Lohnt sich eine Dämmung?

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Dämmung lohnt sich – und zumeist auch finanziell

Fassadendaemmung mit Mineralwolle © smspsy, stock.adobe.com
Ein Haus zu dämmen, das ist immer ein beträchtlicher Aufwand. Technisch und finanziell. © smspsy, stock.adobe.com

Lohnt es sich ein Haus zu dämmen? Diese Frage kann man uneingeschränkt mit Ja beantworten – wenn nicht gerade geplant ist, das Gebäude in den nächsten drei Jahren abzureißen. Lässt man die finanziellen Aspekte einmal weg, spricht zweierlei für die Dämmung, nämlich der Klimaschutz und das bessere Raumklima.

Diese Aspekte sprechen klar für eine Dämmung
Diese Aspekte sprechen klar für eine Dämmung: Umweltschutz, Klimaschutz, Raumklima und Wertsteigerung

Für die meisten Hausbesitzer ist allerdings die Wirtschaftlichkeit der ausschlaggebende Faktor. Denn es geht schon um eine bedeutende Investition. Die Frage ist also, ob die eingesparten Energiekosten es rechtfertigen, Geld für die Dämmung auszugeben. Und auch diese Abwägung fällt zugunsten der Dämmung aus. Allerdings gibt es gewisse Einschränkungen.
Pauschale Berechnungen nicht möglich

Wer hier eine Rechnung mit konkreten Zahlen erwartet, der muss leider enttäuscht werden – für den konkreten Fall des Lesers würde die Rechnung mit großer Wahrscheinlichkeit nicht zutreffen. Zu viele Faktoren gehen in die Rechnung ein, die man pauschal nicht benennen kann. Wer diese Frage für sein konkretes Projekt ernsthaft prüfen möchte, der schaltet einen vereidigten Energieberater ein. Der weiß auch nicht alles, kann aber eine fundierte Einschätzung für ein Einzelobjekt abgeben. Und er hilft, wenn es darum geht, staatliche Unterstützung bei der Finanzierung zu bekommen.

Warum ist das alles so schwer? Es gibt unterschiedliche Dämmsysteme mit stark voneinander abweichenden Kosten – mit nachwachsenden Rohstoffen wird es erheblich teurer als mit Styrodur, aber es ist die ökologischere Lösung. Sehr unterschiedlich können zusätzliche Kosten ausfällen, etwa wenn ein Dachüberstand vergrößert oder ein Vorbau erneuert werden muss. Preisunterschiede ergeben sich nicht nur beim Material, sondern auch bei den regional unterschiedlich hohen Kosten für die Handwerker; und eine Rolle spielt auch, ob man selber etwas erledigen kann.

Die Wärme im Haus geht folgendermaßen verloren
Die Wärme im Haus geht folgendermaßen verloren

Steht ohnehin ein Gerüst, weil die Fassade gestrichen werden soll? Die Antwort allein auf diese Frage macht eine Differenz von mehreren Tausend Euro aus. Es ist auch ein Unterschied, ob man zur Finanzierung eine Bank braucht und Kreditzinsen zahlt, oder ob man über Eigenmittel verfügt. Die Einsparung bei den Heizkosten wiederum hängt auch vom Nutzerverhalten ab. Das alles lässt sich pauschal nicht berechnen. Und selbstverständlich weiß man auch nicht, wie sich die Energiekosten in Zukunft entwickeln.

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Grobe Schätzungen liegen vor

Ganz auf gut Glück muss man das Projekt, ein Haus zu dämmen, trotzdem nicht angehen. Immer wieder sind Zahlen zu finden, die zu Amortisationszeiten Auskunft geben. 2015 hat es beispielsweise eine Untersuchung durch das Forschungsinstitut für Wärmeschutz gegeben. Dabei zeigt die Bandbreite in den Angaben, wie schwierig es ist, pauschale Berechnungen anzustellen.

So amortisiert sich eine Dämmung an Außenwänden, die vor 1977 gebaut wurden, nach 4 bis 10, am wahrscheinlichsten nach 6 Jahren. Eine Fassadendämmung neuerer Häuser rechnet sich nach 9 bis 22, typischerweise etwa nach 14 Jahren. Die Amortisationszeit einer Dämmung der Kellerdecke beträgt 6 bis 13, am wahrscheinlichsten 8 Jahre. Bei der Dämmung eines Flachdaches wird diese Zeit mit 5 bis 13 Jahren angegeben, am wahrscheinlichsten sind 7 Jahre. Eine Dämmung einer obersten Geschossdecke rechnet sich nach 2 bis 5, im Falle einer begehbaren Decke bei 6 bis 15 Jahren.

