WU-Wanne Keller

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Für trockene Kellerräume – die Weiße Wanne

Eine Weiße Wanne oder WU-Wanne schützt die Kellerräume und damit das gesamte Gebäude vor eindringender Feuchtigkeit. Diese Feuchtigkeit könnte zu einer Schimmelbildung führen und Schäden am gesamten Gebäude verursachen. Sie gelangt selbst aus dem Erdreich, das die Kellerwände umgibt, in die Bausubstanz. Noch größer ist die Gefahr von Bauschäden allerdings in Gebieten mit einem hohen Grundwasserspiegel und bei einem hohen Aufkommen von Sickerwasser, das sich in bestimmten Bereichen staut. Es übt Druck auf die Außenhülle eines Gebäudes aus und wird deshalb als drückendes Wasser bezeichnet. Drückendes Wasser kann aber auch nur zeitweise durch besondere Ereignisse wie ein Hochwasser entstehen. Ebenso gefährdet sind deshalb Wohnhäuser in der Nähe von Gewässern.

Wasser, das später in den Boden sickert, durchdringt WU-Beton nicht © rbkelle, stock.adobe.com
Wasser, das später in den Boden sickert, durchdringt WU-Beton nicht © rbkelle, stock.adobe.com

Die Herstellung von WU-Wannen

Mit Elementwänden ist das Kellergeschoss schnell fertig © E. Adler, stock.adobe.com
Mit Elementwänden ist das Kellergeschoss schnell fertig © E. Adler, stock.adobe.com

Eine Weiße Wanne erfüllt gleichzeitig eine tragende und eine abdichtende Funktion. Sie hat für gewöhnlich eine normale Geschosshöhe und besteht aus einer Bodenplatte, die im Keller später als Fußboden dient, und den Kellerwänden. Eine Weiße Wanne sieht daher aus wie ein rechteckiges, oben offenes Becken und besteht aus wasserundurchlässigem Beton, kurz WU-Beton. Ihre Herstellung kann direkt auf der Baustelle stattfinden, wo der Beton in eine zuvor angefertigte Schalung gegossen wird. In diesem Fall muss der Beton aushärten, bevor der Hausbau fortgesetzt werden kann. Um die Bauzeit zu verkürzen, nutzt man daher inzwischen häufig Elementwände, also Betonfertigteile. Sie werden vor Ort miteinander verbunden und sorgfältig abgedichtet. Damit sich in den großen Betonflächen später keine Risse bilden, wird der Beton häufig bewehrt. Im Inneren der Bodenplatte und der Wände befinden sich daher Stahlmatten. Dementsprechend handelt es sich um Stahlbeton.

In der Bauphase ist die Bewehrung aus Stahl noch sichtbar © StudioLaMagica, stock.adobe.com
In der Bauphase ist die Bewehrung aus Stahl noch sichtbar © StudioLaMagica, stock.adobe.com
Eine Weiße Wanne ist nicht weiß, sondern grau. Dennoch hat sich dieser Begriff wegen des großen Farbunterschieds zur schwarzen Wanne mit einer Abdichtung aus Bitumen im Bauwesen durchgesetzt.

Auch die in eine Weiße Wanne eingelassenen Fenster und Türen müssen sorgfältig abgedichtet werden, um ein Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern. Gleiches gilt für die Rohrdurchgänge, die unter anderem für den Anschluss an die Kanalisation und das öffentliche Wassernetz erforderlich sind. Eine zusätzliche Abdichtung von außen ist dagegen nicht vonnöten, denn selbst drückendes Wasser dringt nur wenige Zentimeter tief in den Beton ein. Dass eine Weiße Wanne wasserdicht ist, bedeutet allerdings nicht, dass kein Wasserdampf durch die Bodenplatte und die Kellerwände dringen kann. Diese geringe Menge Feuchtigkeit verursacht in einem unbeheizten Keller für gewöhnlich aber keine Probleme, denn sie verdunstet, sofern die Innenseiten offen bleiben und nicht beispielsweise durch große Schränke verdeckt werden. Möchten Sie die Kellerräume später beheizen, sollte der Durchtritt von Wasserdampf dagegen durch eine Dampfsperre auf der Außenseite gestoppt werden.

