Wärmedurchgangskoeffizient

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Die Dämmung und der Wärmedurchgangskoeffizient – verständlich erklärt

Energieeffizientes Haus © Marcus Kretschmar, fotolia.com
Energieeffizientes Haus © Marcus Kretschmar, fotolia.com

Wer sein Haus dämmen möchte, muss gesetzliche Vorgaben beachten, und wer das mit günstigen Krediten finanzieren möchte, der muss ebenfalls bestimmte Bedingungen erfüllen. Denn die Dämmung muss ihren Zweck erfüllen, und der lautet, die Wärme im Haus zu halten. Ganz klar erreicht man dies am besten damit, möglichst wenig Wärme hinauszulassen. Wie viel Wärme aber entweicht, das kann man am sogenannten Wärmedurchgangskoeffizienten erkennen. Der spielt in vielen Fachgebieten eine Rolle, nicht nur am Bau. Im Bauwesen wird der Wärmedurchgangskoeffizient auch als U-Wert bezeichnet.

Wärmedurchgangskoeffizient, U-Wert © thingamajiggs, fotolia.com
Der zentrale Rechenwert für die Dämmung ist der Wärmedurchgangskoeffizient © thingamajiggs, fotolia.com

Um was es genauer geht, zeigt der Blick auf die Maßeinheit W/(m²·K). Der Buchstabe W steht für Watt und kennzeichnet die Leistung. Das ist nicht die Wärme, wie es fälschlicherweise immer wieder behauptet wird, die ohnehin auch in Joule gemessen wird. Leistung bezieht den Zeitfaktor mit ein, es geht also um den Wärmeverlust in einem bestimmten Zeitraum. Das ist wichtig, denn wenn alle anderen Faktoren gleich bleiben, fließt kontinuierlich immer die gleiche Wärmemenge ab.

Das sagt der U-Wert aus
Stark vereinfacht: Das sagt der U-Wert aus

An dieser Stelle konkretisieren wir das Thema etwas und sprechen von Wärmeverlusten an Gebäuden, das macht die Sache anschaulicher. Es liegt auf der Hand, dass je mehr Wärme entweichen kann, je größer die betreffende Fläche ist. Deshalb sind Erker, Auskragungen und alle anderen Architekturelemente, die die Außenhülle eines Gebäudes vergrößern, unter dem Gesichtspunkt des Energieverbrauchs negativ zu bewerten. Über die Frage, wie strikt die Architekten dies bei der Planung berücksichtigen solle, kann man lange streiten – die Ästhetik sollte beim Bauen schon immer auch noch eine Rolle spielen.

Eine Bedeutung hat natürlich noch der Temperaturunterschied zwischen dem Gebäudeinneren und der Außenwelt. Für diesen Unterschied steht in der Maßeinheit das Wort K, es handelt sich um die Maßeinheit Kelvin. Genauso gut könnte dort ein C für Celsius stehen, denn ein Unterschied von einem Grad Kelvin ist genauso groß wie der von einem Grad Celsius. Dass die Fläche in Quadratmetern und der Temperaturunterschied miteinander multipliziert werden, ist logisch. Gibt es keinen Temperaturunterschied, gibt es auch keinen Wärmeverlust.

Es bedeutet keineswegs, das Thema auf die Spitze zu treiben, auf die Möglichkeit hinzuweisen, dass es außerhalb des Hauses wärmer ist als drinnen, das kommt im Sommer häufig vor. Dann bekommt der Temperaturunterschied ein negatives Vorzeichen, der Wärmefluss ändert seine Richtung. Schlussfolgerung ist, dass es im Sommer umso kühler im Haus bleibt, je besser dieses gedämmt ist. Das ist eine Qualität der Dämmung, die beiden vielen Diskussionen über Kosten und Nutzen vergessen wird.

Um es noch einmal anders zu verdeutlichen: Je kleiner der U-Wert, umso geringer ist der Wärmeverlust. Die Dämmung eines Hauses verringert also den U-Wert der gedämmten Bauteile. Die vom Gebäude-Energie-Gesetz (GEG) festgelegten Werte sind also Höchstwerte – aus Sicht der Verordnung ist es kein Problem, stärker zu dämmen und niedrigere U-Werte zu erreichen als vorgegeben. Allerdings hat das ökologische und wirtschaftliche Grenzen: Je dicker eine Dämmung ist, umso weniger verbessert jeder zusätzliche Zentimeter das Ergebnis.

Der U-Wert: Je niedriger desto besser
Beispiel Fenster-U-Wert: Je niedriger desto besser

Die vorgegebenen U-Werte sind für einzelne Gebäudebestandteile unterschiedlich. Außenwände, Dachschrägen und oberste Geschossdecken müssen U-Werte von 0,24 erreichen, Flachdächer sogar 0,20. Wände und gegen ungeheizte Räume sowie die Bodenplatte sollen einen Durchgangskoeffizienten von 0,30 nicht überschreiten. Für Verglasungen gilt ein U-Wert von 1,1, für Fenster 1,3, für Dachflächenfenster 1,4. Zu beachten ist dabei, dass bei Fenstern tatsächlich das gesamte Fenster einschließlich der Rahmen gemeint ist und nicht nur die Glasscheiben.

Zu den Fassaden kann man sagen, dass bei der Berechnung der notwenigen Dämmstoffstärken das vorhandene Mauerwerk gegenüber dem Dämmstoff nicht ins Gewicht fällt und somit unberücksichtigt bleiben kann. Um den U-Wert von 0,24 zu erreichen braucht man Dämmstärken von 14 cm bei Styropor oder Steinwolle, 24 cm bei Glaswolle, 16 cm bei Zellulose und Holzfasern, 18 cm bei Kokosfasern, Kork oder Stroh.

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