Eigenleistungen beim Hausbau

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Günstiger bauen – Eigenleistungen beim Hausbau

Eigenleistungen sind nicht nur eine gute Möglichkeit, sich aktiv am Bau des neuen Zuhauses zu beteiligen. Sie reduzieren auch die Gesamtkosten und erleichtern dadurch die Finanzierung. Selbst als gelernter Handwerker oder geübter Heimwerker sollten Sie sich bei der Planung von Eigenleistungen jedoch nicht überschätzen. Sind Sie weiterhin berufstätig, bleiben Ihnen nur die Abende und die Wochenenden, um alle geplanten Arbeiten zu erledigen. Zudem empfiehlt es sich, gewisse Tätigkeiten Profis zu überlassen, sofern Sie nicht selbst vom Fach sind.

Eigenleistungen spielen bei der Kreditvergabe oft eine wichtige Rolle © PhotoArt Thomas Klee, stock.adobe.com
Eigenleistungen spielen bei der Kreditvergabe oft eine wichtige Rolle © PhotoArt Thomas Klee, stock.adobe.com
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Die Vor- und Nachteile von Eigenleistungen

Eigenleistungen beim Hausbau werden auch Muskelhypothek genannt. Sie senken den Bedarf an Eigenkapital und die Kreditsumme, die Sie bei einer Bank zur Finanzierung Ihres Eigenheims aufnehmen müssen. Die monatlichen Raten, mit denen Sie den Kredit abbezahlen, fallen durch Eigenleistungen daher niedriger aus. Weil Eigenleistungen wie Eigenkapital angesehen werden, gewähren Banken bei umfangreichen Eigenleistungen außerdem bessere Konditionen und verlangen einen niedrigeren Zinssatz. Zudem können Sie schon mit relativ wenig Eigenkapital bauen, wenn Sie entsprechend viele Arbeiten selbst übernehmen. Die meisten Banken berücksichtigen allerdings maximal 15 % der Kreditsumme als Eigenkapital in Form von Eigenleistungen. Hierbei betrachten sie nur die Lohnkosten. Die Materialkosten bleiben daher außen vor.

Vorteile und Nachteile von Eigenleistungen in der Übersicht
Vorteile und Nachteile von Eigenleistungen in der Übersicht

Von Nachteil ist die oft längere Bauzeit, denn Eigenleistungen verzögern den Baufortschritt in der Regel etwas. Länger zu zahlende Miete kann die Ersparnisse beim Hausbau wieder schmälern. Schlimmstenfalls müssen Sie dem Bauunternehmen oder einem Handwerksbetrieb für die von Ihnen verursachten Verzögerungen sogar Schadenersatz zahlen. Darüber hinaus sind Sie bei Eigenleistungen für die korrekte Ausführung der Arbeiten selbst verantwortlich. Macht ein Unternehmen Fehler, greift dagegen die Gewährleistungspflicht.

Selbst motivierte Bauherren haben nur zwei Hände © photoschmidt, stock.adobe.com
Selbst motivierte Bauherren haben nur zwei Hände © photoschmidt, stock.adobe.com

Eigenleistungen richtig planen

Eigenleistung im Hausbau richtig planen
Eigenleistung im Hausbau richtig planen

Um Ihre Möglichkeiten im Hinblick auf die Eigenleistungen realistisch einzuschätzen, sollten Sie zunächst überlegen, wie viele Stunden Sie pro Woche auf der Baustelle verbringen können. Verplanen Sie nicht sämtliche Freizeit, denn Sie brauchen freie Abende und Wochenenden, um sich auszuruhen oder etwas Schönes zu unternehmen. Zudem haben Sie neben dem Hausbau sicherlich weitere Dinge zu erledigen. Auch eine Krankheit und schlechtes Wetter können eine Pause erforderlich machen. Planen Sie deshalb einen Puffer ein, damit Sie im Anschluss nicht bis in die Nachtstunden arbeiten müssen. Besonders viel Spielraum benötigen Sie für Arbeiten, in denen Sie über noch relativ wenig Routine verfügen. Selbst mit Erfahrung werden Sie die Arbeitsgeschwindigkeit von Profis jedoch eher selten erreichen. Vergessen Sie außerdem nicht, dass zum Schluss noch ein Umzug und eventuell die Renovierung Ihrer bisherigen Wohnung anstehen.

