Perimeterdämmung

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Perimeterdämmung – die Außendämmung für den Keller

Der Begriff Perimeterdämmung bezeichnet alle Dämmmaßnahmen, die mit dem Erdreich in Kontakt stehen. Man spricht von dem erdberührten oder dem erdberührenden Bereich. Vereinfacht gesagt ist die Perimeterdämmung die Dämmung des Kellers von außen. Vor allem bei einem Neubau lässt sie sich optimal ausführen. Denn dann kann Dämmstoff sowohl unter der Bodenplatte als auch an den Kelleraußenwänden verlegt werden. Die optimale Perimeterdämmung umgibt das Kellergeschoss also vollständig.

Kellerdaemmung © kara, fotolia.com
Kellerdaemmung © kara, fotolia.com

Starke Belastung der Dämmmaterialien

Anders als bei der Fassadendämmung, bei der der Dämmstoff durch eine abschließende Putzschicht, den Behang einer Vorhangfassade oder gar einem Verblendmauerwerk bei der Kerndämmung geschützt ist, wird das Dämmmaterial bei der Perimeterdämmung außerhalb der Gebäudeabdichtung angeordnet. Durch den Kontakt mit dem Erdreich ist der für die Perimeterdämmung eingesetzte Dämmstoff extremen Belastungen ausgesetzt. Sie entstehen durch

  • Erddruck
  • Verkehrslasten
  • Feuchtigkeit

Erddruck und Verkehrslasten

Die beiden Belastungsarten Erddruck und Verkehrslast verlangen von dem Material eine hohe dauerhafte Druckbeständigkeit. Der Erddruck entsteht automatisch, wenn die Baugrube nach dem Abschluss der Abdichtungs- und Dämmarbeiten verfüllt und das Erdreich verdichtet wird. Das bedeutet, dass der Erddruck dauerhaft und kontinuierlich in gleicher Weise auf das Dämmmaterial einwirkt.

Verkehrslasten kann den Druck auf Perimeterdämmung erhöhen
Verkehrslasten kann den Druck auf Perimeterdämmung erhöhen

Die Verkehrslasten sind weniger kontinuierlich: Sie entstehen beispielsweise bei Einfahrten, wenn diese befahren werden. Auch wenn die Verkehrslast nicht dauerhaft wirkt, muss sie bei der Planung der Perimeterdämmung berücksichtigt werden.

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Belastung durch Feuchtigkeit

Die größte Herausforderung im Perimeterbereich stellt die Feuchtigkeit dar. Sie kann je nach Baugrund in verschiedenen Formen auftreten:

  • Oberflächenwasser: Niederschläge, die nicht schnell genug versickern, fließen teilweise als Oberflächenwasser an das Gebäude heran und treffen dort auf den Sockelbereich, bevor sie in der Nähe des Hauser versickern. Diese Belastung besteht bei jedem Bauprojekt.
  • Stauwasser: Sickerwasser kann sich je nach dem Schichtaufbau des Erdbodens sammeln und unter der Erdoberfläche als Stauwasser auf die Kellerwand einwirken.
  • Schichtwasser: Über schwer durchlässigen Erdschichten tiefer im Erdreich können sich wasserführende Schichten bilden, die Wasser in Richtung des Gebäudes leiten.
  • Grundwasser: Je nachdem, wie nah das Grundwasser unter der Erdoberfläche liegt, kann es zu einer dauerhaften Belastung des Bauwerks führen. Der Experte spricht in diesem Fall von drückendem Grundwasser.
  • Kapillarwasser: Auch wenn das Grundwasser nicht direkt bis an das Bauwerk heranreicht, so kann es durch die kapillare Wirkung des Erdreichs aufsteigen. Diese Kapillarwasser drückt dann von unten gegen die Bodenplatte.

Das Wasser wirkungsvoll aus dem Keller zu halten, ist zunächst die Aufgabe einer ausreichenden und fachgerecht ausgeführten Gebäudeabdichtung. Für den Dämmstoff bedeutet die Feuchtebelastung vielmehr, dass er diese nicht aufnehmen darf. Denn wenn ein Dämmstoff Wasser einlagert, büßt er seine dämmende Wirkung zum größten Teil ein.

Hohe Bodenfeuchtigkeit gefährdet das Bauwerk
Hohe Bodenfeuchtigkeit gefährdet das Bauwerk

Materialien für die Perimeterdämmung

Für die Außendämmung des Kellers sind aufgrund der vielfältigen Belastungen daher nur einige wenige Dämmmaterialien zugelassen:

  • Expandierter Polystyrol-Hartschaum (EPS)
  • Expandierter Polystyrol-Hartschaum, hydrophobiert (EPSh)
  • Polyurethan-Hartschaum (PUR)
  • Extrudierter Polystyrol-Hartschaum (XPS)
  • Schaumglas (Foam Glass)

Von diesen Materialien sind drei nur unter bestimmten Voraussetzungen und unter vergleichsweise geringen Belastungen einsetzbar: EPS, EPSh und PUR dürfen nur dann eingesetzt werden, wenn der Boden gut wasserdurchlässig ist, kein drückendes Wasser vorhanden ist und die Einbautiefe nicht im Kapillarsaum des Grundwassers liegt. EPS und PUR dürfen bis zu drei Meter tief, EPSh drei bis sechs Meter tief eingebaut werden. Zusätzlich muss bei EPS und PUR ein Abstand von drei Metern zu auftretenden Verkehrslasten gehalten werden.

Einbautiefe diverser Perimeterdämmungen
Einbautiefe diverser Perimeterdämmstoffe

Ohne Beschränkung sind für die Perimeterdämmung somit lediglich XPS und Schaumglas zugelassen. Bei dem Lastfall des drückenden Wassers darf XPS 3,5 bis sieben Meter tief eingebaut werden, Schaumglas sogar bis zu zwölf Meter.

Detailiere Informationen

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