Kabelbruch – Was tun?

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Defekte Leitungen sind eine tödliche Gefahr: Kabelbruch – Was tun?

Die häufigste Form des Kabelbruchs ist eigentlich gar keiner. Die meisten Schäden werden verursacht, in dem das Kabel bei der Arbeit mit elektrischen Geräten (Rasenmäher, Heckenschere) durchtrennt wird. Gefolgt von Quetschungen und ruckartigem Ziehen (Staubsauger, Bügeleisen). Erst dann folgt die Verschleißerscheinung, die bei elektrischen Geräten mit meist dünnen Kabeln (Kopfhörer, Ladekabel) auftreten.

Beschädigtes Elektrokabel © demarco, stock.adobe.com
Beschädigtes Elektrokabel: Kabelbruch – die häufigsten Ursachen sind Schnitte, Quetschungen und Verschleißerscheinungen © demarco, stock.adobe.com

Ein Kabelbruch kann durchaus lebensgefährlich sein! Die Berührung beschädigter Isolierungen und freiliegende Adern bei Nutzung des Geräts kann zu Verbrennungen, schwere Verletzungen bis hin zum Tod führen. Insbesondere für Kinder und Haustiere, die sich der Gefahr nicht bewusst sind, ist ein Kabelbruch eine tödliche Gefahr. Nicht nur Menschenleben sind gefährdet, Kabelbrüche können auch zum Kabelbrand führen. Zwischen den beschädigten Adern kann es zum Spannungsüberschlag kommen. Dadurch entsteht ein Lichtbogen, der so heiß werden kann, dass es zum Kabelbrand kommt.

Vorsicht: Kabelbrüche können lebensgefährlich sein
Vorsicht: Kabelbrüche können lebensgefährlich sein

Reparatur – ja oder nein?

In Unfallverhütungsvorschriften wird immer darauf hingewiesen, dass beschädigte Leitungen nicht weiterverwendet werden dürfen. Doch von einer möglichen Reparatur ist aber keine Rede. Zu flexiblen Anschlusskabeln mit Steckern und zu flexiblen Verlängerungsleitungen oder Kabelrollen gibt es in den Normen der DIN VDE 0100 keine Aussagen und damit auch keine Aussagen zu möglichen Reparaturen.

Etwas anders sieht die Sache mit fest errichteten elektrischen Anlagen (Elektroinstallation) aus. Beschädigte Kabel oder Leitungen müssen ausgewechselt oder das beschädigte Stück herausgeschnitten, in eine Abzweigdose eingeführt und dort mit Klemmen wieder verbunden werden. Das darf allerdings nur von einer Elektrofachkraft durchgeführt werden.

Wer sich also an die Reparatur von flexiblen Anschlusskabeln und Verlängerungen gibt, sollte auf jeden Fall wissen, dass er für mögliche Schäden persönlich haftet. Wird durch einen Fehler ein Schaden verursacht, kommt es beispielsweise als Folge zu einem Kabelbrand mit Wohnungsbrand oder erleidet eine Person einen Stromschlag, ist man dafür persönlich haftbar. Wird nachgewiesen, dass der Schaden durch Ihre Reparatur entstanden ist, müssen Sie damit rechnen, dass die Versicherung nicht zahlt. Kommt ein Mensch durch einen Stromschlag zu Tode, kann dies fatale Konsequenzen haben!

Ansonsten gilt für Kabelbruch-Reparaturen die Faustregel: Je teurer das Kabel oder Gerät, desto eher rechnet sich eine Reparatur!

Kabelbrand © dmitrypk, stock.adobe.com
Kabelbrüche können zu einem Kabelbrand führen © dmitrypk, stock.adobe.com
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Kabelbruch reparieren

Reparatur bedeutet nicht „Flicken“. Die beschädigte Stelle mit Klebe- oder Isolierband zu umwickeln reicht nicht! Auch das verdrillen und isolieren der Adern ist Flickwerk. Das „Flicken“ von beweglichen Leitungen ist keine sach- und fachgemäße Reparatur im Sinne der DIN VDE und dem Verband der Sachversicherer (VDS).

Einen Kabelbruch am angegossenen Stecker einer beweglichen Leitung kann man mit Montage eines geeigneten Steckers repariert werden, ebenso einen Kabelbruch an der Einführung des Gerätes durch Einkürzen der Leitung, wenn die Funktion der Zugentlastung erhalten bleibt.

Kabelbruch finden

Nicht immer ist das Kabel durchtrennt oder hat einen offenen Bruch. Nehmen Sie das nicht angeschlossene Kabel in die Hand und suchen Sie es nach Schnittstellen oder Quetschmarken ab. Biegen Sie an dieser Stelle das Kabel. Werden dabei die Adern sichtbar, haben Sie in der Regel den Kabelbruch gefunden.

Um den Kabelbruch bei einem äußerlich unversehrten Kabel zu finden, ziehen Sie es langsam durch eine Hand und biegen Sie zwischen Daumen und Zeigefinder. Oft kann man den Kabelbruch dadurch ertasten.

