Eine Kiesauffahrt anlegen

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Eine Kiesauffahrt anlegen – so wird sie mit dem Auto befahrbar

Eine Kiesauffahrt ist günstiger als eine gepflasterte Einfahrt und damit eine gute Alternative, wenn Sie Geld sparen möchten. Sie lässt sich außerdem leichter realisieren und wirkt natürlicher als eine Pflasterung. Ein weiterer Vorteil ist ihre Wasserdurchlässigkeit. Durch eine Schicht Kies versickert das Regenwasser und bleibt nicht in Pfützen auf Ihrer Auffahrt stehen. Die Sickerfähigkeit eines Belags kann zudem Einfluss auf die an die Gemeinde zu zahlenden Niederschlagsgebühren haben.

Ein Kiesbelag wirkt natürlich © Paul Maguire, stock.adobe.com
Ein Kiesbelag wirkt natürlich © Paul Maguire, stock.adobe.com

Die Befahrbarkeit ist allerdings weniger gut als bei einer gepflasterten Auffahrt, denn die Kieselsteine bewegen sich, wenn Sie die Fläche befahren und können bei einer zu hohen Geschwindigkeit sogar in die angrenzenden Bereiche geschleudert werden. Dies kann aber auch ein Vorteil sein, denn um Lackschäden zu vermeiden, wird fast jeder Autofahrer auf einem Kiesbelag langsam fahren. Das Begehen einer Kiesauffahrt ist allerdings ebenfalls weniger komfortabel als ein kleiner Fußmarsch auf einer Pflasterung. Somit hat ein Kiesbelag auf der Einfahrt ebenso viele Vorteile wie Nachteile. Eine gute Befahrbarkeit lässt sich mit unserer Anleitung jedoch sicherstellen.

Mit Kiesgittern entsteht eine stabile und belastbare Fläche

Kiesgitter verleihen einer Einfahrt Stabilität © Michal, stock.adobe.com
Kiesgitter verleihen einer Einfahrt Stabilität © Michal, stock.adobe.com

Auf einer Kiesauffahrt, die Sie mit dem Pkw befahren, bilden sich leicht Fahrspuren. Dies lässt sich verhindern, indem Sie unter dem Kiesbelag Kunststoffwaben verlegen. Diese Platten erinnern durch ihre meist sechseckigen Hohlräume an Bienenwaben, werden mit Kies befüllt und zum Schluss mit Kies bedeckt. Kunststoffwaben halten den Kies und verhindern, dass er beim Begehen und Befahren zu den Seiten rutscht. Dadurch minimieren sie das Einsinken in den Belag. Kunststoffwaben erhöhen außerdem die Stabilität und Tragfähigkeit Ihrer Auffahrt.

Tipps für den Kauf der Kunststoffwaben

  1. Kunststoffwaben werden auch als Wabenmatten, Kieswaben und Kiesgitter bezeichnet. Sie bestehen aus Kunststoff und lassen sich am besten mit einem Winkelschleifer zuschneiden. Im Handel sind Kiesgitter in den unterschiedlichsten Formaten erhältlich. Ihre Höhe liegt jedoch meistens im Bereich von drei bis vier Zentimeter.
  2. Ein Unkrautvlies unter den Gittern macht Ihre Kiesauffahrt pflegeleicht © Paul Maguire, stock.adobe.com
    Ein Unkrautvlies unter den Gittern macht Ihre Kiesauffahrt pflegeleicht © Paul Maguire, stock.adobe.com
  3. Kieswaben sind auf ihren Unterseiten häufig mit einem Vlies versehen. Es verhindert, dass die Kieselsteine immer tiefer in die Erde sinken. Dies würde ein Nachfüllen erforderlich machen und könnte dazu führen, dass die Gitter durch Steine im Erdreich angehoben werden. Ein Vlies hält Ihre Kiesauffahrt außerdem weitestgehend unkrautfrei. Durch ein Unkraut- oder Geovlies kann sich zumindest von unten kein Unkraut ausbreiten. Damit es diesen Zweck erfüllt, ist es in der Regel größer als das Gitter. Dadurch entstehen beim Verlegen mehrerer Elemente Überlappungen und es verbleiben keine Zwischenräume, durch die sich Unkraut seinen Weg bahnen könnte. Regenwasser und anderes Wasser lässt das Vlies jedoch versickern.
  4. Die Belastbarkeit wird meist in Tonnen pro Quadratmeter angegeben. Beachten Sie hierbei, dass die angegebene Belastbarkeit erst nach dem Befüllen mit Kieselsteinen gegeben ist. Befahren Sie ein noch ungefülltes Kiesgitter deshalb nicht testweise mit dem Auto.
  5. Achten Sie beim Kauf von Kieswaben darauf, dass ihre Farbe der Ihrer Kieselsteine möglichst ähnlich ist. Beim Befahren und Begehen der Auffahrt können die Steine verrutschen, sodass die Kiesgitter wieder sichtbar werden. In einer ähnlichen Farbe fallen sie kaum auf. Zudem müssen die Kunststoffwaben zur Körnung der Kieselsteine passen. Die Hersteller geben meistens an, welchen Durchmesser die Steine höchstens haben dürfen.
Tipp: Auch auf einer alten Pflasterung können Sie Kiesgitter verlegen. In diesem Fall ist die Wasserdurchlässigkeit aber möglicherweise nicht mehr gegeben.

