Kieswege im Garten anlegen

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Kieswege im Garten anlegen – eine detaillierte Anleitung

Kieswege bestehen trotz ihres Namens meistens aus Splitt, den Sie in den Baumärkten aus verschiedenen Gesteinen wie Granit oder Basalt bekommen. Er macht einen Weg besser begeh- und befahrbar, denn er gibt bei einer Belastung kaum nach. Grundsätzlich können Sie jedoch auch Kieselsteine verwenden. Hier erfahren Sie, wie Sie einen Kiesweg durch den Garten anlegen und woran Sie bei der Planung denken sollten.

Kies lässt den Weg im Garten natürlich aussehen © Yols, stock.adobe.com
Kies lässt den Weg im Garten natürlich aussehen © Yols, stock.adobe.com

Die Vor- und Nachteile von Kieswegen

Kieswege wirken natürlicher als gepflasterte Wege. Sie passen daher besonders gut in naturnah gestaltete Gärten. Kieswege lassen darüber hinaus Regenwasser versickern. Sie werden von den Behörden in der Regel nicht als Versiegelung angesehen und spielen bei der Berechnung eventuell zu zahlender Niederschlagsgebühren deshalb keine Rolle. Wegen der vielen Zwischenräume bilden sich zudem keine Pfützen. Dieser Belag ist nach einem Regenschauer schnell wieder trocken. Im Hinblick auf die Kosten kann ein Kiesweg ebenfalls punkten, denn er kostet Sie weniger als ein gepflasterter Gartenweg. Von Vorteil ist außerdem, dass er sich leichter anlegen lässt als eine Pflasterung und jeden beliebigen Verlauf haben kann. Eine Kurve ist bei einem Kiesweg relativ einfach, bei Pflastersteinen dagegen oft eine Herausforderung.

Als Nachteil ist vor allem die im Vergleich mit einer Pflasterung weniger gute Begehbarkeit zu nennen. Kies gibt anders als Pflastersteine immer etwas nach. Spätestens wenn Sie auf einem Kiesweg rennen, werden Sie den Unterschied deutlich spüren. Kieselsteine bleiben zudem nicht zwangsläufig auf einem Weg liegen. Schon beim Begehen, vor allem aber durch herumtollende Kinder und Haustiere landen die Kieselsteine nicht selten auf den angrenzenden Flächen. Kieswege erschweren außerdem die Benutzung von Schubkarren. Auch der Rasenmäher und andere große Geräte lassen sich viel leichter über gepflasterte Wege als über Kies schieben.

Auch die Kombination aus Natursteinplatten und Kiesweg sind möglich. Vor- & Nachteile sind so zusammengefasst © Kalle Kolodziej, stock.adobe.com
Auch die Kombination aus Natursteinplatten und Kiesweg sind möglich. Vor- & Nachteile sind so zusammengefasst © Kalle Kolodziej, stock.adobe.com

Kieswege richtig planen – daran sollten Sie denken

Sofern nicht bereits feststeht, an welcher Stelle in Ihrem Garten Sie einen Kiesweg anlegen möchten, planen Sie den Verlauf der Wege am besten auf Papier oder am Computer. Die optimale Breite hängt von der späteren Nutzung ab, denn Hauptwege wie zum Beispiel ein Kiesweg von der Straße bis zu Ihrer Haustür sollten zwei Personen Platz bieten und mindestens 1,20 Meter breit sein. Bei weniger wichtigen Wegen durch den Garten beträgt die empfohlene Breite 80 Zentimeter bis einen Meter. Sie ist für eine Person komfortabel und gleichzeitig optisch ansprechend. Fehlt der Platz, können Sie die Breite bei Wegen, die Sie eher selten begehen, aber durchaus auf 60 Zentimeter reduzieren.

Geschwungene Wege lassen sich am einfachsten mit kleinen Steinen einfassen © Alona, stock.adobe.com
Geschwungene Wege lassen sich am einfachsten mit kleinen Steinen einfassen © Alona, stock.adobe.com

Eine Randeinfassung verhindert, dass sich Gras und andere Pflanzen in die Kieswege ausbreiten. Hierfür eignen sich Pflastersteine aus Beton oder Klinker, die Sie hochkant an die beiden Seiten setzen, sowie Kleinpflaster aus einem Naturstein wie Granit. In den Baumärkten bekommen Sie außerdem dekorative Randeinfassungen wie die runden Palisaden aus Beton. Auch Produkte aus Beton oder Metall, die für gewöhnlich als Rasenborde genutzt werden, sind als Seitenbegrenzungen für einen Kiesweg bestens geeignet. Alle sollten in ein Betonbett gesetzt werden, damit sie dauerhaft an Ort und Stelle bleiben. Handelt es sich um hohe Steine, sorgen sogenannte Rückenstützen aus Beton für zusätzlichen Halt. Mit ihnen stützen Sie die Steine von den Außenseiten ab.

