Dachausbau und Dachsanierung Überblick

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Vom einfachen Lager- zum gemütlichen Wohnraum

Dachausbau
Dachausbau © Bauherren-Schutzbund e.V.

Dem Dachboden wurde in der Vergangenheit lange Zeit nur wenig Beachtung geschenkt. Zwar bot ein gut abgestützter Dachboden in mittelalterlichen Wohnstallhäusern eine willkommene Fläche, um beispielsweise große Mengen an Heu zu lagern. Als Wohnraum diente der Dachraum jedoch lange Zeit nicht. Auch in späteren Jahrhunderten wurde die Fläche unter den Dachschrägen vorwiegend als Lagerraum oder als Trockenboden für die Wäsche genutzt.

Eine Wandlung erfuhr dies zuerst in den großen Metropolen vergangener Zeiten. Da in den Großstädten die Siedlungsfläche knapper, die Einwohnerzahl hingegen immer größer wurde, musste neuer Wohnraum geschaffen werden. Das Dachgeschoss rückte in den Blick und wurde zum günstigen Wohnraum ausgebaut.

Heute ist das Dach als Wohnraum nicht nur voll etabliert, sondern auch hoch angesehen: Wohnungen unterm Dach sind beliebt, Dachstudios versprühen durch die Dachschrägen und teilweise durch sichtbare Träger des Dachstuhls eine ganz eigene Gemütlichkeit. Die „Ausbaureserve“ unterm Dach rückt daher bei vielen Eigenheimbesitzern in den Mittelpunkt des Interesses.

Wohnraum unterm Dach erfordert intakte Konstruktion

Das lange Zeit stiefmütterliche Dasein, das der Dachboden fristete, bedingt heute gerade bei alten Gebäuden einen erhöhten Sanierungsbedarf. Soll der Dachboden zum Wohnraum ausgebaut werden, muss erst die volle Funktionsfähigkeit sichergestellt werden. In der Regel entsprechen die Dächer alter Häuser nicht den heutigen Ansprüchen an den Wärmeschutz und die Luftdichtheit. Beides ist enorm wichtig, um eine wohnliche Nutzung zu ermöglichen:

  • Wärmeschutz: Nur wenn der Dachboden mit einer ausreichenden Dämmung versehen ist, wird es im Winter nicht zu kalt und im Sommer nicht zu warm.
  • Luftdichtheit: Nur wenn der Dachboden entsprechend abgedichtet ist, geht über den Windsog beim Beheizen nicht übermäßig Wärme ungenutzt nach außen verloren.

Wird ein Dachboden ausgebaut, ist somit immer darauf zu achten, dass die Ausführung den modernen Standards entspricht, die alle Vorgaben der aktuellen Energieeinsparverordnung (EnEV) erfüllen.

Schäden erkennen und sicher ausräumen

Ebenso notwendig ist, die gesamte Dachkonstruktion und vor allem den Dachstuhl von einem Fachmann überprüfen zu lassen. Gerade bei alten Dächern können sich Schäden gebildet haben, die dringend behoben werden müssen. Mögliche Schäden sind:

  • Ungezieferbefall im Holz: In alten Sparren und Balken kann im wahrsten Sinne des Wortes der Wurm drin sein. In diesem Fall müssen dann zunächst die Schädlinge bekämpft und anschließend die Stabilität der befallenen Holzbauteile überprüft werden.
  • Undichte Eindeckung: Steter Tropfen höhlt den Stein – das gilt auch für die Eindeckung eines Daches, die dauerhaft der Witterung ausgesetzt ist. Ist das Dach undicht, kann Feuchtigkeit in die darunter liegenden Dachschichten eindringen. In diesem Fall ist dringender Handlungsbedarf geboten. Je nachdem, wie stark der Schaden ist, kann eine Neueindeckung des kompletten Daches nötig sein.
  • Morsche und faule Sparren: Eine Folge von Feuchtigkeit im Dachstuhl kann sein, dass die Dachsparren und andere tragende Bauteile beginnen zu faulen. In diesem Fall ist die Stabilität der Konstruktion nicht mehr gewährleistet. Die betroffenen Bauteile müssen dringend ausgetauscht und die Ursache für die Feuchtigkeit behoben werden.
  • Defekte Dampfsperre: Auch bei einem bereits ausgebauten Dachgeschoss können Schäden auftreten. Ist die Dampfsperre, die die Dachkonstruktion von der warmen und feuchten Raumluft abschottet, defekt, kann Feuchtigkeit in die darüber liegende Dachschichten gelangen. Diese Feuchtigkeit ist für Holzbauteile und Dämmstoff ebenso schädlich wie Niederschlagswasser, das von außen ins Dach eindringt.

Ist das Dach schließlich ausgebaut, sollte es dennoch regelmäßig durch einen Fachhandwerker überprüft und gewartet werden. Denn nur so ist sichergestellt, dass mögliche Mängel frühzeitig erkannt werden und keine größeren Schäden verursachen können.

Licht und Luft und lichte Höhe

Ein weiteres Thema, das bei einem nicht ausgebauten Dachboden zu kurz kommt, ist die ausreichende Beleuchtung. War der Dachboden lediglich als Lagerfläche vorgesehen, wurden früher auch nur sehr kleine Dachluken als Fenster eingebaut. Soll ein Wohnraum unterm Dach entstehen, ist allerdings ausreichend Licht ein Muss. Hierzu bieten sich zwei Möglichkeiten:

  • Der Einbau neuer Dachfenster
  • Der Dachausbau mithilfe von Gauben

Der Fachhandel hält heute eine Vielzahl an hochwertigen Dachflächenfenstern bereit, die hohe Anforderungen, beispielsweise an den Wärmeschutz bieten. Die Konstruktion einer Gaube bietet hingegen neben der besseren Beleuchtung den Vorteil, dass sich die Wohnfläche mit ausreichender Raumhöhe vergrößert. Für eine Gaube ist allerdings immer eine Baugenehmigung notwendig. Welche Lösung für ein Eigenheim und die Anforderungen der Bewohner die richtige ist, lässt sich nur durch eine umfassende Beratung durch einen Fachhandwerker herausfinden.

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