Haustypen nach Bauweise – vom Massivhaus bis zum Strohballenhaus

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Anhand ihrer Bauweise lassen sich Häuser in Massivhäuser, Fertighäuser, Fachwerkhäuser und Holzhäuser unterteilen. Diese Gruppen überschneiden sich zum Teil, denn ein Fertighaus kann zum Beispiel gleichzeitig ein Holzhaus sein. Darüber hinaus gibt es Häuser aus Baustoffen, an die Sie beim Hausbau vermutlich nicht denken. Zu ihnen gehört das Strohballenhaus.

Massivhäuser

Bei einem Massivhaus wird Stein auf Stein gesetzt. Diese Technik ist altbewährt, hat sich in letzter Zeit durch die höheren Anforderungen an den Wärmeschutz allerdings ein wenig verändert. Die Außenwände von Massivhäusern bestehen daher inzwischen immer häufiger aus Steinen mit besonders guten wärmedämmenden Eigenschaften. Eine weitere, noch relativ neue Erfindung sind die Mauersteine, die an Legosteine erinnern. Mit ihnen bauen versierte Heimwerker, die über ausreichend Zeit verfügen, ihr Haus selbst.

Neubau eines Hauses mit Ziegel © Gina Sanders, stock.adobe.com
Das klassische Massivhaus entsteht direkt auf der Baustelle © Gina Sanders, stock.adobe.com

Zu den Massivhäusern zählen sowohl Gebäude mit Außenhüllen aus Ziegeln, Kalksandsteinen und anderem Mauerwerk als auch Häuser, die aus Beton oder Stahlbeton gebaut werden. Bei allen handelt es sich um massive Baustoffe, die eine tragende und eine raumabschließende Funktion erfüllen. Bei anderen Haustypen wie dem Fachwerkhaus gewährleistet ein Grundgerüst aus Balken dagegen die Statik. Dort umschließen die Wände nur die einzelnen Zimmer und haben keine tragende Funktion.

Massivhäuser werden traditionell von Architekten geplant. Sie entwickeln für jeden ihrer Kunden eine individuelle Lösung. Mittlerweile gibt es aber auch sozusagen Massivhäuser von der Stange. Sie sind günstiger, weil die Planung bereits erfolgt ist. Bis zu einem gewissen Grad können auch bei diesen Häusern persönliche Wünsche und Bedürfnisse berücksichtigt werden.

Architekt bei der Bauplanung © industrieblick, stock.adobe.com
Ein Architekt plant Ihr neues Zuhause ganz nach Ihren Wünschen © industrieblick, stock.adobe.com

Massivhäuser bieten in der Regel einen besseren Schallschutz als Häuser, die aus leichten Materialien gebaut wurden. Sie sind zudem wertbeständiger als andere Immobilien, denn nach wie vor werden Massivhäuser von den meisten Menschen als besonders hochwertig angesehen. Möchten Sie Ihr Haus zu einem späteren Zeitpunkt verkaufen, erzielen Sie bei einem Massivhaus daher oft einen besseren Preis als beim Verkauf einer Immobilie in einer anderen Bauweise.

Fertighäuser

Das Fertighaus besteht aus Elementen, die in einem Werk vorgefertigt werden. Bei ihm werden daher ganze Wände und Decken zur Baustelle gebracht, mithilfe eines Krans aufgestellt und miteinander verbunden. Durch diese Vorgehensweise steht die gesamte Außenhülle innerhalb weniger Tage. Der Aufbau ist in jeder Jahreszeit möglich, sofern die Bodenplatte beziehungsweise der Keller fertiggestellt ist. Mit Ausnahme extremer Wetterereignisse verursachen weniger gute Witterungsbedingungen daher keine Verzögerungen. Ein weiterer Vorteil ist die Tatsache, dass Fertighausanbieter Musterhäuser aufstellen. Sie können sich Ihr potenzielles neues Zuhause daher genauestens anschauen und benötigen anders als bei einem Haus, das ein Architekt auf Papier plant, keinerlei Vorstellungsvermögen.

