Ein Haus dämmen kann man aus zwei Gründen – weil es sich langfristig rechnet, oder weil man den Heizenergieverbrauch verringern und dadurch etwas für den Klimaschutz tun möchte. Im Optimalfall verbinden sich beide Effekte natürlich. Aber wie auch immer – bevor man irgendetwas in dieser Richtung unternimmt, möchte man wissen, mit welchen Investitionskosten man rechnen muss.
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Was das Thema kompliziert macht, ist die Vielzahl der technischen Möglichkeiten. Am häufigsten wird mit Polystyrol gedämmt, das unter dem Namen Styropor bekannt ist. Mineralwolle ist eine Alternative, aber wer Wert auf naturnähere Rohstoffe legt, verwendet Holzweichfaserplatten, Hanf oder Zellulose. Die Kostenunterschiede sind dabei enorm.
Nicht alles ist möglich
Die Kosten sind aber nicht das einzige Kriterium, die bei einer Entscheidung herangezogen werden müssen. Handelt es sich beispielsweise um eine Brandwand, also etwa um eine Wand, die auf der Grenze zu einem Nachbargrundstück steht, können Holzweichfaserplatten aus Brandschutzgründen gar nicht verbaut werden. Steht ein Gebäude unter Denkmalschutz, ist oftmals eine Außendämmung gar nicht möglich, weil diese Fachwerkkonstruktionen oder Backsteinfassaden verschwinden ließe. Dann kommt nur eine Innendämmung in Frage – dieser Fall hat aber so viele Besonderheiten, dass er hier unberücksichtigt bleiben soll und an anderer Stelle zu behandeln ist.
Glück hat, wer ein Haus mit sogenannten zweischaligen Außenwänden hat. Das bedeutet, dass es sich in Wirklichkeit um zwei parallel verlaufende Wände handelt, mit einem Zwischenraum. Dieser kann zur Dämmung genutzt werden, in dem Löcher in die Wand gebohrt und Celluloseschnipsel in den Hohlraum geblasen werden. Das ist vor allem attraktiv, weil über die Bohrlöcher hinaus, die wieder verschlossen werden müssen, die Außenwand unberührt bleibt. Für eine erste Grobkalkulation kann man von Kosten in Höhe von 70 Euro pro Quadratmeter Fassadenfläche ausgehen. Da kommt man für ein Einfamilienhaus oft bereits mit 5000 Euro hin.
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Wärmeverbundsysteme sind der Klassiker
Wärmeverbundsysteme sind Dämmplatten, die auf die Fassade geklebt und anschließend verputzt werden. Ein wichtiger Faktor bei den Kosten ist die Dicke der Dämmung. Eine 24 cm starke Dämmung kann durchaus um 30 Prozent teurer sein als eine 12 cm starke Variante. In vielen Beispielrechnungen werden 20.000 Euro als Kosten für die Dämmung eines Einfamilienhauses angegeben. Eine andere Faustregel besagt, dass man mit 120 bis 150 Euro pro Quadratmeter rechnen muss.
Wer flexibler sein möchte in der Gestaltung der Fassade, baut eine hinterlüftete Vorhangfassade auf, das ist eine neue Fassade beliebiger Gestaltung auf einem Lattengerüst. Gedämmt wird in dem Hohlraum dazwischen. Allerdings muss man dafür mit Kosten von 250 bis 500 Euro pro Quadratmeter rechnen. Eher 300 Euro fallen an, dämmt man mit einer Einblasdämmung aus Cellulose, die in Kammern eingeblasen wird, die mit Holzweichfaserplatten gebaut sind und verputzt werden.
Ob man zuverlässige Werte bekommt, wenn man die Kosten weiter aufschlüsselt, ist angesichts der großen Kostenunterschiede fraglich. Die Handwerker kommen für die gleiche Arbeit zu sehr unterschiedlichen Ansätzen, auch gibt es große regionale Unterschiede. Die nachfolgenden Werte sind so zu verstehen, dass 30 Prozent Abweichungen in beide Richtung leicht möglich und auch größere Differenzen keine Überraschung sind. Zunächst wird ein Gerüst gebraucht, zu durchschnittlich acht Euro pro Quadratmeter für vier Wochen.
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Zunächst zum Material: Bei der Vorhangfassade kann man 20 Euro pro Quadratmeter für die Unterkonstruktion, 25 Euro für den Dämmstoff und 60 Euro für die Außenverkleidung rechnen. Bei Wärmeverbundsystemen fallen 15 Euro für das Dämmmaterial und 20 Euro für den Putz an. Wählt man statt der Polystyrol- oder Mineralfaserplatten die ökologisch deutlich hochwertigeren Holzweichfaserplatten, muss man mit 30 Euro pro Quadratmeter rechnen, auch alle anderen Naturbaustoffe sind 50, gelegentlich auch 100 Prozent teurer als die synthetischen Materialien. Beim Wärmeverbundsystem berechnen die Handwerker 30 Euro pro Quadratmeter für das Dämmen und 40 Euro für das Verputzen. Bei der Vorhangfassade kostet die Montage von Lattengerüst und Dämmung 35 Euro, die neue Fassade 70 Euro.
Auf den Einzelfall kommt es an
Wichtig ist noch, dass alle hier genannten Zahlen nur grobe, erste Anhaltspunkte sein können. Bei jeder Art der Dämmung spielen zahlreiche Einzelfaktoren eine Rolle, die von Haus zu Haus stark voneinander abweichen können. Wer zuverlässig kalkulieren möchte, holt sich bei Fachfirmen Kostenvoranschläge ein. Das gilt besonders auch für Spezialitäten wie den Einsatz von Dämmputz oder Dämmklinkern. Wie man im Einzelnen vorgeht, erfährt man am besten von einem Energieberater, den man ohnehin zwingend einschalten muss, möchte man von der durchaus beachtlichen Förderung für die KFW profitieren. Die Kosten für den Energieberater bekommt man zu einem großen Teil wiederum von der KFW zurück.
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