Was bei Eigenleistungen zu beachten ist
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Daran sollten Sie beim Einsatz unentgeltlicher Helfer denken

Familienangehörige, Freunde, Kollegen und andere Personen dürfen Ihnen in jeder beliebigen Anzahl auf der Baustelle helfen. Sprechen Sie am besten mit jedem einzelnen, um zu klären, wie viele Stunden er investieren oder welche Arbeiten er übernehmen könnte. Planen Sie hierbei wiederum einen Puffer ein, denn Helfer können krank werden, in Urlaub fahren oder sich um Ihre eigenen Angelegenheiten kümmern müssen.

Für private Helfer am Bau gilt Versicherungspflicht!
Für private Helfer am Bau gilt Versicherungspflicht!

Jeden Ihrer Helfer müssen Sie bei der Berufsgenossenschaft Bau anmelden. Dadurch sind sie versichert, falls sie auf der Baustelle einen Unfall haben. Die Leistungen dieser Versicherung sind allerdings nicht sehr umfangreich. Manche Bauherren schließen deshalb zusätzlich eine private Bauhelferversicherung ab. Eine weitere Versicherung speziell für den Hausbau ist die Bauherrenhaftpflicht. Sie lässt sich in der Regel um einen Versicherungsschutz für Baumaßnahmen in Eigenregie erweitern.

Mit fleißigen Helfern schreitet der Hausbau zügig voran © grafikplusfoto, fotolia.com
Mit fleißigen Helfern schreitet der Hausbau zügig voran © grafikplusfoto, fotolia.com

Welche Arbeiten Sie und Ihre Helfer übernehmen, sprechen Sie mit dem Bauunternehmen ab. Es kann Sie beraten, welche Eigenleistungen sinnvoll sind und anhand seiner Preiskalkulation konkrete Summen nennen, die Sie durch die Übernahme gewisser Tätigkeiten einsparen. Auf diese Weise lässt sich Schritt für Schritt klären, ob sich eine Eigenleistung für Sie lohnt. Möglicherweise gibt es aber auch Arbeiten, die Sie besonders gern machen oder bei denen Sie ganz spezielle Wünsche umsetzen möchten. Bei ihnen spielt der finanzielle Aspekt eine eher untergeordnete Rolle. Haben Sie schließlich alle Entscheidungen getroffen, erstellen Sie zusammen mit dem Bauunternehmen einen detaillierten Plan. In ihm legen Sie fest, wer welche Arbeiten übernimmt.

Hier kann Eigenleistung Baukosten sparen
Hier kann Eigenleistung Baukosten sparen

Bei diesen Eigenleistungen sparen Sie am meisten

Die größten finanziellen Einsparungen erzielen Sie, wenn Sie Tätigkeiten übernehmen, die mit hohen Lohnkosten und eher geringen Materialkosten verbunden sind. Dies sind zum Beispiel Malerarbeiten, denn Wandfarben, Raufaser und Tapeten sind relativ günstig. Die Rechnung eines Malerbetriebs besteht daher zum größten Teil aus den Lohnkosten für die Handwerker. Fast ebenso hoch ist der Lohnanteil beim Verlegen von Teppichböden.

Das Tapezieren und Streichen ist eine der häufigsten Eigenleistungen © dieter76, stock.adobe.com
Das Tapezieren und Streichen ist eine der häufigsten Eigenleistungen © dieter76, stock.adobe.com

Ein weiteres beliebtes Tätigkeitsfeld von Bauherren ist der Trockenbau. Er erfordert keine Maschinen und Werkzeuge, die in der Werkstatt eines Heimwerkers nicht ohnehin vorhanden sind. Zudem lassen sich Gipskartonplatten aufgrund ihres geringen Gewichts ohne körperliche Anstrengungen verarbeiten. In der Trockenbauweise können Sie Zwischenwände einziehen, Verkleidungen erstellen und vieles mehr.