Vorgefertigten Elemente für den Aufbau eines Fertighauses © WoGi, stock.adobe.com
Aus vorgefertigten Elementen entsteht innerhalb von Tagen eine geschlossene Gebäudehülle © WoGi, stock.adobe.com

Fertighäuser sind in vielen Ausführungen erhältlich. Das Angebot umfasst beinahe alle Haustypen vom zweigeschossigen Einfamilienhaus über den Bungalow bis hin zur luxuriösen Villa mit reichlich Grundfläche. Die Stilrichtungen reichen von klassisch bis sehr modern. Auch bei den verwendeten Materialien bestehen große Unterschiede. Insgesamt bieten die inzwischen zahlreichen Fertighausanbieter daher für fast jeden Geschmack das richtige Haus. Die Möglichkeiten, ein Fertighaus an die eigenen Wünsche und Bedürfnisse anzupassen, sind allerdings begrenzt und verursachen zusätzliche Kosten. Im Idealfall finden Sie daher ein Haus, das Ihren Vorstellungen schon weitestgehend entspricht.

Fertig im Sinne von bezugsfertig ist ein Fertighaus nicht unbedingt. Diese Häuser bekommen Sie in verschiedenen Ausbaustufen. Wenn Sie möchten, können Sie daher bestimmte Arbeiten selbst ausführen und dadurch die Gesamtkosten reduzieren. Die Details werden im Kaufvertrag festgelegt. Grundsätzlich unterscheidet man jedoch zwischen:

  • dem Bausatzhaus, das Sie in Einzelteilen geliefert bekommen und selbst aufbauen
  • dem Rohbauhaus, bei dem der Hersteller die Gebäudehülle aufstellt und Sie alle weiteren Arbeiten ausführen
  • dem Ausbauhaus, bei dem Sie den Innenausbau übernehmen
  • dem schlüsselfertigen Haus, bei dem nur noch Restarbeiten zu erledigen sind
  • und dem bezugsfertigen Haus, in das Sie direkt einziehen können.
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Holzhäuser

Der Klassiker im Bereich der Holzhäuser ist das Blockhaus aus waagerecht übereinander gelegten Baumstämmen. Diese Technik ist schon Jahrhunderte alt und durch das höhere Umweltbewusstsein inzwischen wieder beliebt. Heutzutage verwendet man neben runden Stämmen aber auch dicke Vierkanthölzer, die das Haus weniger rustikal wirken lassen, sowie Rundbohlen, die wegen des geringeren Materialbedarfs die Gesamtkosten reduzieren. Darüber hinaus gibt es Holzhäuser in der Skelett- oder Holzständerbauweise. Bei ihnen bestehen die Grundgerüste aus Holzbalken. Deren Zwischenräume lassen sich mit den unterschiedlichsten Materialien füllen. Eine Vorfertigung ist ebenfalls möglich, sodass sich auch bei den Fertighäusern viele Holzhäuser finden.

Holzhausbau aus entrindeten Baumstämmen © Bettina Eder, stock.adobe.com
Der Urtyp des Holzhauses besteht aus entrindeten Baumstämmen © Bettina Eder, stock.adobe.com

Holzhäuser bestehen aus einem nachhaltigen Rohstoff und können daher in ökologischer Hinsicht punkten. Sie strahlen Gemütlichkeit aus und sind ebenso stabil wie andere Haustypen. Holz sorgt durch seine feuchtigkeitsregulierende Funktion zudem für ein gesundes Raumklima. Es verfügt über gute wärmedämmende Eigenschaften, hält die Zimmer im Winter warm und bei Hitze relativ kühl. Der Lärmschutz ist allerdings nicht ganz so gut wie bei den gemauerten Massivhäusern. Störend kann außerdem das Knacken sein, das durch den Trocknungsprozess verursacht wird. Auch der Pflegeaufwand ist nicht zu unterschätzen, denn die Außenhülle eines Holzhauses sollten Sie in regelmäßigen Abständen mit einem Holzschutz versehen, wenn das Holz seine braune Farbe behalten soll. Ohne Anstrich bildet sich eine silbergraue Patina, durch die sich das Holz selbst vor Witterungseinflüssen schützt.

