Nur ein Fehlerstromschutzschalter schützt Personen vor Stromschlägen
Der Fehlerstrom Schutzschalter, kurz FI-Schutzschalter, sorgt dafür, wenn Personen in Berührung mit einer defekten Leitung oder einem defekten Gerät kommen, dass der Stromkreis in Millisekunden unterbrochen wird. Da in vielen Altbauten dieser Schutz vor tödlichem Stromschlag oft noch nicht besteht, ist dringend eine Nachrüstung empfohlen.
Die Funktion des FI-Schutzschalters
Normalerweise haben funktionierende elektrische Geräte einen gleichstarken Stromfluss. Der Strom der in einen Verbraucher (Lampe, Staubsauger, Toaster etc.) hineinfließt, fließt auch wieder hinaus. Hat der Verbraucher aber einen Isolationsfehler (ein kaputtes Kabel) und ein Mensch berührt dieses, dann wird über den Körper ein mehr oder weniger starker Strom zur Erde abgeleitet. Es gibt also eine Differenz zwischen dem zu- und abfließenden Strom. Und genau da kommt der Fehlerstromschutzschalter ins Spiel. Er reagiert blitzschnell und schaltet das Gerät bereits bei einer Differenz von 30 Milliampere (mA) ab. Ein Stromschlag ist zwar noch möglich, jedoch ist dieser nicht mehr so gefährlich. Fehlerstromschutzschalter normaler Bauart schalten fehlerhafte elektrische Geräte innerhalb von 0,2 oder 0,4 Sekunden allpolig ab.
Es muss aber nicht immer ein Mensch sein, der den Fehlerstrom ableitet. Auch ein Erdschluss, wenn ein defektes Kabel die Erde berührt, löst den FI-Schutzschalter aus.
WICHTIG: Der Einsatz von Fehlerstromschutzschaltern ist in Deutschland seit dem 1. Mai 1984 in Räumen mit Badewannen oder Duschen (Neubau) Pflicht. Seit dem 1. Februar 2009 müssen zudem in Neubauten alle Steckdosen-Stromkreise mit einem Bemessungsstrom bis 20A ebenfalls mit einem Fehlerstromschutzschalter ausgerüstet werden.
Nachrüsten des FI-Schutzschalters
Das Nachrüsten eines FI-Schutzschalters sollte man unbedingt einem Fachmann überlassen. Gerade wenn es um einen so sensiblen Bereich wie den Schutz von Leib und Leben geht. Grundsätzlich gilt: Arbeiten an der Elektrik ist für Laien tabu!
Das Montieren des FI-Schalters ist im Prinzip relativ einfach und wird im Sicherungs- oder Verteilerkasten vorgenommen. Das Gerät gibt es im Handel je nach Ausführung zwischen 30 und 50 Euro. Die Montage dauert etwa eine Stunde.
FI-Schutzschalter gibt es in verschiedenen Dimensionierungen: 16 A, 25 A, 40 A, 63 A und 100 A (Ampere). Die Ampere-Zahl gibt an, für welchen Nennstrom der FI-Schalter ausgelegt ist. Die DIN VDE 0100-410 „Schutz gegen elektrischen Schlag“ besagt, dass alle Steckdosenstromkreise bis zu einem Bemessungsstrom von 32 A über einen Fehlerstromschutz mit einem Differenzstrom von 30 mA abgesichert sein müssen. Der Differenzstrom ist der Unterschied zwischen dem Strom, der in den Außenleiter fließt, und dem Strom, der im Neutralleiter zurückfließt.
Wenn der FI-Schutzschalter einen Unterschied zwischen diesen Strömen erkennt, löst er aus und unterbricht den Stromkreis. Die DIN 18015 fordert zusätzlich die Vermeidung von Totalausfällen. Die Zuordnung von Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen zu den Stromkreisen muss so erfolgen, dass das Abschalten eines Fehlerstrom-Schutzschalters nicht zum Ausfall aller Stromkreise führt. Die Anzahl der Stromkreise pro FI-Schalter ist begrenzt. An 2-polige FI-Schalter dürfen nur maximal zwei Stromkreise, an 4-polige FI-Schalter maximal sechs Stromkreise angeschlossen werden. In der Regel wird für die Absicherung eines Hauses ein FI-Schalter mit 16 A und einem Auslösewert von 30 mA verwendet.
