Elektrosanierung im Altbau

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Elektrosanierung in Altbauten: Darauf sollten Sie achten

Bei nahezu allen Sanierungen von Altbauten ist die Elektroinstallation unzureichend und entspricht nicht mehr den heutigen technischen Anforderungen. Zwar gilt bei der Elektroinstallation ein gewisser Bestandsschutz, doch eine veraltete Elektroinstallation kann für die Bewohner schnell zur Gefahr werden. Grundsätzlich gilt der Bestandsschutz für elektrotechnische Anlagen, wenn die „elektrische Anlage zu ihrem Errichtungszeitpunkt den allgemein anerkannten Regeln der Technik entsprochen hat“. Bei einem Defekt oder größeren Änderungen in der Elektroinstallation erlischt allerdings der Bestandsschutz und man ist zur Modernisierung verpflichtet.

Elektroinstallation im Altbau ©VRD, stock.adobe.com
Elektroinstallation im Altbau ©VRD, stock.adobe.com

Die Faustregel sagt, dass Elektroleitungen nach 30 bis 50 Jahren erneuert werden sollten, die Schalter bereits nach 20 bis 40 Jahren, da die beweglichen Teile schneller verschleißen. Die Elektroinstallation sollte dann nach DIN 18015-2 auf ein heute gültiges Sicherheitsniveau gebracht und erneuert werden. Diese Norm definiert die Mindestausstattung für „Elektrische Anlagen in Wohngebäuden“. Idealerweise wird die Modernisierung mit den RAL-Ausstattungswerten ergänzt, die eine bestimmte Anzahl von Stromkreisen, Anschlüssen und Steckdosen vorsieht.

Deshalb: Wer keine zwei Elektrogeräte gleichzeitig nutzen kann, ohne dass die Sicherung rausfliegt, oder im Bad keine einzige Steckdose zur Verfügung hat, sollte dringend über eine Vollsanierung der Elektroinstallation nachdenken.

In diesen Fällen sollte eine Elektroinstallation modernisiert werden
In diesen Fällen sollte eine Elektroinstallation modernisiert werden

Bei einer Vollsanierung werden alle Bestandteile inklusive neuer Leitungen im gesamten Haus erneuert. Der Arbeits- und Kostenaufwand ist entsprechend hoch. Wer allerdings nur weitere Steckdosen in einem Zimmer installieren will, kann auch eine Teilsanierung vornehmen. Denn bei einer Teilsanierung ist nur den Sicherungskasten, veraltete Lichtschalter und Steckdosen zu erneuern. Allerdings kann sich im Laufe der Arbeiten herausstellen, dass weitere Sanierungen notwendig werden. Daher sollte bei einer Teilsanierung unbedingt ein Budgetpuffer für unerwartete Kosten einplant werden.

Gefahren durch eine veralterte Elektroinstallation
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Elektroinstallateur zurate ziehen

Generell sollte bei einer Sanierung oder Renovierung eines Altbaus ein Elektroinstallateur zurate gezogen werden. Er prüft den Zustand der Installation und informiert über die Möglichkeiten für eine Vollsanierung oder Um- und Nachrüstung. Wenn in bewohntem Zustand saniert werden soll, ist eine gute Planung besonders wichtig.

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Planung einer Elektroinstallation © Marco2811, stock.adobe.com
Genaue Planung einer Elektroinstallation © Marco2811, stock.adobe.com

Wenn die Elektroinstallation erneuert werden soll, müssen die vorhandenen und auch geplanten Geräte genau erfasst werden, um den Bedarf an Materialien und den Umfang der Arbeiten genau einschätzen zu können.

Elektriker Koffer © Jürgen Fälchle, stock.adobe.com
Installationsmaterial

Elektroinstallation: Installationsmaterial Auch beim Installationsmaterial muss auf verschiedenste Dinge geachtet werden. So ist nicht jedes Werkzeug für die Elektroinstallation geeignet.… weiterlesen

Generell sollte bei einer Elektroinstallations-Sanierung folgende Dinge beachtet werden:

Genügend Stromkreise verhindern eine Überlastung
Genügend Stromkreise verhindern eine Überlastung
Modernisierung einer Elektroinstallation: Wichtige Punkte
Modernisierung einer Elektroinstallation: Wichtige Punkte beachten

Tipp: Mit offenen Augen durch sein Sanierungsobjekt gehen! Man wird immer wieder neue und zusätzliche Anschlüsse entdecken, die man braucht. Jeden Einfall sofort in einem Plan eintragen. So kann nichts vergessen werden und muss später nicht teuer nachinstalliert werden.

