Farben von Kabeln und Leitungen

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Die Farbkennzeichnung von Kabeln und Leitungen

Im Januar 2003 wurde die Aderfarbe „grau“ eingeführt und ist seit 2006 laut DIN VDE 0100-510 für die Elektroinstallation bindend. Doch keine Panik! Wer renoviert oder saniert muss die vorhandene Elektroinstallation nicht komplett erneuern oder ändern! Jeder Sanierer seiner Elektroinstallation hat in einer Erstprüfung die Funktion bereits vorhandene Kabel und Leitungen zu prüfen. Außerdem muss die Funktion jeder einzelnen Aderfarbe ermittelt werden. Anhand dessen sind die weiteren Anschlüsse bei der Erweiterung vorzunehmen, wobei die Farbkennzeichnung der neuen Leitungen ab dem Punkt der Erweiterung nach der aktuellen DIN VDE 0100-510 anzuwenden ist. Gegebenenfalls müssen unterschiedliche Farben miteinander verbunden werden.

Elektrokabel © mirkograul, stock.adobe.com
Elektrokabel © mirkograul, stock.adobe.com
WICHTIG Nicht ohne Grund, zählt die Installation von elektrischen Anlagen, zu den meisterpflichtigen Gewerken in Deutschland. Das heißt, dass die Elektroinstallation von einem Meisterbetrieb durchgeführt werden muss. Wer als geübter Heimwerker dennoch einige der Arbeiten aus dem Elektriker-Handwerk durchführen möchte, sollte dies unbedingt im Vorfeld mit einem Fachbetrieb abstimmen.

Das Wichtigste bei der Farbkennzeichnung von Kabel und Leitungen zu Beginn. Verbindliche Aussagen zur farblichen Kennzeichnung von Leitern finden sich in der VDE 0100-510:2014-10 („Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 5-51: Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel – Allgemeine Bestimmungen“). Eine Festlegung in dieser Norm (2014), welche Farbe welcher Leiterkennzeichnung (L1, L2, L3) zuzuordnen ist, gibt es nicht! Man kann sich aber an der bisher häufigsten angewendeten Zuordnung orientieren: L1 = braun / L2 = schwarz / L3 = grau.

Für alle Ausführungen gilt, dass nach DIN VDE 0100-510 der Schutzleiter (PE) ohne Ausnahme durchgehend grün-gelb sein muss! Der Neutralleiter (N) hat durchgehend die Farbkennzeichnung hellblau.

Leiterfarben Zuordnung
Leiterfarben Zuordnung

Des Weiteren ist in DIN VDE 0100-510 festgelegt, dass die Adern von Kabeln und Leitungen mit mehr als fünf Adern durch numerische Zeichen oder durch Farben gekennzeichnet sein müssen. Nach DIN EN 60446 (VDE 0198) sind folgende Farben erlaubt: Schwarz, Braun, Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Violett, Grau, Weiß, Rosa und Türkis. In der üblichen Elektroinstallation eines Wohnhauses findet dies in der Regel keine Anwendung.

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Farbkennzeichnung

Die Adern von Kabeln oder Leitungen mit zwei bis fünf Adern müssen eine Farbkennzeichnung nach DIN VDE 0293-308 aufweisen. Dies gilt für sämtliche Kabel oder Leitungen in der Elektroinstallation, wie beispielsweise Mantelleitungen wie NYM oder Kabel wie NYY oder Stegleitungen wie NYIFY – auch in flexibler Ausführung.

Farbkennzeichnung: Adern von Kabeln oder Leitungen © Heinz Kerp
Farbkennzeichnung: Adern von Kabeln oder Leitungen © Heinz Kerp

Für Aderleitungen vom Typ H07V-U oder H07V-K gelten nach DIN EN 50525-2-31 die gleichen Anforderungen wie oben aufgeführt. Aderleitungen, die als Außenleiter, wie beispielsweise in Elektroinstallationsrohren, Verdrahtungskanälen oder Verteilerkästen, dürfen braun, schwarz oder grau gekennzeichnet sein. Für einen Drehstromkreis dürfen aber auch alle drei Leiter mit der gleichen Farbe gekennzeichnet sein, also dürfen alle drei Leiter schwarz oder alle Leiter braun oder alle Leiter grau sein. In Verteilerkästen werden vorzugsweise schwarze Aderleitungen verwendet.

Die Adern von einadrigen Kabeln oder Leitungen, die als Außenleiter dienen, müssen nach DIN VDE 0100-510 über die gesamte Länge durch die Farbe Braun, Schwarz oder Grau besitzen.

Die Verkabelung gängiger Schaltungen

Der Anschluss einer Ausschaltung erfolgt, in dem man das stromführende Kabel (braun) auf die Klemme L und den korrespondieren Draht (schwarz), der zur Lampe führt, auf einen der beiden Klemmen mit einem Pfeil anbringt.

Für den Anschluss eines Wechselschalters nutzt man in der Regel eine Mantelleitung NYM-O. Hier wird das stromführende Kabel (braun) auf die Klemme L und die beiden korrespondieren Drähte (schwarz und grau) auf einen der beiden Klemmen mit einem Pfeil geführt. Im Schalter ohne stromführende Leitung, wird der braune Draht dann ebenfalls an der Klemme L befestigt und führt zur Leuchte.

Bei der Tasterschaltung erfolgt die Steuerung der Leuchten über ein Relais. Der Anschluss der Taster erfolgt deshalb über die Steuerstromleitung (braun) auf die Klemme L. Der zum Relais führende Steuerdraht (schwarz oder grau) gibt dem Relais den Schaltimpuls und kommt unter die Klemme mit dem Pfeil.

Der Anschluss der Serienschaltung erfolgt, in dem man das stromführende Kabel (braun) auf die Klemme L und die korrespondierenden Drähte (schwarz und grau), die zu den jeweiligen Leuchten führen, auf eine der beiden Klemmen mit einem Pfeil anbringt.

Tipp: Weitere Informationen zu Elektroleitungen finden Sie in unserem Artikel Was man über Elektroleitungen wissen sollte
Verkabelung diverser Schalterarten
Verkabelung diverser Schalterarten

Beim Anschluss von Verbrauchern mit 400 V, wie zum Beispiel ein Herd oder eine CEE-Steckdose, wird in der Regel die braune Ader als L1, die schwarze als L2 und die graue als L3 genutzt. Grundsätzlich gilt auch hier, alle Ausführungen müssen nach DIN VDE 0100-510 erfolgen, wobei der der Schutzleiter (PE) sowie der Neutralleiter (N) ohne Ausnahme durchgehend grün-gelb (PE) beziehungsweise hellblau (N) als Farbkennzeichnung aufweisen muss.

Für Laien sind Arbeiten an der Elektroinstallation tabu
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Stromkabel mit fünf Adern © Demarco, stock.adobe.com
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