Randsteine sichern Ihren Kiesweg an den Seiten

Eine Randbefestigung an den Längsseiten der Auffahrt verhindert, dass die Kiesgitter zu den Seiten rutschen und sorgt gleichzeitig für einen sauberen Abschluss. Hierfür eignen sich alle Arten von Einfassungen für Pflasterungen, Beete und Rasenflächen wie zum Beispiel die schmalen Rasenkanten oder die Palisaden, die Sie in ein Betonbett setzen. Soll die Randbefestigung möglichst wenig sichtbar sein, können Sie aber auch Randprofile aus Kunststoff oder die besonders dünnen Randeinfassungen aus Flachstahl verwenden. Ist der Untergrund ausreichend dicht, können Sie dünne Metallkanten einfach in den Boden schlagen. Dies erspart Ihnen Arbeit und die Wartezeit, bis der Beton ausgehärtet ist.

Randsteine in Beton setzen © dima_pics, stock.adobe.com
Randsteine in Beton setzen © dima_pics, stock.adobe.com
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Der Belag: Kies oder Splitt

Für eine Auffahrt eignet sich Kies in einer Körnung von 8 bis 16 Millimeter am besten. Solch eine Kiesschicht ist mit dem Auto gut befahrbar. Möchten Sie Ihre Auffahrt nicht mit Fahrzeugen befahren, können Sie auch größere Kiesel verwenden. Mehr als 30 Millimeter sollte der Durchmesser jedoch nicht betragen.

Noch belastbarer wird Ihre Auffahrt, wenn Sie die Waben mit feinem Kies oder Splitt füllen und den Kies in der Körnung 8-16 Millimeter nur für die Decklage verwenden. Je kleiner die Körnung ist, umso weniger Zwischenräume verbleiben nach dem Befüllen.

Bei Kies und Splitt haben Sie die Wahl zwischen unzähligen Farben und Größen © Ivan, stock.adobe.com
Bei Kies und Splitt haben Sie die Wahl zwischen unzähligen Farben und Größen © Ivan, stock.adobe.com

Kies bekommen Sie bei den Händlern in zahlreichen Sorten. Diese unterscheiden sich schon allein durch ihre Farbe, denn das Farbspektrum reicht von Weiß bis Schwarz und umfasst selbst mehrfarbige Sorten wie die bunten Flusskiesel. Ebenso können Sie Kieselsteine in verschiedenen Farben mischen. Kieselsteine bieten Ihnen daher viele Möglichkeiten, eine Auffahrt ganz nach Geschmack und passend zum Haus zu gestalten.

Eine mögliche Alternative zu Kies ist Splitt. Er entsteht im Unterschied zu Kieselsteinen, die ihre Form behalten und in einem Werk höchstens noch geschliffen werden, durch die mechanische Zerkleinerung eines Gesteins. Splitt ist deshalb scharfkantiger als Kies und besitzt eine rauere Oberfläche. Er kann aus den unterschiedlichsten Gesteinen hergestellt werden und ist daher ebenfalls in unzähligen Farben erhältlich. Als besonders dekorativ gelten der Edelsplitt und der Zierkies.