Große runde Kiesel sind dekorativ, aber schwer begehbar © kyrychukvitaliy, stock.adobe.com
Große runde Kiesel sind dekorativ, aber schwer begehbar © kyrychukvitaliy, stock.adobe.com

Als Wegbelag können Sie neben den runden Kieselsteinen feinen Splitt aus einem Naturstein verwenden. Im Hinblick auf die Begehbarkeit ist Splitt in einer Körnung von zwei bis fünf Millimeter die beste Wahl. Etwas größere Körnungen wie 8-16 Millimeter werden jedoch ebenfalls gern verwendet. Sie bleiben selbst in stark profilierten Schuhsohlen nicht hängen. Ein Kiesweg aus relativ dicken Steinen lässt sich zudem mit dem Laubbläser von herabgefallenen Blättern befreien. Sie sollten nicht auf dem Weg liegen bleiben, denn sie verwandeln sich in Humus und fördern dadurch das Wachstum von Unkräutern.

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Anleitung für den Bau eines Kieswegs

Die folgende Anleitung können Sie für Kieswege verwenden, die später wenig beansprucht werden. Dies sind vor allem die Wege, über die Sie die verschiedenen Bereiche in Ihrem Garten erreichen. Möchten Sie Ihre Auffahrt oder Ihre Terrasse mit Kies gestalten, benötigen Sie einen stabileren Unterbau.

Für einen Kiesweg im Garten brauchen Sie:

  • Holzpflöcke oder Metallstäbe und eine Maurerschnur oder Markierungsspray
  • Spaten und Schaufel
  • Schotter oder Füllsand für eine Drainageschicht
  • Rüttelplatte oder Handstampfer
  • Unkrautvlies
  • Magerbeton
  • Kübel und eine Bohrmaschine mit Quirl zum Anmischen des Betons
  • Maurerkelle
  • Randeinfassung
  • Gummihammer oder Verlegehammer mit Gummikappe
  • Richtlatte und Wasserwaage
  • Kies oder Splitt
  • Rechen

Anleitung:

  1. Orientierung und Vorbereitung
  2. Zur Orientierung bei allen nachfolgenden Arbeiten spannen Sie zwischen Holzpflöcken oder Metallstäben, die Sie in den Boden schlagen, robuste Schnüre. Alternativ kennzeichnen Sie den Weg mit Markierungsspray. Solch ein Spray ist vor allem bei Gartenwegen mit einem geschwungenen Verlauf hilfreich. Lassen Sie bei beiden Varianten einen kleinen Abstand zu den Seiten des Wegs. So bleibt die Markierung bis zur Beendigung der Arbeiten sichtbar. Möchten Sie Ihre Randeinfassung mit Rückenstützen versehen, sollte der Abstand mindestens zehn Zentimeter betragen.

    Auch für die Wege durch einen Nutzgarten können Sie Kies verwenden © Paul Maguire, stock.adobe.com
    Auch für die Wege durch einen Nutzgarten können Sie Kies verwenden © Paul Maguire, stock.adobe.com
  3. Auskoffern und Vorbereitung des Untergrunds
  4. Zwischen den Schnüren beziehungsweise den gesprühten Markierungen heben Sie die Erde aus. Bis in welche Tiefe Sie den Boden entfernen sollten, hängt von der Körnung des Belags ab, denn die Auskofferung sollte mindestens zwei Schichten Steinen Platz bieten. Die Mindesttiefe ermitteln Sie daher, indem Sie den Durchmesser der größten Steine mit zwei multiplizieren. Bei feinem Splitt reicht oft bereits eine Tiefe von fünf Zentimetern, während Sie bei dickeren Kieselsteinen den Boden bis in eine Tiefe von zehn bis 20 Zentimetern entfernen sollten.

    Das Auskoffern ist am einfachsten, wenn Sie die beiden Seiten Ihres Wegs mit dem Spaten vorstechen. Danach entfernen Sie die Erde zwischen den gestochenen Linien. Beseitigen Sie hierbei auch Unkraut, Steine und alle anderen Dinge, die Sie beim Graben finden.

    Tipp: Wegbreite x Weglänge x Schütthöhe ergibt Ihren Bedarf an Kies oder Splitt in Kubikmetern

    Ein lehmiger Untergrund lässt Regenwasser nur langsam versickern. Ist der Boden auf Ihrem Grundstück sehr lehmig, empfiehlt sich daher eine zusätzliche Drainageschicht aus Schotter oder Füllsand. Diese etwa zehn Zentimeter hohe Schicht sollten Sie mit der Rüttelplatte oder von Hand verdichten.