Tipp: Manche Handwerksbetriebe lassen Bauherren mitarbeiten. Auf diese Weise ist die korrekte Ausführung der Arbeit gewährleistet und Sie sparen gleichzeitig Geld. Zudem können Sie sich von den Profis sicherlich einige Tricks abschauen.
Im ersten Zimmer dauert das Verlegen vielleicht noch etwas länger © Alexander Raths, fotolia.com
Im ersten Zimmer dauert das Verlegen vielleicht noch etwas länger © Alexander Raths, fotolia.com

Das Verlegen von Laminat, Fliesen und anderen Boden- und Wandbelägen können Sie ebenfalls in Eigenregie ausführen. Diese Arbeiten erfolgen beim Hausbau erst in der späteren Bauphase. Es besteht daher nur eine geringe Gefahr, dass Betriebe ihre Tätigkeit auf der Baustelle verschieben müssen, weil Sie nicht rechtzeitig fertig geworden sind. Eine Verschiebung von Terminen verursacht oft zusätzliche Kosten und macht dadurch die Einsparungen durch Eigenleistungen zunichte. Achten Sie daher auch bei allen anderen Eigenleistungen darauf, die nachfolgenden Arbeiten nicht zu behindern und setzen Sie gegebenenfalls Prioritäten.

Die Gestaltung des Außenbereichs ist ebenfalls erst zum Schluss an der Reihe. Auch diese Arbeit übernehmen deshalb viele Bauherren in Eigenleistung. Hierzu gehören das Anlegen einer Grundstücksauffahrt, das Pflastern weiterer Wege oder des Innenhofs und nicht zuletzt die Gestaltung des Gartens mithilfe von Pflanzen, einer Rasenfläche und besonderen Extras wie einem Gartenteich. Den größten Teil können Sie auch nach dem Einzug in Ihr Haus erledigen. Diese Eigenleistung hat daher keinen Effekt auf den Bezugstermin, den Sie bei anderen Eigenleistungen wie dem Verlegen von Fußbodenbelägen eventuell noch einmal verschieben müssen, falls Sie nicht rechtzeitig fertig sind.

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Weniger empfehlenswerte Eigenleistungen

Bei allen Arbeiten, die zu sogenannten Baumängeln wie feuchten Wänden durch Wärmebrücken führen könnten, ist Vorsicht geboten, wenn Sie nicht über die nötigen Fachkenntnisse verfügen. Eine schlechte Eigenleistung kann im Nachhinein hohe Kosten für Reparaturen verursachen und die Wohnqualität extrem mindern. Überlegen Sie daher, ob Sie sich den Einbau von Fenstern und Außentüren, das Verputzen der Fassade und ähnliche Tätigkeiten wirklich zutrauen.

Der Sicherungskasten ist gelernten Elektrikern vorbehalten) © Thomas Söllner, fotolia.com
Der Sicherungskasten ist gelernten Elektrikern vorbehalten) © Thomas Söllner, fotolia.com

Auch die Themen Strom-, Wasser- und Gasversorgung sollten Sie Experten überlassen. In diesen Bereichen können Fehler schlimme und zum Teil sogar lebensgefährliche Folgen haben. Zudem ist bei gewissen Arbeiten die Ausführung durch einen Fachmann gesetzlich vorgeschrieben.

Aspekte möglicher Eigenleistungen im Bauvertrag festhalten
Aspekte möglicher Eigenleistungen im Bauvertrag festhalten

Maschinen, Werkzeuge und Materialien rechtzeitig beschaffen

Die für Ihre Arbeit nötigen Maschinen und Werkzeuge können Sie in vielen Baumärkten ausleihen. Denken Sie hierbei an eine rechtzeitige Reservierung, damit sie Ihnen zum richtigen Zeitpunkt zur Verfügung stehen. Gleiches gilt für die Bestellung der notwendigen Baustoffe. Manche sind immer vorrätig, andere haben dagegen längere Lieferzeiten. Dies lässt sich durch eine vorherige Anfrage bei einem Baustoffhändler oder in einem Baumarkt klären. Die Bereitstellung von Baustoffen kann aber auch über das Bauunternehmen erfolgen. Dies ist oft bei einem sogenannten Ausbauhaus der Fall.

Kosten eines Hauses mit dem Taschenrechner berechnen © js-photo, stock.adobe.com
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