Für den FI-Schutzschalter sollte im Verteilerkaten ein Platz nach dem Zähler, jedoch vor den Sicherungen (Automaten/Leitungsschutzschaltern) gefunden werden. Um den Bereich hinter dem Zähler spannungsfrei zu bekommen, müssten in der Regel im Hausanschlusskasten des Energieversorgers die Sicherungen „gezogen“ werden. Da der Hausanschlusskasten vom Energieversorger verplombt ist, darf dies nur eine lizensierte Elektrofachkraft tun. Handelt es sich beim Verteilerkasten um eine Unterverteilung, werden in der Regel im vorgeschalteten Sicherungskasten Schraubsicherungen verwendet. Sie müssen herausgedreht werden, um den Verteilerkasten spannungsfrei zu bekommen.
Hinweis: Bitte beachten Sie ebenfalls die Artikel „Elektroinstallation – Was darf man selbst machen?“ sowie „Elektroinstallation Sicherheitsregeln“.
TIPP
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Montage
- Zuerst wird der FI-Schalter im Verteilerkasten hinter dem Stromzähler und vor den Sicherungen (Automaten/Leitungsschutzschalter) befestigt.
- Im nächsten Schritt wird mit einer Spitzzange die Verbindung der Anschlussklemme L1 zu den Sicherungen getrennt. Dann wird das Kabel in die Anschlussklemme L1 des FI-Schutzschalters geführt und festgeschraubt. Um zu sehen, ob die Leitung auch festsitzt, wird mit der Spitzzange einmal kurz und ruckartig am Kabel gezogen.
- Mit den Leitern L2, L3 und N wird genauso verfahren.
- Danach werden die Verdrahtungslitze in den entsprechenden Farben in die Klemmen L1, L2, L3 und N des FI-Schutzschalters geführt und festgeschraubt. Dann werden die Litze zu den entsprechenden Anschlussklemmen der Sicherungen (Automaten/Leitungsschutzschalter) geführt und angeklemmt.
- „Gezogene“ oder herausgedrehte Sicherungen werden wieder eingesetzt. Bevor der FI-Schutzschalter in Betrieb genommen wird, sollte mit dem Duspol an den Klemmen des FI-Schalters festgestellt werden, ob die entsprechende Spannung anliegt. Zwischen den Leitern L1, L2 und L3 müssen 400 Volt, zwischen L1, L2, L3 und dem N jeweils 230 Volt anliegen.
- Ist dies der Fall, wird der FI-Schutzschalter in Betrieb genommen. Zum Abschluss der Nachrüstung des FI-Schutzschalters wird die Prüftaste am FI-Schutzschalter gedrückt. Sie muss sofort auslösen.
Um mögliche Fehler auszuschließen, sollte die Prüftaste des FI-Schalters in regelmäßigen Abständen, zur Funktionsgewährleistung, betätigt werden.
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Benötigtes Material
- FI-Schutzschalter
- Verdrahtungslitzen mit Aderendhülsen in den entsprechenden Farben
Benötigtes Werkzeug
- Schraubendreher
- Spitzzange
- Duspol
WICHTIG: Nicht ohne Grund zählt die Installation von elektrischen Anlagen zu den meisterpflichtigen Gewerken in Deutschland. Das heißt, dass die Elektroinstallation von einem Meisterbetrieb durchgeführt werden muss und für Laien tabu ist! Dieses Verbot gilt für die gesamte Hauselektrik.
Tipp: Lesen Sie auch unseren Artikel Schutzkonzepte für die Elektroinstallation.
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