Hinweis: In den Bebauungsplänen der Gemeinden ist oft festgelegt, welche Haustypen auf den einzelnen Grundstücken errichtet werden dürfen. Eine Baugenehmigung zu bekommen, kann vor allem bei einer außergewöhnlichen Bauweise schwierig sein.
Modernes Holzhaus mit Zinkblechdach © KB3, stock.adobe.com
Auch ein Holzhaus kann modern aussehen © KB3, stock.adobe.com

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Fachwerkhäuser

Alte Fachwerkhäuser, die zum Teil schon hunderte Jahre alt sind, finden sich in vielen Gemeinden. Sie werden auch heute noch gebaut, für die Gefache, also die Räume zwischen den dicken Holzbalken nutzt man inzwischen jedoch häufig andere Werkstoffe. Wo in früheren Zeiten unter anderem Lehm und Flechtwerk zum Einsatz kamen, verwendet man heutzutage Platten aus Holzwerkstoffen oder Gips und sorgt durch Dämmstoffe für eine gute Isolierung. Grundsätzlich kann ein modernes Fachwerkhaus aber auch aus traditionellen, rein natürlichen und oft besonders umweltfreundlichen Materialien bestehen.

Fachwerkhaus als Neubau © ansi29, stock.adobe.com
Ein Fachwerkhaus ist auch als Neubau erhältlich © ansi29, stock.adobe.com

Moderne Fachwerkhäuser sind wie ihre Vorgänger vor allem bei Nostalgikern beliebt. Sie sind aufgrund des relativ hohen Arbeitsaufwands teurer als viele andere Haustypen, verlieren wie die Massivhäuser aber kaum an Wert. Möchten Sie die Kosten reduzieren, bestellen Sie ein Ausbauhaus und führen den Innenausbau in Eigenregie durch. Selbst in diesem Fall benötigen Sie allerdings Geduld, denn eine Fachwerkkonstruktion zieht die Bauzeit in die Länge.

Strohballenhäuser

Selbst aus Strohballen lassen sich Häuser bauen. Diese Idee entstand Ende des 19. Jahrhunderts und stammt aus US-amerikanischen Gebieten, in denen andere Baustoffe knapp und entsprechend teuer waren. Sie könnte in Zukunft eine größere Rolle spielen, denn Stroh ist in großen Mengen verfügbar, zu Ballen gepresst überraschend stabil, umweltfreundlich und nach seiner Nutzung sogar kompostierbar. Zudem verfügt Stroh über sehr gute dämmende Eigenschaften. Bei der Verwendung für Außenwände sind Strohballen daher gleichzeitig die Dämmung.

Ein Strohhaus ist nachhaltig © Karanov images, stock.adobe.com
Eine nachhaltige Lösung: Häuser aus Strohballen © Karanov images, stock.adobe.com

Beim Bau mit Strohballen unterscheidet man zwischen der lasttragenden und der nicht-lasttragenden Konstruktionsweise. Bei der lasttragenden nehmen die Wände aus gepressten Strohballen die Lasten auf, bei der nicht-lasttragenden bleiben die Strohballen durch ein Holzständerwerk unbelastet. Die Oberflächen der Strohballen werden auf ihren Außenseiten meist mit einem Kalkputz und auf ihren Innenseiten mit einem Lehmputz versehen.

Hinweis: Möchten Sie noch mehr über Strohballenhäuser erfahren, sollten Sie die Homepage des Fachverbands Strohballenbau Deutschland e.V. besuchen.
Bau von Fertighäusern © Zauberhut, stock.adobe.com
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