Durchschnittliche Amortisatioenszeiten von Dämmmaßnahmen
Durchschnittliche Amortisatioenszeiten von Dämmmaßnahmen

Freilich sind das noch keine konkreten Beträge, und die hätte man ja gerne. Was jeder tun kann ist, von den eigenen Verbrauchszahlen aus zu rechnen. Jeder Liter Heizöl und jeder Kubikmeter Erdgas bedeutet einen Energiebedarf von 10 Kilowattstunden (kWh). Mit den Verbrauchszahlen und der Wohnfläche kann man den Verbrauch pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr berechnen. Bei älteren Häusern kommt man da schnell auf 300 kWh pro Quadratmeter im Jahr und mehr. Ein nach den Vorgaben der Energiesparverordnung gedämmtes Haus verbraucht noch 47 kWh im Jahr. Die Differenz rechnet man in Kubikmeter Erdgas oder Liter Heizöl um, multipliziert dies mit den geltenden Preisen für diese Betriebsstoffe und kann dann die Einsparungen pro Jahr ins Verhältnis setzen zu der Investition in die Dämmung. Wer sich die Arbeit machen möchte, rechnet noch gewisse Preissteigerungen ein.

Heizölverbrauch: Vergleich Altbau ungedämmt, Standard Neubau und Altbau optimal gedämmt
Heizölverbrauch: Vergleich Altbau ungedämmt, Standard Neubau und Altbau optimal gedämmt

Eine konkretere Berechnung hat sich vor einigen Jahren das Nachrichtenmagazin „Fokus“ zugetraut. Damals, 2015, kosteten 100 Liter Heizöl 63 Euro, jeder Quadratmeter Dämmung 130 Euro. Bei einem Preiszuwachs von 4 Prozent hätte sich eine Dämmung nach 15 Jahren amortisiert. Im Durchschnitt mehrerer Jahre wäre mit 80 Euro Ölkosten zu rechnen, dann rechnet sich die Dämmung nach 15 Jahren. Bei teuren 150 Euro Kosten für jeden Quadratmeter Dämmung und Ölkosten von 65 Euro für 100 Liter wären die Kosten erst nach 22 Jahren wieder eingespielt.

Dämmung kann sich lohnen: Ein Beispiel gibt Klarheit
Dämmung kann sich lohnen: Ein Beispiel gibt Klarheit

Abschnittweise vorgehen

Freilich wird nicht jeder das ganze Haus auf einmal dämmen wollen oder können. Tendenziell ist die Dämmerung der Fassaden der wichtigste Schritt, wegen der großen Flächen. Bei einem unsanierten Einfamilienhaus entfallen 25 Prozent des Wärmeverlustes auf die Außenwände. Es kann aber auch sinnvoller sein, die Fenster auszutauschen – das hängt auch vom Zustand der Fenster ab. Wer selbst Hand anlegen will, womöglich aber finanziell eher knapp ausgestattet ist, der kann auch mit der Dämmung von Kellerdecke oder oberster Geschossdecke merkliche Einsparungen erzielen. Auch die Dämmung eines Daches von innen kann vom Aufwand her womöglich einfacher sein als die Fassadendämmung.

Dämmung oberster Geschossdecke © skatzenberger, stock.adobe.com
Auch die Dämmung der obersten Geschossdecke lohnt sich meistens © skatzenberger, stock.adobe.com

Es hängt, schon wieder, von den konkreten Gegebenheiten ab. Auch in der Frage der Reihenfolge ist der Energieberater ein nützlicher Ansprechpartner. Er ist der einzige, dem man wirklich vertrauen sollte. Bei der Vielzahl der Einflussfaktoren ist es nämlich ein leichtes, sich eine Dämmung schön zu rechnen oder auch mit Zahlen scheinbar zu beweisen, dass sich eine Dämmung wirtschaftlich nicht lohnt.

Um es zum Abschluss noch ein wenig komplizierter zu machen: Ein gedämmtes Haus ist wertvoller als ein nicht gedämmtes Haus. Es lässt sich zu einem höheren Preis verkaufen, Wohnungen lassen sich zu einem höheren Preis vermieten. Für viele Hauseigentümer mag sich diese Frage gar nicht stellen, für andere aber schon, und für viele ist die Zukunft des Hauses auch eine offene Frage. Solche Erwägungen sind kaum in Euro und Cent umzurechnen, aber ob sie in der Abwägung deshalb unberücksichtigt bleiben sollten?

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