Fertighaus oder Massivhaus? – eine Entscheidungshilfe

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Wünschen Sie sich ein Eigenheim, haben Sie die Wahl zwischen einem klassischen Massivhaus und einem Fertighaus. Beide Bauweisen haben einige Vorteile, aber auch gewisse Nachteile. Im Folgenden deshalb eine Auflistung, die Ihnen bei der Entscheidung zwischen diesen beiden Bauweisen helfen könnte.

Schilder in verschiedenen Richtungen, Passivhaus oder Fertighaus © WoGi, stock.adobe.com
Massiv- oder Fertighaus? Beide Bauweisen haben ihre Vorteile © WoGi, stock.adobe.com

Gesamtkosten

Die Preise für Massiv- und Fertighäuser unterscheiden sich nur wenig, sofern Sie Häuser in der gleichen Größe, Qualität und Ausstattung vergleichen. Dass ein Fertighaus grundsätzlich günstiger als ein Massivhaus ist, stimmt daher nicht unbedingt. Tatsächlich ist sogar oft das Gegenteil der Fall. Ein Fertighaus lässt sich allerdings exakter kalkulieren. Dadurch fallen beim Bau eher selten nachträgliche Kosten an. Oft wird im Kaufvertrag sogar ein Fixpreis vereinbart.

Bauzeit

Die Bauzeit ist bei einem Fertighaus kürzer, denn solch ein Haus besteht aus vorgefertigten Elementen. Es werden daher ganze Wände und Decken zur Baustelle geliefert. Sie müssen vor Ort nur noch zusammengefügt werden, sodass eine geschlossene Außenhülle oft innerhalb weniger Tage steht. Die Vorfertigung der Gebäudeelemente nimmt jedoch Zeit in Anspruch. Abhängig von der Auslastung des Herstellers kann es daher eine Weile dauern, bis vor Ort mit dem Bau begonnen werden kann.

Bei der Massivbauweise wird Stein auf Stein gesetzt. Dies dauert natürlich länger als die Aufstellung vorgefertigter Elemente. Zudem sind bei gewissen Baustoffen wie Beton Trocknungszeiten einzuhalten. Bei einem Massivhaus müssen Sie daher mit einer Bauzeit von zumindest einigen Monaten rechnen. Sofern das Bauunternehmen freie Kapazitäten hat, kann es jedoch sofort mit dem Bau beginnen.

Fertighaus wird neu gebaut mit Hilfe eines Krans © Mixage, stock.adobe.com
Beim Fertighaus steht die gesamte Außenhülle innerhalb von Tagen © Mixage, stock.adobe.com

Zeitpunkt des Baubeginns

Steht der Winter vor der Tür und Sie möchten möglichst bald in Ihr neues Haus ziehen, ist ein Fertighaus klar im Vorteil. Bei ihm spielt das Wetter so gut wie keine Rolle, denn bei ihm entsteht, wie bereits erwähnt, innerhalb von Tagen eine geschlossene Gebäudehülle. Allein bei einem Sturm oder anderen extremen Wetterereignissen müssen die Arbeiten unterbrochen werden.

Beim Bau von Massivhäusern in den Wintermonaten kommt es sehr viel öfter zu Unterbrechungen. Frost, heftige Niederschläge und andere Wetterereignisse können daher die Bauzeit verlängern. Zudem besteht die Gefahr, dass Feuchtigkeit in die Baustoffe des Rohbaus dringt.

Planungssicherheit

Durch die Vorfertigung zahlreicher Bauelemente und die Unabhängigkeit vom Wetter lässt sich die Bauphase bei einem Fertighaus detailliert planen. Der anvisierte Einzugstermin muss daher nicht wegen eventueller Unterbrechungen verschoben werden. Dies kann bei einem Massivhaus passieren und verursacht oft zusätzliche Kosten wie weitere Mietzahlungen für die bislang genutzte Wohnung.

Service

Fertighausanbieter übernehmen die gesamte Planung und die Koordination der verschiedenen Handwerker. Dadurch haben Sie während der Bauphase nur einen einzigen Ansprechpartner, an den Sie sich bei allen Fragen wenden. Auch behördliche Angelegenheiten werden von den Firmen erledigt und einige helfen Ihnen sogar bei der Suche nach dem richtigen Grundstück. Insgesamt bieten Fertighausanbieter daher einen sehr guten Service.

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Haustechnik

Die Haustechnik ist bei einem Fertighaus besonders gut aufeinander abgestimmt. Heizung, Lüftung, Sanitäranlagen und Technik aus dem Bereich Elektro harmonieren in einem Fertighaus deshalb oft besser als in einem Massivhaus. Dies erhöht den Komfort und reduziert die Energiekosten.

Individuelle Gestaltung

Individuelle Wünsche lassen sich bei einem Massivhaus besser verwirklichen, denn die Planung solch eines Hauses beginnt im Prinzip auf einem leeren Blatt Papier. Ein erfahrener Architekt kann auch außergewöhnliche Details in die Planung einfließen lassen. Selbst ohne Extras ist ein Massivhaus jedoch stets einzigartig.

Ein Fertighaus können Sie nur bis zu einem bestimmten Grad an Ihre persönlichen Vorstellungen anpassen. Zudem treiben Veränderungen und Extras den Preis für ein Fertighaus in die Höhe.