Der Unterbau einer Kiesauffahrt

Ein tragfähiger Unterbau entsteht durch eine circa 30 Zentimeter hohe Schicht Schotter, auf der Sie eine etwa sechs Zentimeter hohe Schicht Sand oder feinen Splitt in der Körnung 2-5 Millimeter verteilen. Auf dieser Sand- beziehungsweise Splittschicht verlegen Sie die Kunststoffwaben, die Sie mit Kies befüllen und mit einer mindestens zwei Zentimeter hohen Kiesschicht abdecken. Insgesamt hat Ihre Auffahrt daher eine Aufbauhöhe von 41 bis 42 Zentimeter.

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Anleitung für den Bau einer Kiesauffahrt

  1. Zum Anlegen einer Kiesauffahrt spannen Sie zunächst Schnüre, an denen Sie sich bei den nachfolgenden Arbeiten orientieren. Diese fixieren Sie am besten an Metallstäben, die Sie am Anfang und am Ende Ihrer Auffahrt in den Boden schlagen. Soll Ihre Auffahrt einen Knick oder Ähnliches haben, setzen Sie an den Stellen, an denen sie ihre Richtung ändert, weitere Metallstäbe. Anstelle von Pflöcken und Schnüren können Sie auch ein Markierungsspray verwenden. Es erleichtert vor allem die Kennzeichnung einer Auffahrt mit einem geschwungenen Verlauf.
  2. Zwischen den Schnüren entfernen Sie die Erde bis in eine Tiefe von mindestens 41 Zentimetern. Dies ist bei einer langen und breiten Auffahrt mit Spaten und Schaufel recht anstrengend. Leihen Sie sich daher gegebenenfalls einen Minibagger aus. Erledigen Sie diese Arbeit von Hand, ist es hilfreich, die beiden Seiten der Auffahrt mit dem Spaten vorzustechen.

    Abhängig von den Randsteinen, für die Sie sich entschieden haben, müssen Sie an den beiden Seiten Ihrer Auffahrt möglicherweise noch mehr Erde abtragen. Die Randsteine sollten später leicht aus dem Kiesbelag ragen, damit die Kieselsteine auf der Auffahrt bleiben. Je nach Höhe der Randsteine setzen Sie diese nach einem der folgenden Arbeitsschritte in ein Betonbett.

  3. Auch für den nächsten Arbeitsschritt besorgen Sie sich am besten ein Mietgerät. Mit einer Rüttelplatte verdichten Sie den Boden Ihrer Grube auf komfortable Weise. Sie können aber auch einen Handstampfer benutzen.
  4. Nach dem Verdichten geben Sie den Schotter in die Grube. Ihn füllen Sie in drei Etappen ein und verdichten jede Schicht mit der Rüttelplatte. Durch diese Vorgehensweise verhindern Sie spätere Absackungen.
  5. Auf dem Schotter verteilen Sie eine sechs Zentimeter hohe Schicht Verlegesand. Sie sollte zum Schluss eine absolut ebene Oberfläche haben, damit das Kiesgitter vollflächig aufliegt. Ziehen Sie die Sandschicht deshalb mit einer langen Richtlatte ab.
  6. Auf der Sandschicht verlegen Sie die Kiesgitter. Legen Sie diese nicht zu dicht aneinander, damit sich das Material bei Hitze ausdehnen kann. Vor allem zu einer Randeinfassung sollten die Gitter einen kleinen Abstand haben. Müssen Sie Platten zuschneiden, erledigen Sie dies am besten mit einem Winkelschleifer. Alternativ verwenden Sie eine Handsäge oder eine elektrische Säge.
  7. Nun schütten Sie den Kies oder Splitt auf Ihre Einfahrt und schieben ihn zunächst in die Waben. Danach verteilen Sie weiteren Kies oder Splitt, damit die Gitter mindestens zwei Zentimeter hoch abgedeckt sind. Schön glatt wird die Oberfläche mit der Rückseite eines Rechens.
Modern gepflasterter Eingangsbereich mit Beleuchtung © ThomBal, stock.adobe.com
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