Führt dies nicht zum Erfolg, schließen Sie es an und bewegen Sie es, wie zuletzt beschrieben. An der Stelle, wo ein Wackelkontakt mit dem Elektrogerät auftritt, befindet sich der Kabelbruch.

So findet man auf sichere Art einen Kabelbruch
So findet man auf sichere Art einen Kabelbruch
Sicherheitsregeln für die Elektroinstallation

Elektrischer Strom ist extrem gefährlich und kann tödlich sein. Deshalb:

  1. Vor Arbeiten an Elektrogeräten erst den Netzstecker ziehen.
  2. Bei Installationsarbeiten immer erst den Strom abstellen. Die dem betreffenden Stromkreis zugehörige Sicherung ausschalten.
  3. Hinweisschild am Sicherungskasten anbringen, um zu verhindern, dass die Sicherung aus Versehen wieder einschaltet wird.
  4. Überprüfen, ob die betreffende Anlage spannungsfrei ist.
  5. Hände weg von Hausanschluss sowie verplombten Zählern und Hauptsicherungen!
  6. Nur Elektroarbeiten ausführen für die Fachkenntnisse vorhanden sind!
  7. Schutzleiter nicht für andere Funktionen verwenden, abklemmen oder entfernen.
  8. Nach beendeter Arbeit Schutzleiterfunktion überprüfen!
Hinweis: Bitte beachten Sie ebenfalls die Artikel „Elektroinstallation – Was darf man selbst machen?“ sowie „Elekroinstallation Sicherheitsregeln“.

Reparatur in Schritten

  1. Schritt 1: Das defekte Kabelstück herausschneiden

    Wichtig: versichern Sie sich, dass das Gerät oder das Kabel nicht mehr angeschlossen und spannungsfrei ist! Erst dann schneiden Sie mit dem Seitenschneider die defekte Stelle am Kabel heraus.

  2. Schritt 2: Adern abisolieren

    An beiden Enden isolieren Sie mit einem Abisoliermesser die äußere Ummantelung ab und legen die einzelnen Adern frei. Achten Sie darauf, dass Sie die Isolierung der Adern nicht verletzt haben. Damit diese Adern neu verbunden werden können, isolieren Sie diese mit der Abisolierzange ab.

  3. Schritt 3: Adern verbinden

    Die einfachste Methode Kabel zu verbinden, ist die Verwendung eines Schraubkabelverbinders. Nachdem alle Kupferadern abisoliert sind stecken Sie die Adern in eine Aderendhülse und quetschen die fest. Verbinden Sie jede Ader der jeweiligen Farbe ihrer Ummantelung nach, indem Sie diese im Verbindungsstück mit einem Schraubenzieher festziehen. Bevor Sie dies tun, schieben Sie vorab die Schraubverbindungen auf die Enden des Kabels. Sie dienen nach der Verbindung der Adern dazu, diese wasserdicht zu isolieren und eine Zugentlastung herzustellen.

Reperatur eines Kabelbruchs
Reperatur eines Kabelbruchs

Eine Alternative ist, die Aderenden miteinander zu verquetschen. Hier verbinden Sie jede Ader der jeweiligen Farbe ihrer Ummantelung nach, indem Sie diese in eine Steckhülse schieben und mit einer Quetschzange festdrücken. Zuvor schieben Sie einen Schrumpfschlauch über ein Ende des Kabels. Mit dem Schrumpfschlauch wird die offen liegende Aderverbindung isoliert. Sind die Adern verbunden, ziehen Sie den Schrumpfschlauch über die Reparaturstelle und bearbeiten ihn mit einer Heißluftpistole. Dabei wird der Schrumpfschlauch erhitzt und er zieht sich zusammen, bis er sich mit dem Kabel verbindet und optimal isoliert. Die Steckverbindungen sind robust und halten auch größerer Zugbelastung stand.

Elektrokabel reparieren: Kabel löten © Anatol, stock.adobe.com
Eine weitere gebräuchliche Art Kabel zu verbinden, ist das Löten © Anatol, stock.adobe.com

Eine weitere gebräuchliche Art Kabel zu verbinden, ist das Löten. Dazu erhitzen Sie mit dem Lötkolben das Lötzinn. Tauchen Sie die beiden zueinander gehörenden Adern in Lötfett. Legen Sie beiden Aderenden aufeinander und tragen das flüssige Lötzinn auf. Das Lötfett zieht das Lötzinn in der Regel in die Adern und klebt die beiden Enden aneinander. Erkaltet das Lötzinn ist die Verbindung fest. Auch hier muss vorab der Schrumpfschlauch aufgezogen werden, um nach dem Löten die Lötstelle zu isolieren.

Vom einfachen Verdrillen, wobei die Kupferdrähte aufeinandergelegt und miteinander verwickelt werden, wird abgeraten! Diese Art der Kabelverbindung ist nicht nur sehr unsicher, sie ist als langfristige Reparaturmaßnahme, gerade bei Kabeln, die häufig im Gebrauch sind und mechanisch beansprucht werden, ungeeignet.

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