    Rückenstützen aus Beton stabilisieren die Einfassung © aboutmomentsimages, stock.adobe.com
    Rückenstützen aus Beton stabilisieren die Einfassung © aboutmomentsimages, stock.adobe.com

    An den beiden Seiten muss der Aushub – abhängig von der gewünschten Einfassung – eventuell größer sein. Bei relativ hohen Randsteinen heben Sie an den Seiten daher zusätzlich zwei Gräben aus und verbreitern diese für eventuell geplante Rückenstützen. Das Betonbett, in das Sie die Steine setzen, sollte eine Höhe von etwa zehn Zentimetern haben. In dieses Betonbett drücken Sie die Steine später etwa zwei Zentimeter tief hinein.

  5. Verdichten des Untergrunds
  6. Damit der Untergrund später nicht nachgibt und Ihr Gartenweg eine ebene Oberfläche behält, verdichten Sie den Boden mit einer Rüttelplatte oder einem Handstampfer.

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  7. Verlegen des Unkrautvlieses
  8. Unkraut kann die Pflege eines Kieswegs extrem aufwändig machen. Verlegen Sie deshalb ein Unkrautvlies. Es verhindert, dass Unkräuter sich ihren Weg durch die Kieselsteine bahnen, lässt Regenwasser aber trotzdem versickern. Zudem verhindert ein Vlies, dass die Steine immer tiefer in das Erdreich sinken. Schneiden Sie das Vlies großzügig zu, damit Sie die Gräben für die Randsteine ebenfalls auslegen können und ein Stück übrig bleibt. Die Überstände legen Sie senkrecht an die äußeren Seiten Ihrer Gräben, damit auch die Randeinfassung von unten vor Unkraut geschützt ist. Reicht ein Vlies für Ihren Weg nicht aus, sollten sich die Bahnen etwa 20 Zentimeter überlappen.

    Tipp: Ein Unkrautvlies ist umso strapazierfähiger und haltbarer, je größer sein Gewicht in Gramm pro Quadratmeter ist.
  9. Setzen der Randsteine
  10. Bevor Sie die Randsteine setzen, spannen Sie die Schnüre noch einmal und bringen sie auf die geplante Endhöhe der Randeinfassung. Danach mischen Sie Magerbeton nach den Angaben des Herstellers an und geben ihn in einer etwa zehn Zentimeter dicken Schicht in die Gräben für die Randsteine. Die Steine drücken Sie circa zwei Zentimeter tief in den Beton.

    Überprüfen Sie beim Setzen der Randsteine immer wieder mit der Wasserwaage, ob alle Steine auf der gleichen Höhe enden und senkrecht stehen. Bei einem langen Kiesweg ist eine Richtlatte, auf die Sie die Wasserwaage stellen, hilfreich. Mit ihr lässt sich auch überprüfen, ob die Randsteine rechts und links des Wegs in der Waage sind. Auf die richtige Höhe bringen Sie die Steine mit einem Gummihammer oder einem Verlegehammer mit Gummikappe.

    Möchten Sie die Randeinfassung durch Rückenstützen stabilisieren, mischen Sie weiteren Beton an und geben ihn an die Außenseiten der Randsteine. Danach glätten Sie ihn mit der Maurerkelle, die Sie schräg halten. So entsteht eine dreieckige Abstützung, die Sie später mit Erde abdecken und dadurch unsichtbar machen.

    Nach der Fertigstellung der Randeinfassung muss der Beton aushärten. Den letzten Arbeitsschritt verschieben Sie daher am besten auf den nächsten Tag.

    Nach dem Einbringen des Belags ist Ihr Kiesweg fertig © Skyliz, stock.adobe.com
    Nach dem Einbringen des Belags ist Ihr Kiesweg fertig © Skyliz, stock.adobe.com
  11. Einbringen des Kiesbelags
  12. Zwischen die beiden Randeinfassungen schütten Sie den Kies beziehungsweise Splitt. Er lässt sich mit dem Rechen gleichmäßig verteilen. Bei einem feinen Belag, der durch die Zinken rutscht, arbeiten Sie mit der Rückseite. Der Kiesbelag sollte circa zwei Zentimeter unterhalb der Randeinfassung enden. So befördern Sie die Steine, wenn Sie etwas schneller gehen oder rennen, nicht mit ihren Schuhen in die angrenzenden Beete.

Tipp: Trittplatten im Kiesbett machen Ihren Gartenweg besser begehbar. Zudem lockern sie die Fläche auf und sind daher eine gute Möglichkeit, den Weg noch attraktiver zu gestalten.
Ein Kiesbelag wirkt natürlich © Paul Maguire, stock.adobe.com
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