Einfamilienhaus mit überdachter Holzterrasse © Countrypixel, stock.adobe.com
Für Individualisten ist ein Massivhaus die bessere Wahl © Countrypixel, stock.adobe.com

Besichtigung

Fertighäuser können Sie in vielen Orten besichtigen und sich sowohl von außen als auch von innen anschauen. Bei solch einer Besichtigung werden Sie schnell merken, ob Sie sich in dem entsprechenden Haus wohlfühlen könnten. In Musterhausparks stehen eine ganze Reihe dieser Häuser, sodass Sie verschiedene Fertighäuser direkt miteinander vergleichen können. Auch die Festlegung von Anpassungen an Ihre persönlichen Bedürfnisse wie zum Beispiel in Bezug auf die Größe der einzelnen Räume ist einfacher, wenn Sie sich in den jeweiligen Zimmern aufhalten.

Der Plan eines Massivhauses erfordert dagegen Vorstellungsvermögen. Eine Ausnahme bilden Unternehmen, die ihre Massivhäuser sozusagen als Fertighäuser anbieten. Sie betreiben ebenfalls häufig Musterhausparks.

Ausstellung eines Musterhauses © Ralf, stock.adobe.com
Musterhäuser sind auch bei der Planung eines Massivhauses eine gute Inspirationsquelle © Ralf, stock.adobe.com

Wärmedämmung

Wie gut ein Haus gedämmt ist, hängt von den verwendeten Materialien ab. Im Allgemeinen bieten massive Wände aus Steinen jedoch den besseren Wärmeschutz. Steine speichern Wärme, sodass sich die Zimmer im Sommer weniger aufheizen und in den Wintermonaten weniger schnell auskühlen. Bei einer vergleichbaren Dämmung können Sie bei einem Massivhaus daher mit geringeren Heizkosten rechnen.

Schallschutz

Der Schallschutz ist bei einem Massivhaus ebenfalls besser als bei einem Fertighaus. Dies gilt sowohl für Geräusche wie Verkehrslärm, die von außen in das Gebäude dringen, als auch für den Tritt- und Luftschall im Haus. Fertighäuser werden deshalb oft als hellhörig empfunden.

Einfamilienhaus mit roten Klinkern © Teteline, stock.adobe.com
Mauerwerk bietet einen guten Wärme-, Schall- und Brandschutz © Teteline, stock.adobe.com

Brandschutz

Auch im Hinblick auf den Brandschutz ist ein Massivhaus die bessere Wahl, denn Steine brennen nicht und verströmen bei einem Feuer keine giftigen Gase. Fertighäuser besitzen dagegen meist ein Grundgerüst aus Holz.

Raumklima

Massive Wände sorgen generell für ein angenehmes und gesundes Raumklima, denn vor allem Ziegel haben die Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen und später wieder abzugeben. Ob in einem Fertighaus ein gesundes Raumklima herrscht, hängt von den verwendeten Materialien ab.

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Eigenleistungen

Sind Sie handwerklich geschickt oder vielleicht sogar ausgebildeter Handwerker, haben Sie bei einem Massivhaus viele Möglichkeiten mitzuarbeiten und durch Eigenleistungen wie das Verlegen von Fußbodenbelägen die Gesamtkosten zu reduzieren. Dies ist auch bei einem Fertighaus möglich, denn bei dieser Bauweise unterscheidet man zwischen Ausbaustufen. Vom Bausatzhaus, das Sie selbst aus den gelieferten Elementen errichten, über das Ausbauhaus, bei dem Sie den Innenausbau übernehmen, bis zum schlüsselfertigen Haus, bei dem Sie nur noch Restarbeiten wie das Tapezieren erledigen, sind sämtliche Varianten denkbar. Welche Arbeiten Sie in Eigenleistung erbringen, klären Sie mit dem jeweiligen Fertighausanbieter und halten dies im Kaufvertrag fest.

Lebensdauer

Ein gemauertes Haus ist sehr robust. Es hält fast allen äußeren Einflüssen stand und hat daher eine lange Lebensdauer. Solch ein Haus wird häufig an die nächste Generation vererbt. Es eignet sich auch bestens für schneereiche Gebiete und andere Standorte mit extremem oder häufig wechselndem Wetter. Eine hohe Gewichtsbelastung beispielsweise durch die Inneneinrichtung hat ebenfalls kaum einen Einfluss auf die Haltbarkeit.

Das Fertighaus ist im Vergleich mit einem Massivhaus in der Regel weniger belastbar, denn sein Grundgerüst besteht in den meisten Fällen aus relativ leichten Materialien.

Wertbeständigkeit

Ein Massivhaus betrachten die meisten Menschen als hochwertiger als ein Fertighaus. Möchten Sie Ihr Haus später verkaufen, bekommen Sie für ein Massivhaus deshalb fast immer mehr Geld als für ein Fertighaus.

Gasse in einer Altstadt mit Fachwerkhäusern und Pflastersteinen © LensworX, stock.adobe.com
Massive Häuser haben eine lange Lebensdauer © LensworX, stock.adobe.com
Vorgefertigten Elemente für den Aufbau eines Fertighauses © WoGi, stock.adobe.com
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Anhand ihrer Bauweise lassen sich Häuser in Massivhäuser, Fertighäuser, Fachwerkhäuser und Holzhäuser unterteilen. Diese Gruppen überschneiden sich zum Teil, denn… weiterlesen

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