Die Weiße Wanne funktioniert umgekehrt genauso gut. Sie eignet sich deshalb auch für den Bau von Schwimmbecken.
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Die Vor- und Nachteile einer Weißen Wanne

Die Alternative zu einer Weißen Wanne: eine Abdichtung aus Bitumen © Turi, stock.adobe.com
Die Alternative zu einer Weißen Wanne: eine Abdichtung aus Bitumen © Turi, stock.adobe.com

Fachgerecht ausgeführte Weiße Wannen sind wartungsarm und haben eine lange Lebensdauer, die bei bis zu 80 Jahren liegt. Die durchschnittliche Haltbarkeit der Abdichtung einer Schwarzen Wanne beträgt dagegen nur etwa 30 Jahre. Sollte im Laufe der Zeit eine Undichtigkeit entstehen, lässt sich diese in der Regel von der Innenseite beheben. Im Unterschied zu einer Schwarzen Wanne müssen die Kellerwände bei einer Sanierung daher nicht von außen freigelegt werden. Eine Weiße Wanne ist darüber hinaus eine gute Vorsorge für alle Eventualitäten. So könnte zum Beispiel der Grundwasserspiegel, der beim Bau des Eigenheims noch unbedenklich war, im Laufe der Jahre steigen. Auch Überschwemmungen durch lang anhaltende Regenfälle, Starkregen und schwere Gewitter treten mittlerweile immer häufiger auf.

Die Kosten sind bei einer Weißen Wanne allerdings höher als bei einer Schwarzen, denn eine Weiße Wanne erfordert eine besonders sorgfältige Planung und Ausführung. Damit sie später absolut dicht ist, muss zum Beispiel ein Bodengutachten erstellt werden. Es bildet die Grundlage für die weitere Planung. Obwohl sich durch den Wegfall einer Außenabdichtung Materialkosten und Arbeitsaufwand einsparen lassen, kostet ein Keller mit einer Weißen Wanne deshalb bis zu 25 Prozent mehr als ein Keller mit einer Schwarzen Wanne. In Zahlen ausgedrückt sind dies schnell einige tausend Euro. Ein weiterer Nachteil könnte sein, dass WU-Beton über keinerlei wärmedämmende Eigenschaften verfügt. Abhängig von der Frage, wie Sie Ihren Keller nutzen möchten, benötigen Sie daher eventuell eine zusätzliche Dämmung.

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Die Nutzungs- und Beanspruchungsklassen von Weißen Wannen

Bei Weißen Wannen unterscheidet man zwischen den Nutzungsklassen A und B und den Beanspruchungsklassen I und II. Eine Weiße Wanne der Beanspruchungsklasse I muss zeitweise oder ständig drückendem Wasser standhalten, eine Weiße Wanne der Beanspruchungsklasse II nur der Bodenfeuchte und dem Wasser, das an den Wänden herunterläuft. Welche Beanspruchungsklasse für Ihr Eigenheim die richtige ist, hängt von den örtlichen Gegebenheiten auf Ihrem Grundstück ab. Sie wird während der Planungsphase nach entsprechenden Untersuchungen durch einen Fachmann festgelegt.

Weiße Wannen der Nutzungsklasse B lassen einen begrenzten Wasserdurchtritt zu, bei den Wannen der Nutzungsklasse A darf dagegen kein flüssiges Wasser durch die Wände dringen. Der Standard für Wohngebäude sind daher Weiße Wannen der Nutzungsklasse A. Die Klasse B kommt zum Beispiel beim Bau von Tiefgaragen zum Einsatz.

Schilder in verschiedenen Richtungen, Passivhaus oder Fertighaus © WoGi, stock.adobe.com
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