem Neubau sinnvoll. Auch bei einer Sanierung sollte auf jeden Fall darüber nachgedacht werden. Insbesondere dann, wenn man seine Elektroinstallation im Laufe der Zeit erweitern möchte. Angefangen von Anschlüssen für Schalter- und Steckdosen, für TV und Telefon, Licht, Netzwerke, Jalousien oder Thermostate, Audioanschlüsse, Sprechanlagen, Videoüberwachung, eine Alarmanlage bis hin zu einem computervernetzten Bussystem. All dies ist mittlerweile zeitgemäß und auch problemlos realisierbar, wenn man die Voraussetzungen dafür geschaffen hat.

Hier kommen dann die Elektroinstallationsrohre ins Spiel. Leerrohre verhindern nämlich, dass bei der Erweiterung der Elektroinstallation oder bei Problemen mit der Verkabelung gleich die ganze Wand aufgebrochen werden muss. Neue Leitungen lassen sich nämlich in Leerrohr problemlos auch noch nachträglich einziehen. Mit Leerrohr bleibt man flexibel.

Verlegen von Leerrohren © VRD, stock.adobe.com
Verlegen von Leerrohren © VRD, stock.adobe.com

Das Problem sind oft die Kosten. Bei der Elektroinstallation sollte immer bedacht werden, dass viele elektrischen oder elektronischen Geräte und Leuchten nicht gleich vorgesehen sind und später nur mit enormem Aufwand und deutlich höheren Kosten installiert werden können. Wenn aus Kostengründen die eine oder andere technische Ausstattung aktuell noch nicht realisiert werden soll, sollten unbedingt Elektroinstallationsrohre vorgesehen werden. Die Kosten sind dann im Verhältnis gering.

Vorteile einer Leitungsverlegung mit Leerrohren
Vorteile einer Leitungsverlegung mit Leerrohren

Die Materialkosten fallen dabei weniger ins Gewicht, da bei der Verlegung von Leerrohr unter Putz in der Regel günstigere Einzeladern verwendet werden. Viel ausschlaggebender ist die Arbeitszeit bei der Installation der Leerrohre und das anschließende Einziehen der Drähte. Inzwischen gibt es auch hierfür eine Lösung – sogenannte Kabelschutzrohre mit Verkabelung. Das verringert die Installationszeit bei etwas höheren Materialkosten.

Werden bei der Elektroinstallation Leerrohre unter Putz verwendet werden, ist es nicht zwingend notwendig, die in der Regel benutzten NYM-Mantelleitungen zu verwenden. Kostengünstiger sind hier einzelne Aderleitungen, die in Kabelschutzrohren weniger Platz in Anspruch nehmen, als die NYM-Mantelleitungen. Aderleitungen sind in allen gängigen Farben der Elektroinstallation erhältlich. Die Verwendung von Einzeldrähten hat darüber hinaus den Vorteil, eine nachträgliche Erweiterung problemlos durchführen zu können. Außerdem besteht die Möglichkeit, die Drähte im Fehlerfall auszutauschen. Auch in punkto Sicherheit, besteht beim Einschlagen eines Nagels die reelle Chance, zwischen die einzelnen Drähte zu schlagen, da sich die Einzeldrähte im Leerrohr zur Seite bewegen können.

Allerdings sind bei der Installation von Leerrohr meist tiefere und breitere Mauerschlitze notwendig. Dies verlangt eine sorgfältige Planung, bevor man die Mauerfräse an der Wand ansetzt. Denn hier gilt es Normen einzuhalten. Sind die Wände zu dünn, ist für Leerrohr kein Platz. Auch sind die Installationszonen zu beachten.

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Welches Leerrohr wird wann verwendet?

Bei der Elektroinstallation ist man auf der sicheren Seite, wenn ausschließlich die für elektrische Anlagen geeigneten und zugelassenen Rohre verwendet werden. Die Anforderungen an Elektroinstallationsrohre sind in der Normreihe DIN EN 61386 (VDE 0605) festgelegt.

Einsatzgebiet von Elektroinstallationsrohr

Einsatzgebiet

Kennzeichnung

DIN EN

Beton

FFKuS-EM-F

61386-22

Unterputz

FBY-EL-F

61386-22

Hohlwand

FBY-EL-F

61386-22

auf dem Rohfußboden

FBY-EL-F

61386-22

FFKuS-EM-F

61386-22

Aufputz

FPKu-EM-F

61386-21

im Freien

FPKu-ES-F-UV

61386-21

Elektroinstallationsrohre unterscheiden sich in erster Linie durch zwei Merkmale: erstens durch den Durchmesser und der Länge. Gängige Außendurchmesser sind 16, 20, 25 und 32 mm. Gängige Längen sind Ringe mit 25 oder 50 Meter Rohrware. Zweitens durch den Druck- beziehungsweise die Schlagfestigkeit, sowie das Biegeverhalten und die minimale und maximale Gebrauchstemperatur. Diese unterschiedlichen Merkmale von Elektroinstallationsrohr sind am Klassifizierungscode abzulesen.

Leerrohre für die Elektronstallation © salita2010, stock.adobe.com
Gängige Außendurchmesser sind 16, 20, 25 und 32 mm. Gängige Längen sind Ringe mit 25 oder 50 Meter Rohrware © salita2010, stock.adobe.com

Klassifizierungscode für Elektroinstallationsrohr

Bedeutung

Klassifizierung

Bedeutung

1. Ziffer

Druckfestigkeit

1

sehr leicht (125 N)

2

leicht (320 N)

3

mittel (750 N)

4

schwer (1.250 N)

5

sehr schwer (4.000 N)

2. Ziffer

Schlagfestigkeit

1

sehr leicht (0,5 J)

2

leicht (1 J)

3

mittel (2 J)

4

schwer (6 J)

5

sehr schwer (20,4 J)

3. Ziffer

minimale Gebrauchstemperatur

1

+5°C

2

-5°C

3

-15°C

4

-25°C

5

– 45°C

4. Ziffer

maximale Gebrauchstemperatur

1

+ 60°C

2

+ 90°C

3

+ 105°C

4

+ 120°C

5

+ 150°C

6

+ 250°C

7

+400°C

5. Ziffer

Biegeverhalten

1

starr

2

biegsam

3

biegsam, sich selbst zurückbildend

4

flexibel

Wichtige Unterscheidungsmerkmale von Leitungen
Wichtige Unterscheidungsmerkmale von Leitungen

Leerrohre mit System verlegen

Die Verlegung von Leerrohr sollte mit System erfolgen. In der Regel erfolgt die Installation vom zentralen Stromverteiler bis zur ersten Dose in jedem Raum. Von dort wird für Steckdosen ein Leerrohr-Ring installiert. So kann jederzeit eine neue Steckdose an der gewünschten Stelle in der Ringleitung ergänzt werden. Hinzu kommen Leerrohre zu Schaltern, Decken- oder Wandleuchten.

Verlegung von Leerrohrring für Steckdosen
Verlegung von Leerrohrring für Steckdosen

Elektroinstallationsrohre sollten möglichst gerade, ohne schärfe Bögen oder Knicke verlegt werden. Die Rohre sollten unbedingt in den Unterputzdosen oder Auslässen enden. Dies garantiert später ein problemloses Einziehen der Leitungen.

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