Der Kostenfaktor der Sanierung der Elektroinstallation in einem Altbau ist recht variabel. Wird bei der Sanierung die abgehende Hauptleitung vom Hausanschlusskasten bis zum Zählerschrank, der Zählerschrank mit den Zählerplätzen sowie den Sicherungen, alle abgehenden Leitungen zu Kleinverteilern erneuert, sind bei einem Einfamilienhaus etwa 3.000 Euro mehr einzuplanen. Ist eine Sanierung des sogenannten Grundnetzes nicht erforderlich, richtet sich der Kostenfaktor nach der gewünschten Ausstattung gemäß DIN 18015 und die RAL-RG 678. Man hat die Möglichkeit, eine elektrotechnische Ausstattung zu beauftragen, die keine Wünsche nach Anschlüssen und Funktionen offenlässt. Aber auch eine Ausstattung, die lediglich eine elektrotechnische Grundversorgung darstellt, ist möglich.

Elektroinstallation: Verschiedene Komfortausstattungen
Elektroinstallation: Verschiedene Komfortausstattungen

Die Sanierung der Elektroinstallation in einem Altbau kostet bei der Grundausstattung zwischen 1.500 Euro und 6.000 Euro. Dieser Wert bezieht sich auf die Leitungsverlegung ab Verteiler, Schalter, Steckdosen und Leuchtenanschlüsse. Bei der Installation im Altbau resultieren Abweichungen bei den Kosten oft aus der Art der Leitungsverlegungen. Besteht der Altbau ausschließlich aus Mauerwerk, müssen alle Leitungswege mit Fräsen hergestellt und nach der Verlegung wieder verputzt werden. Das kostet Zeit und Geld. Bei Trockenbauwänden und abgehängten Decken erfolgt die Verlegung wesentlich zeitsparender.

Kostenfaktoren einer Elektroinstallation
Kostenfaktoren einer Elektroinstallation

Wer sich für ein modernes Bussystem entschiedet, muss mit deutlichen Mehrkosten rechnen. Die Mehrkosten ergeben sich durch den höheren Material- und Installationsaufwand, größere Verteiler sowie durch die Anschaffungskosten für Sensoren und die zentrale Steuerlogik. Die Gesamtkosten für ein Bussystem lassen sich nur schwer abschätzen und sind nach oben hin offen. Als Richtwert sollten mindestens 50 bis 100 Prozent Mehrkosten im Vergleich zur Grundausstattung mit einer klassischen Elektroinstallation einplanen. Bezogen auf eine Wohnfläche zwischen 120 und 150 Quadratmetern sind mich Kosten von 15.000 bis 50.000 Euro für die Installation eines modernen Bussystems zu rechnen.

Vorteile eines Bussystems
Vorteile eines Bussystems

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Arbeiten an der Elektrik selbst ist für Laien eigentlich tabu! Die Elektroinstallation gehört zu den sogenannten „gefahrengeneigten Handwerken“ die laut Handwerksordnung (HwO) nur von Unternehmen ausgeübt werden dürfen, die gemäß §1 Abs. 1 der HwO in die Handwerksrolle eingetragen sind, also Elektrofachfirmen. Für Laien sind Arbeiten an der Elektroinstallation tabu! Grundlage dafür ist §13 Abs. 2 Satz 4 der „Niederspannungsverordnung“ (NAV) sowie die DIN VDE 0100-1000. Dieses Verbot gilt für die gesamte Hauselektrik. Das sagt Paragraf 13 der „Niederspannungsanschlussverordnung“. Dieses Verbot gilt für die gesamte Hauselektrik.

Bei Elektroinstallationsarbeiten gibt es jedoch durchaus Tätigkeiten, die der Heimwerker selbst erledigen kann. Diese Tätigkeiten sind einfach und machen etwa 50 bis 60 Prozent der Arbeitszeit aus. Zu diesen Arbeiten gehören:

Das Einsparungspotenzial der Kosten bei der Elektroinstallation beträgt rund 30 Prozent. Voraussetzung ist jedoch immer eine Überwachung einer fachlich ausgebildeten Person, die die Arbeiten ständig kontrolliert. Man darf nämlich nicht vergessen, dass Elektroinstallationen und Geräteprüfungen nur von ausgebildeten Elektrikern durchgeführt werden dürfen. Laut DIN VDE 0701-0702 darf die Inbetriebnahme und Abnahme der Hauselektrik nur durch einen im Verzeichnis des Netzbetreibers eingetragenen Elektroinstallateurs erfolgen.

Elektroinstallation: Einsparpotential durch Eigenleistung
Elektroinstallation: Einsparpotential durch Eigenleistung

Hinweis: Bitte beachten Sie ebenfalls die Artikel „Elektroinstallation – Was darf man selbst machen?“ sowie „Elekroinstallation Sicherheitsregeln“.

Für Laien sind Arbeiten an der Elektroinstallation tabu
Für Laien sind Arbeiten an der Elektroinstallation tabu
Kernsanierung eines Altbau © by studio, stock.adobe.com
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